Die Debüt-EP dieser Band aus Denver, Colorado verfolgt eine bestechend simple Formel bestehend aus durchweg melodischen (und teilweise ganz wörtlich zu nehmenden) Ramones-Standardriffs, welche hier in dicke Schichten aus Fuzz und Distortion getaucht werden und einer Gesangsperformance, die gleichermaßen distanziert und angepisst rüberkommt. Da ist also nicht viel was daran schiefgehen kann und so eine Überraschung… das tut es auch nicht. Es ist eine Machart des ausgefuzzten Garage-Minimalismus, die mich mal mehr, mal weniger an jüngere Artefakte von so Spezis wie Robbie Thunder, Boogie Board, Corpus Earthling und Zoids erinnert.
Jau, es handelt sich in der Tat um eine weitere Gobs EP, die erneut alle diese Dinge tut die wir von einer neuen Gobs EP erwarten. Verschrobene Garage-, Fuzz- und Synth Punk-Ekstase eingehüllt in einen dichten Schleier aus Fuzz, Noise und perfekten LoFi-Produktionswerten, nie um eine hartnäckige Melodie verlegen. Wie ich bereits sagte, es sind halt die verfickten Gobs!
Nun, die zwei Vorabsingles TV DVD und Frontier Days haben ja schon mal einen durchschlagenden Job darin getan, mich neugierig auf die Debüt-EP einer Band aus irgendwo zu machen. Stellt sich heraus: Das waren noch nicht mal die stärksten Songs auf dieser Platte! Klar, der eierköpfige Post Punk des erst- und der psychedelische Garage Rock des letztgenannten Tracks sind für sich genommen schon Kanonen, aber noch immer noch nicht ganz auf einer Höhe mit dem fluffigen Power-/Fuzz Pop von Time To Spare, dem catchy Garage Punk-Vorschub von Funny Feeling und dem glitzernd-melancholischen Rausschmeißer Suggestions mit diesem gewissen Lost Sounds-Vibe. Nur verdammte Hits sind da drauf!
Schon lange kein Lebenszeichen mehr vernommen von den kanadischen Garage Punk-Überfliegern aus Halifax, Nova Scotia, deren letzte LP Tube Reducer jetzt schon fünf Jahre her ist. Nun waren Booji Boys schon immer eine Band die gerne ihren Sound mit jeder neuen Veröffentlichung ein bisschen aufschüttelte und dieses neue Dingens ist diesbezüglich keine Ausnahme. Am auffälligsten sind hier die mehrstimmigen Vocals, die ihren bewährten Mix aus Garage- und Fuzz Punk, Noise- und Power Pop stellenweise mit einem ganz neuen psychedelischen Glitzer ausstatten und einer fast schon British Invasion-artigen Aura, die im krönenden Abschluss Hotline voll zum tragen kommt. Verdammt, ich hoffe da kommt ziemlich bald mehr von auf uns zu!
Diese Band (oder Projekt) aus Rom hat bereits einen ganzen Haufen netter EPs und Split-Releases zu verantworten, alle davon ziemlich gut und leicht einzuordnen im aktuellen Eggpunk-Sammelbecken. Auf ihrem bislang stärksten Kurzspieler entfernt man sich allerdings langsam davon und schlägt hier mit einer ungleich roheren und minimalistischen Geschmacksnote der Lo-Fi-Klangästhetik auf in drei neuen Detonationen aus verdrecktem Fuzz Punk, der nahtlos ihr längst bewiesenes Gespür für catchy Power Pop in eine neue Richtung steuert mit starken Echos von frühen Wavves und No Age, kombiniert mit reichhaltigen Anleihen des rohen Detroit-mäßigen Garage Punk aller Epochen.
Nachdem eine Handvoll jüngerer Releases von Spaniens bester Eggpunk-/Noise Pop-Hausnummer Beta Máximo sich vor allem mit etwas gemächlicheren Sounds befasst hat, schraubt die neueste EP das Tempo wieder empfindlich höher und weiß das in vergangenen Exkursionen gelernte tadellos anzuwenden zum Vorteil ihrer bislang wohl stärksten Veröffentlichung, die durchweg nur Hits an Bord hat, verankert in einfachem aber ausgesprochen robustem Songhandwerk als unerschütterliches Fundament.
Ein unglaublich starkes Debüt kommt hier von einer New Yorker Band angerollt, die darauf irgendwo zwischen den groben Parametern von Hardcore, Fuzz-, Art- und Post Punk pendelt. Nicht zuletzt wegen dem ausgesprochen psychedelischen Synth-Einsatz hier fühle ich mich besonders an noch so eine New Yorker Gruppe erinnert, nämlich an die Halluzinogenen Cowpunk-Albträume von Murderer. In einigen der freundlicheren Momente hingegen hat das unbestreitbar eine ähnliche Qualität zu gewissen Fuzz Punk-Acts des vergangenen Jahrzehntes á la Feature und Slowcoaches.
Noch eine nette kleine Kassette des vage Eggpunk-verwandten Wahnsinns kommt zu uns von einer Band aus Madrid, die irgendwo in einer ungewissen Zone zwischen Garage Punk und abgespacetem, melodischem Fuzz Punk herumfuhrwerkt, erweitert um eine gute Dosis von Surf Rock-Twang und eingehüllt in einen dichten psychedelischen Nebel. Alles in allem würde ich mal sagen, verschmilzt der Krempel einige der besten Tendenzen von so Bands wie Beta Máximo, Beer, Pringue und Prison Affair mit durchschlagendem Erfolg zu einer kohärenten Einheit.
Zwei bislang eher noch etwas am Rand der Szene agierende Akteure der Eggpunk-Welle machen gemeinsame Sache auf dieser netten Split-LP und machen klar, dass man jenen „Unter ferner liefen…“-Status besser noch mal überdenken sollte. Auch wenn hier wie gehabt das Rad nicht neu erfunden wird, haben beide Bands klar ihr Rezept verfeinert. SPRGRS aus Granada, Spanien sorgen dabei schon mal einen ausgezeichneten Start mit ihrer quirlig-pulsierenden und melodischen Herangehensweise ans Genre, die man so ähnlich in jüngerer Zeit etwa von Bands wie Prison Affair, Beer, Paulo Vicious und Goblin Daycare gehört hat. Noch mal ein stärkeres Kaliber sind dann aber die neuen Tracks von Möney aus Bristol, die hier eine recht vielseitige Klangpalette und tadellose Songkonstruktion präsentieren, insgesamt auch durchtränkt von einem Surf- und Psych-lastigen Post Punk-Vibe – besonders prominent im abschließenden Track Emancipation – was insbesondere die Sounds von Electric Prawns 2, Checkpoint, Gremlin und Powerplant ins Gedächtnis ruft. Plastic Trees wiederum ist ein überraschendes kleines Juwel des glitzernden Noise-/Dream-/Powerpops und bekommt einen besonderen Glanz verliehen von einer tollen Gast-Gesangsperformance, die in den Credits einer mysteriösen Miss Clienti zugeschrieben wird.
Der Nachfolger zum erst kürzlich erschienenen Opus Stiff Jumbo der Band aus Totowa, New Jersey, welcher aus nicht weniger als vierzig unter einer Minute langer Punk-Miniaturen bestand, kommt jetzt als eine etwas herkömmlicher wirkende Sammlung eingängiger Tunes rüber, die sich irgendwo in einem Klangspektrum aus Garage Punk, Noise Pop und oldschooligem ’80er/’90er Indie Rock positionieren. Was sich aber kein bisschen geändert hat ist die bemerkenswerte Stärke und Konsistenz dieser Lieder, deren überdurchschnittliche Songwriting-Skills kein einziges mal versagen. Der Scheiß hier ist locker auf einem gemeinsamen Level mit so hochgeschätzten Kalibern wie Vaguess, Booji Boys, Datenight, Bad Sports, Vacation, Teen Line, The Wind-Ups and Bed Wettin‘ Bad Boys.