No Peeling – No Peeling

Ausgezeichneter neuer Scheiß, die Debüt-EP dieser Band aus Nottingham, deren Style sich hier im ständigen Fluss befindet und sich schwer auf eine Kategorie festnageln lässt, auch wenn die einzelnen Bestandteile reichlich etabliert sind. Die offensichtlichsten davon sind so Eggpunk-relevante Exzentriker wie Snooper, frühe Skull Cult, Busted Head Racket, Clarko einerseits, aber auch die ungleich roheren Schrägheiten von Warp, Beef oder Scud und nicht zuletzt nähert sich das ganze mehr als nur einmal dem total entgleisten Eklektizismus von Pressure Pin, Checkpoint oder TY an.

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Monda – The Mondas

Seit ich irgendwann im letzten Jahr zum ersten mal meine Nase in die einschüchternd massive Discografie von Monda aus New Jersey gesteckt habe hat sich die Band wiederholt als einer der nicht nur produktivsten sondern auch konsistentesten Lieferanten von catchy abgefuzzten Leckerbissen bewiesen, die sich irgendwo zwischen den Eckpunkten von Garage Punk, oldschooligem Indie Rock, Noise- und Power Pop bewegen. Auch lässt sich schwer übersehen, dass sie sehr gerne die Tapete wechseln und die Einrichtung neu arrangieren zwischen den Veröffentlichungen um die Sache frisch und spannend zu halten, was sich unter anderem auch schon mal in einem ausgeprägt psychedelisch-spacerockigen Abstecher in ihrem Schaffen rund um die 2024er Ponderous Leviathan LP niederschlug. Auf ihrem neuesten Album besinnen sie sich hingegen wieder ein gutes Stück weit auf die ihre Basics zurück und treffen wie gewohnt jederzeit den Nagel auf den Kopf, wie sie hier eine Fülle sowohl von '50er bis '60er Bubblegum Pop-Vibes als auch '80er Art-/Indie Pop-Artefakte der Flying Nun und Sarah Records-Schule und diverse Schrammelartefakte der C86-Ära channeln in einem makellosen Bündel ausgesprochen simpler und liebevoll gefertigter Songs, die niemals ihre Wirkung verfehlen.

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Bachelor Pad – Feel The Beat From The Tambourine

Catchy Garage Punk Shit erster Güte aus Sydney, der sich in vier Songs durch recht vielfältige Styles durchplündert. POSIWID und der Opener What A Time To Be Alive kommen dabei rüber wie ein Mix aus dem fuzzigen Power Pop von Sex Mex und der quirligen Egg-/Synthpunk-Action der Ghoulies, wohingegen der Synth-/Electro Punk von The Game an alte Digital Leather-Schinken erinnert sowie jüngere Zeiterscheinungen á la Spyroids und O-D-Ex. Der Rausschmeißer-Track B-52's Tattoo könnte darauf auch der unbändigen Fantasie der texanischen Garage Punk-Exzentriker Trashdog ensprungen sein. Oh und war da nicht noch so eine Hundeband? Ja stimmt, ich denke an Melbourne's wunderbar trashige Garage-/Synth Punk-Explosion Metdog!

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O-D-EX – Talents

Neuer Scheiß von Mark Ryan (hochgeschätzt als Teil von Marked Men, Mind Spiders und Radioactivity) und seiner aktuellen Band, dem Electro-/Synth Punk-Projekt O-D-EX (oder ist es neuerdings einfach Odex?). Nachdem jeweils ein vorangegangener Kurz- und Langspieler aus dem letzten Jahr noch eine eher kühle und minimalistische Synth Wave-Ästhetik versprühten, öffet das aus Ryan und Micah bestehende Duo ihren Sound wieder zu einer vergleichsweise warmen, melodischen und insgesamt greifbareren Richtung, die in der Tat ein bisschen klingt wie ein perfekter Mittelweg zwischen den erwähnten Vorgängern und den stärker Richtung Garage Punk tendierenden alten Mind Spiders-Platten.

Mr. [Redacted] / Lovebomb / TTTTurbo

Ich hab nicht so viel Zeit diese Woche, deshalb gibt's hier anstelle von drei einzelnen Posts mal eine kleine Zusammenfassung der etwas quirligeren Releases mit unterschiedlich starker Eiermäßigkeitt, von denen mir diese Woche drei besonders herausstechen.
Zuerst wären da mal die vergleichsweise rohen Sounds von Mr. [Redacted] aus Athens, Georgia, die ganz rapide alternieren zwischen den Eckpunkten von einem Hard-/Art-/Weirdcore-Sound nicht ganz unähnlich zu so Bands wie Judy and The Jerks, Warm Bodies und Sniffany & The Nits einerseits, und den stärker Egg-orientierten Sounds etwa von Snooper, Print Head, Awful und den frühen Skull Cult.
Wer dagegen mehr an ultraklassischem Eggpunk-Territorium interessiert ist, dem wird sicher das neue Tape von Lovebomb aus Hildesheim (diese Woche sind ja echt mal ungewöhnlich viele Krautwürstle am Werk) viel Spaß bereiten, die hier ein dicht verpresstes Bündel von geradezu mustergültiger Eggpunk-Qualitätsware abliefert mit besonders starken Anklängen an Bands wie Prison Affair, Beer, Winky Frown, Molbo und Goblin Daycare.
Wenn euch das nicht schräg und Lo-Fi genug ist, dann versucht es mal mit den Leipzigern (schon wieder!) TTTTurbo, deren neues Tape in etwa das klangliche Äquivalent ist zu einem etwas zu oft weiterkopierten Dokument - unter einer dicken Schicht xerografisch verbrannter Pixel bleiben viele Details der Fantasie überlassen, aber auch mit all dem einkopierten Dreck bleibt es schwer, sich dem irrsinnig eingängigen Charme dieser verschleierten Rohdiamanten aus zuckerigem Bubblegum Pop zu entziehen.

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The Wind-Ups – Confection

Immer eine arschtretende Angelegenheit, neues Material von Jake Sprecher (of Terry Malts fame...) und seinem aktuellen Projekt The Wind-Ups, das 2021 mit einem massiven Knall begann in Form der spektakulären Try Not To Think LP und sich seitdem nicht groß verändert, aber auch noch niemals enttäuscht hat - ein zuverlässig hoher Qualitätsstandard der sich auch durch den neuen Langspieler zieht und es weiterhin unmöglich macht, nicht unmittelbar verzaubert zu werden von diesen zeitlosen Garage Rock- und Bubblegum Pop-Melodien, verpresst zu einem wunderbar rustikalen und Fuzz-getränkten Klangbild aus angemessen durchgebranntem Noise Pop und Garage Punk.

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Xanny Stars – Adaptor

Was Xanny Stars aus Cleveland, Ohio auf ihrer neuesten EP heraufbeschwören transportiert jederzeit einen gewissen Vibe des zuckerigen Fuzz Punk und Noise Pop der variabel Primitives-informierten Art, die im vergangenen Jahrzehnt ja auch noch mal im größeren Stil neu aufgeflammt ist mit so Bands wie Feature, UV-TV, Slowcoaches, Monster Treasure or Male Bonding, und welche in jüngerer Zeit von so Bands wie etwa Private Lives, Exo and Glitter on the Mattress am brennen gehalten wurde. Der Scheiß hier braucht diese Vergleiche ebenfalls nicht scheuen mit seiner grundsoliden, ultraeingängigen Songsubstanz und hat obendrein noch einige nette Schnörkel und Überraschungen an Bord, wie z.b. diesen Hüsker Dü-Feel in Here We Go Again oder als Gegenstück dazu, die so leicht Wipers-vs.-Wire-mäßigen Sounds im abschließenden Symmetry, der mich ebenfalls etwa an eine verlangsamte Version von Nervosas oder frühen Milk Music denken lässt.

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Psychic Armour – Pressure

Diese spektakläre Debüt-EP einer Band aus Montreal zieht hier einen wundersamen Trick ab und das absolut reibungslos und genau zum richtigen Zeitpunkt im kollektiven kulturellen Bewusstsein. Ultraeingängiger Punkrock, der einen Bogen spannt von klassischen '80er Bands wie Hüsker Dü, Dinosaur Jr., Dag Nasty, Embrace, dem späteren Werk von Naked Raygun und Government Issue einerseits, hin zu lärmigen Punk- und Indie Rock-Bands des vergangenen Jahrzehnts wie etwa den frühen Milk Music, Kicking Spit, California X, Milked oder Happy Diving, wird hier fest verschweißt mit Riffs und Solos aus der '80er Heavy Metal-Grabbelkiste, was - in Verbindung mit einer stark Dungeon-lastigen visuellen Asthetik - sicher unter anderem bei Freunden von Steröid oder Poison Ruïn auf einige gegenliebe stoßen wird, wobei sie aber im Vergleich insbesondere zum Schaffen letzterer Band eine ungleich weniger grimmige und ausgesprochen nahbare Variante abgeben.

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D.A.R.Y.L. – Monsters

D.A.R.Y.L. aus Austin, Texas hinterließen einen starken Eindruck mit der Mini-LP Rock N Roll High School aus dem letzten Jahr und mit ihrem zweiten Release bauen sie jetzt weiter auf dem bewährten Fundament aus Synth-unterstütztem Fuzz Punk, Noise Pop und Garage Punk zu einem noch mal deutlich durchschlagenderen Ergebnis. Unter der dicken Dreckschicht einer überbelichteten Vorschlaghammer-Klangästhetik kann man eine perfekte Abfolge von so einfach gestrickten wie auch unverschämt Ohrwurmverdächtigen Songs und Melodien finden, eine breitere musikalische Vielfalt und nicht zuletzt einen deutlichen Fortschritt in ihrem Songwriting-Handwerk verglichen mit den manchmal noch etwas eindimensional erscheinenden Vibes des Debüts. Hier klingen die jetzt etwas mehr nach einer Hälfte Buck Biloxi / Giorgio Murderer und die andere Hälfte riecht nach Gobs und Exwhite... oder vielleicht auch Booji Boys, Dadgad? Wie auch immer, alles daran klingt einfach so verdammt richtig!

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Eye Ball – Gull Songs

Eye Ball aus Toronto haben mich - und vermutlich auch sonst jeden der zugehört hat - hungrig nach mehr von ihrem Scheiß gemacht mit den zwei digitalen 2-Track-Singles im letzten Jahr, die nicht lange danach auch zu einer 4-Song-Kassette kompiliert wurden. Jetzt bekommen wir die erste volle LP an neuem Material vorgesetzt und einerseits sind Vergleiche zu so Bands wie Marked Men, Radioactivity, Sonic Avenues und vielleicht auch frühen Sweet Reaper noch durchaus zutreffend, aber da passiert noch so viel mehr unter einer im direkten Vergleich deutlich roheren, schmutzigeren Oberfläche, was sich in einer ungleich entschlosseneren Attacke entlädt. Keine Sorge, es sind immer noch reichlich Hooks und Melodien für alle vorhanden, die Platte ist randvoll mit Hits, aber es ist auch sofort klar dass da etwas unerwartetes brät wenn die Platte sofort mit der Tür ins Haus fällt in einem ziemlich Hardcore-lastigen Opener und im weiteren Verlauf häufig die Vibes von so Garage Punk-Acts des vergangenen Jahrzehnts wie Sauna Youth oder Tyvek zu channeln scheint. Der Doppelschlag aus Road Pig und Bruise for a Birthmark hingegen hat ein bisschen was von einer Cruelster-Energie und was gegenwärtige Bands angeht, musste ich immer wieder an The Dumpies denken. Hochkarätiger Scheiß, zweifellos.

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