Mit ein bisschen Verspätung poste ich dann mal noch das bereits im Herbst erschienene zweite Tape des Garage-/Synthpunk-Projekts aus London. Den von mir schon anlässlich der letzten EP bemühten Vergleich zu Digital Leather meets Ausmuteants meets Giorgio Murderer finde ich immer noch sehr treffend.
Hier ist mal wieder ein kruder Brocken Lärm für fortgeschrittene Hörer. Oder für Hörer mit fortgeschrittenem Dachschaden. Aus Columbia, Missouri kommt diese Band und erzeugt auf ihrem aktuellen Tape ein angepisstes LoFi-Spektakel aus Noise, Garage und experimentellem Chaos, zwischen alten Bands á la Flipper, Swell Maps und aktuelleren Vertretern wie Soupcans oder City Yelps.
Auch EP Nummer drei der Bikini Cops aus Perth ist mal wieder eine gebündelte Garagepunk-Attacke dieser speziell australischen Machart, die einfach nur dumm und geradeaus rocken will, sich nicht so sehr um Feinheiten schert. Wird nie alt, sowas. Oder vielleicht wird es doch alt und ich merk’s nicht weil ich selbst schon langsam am verwesen bin? Ja, ich glaub das ist es. Trotzdem geil!
Irgendwo im Australischen Niemandsland liegt das keine 2000 Seelen große Kaff Clunes. Aber überall wo man in Australien eine Tankstelle und zwei Häuser mit ’nem feuchten Keller findet, gibt’s auch eine Garagenband. Die in Clunes nennt sich Alien Nosejob und hat sich Soundmäßig mehr als nur eine Scheibe bei den Ausmuteants abgeschnitten, bis hin zum Gesang, der Ausmuteants-Frontmann Jake Robertson so zum verwechseln ähnelt, das ich zuerst glaubte ein weiteres Seitenprojekt von ihm zu hören. Da die Band des letztgenannten aber schon länger nichts mehr von sich gegeben hat, geht das als Ersatzdroge mal so was von klar.
Garage Punk aus Leeds. Simpel, druckvoll und effektiv. Könnte man vielleicht als eine Kreuzung aus Flowers Of Evil, frühen Teenanger, Italia 90 und einer Messerspitze von Bad Breeding beschreiben.
Das Debüt-Tape von Dolly aus Philadelphia trifft auf Anbieb meinen Nerv mit einer schön abgehangenen, aber auch immer etwas schrägen Spielart von Garage Punk, die ihre Fühler außerdem etwas in Richtung Noise und Post Punk ausstreckt, dabei großzügig mit den seit geraumer Zeit ja erstmals als hoffähig geltenden Southern-Versatzstücken um sich wirft.
Die Booji Boys aus Halifax, Kanada haben ja schon einige Freunde mit ihrem Debütalbum im letzten Winter gefunden, das mich aber ehrlich gesagt trotz des charmant dreckigen LoFi-Sounds und unverschämt hohen Energielevels nicht so vollends auf seine Seite zu ziehen vermochte. Mit dem kürzlich erschienenen Nachfolger haben sie hingegen einen ziemlichen Volltreffer gelandet, mit einer vergleichsweise klaren, druckvollen Produktion und mit Songmaterial, das deutlich an Profil gewonnen hat. Da kommt schon öfter mal der Vibe von Bad Sports oder frühen Royal Headache auf. Die Platte ist eine hochdosierte Garagepunk-Glückspille, gelöst in zwei doppelten Espresso. Jetzt bin ich wach.
Starkes Zeug aus dem Hause Maple Death Records. Tropical Trash aus Louisville, Kentucky kamen hier ja schon mal mit ihrem ausgezeichneten Debütalbum UFO Rot vor und ihre Mischung aus Noise Rock, Garage- und Fuzz Punk macht auch diesmal wieder eine gute Figur. Vollkommen überrascht bin ich hingegen von den Italienern Brutal Birthday, die hier ihr Debüt abliefern. Ebenfalls im Spektrum von Fuzz und Noise angesiedelt, hat das aber auch einen leicht Krautigen Vibe, der etwas an Spray Paint oder noch mehr an deren Kollaborations-Projekt Contributors erinnert. Grandioses Zeug von einer Band, die man im Auge behalten sollte.
Irgendwie ist diese ziemlich geile EP bisher an mir vorbei gegangen. Fuzzpunk und Noisepop gibt’s darauf zu hören, der stark an frühe Wavves oder No Age erinnert, vermischt mit ein wenig Oh Sees-Psychedelia und der angenehm stumpfen Haudrauf-Garagenästhetik des ganz frühen Ty Segall.
Verdammt geile 7″ einer Band aus Byron Bay, Australien mit diesen sehr speziellen, gleichzeitig abgehangenen und endlos angepissten Vibes, die in der australischen Szene besonders gut zu gedeihen scheinen. Entsprechend fühle ich mich deshalb auch besonders an dortige (Garage-)Punks wie WOD oder Dumb Punts erinnert. Absolut treffsicher sind auch die bissigen Lyrics über Menschen, Dinge und Verhältnisse, die einfach zum Himmel stinken.