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Hin­ter dem Ali­as Con­tri­bu­tors ver­birgt sich die Kol­la­bo­ra­ti­on von ei­ner alt­ein­ge­ses­se­nen Sze­ne­grö­ße und ei­ner weit­aus jün­ge­ren Un­der­ground-Haus­num­mer; bei­de ha­ben ei­nen un­er­müd­li­chen Out­put, den Hang zum Ex­pe­ri­ment und ei­ne voll­kom­me­ne Gleich­gül­tig­keit ge­gen­über den Lau­nen und Trends der ge­gen­wär­ti­gen Mu­sik­sze­ne ge­mein­sam. Und doch könn­ten sie un­ter­schied­li­cher kaum sein. Da­bei ist es er­staun­lich, wie gut sie sich auf die­ser Plat­te er­gän­zen.

Al­so Kat­ze aus dem Sack: Es han­delt sich um die Ga­ra­gen­in­sti­tu­ti­on Dan Mel­chi­or, der ak­tu­ell mit sei­ner Band Das Me­nace un­ter­wegs ist und um die Te­xa­ni­sche Ex­pe­ri­men­tal-, Noi­se- und Post­punk-For­ma­ti­on Spray Paint, die an Be­ob­ach­tern die­ses Blogs und gen­rell an Freun­den des et­was ab­sei­ti­ge­ren Lärms si­cher nicht vor­bei ge­gan­gen ist. Die sechs aus­ufern­den Songs auf Con­tri­bu­tors wei­sen ei­nen aus­ge­präg­ten Jam-Cha­rak­ter auf und in der Tat ent­stand die­se Mu­sik spon­tan im Lau­fe ei­ner ein­wö­chi­gen Auf­nah­me­ses­si­on.

Auf Son­ge­be­ne klingt das im­mer er­staun­lich ho­mo­gen, aber man kann auch ziem­lich gut aus­ma­chen, wes­sen Song­ideen wann das mu­si­ka­li­sche Fun­da­ment bil­den. Das Al­bum ist of­fen­sicht­lich zwei­ge­teilt. In der ers­ten Hälf­te do­mi­niert der Klang­tep­pich aus mi­ni­ma­lis­ti­schen, re­pe­ti­ti­ven Groo­ves, Dro­nes und Qua­si-Loo­ps, so wie die sich auch auf den ver­gan­ge­nen Spray Paint-Plat­ten wie­der­fin­den. In Ver­bin­dung mit Dan Mel­chi­ors mar­kan­ter Fuzz-Gi­tar­re und sei­nem un­auf­ge­reg­tem Ge­sang be­kommt das Gan­ze aber auch ei­nen sehr krau­ti­gen, Neu!sigen Vi­be ver­passt.

In der zwei­ten Hälf­te dre­hen sich die Ver­hält­nis­se dann spür­bar um. Hier do­mi­nie­ren Mel­chi­ors Gi­tar­ren­spiel und aus­ge­spro­chen blue­si­ge Song­fun­da­men­te, die ei­gent­lich nur aus sei­ner Fe­der stam­men kön­nen. Jetzt ist es an Spray Paint, die Lü­cken aus­zu­fül­len. Und auch das muss man als durch­weg ge­lun­gen be­zeich­nen. Sel­ten er­lebt man es, dass zwei der­art ge­gen­sätz­li­che Acts sich selbst ab­so­lut treu blei­ben und den­noch ei­ne so ta­del­los funk­tio­nie­ren­de Sym­bio­se ein­ge­hen.



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Buck Gooter - 100 Bells

Das Duo aus Har­ri­son­burg, Vir­gi­nia pumpt schon seit ei­ner gu­ten De­ka­de sei­nen mi­ni­ma­lis­ti­schen Ga­ra­gen­blues in den Äther und auch auf ih­rer X-ten Plat­te ma­chen sie's ei­nem nicht so ein­fach, mu­si­ka­li­schen Sinn aus den fra­gi­len Song­kon­struk­ten zu zie­hen, die ei­gent­lich beim ers­ten Wind­hauch in sich zu­sam­men­fal­len müss­ten und schein­bar aus pu­rem Trotz der Schwer­kraft stand­hal­ten. Das ruft Er­in­ne­run­gen an Feed­ti­me, frü­he Roy­al Trux und Half Ja­pa­ne­se wach, au­ßer­dem be­kom­men je­ne abs­trakt-pri­mi­ti­ven Ma­chen­schaf­ten hier noch ei­nen or­dent­li­chen Big Black-Ein­lauf ver­passt, aber de­ren Rhyth­mus-Skla­ve Ro­land hat­te of­fen­bar auch ei­nen sehr, sehr schlech­ten Tag.



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The Vacant Lots - Endless Night

Das letz­te Al­bum Di­vi­de des New Yor­ker Du­os ver­moch­te mich nicht so recht zu be­geis­tern, das neue da­für um­so mehr. Ih­re mi­ni­ma­lis­ti­schen Song­ent­wür­fe aus er­di­gem Blues, pul­sie­ren­dem Elek­tro-/Syn­th­pop, et­was Psy­che­de­lia und ei­nem of­fen­sicht­li­chen Be­wusst­sein für die New Yor­ker Pro­to­punk- und Art­rock-Ver­gan­gen­heit kom­men auf End­less Night deut­lich grif­fi­ger rü­ber als auf dem Vor­gän­ger. Wenn dann im Raus­schmei­ßer Sui­ci­de No­te noch Suicide's Alan Ve­ga das Mi­kro er­greift und sich ein­drucks­voll durch ei­nen krau­ti­gen Blues Jam growlt, schließt sich der Kreis.



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Feedtime - Gas

Wow, mit den Aus­tra­li­ern hat­te ich echt nicht mehr ge­rech­net, als aus dem gu­ten Hau­se In The Red Re­cords die An­kün­di­gung zu die­ser Plat­te rein kam. Fast vier­zig Jah­re ist die Band­grün­dung her, zwei mal ha­ben sie sich schon auf­ge­löst. Und jetzt ha­ben sich die al­ten Män­ner, gu­te zehn Jah­re nach ih­rem letz­ten Al­bum, noch mal un­er­war­tet zu­sam­men­ge­rauft (na­ja, ge­nau ge­nom­men spie­len sie schon seit 2011 wie­der zu­sam­men) und be­sche­ren uns ein Al­bum, das ge­nau so klingt wie je­des an­de­re Feed­ti­me Al­bum da­vor auch ge­klun­gen hat. Und das mei­ne ich ab­so­lut po­si­tiv, denn mit ih­rer voll­kom­men sin­gu­lä­ren Vi­si­on von pri­mi­ti­vem, mi­ni­ma­lis­ti­schem Rock'n'Roll, der sich zu glei­chen Tei­len aus Blues, Punk und di­ver­sen Furz­ge­räu­schen speist, ste­hen sie bis heu­te ziem­lich al­lei­ne da. Klar hat ihr Sound vie­le Bands be­ein­flusst, von de­nen ei­ni­ge dann auch ziem­lich gro­ßen Er­folg hat­ten. Ih­re Mu­sik hat deut­li­che Spu­ren in frü­hem Grunge und spä­te­ren Ge­nera­tio­nen von Ga­ra­ge Punk und Noi­se Rock hin­ter­las­sen. An die stu­re Kon­se­quenz des Ori­gi­nals kam aber bis­her kei­ner ran. Feed­ti­me selbst blie­ben da­ge­gen im­mer ein Ge­heim­tip für schmerz­freie Ge­mü­ter. Da­her gilt auch hier: Was auf so voll­kom­me­ne Art und Wei­se ka­putt ist, darf um Him­mels wil­len nicht re­pa­riert wer­den.

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Lady Banana - Wall Of Cheese

lady banana

Die­ses Trio aus Gö­te­burg spielt ex­plo­si­ven, Blues-In­fi­zier­ten Ga­ra­gen­punk, der sei­ne Spreng­la­dun­gen in treff­si­che­ren, kom­pak­ten 90-Se­kun­den-Häpp­chen ab­wirft. Ein Fest für Freun­de von gänz­lich un­sub­ti­lem Rock'n'Roll á la Pam­pers oder Feed­ti­me. Auch die Co­ver­ver­sio­nen von Vel­vet Un­der­ground und Hüs­ker Dü sind ganz ex­zel­len­tes Zeugs.



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Sound Ceremony - Guitar Star

sound ceremony

Groß­ar­ti­ge Wie­der­ver­öf­fent­li­chung ei­nes eher ob­sku­ren Pro­to­punk-Klas­si­kers auf One Kind Fa­vor. Un­ter dem na­men Sound Ce­re­mo­ny ver­öf­fent­lich­te der Lon­do­ner Ron War­ren Gan­der­ton in den spä­ten 70ern drei Al­ben, un­ter an­de­rem sol­len Mit­glie­der von Sub­way Sect und Pre­ten­ders an den Auf­nah­men mit­ge­wirkt ha­ben. Das De­büt von 1978 ist seit­dem zum ers­ten mal wie­der of­fi­zi­ell er­hält­lich und wird Freun­de von fuz­zi­gem, blues­ge­tränk­tem Out­si­der-Rock ent­zü­cken. Das steht mit ei­nem Fuß im 70er Art­rock, mit dem an­de­ren im den Punk-Pro­to­ty­pen á la Mo­dern Lo­vers und et­was 60s Pych-/Ga­ra­gen­rock hat auch sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen.

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Dirty River - Dirty River

dirty river
Flee­ting Youth Re­cords ha­ben mal wie­der ei­ne klei­ne Per­le aus­ge­gra­ben in Form des De­büt­al­bums ei­ner Band aus dem Kaff Rhine­beck im Bun­des­staat New York, dem sie jetzt zu ei­nem Ka­set­ten­re­lease ver­hel­fen. Die Jungs spie­len ab­so­lut mi­ni­ma­lis­ti­schen Ga­ra­gen­blues, zu dem Sän­ger und Gi­tar­rist For­rest Ha­cken­b­rock über die Sinn­lo­sig­keit sei­nes Le­bens schwa­dro­niert. Über ver­pass­te Ge­le­gen­hei­ten, die Flucht in schnel­len Sex und wei­che Dro­gen, über das ver­strei­chen der Zeit und den Ver­such, die­ses Le­ben ir­gend­wie sei­nem Um­feld ge­gen­über zu recht­fer­ti­gen. Ken­nen wir doch al­le ir­gend­wie…

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