Irgend so’n Kellerhocker in Leipzig spielt mit piepsender Hardware und Aufnahmegeräten rum, hat dabei noch nicht ganz begriffen, dass er sich damit an die vorderste Front des guten Kampfes in der Eierkopf-Revolution befördert. Die Platte ist ein verdammtes Meisterstück das ihr alle in eurem Leben braucht. Ich hab sie erst einmal gehört und fühle mich jetzt schon schlauer und ausgewogener – zur vollen Erleuchtung kann es nicht mehr weit sein. Und wo ich ja selbst langsam alt und weise werde, kann ich es kaum genug erwähnen wie stolz ich auf den kleinen Scheißer bin.
Die Berliner Szene, wo jeder Musikant heimlich auch in jeder anderen Partykapelle für Verstimmung sorgt, hat schon wieder etwas fallen gelassen. Kurzspieler № 2 von Maske beginnt in etwa wie S.Y.P.H. gefiltert durch Wire und Crass, kann außerdem auch Weirdcore á la Stinkhole, Stuttgart-Sound-aber-fun und nicht zuletzt an Membranes erinnernde Post Punk- und Proto Noise- Skizzen. Manchmal versucht man etwas Englisch. Auch das hat einen gewissen Charme.
Globale Lieferengpässe bei den Rohmaterialien lassen Kassettenpreise gerade durch die Decke schießen, weshalb ich jetzt auf Gebrauchtware ausweiche oder was auch immer ich sonst gerade für billig kriegen kann. Die Resultate mögen unterschiedlich ausfallen. Nix mehr mit „Recording the Masters“… Ab jetzt wird hier nur noch Müll auf Müll aufgenommen. Ich hab euch gewarnt.
Seite A
Tracklist:
Mononegatives Circuits In View Spike Pit Pretty Girls Good Guys Fading Goodbye World Fetch the Blade Candy Apple Flak Jacket Family Health Plan Stuck in a Loop Das Das Stromlinienstadt Pensioner Suburb Trap Kaputt Another War Talk Snooper Dog Dumb Pizza Slice Kool & the Gang Bangers Killer Kops The Smog Noise Noise Connie Voltaire Teenage Run-In Axe Only Time
Seite B
Tracklist:
VR Sex Rock N‘ Roll Death Atomic Eater Hope U Die Too Flat Worms The Guest Coach Helt Derind Puronylon Emo De Cerro Can Kicker Free Pardoner Came Down Different Germ House Record The Mistakes Kneeling In Piss Return, Return / Types of Cults Tough Age Giuseppe Pizzeria
Das Demo dieser Band aus Cardiff lockt den Hörer zuerst mit etwas derbem Hardcoregeklöppel auf die falsche Fährte, dann wird aber schnell klar, dass dieser Sprengsatz aus konzentrierter LoFi-Energie deutlich mehr Substanz unter der Haube hat. Einmal den dichten Nebel aus Fuzz und Distortion durchdrungen, offenbart sich ein melodisches Farbenspiel und ein Klangkostüm mit Zutaten aus Post Punk und Noise Pop, das insgesamt etwas wie ein zotteliger Mischling aus Sievehead und Piles anmutet.
Ziemlicher Regelbetrieb auf der neuesten 7″ der Flat Worms aus L.A.. Will meinen: astreiner Qualitätsscheiß mal wieder in Form zweier Songs, die ihre ureingene Formel mit Bestandteilen von Garage-, Post Punk und etwas Noise-Brandbeschleuniger gewohnt kompakt auf den Punkt bringen. Flat Worms bleiben zuverlässige Krachlieferanten meines Vertrauens.
Nur um das mal klarzustellen: Wenn ihr mich überzeugen wollt, dass ich umgerechnet ~4,60€ dafür bezahle um ganze zwei Songs runterzuladen, dann sollten diese zwei Songs besser mal verdammt brilliante, über jeden Zweifel erhabende Kanonen sein. Aber verdammt brilliante, über jeden zweifel erhabene Kanonen… ja das sind diese Songs einer Band aus Tokyo fraglos. Die Kasse darf also mal klingeln.
Die Band aus London (Ontario, Kanada) hat inzwischen schon ’ne Handvoll ganz netter EP’s abgesondert, aber erst auf ihrem neuen Langspieldebüt geht die Summe der Teile mal so richtig auf in zwölf 12XU-zertifizierten Killertracks aus charmant verspultem, hocheinfallsreichem und tadellos vorwärts gehendem Garage-, Synth- und Post Punk mit Anklängen an Useless Eaters, Pow!, Ex-Cult und Predator.