Ein saumäßig starkes Debütalbum haben Clang aus Tampa, Florida hiermit abgeliefert, das mit einer zeitlosen Spielart von Noise- und Math Rock, Postcore und -punk inklusive markantem Saxofoneinsatz zu begeistern versteht. Im Gesamteindruck klingt das Resultat etwa so, als hätte man diverse Vertreter der aktuellen Postpunk-Generation mit Pionieren aus den Achtzigern wie Nomeansno, Tragic Mulatto und Flipper gekreuzt.
Sechs robust abgefuzzte, so schnörkel- wie auch tadellos nach vorne gehende Garagepunk-Powertools mit reichlich Reserven im Antrieb und saftigem 77er Nachbrenner kommen auf diesem exzellenten Demo der Paranoias aus Perth zu Gehör. Hat was von Amyl and the Sniffers mit mehr Schmackes und deutlicherem Garagenfaktor.
Vier ultra-oldschoolige Hardcore-Blasts einer Band aus Washington D.C., die einerseits ganz offensichtlich die lokale Punkfolklore in Ehren halten, denen paradoxer Weise aber ebenso ein paar Früh-80er kalifornische Sonnenstrahlen aus dem Arsch scheinen.
Aus dem unvermeidlichen Melbourne kommt hier schon wieder neuer Lärm, der für seine knappe Dauer von zehn Minuten einfach beste Unterhaltung garantiert. Bestehend aus einer Fingerspitze Post- und Garage-, jedoch viel mehr Fuzz- und Noise Punk, fallen mir da Vergleiche zu recht unterschiedlichen Bands á la Cutie, Labor, Bruised, Rolex und Reality Group ein.
Auf ihrem inzwischen fünften Album geben sich die Noise-/Mathrocker aus Baltimore mal wieder in der gewohnten Topform. Vielleicht mehr als je zuvor verlagern sie dabei das Gewicht auf die Math-lastige Seite, ohne dass sie Gefahr laufen, in selbstgefällig-technisches Gegniedel zu verfallen. Nein, hier wirkt jeder noch so gewaltsam zurechtgebogene Takt ordentlich zu Ende gedacht. Auch wenn das Genre davon mit Sicherheit nicht revolutioniert wird, treffen Multicult diesen speziellen Nagel dafür mit einer selten gewordenen Vollendung auf den Kopf und liefern zum wiederholten mal eine Platte ab, die selbst zur Blütezeit ihrer Nische als waschechtes Highlight durchgefluppt wäre.
Hier ist gleich schon der nächste Kurzspieler von Emergency Contact aus Seattle. Die von mir zuletzt bemühten Vergleiche zu Patti, Rolex und Bruised halten immer noch stand; zu ihrem quirligen Post Punk gesellen sich hier aber auch vermehrt noiserockende Momente und leichte Wave-Vibes, letztere erinnern zum Beispiel an Andy Human & The Reptoids.
Whoa, was für’n Kraftpaket! In einem Songs-zu-Laufzeit-Verhältnis von etwa 1:1 haut diese Band aus San Diego elf mal hochexplosives Gut um die Ohren, dass ich nicht mehr weiß wo oben und unten ist. Dabei greift ihr abgespaceter Fuzzpunk und Noisecore unter anderem auf psychedelische Flächen á la Wash, alten Westküstenhardcore, Surf-Vibes und etwas garagiges MC5-chaos zurück.
Das Demo von Positronix aus Philadelphia liefert abwechslungsreichen Post Punk, irgendwo zwischen dem Vorwärtsdrang von Nots, der etwas verschwurbelteren, kantigen Gangart von WALL und obendrein gibt’s eine leicht garagige Oberfläche á la Patti.
Okay… das ist mal was anderes. Eine „Band“ (?) aus Los Angeles mit personellen Verbindungen zu Launcher und Liposuction. Diese beiden Bands veranstalten ja schon fortgeschritten schmerzfreies Zeug, aber so etwas ist mir echt noch nicht begegnet. Der Begriff Hair Punk drängt sich geradezu auf und das klingt genauso über die Klippe gerollt wie man sich so etwas vorstellt. Ein bisschen nach Flipper in einem Paralleluniversum, in dem alle Köpfe zu 40% aus Volumenshampoo bestehen.
Schon auf der Verspannungskassette zu bestaunen gewesen: Armor aus Tallahassee, Florida. Deren Demo beeindruckt mit maximal drückendem, in einer Badewanne aus Distortion getränkten Hardcorepunk und einer leicht garagigen Oberfläche – etwa wie eine Schnittmenge aus Impulso, Tarantüla und Bad Breeding.