Electric Chair – Performative Justice

Die Band aus Olympia, Washington machte ja schon mit ihrer ersten EP im vergangenen Winter ganz ausgezeichneten Wind. Was ich da noch nicht wusste ist, dass es sich zur Hälfte um Mitglieder der hier auch schon mehrfach vertretenen Beta Boys handelt. Kein wunder also, dass unter der Schale aus ebenso oldschooligem wie auch unkonventionellem, einfallsreichem Hardcore auch jede Menge Garagensubstanz zur Griffigkeit ihres Sounds beiträgt.

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Siwomat – Búmerangs

Noise Rock aus Berlin, der sich überwiegend bei nicht allzu überraschenden Vorbildern bedient - in der Bassabteilung wären das Shellac, die Gitarrenarbeit scheint eher bei The Jesus Lizard und Scratch Acid entlehnt. Etwas Uzeda wäre da außerdem im Angebot und an aktuelleren Bands kann man sich mal an die rigide Disziplin von Multicult, ein anderes mal an die ungleich gröbere Herangehensweise etwa von Tropical Trash erinnert sehen. Auch wenn hier also offensichtlich das Rad nicht neu erfunden wird, kann mich das Ergebnis weitgehend überzeugen.

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Emergency Contact – EP 4

Hier ist auch schon wieder der nächste Schwung an quirligen Postpunkwippern von der Band aus Seattle, die doch tatsächlich so klingen als hätten die Beteiligten Spaß an der Sache. Patti und Rolex sind da immer noch ganz plausible Orientierungshilfen.

Arse – Safe Word

War ja klar, dass die Band aus Sydney erneut an der ersten Theke aufschlägt. Wie zu erwarten sind auch die vier neuen Songs ein Feuerwerk der kanalisierten Wut und des Unbehagens - unter roher Kraftanwendung auf so engen Raum komprimiert, dass eine gleichwertig heftige Entladung schon vorprogrammiert ist. Der auf der Debüt-EP teilweise erzielte Geschwindigkeitsrausch wird hier etwas zurückgefahren, was dem allgemeinen Energielevel aber nicht sonderlich schadet - sebst oder gerade wenn sie wie in Ill Nature mit angezogener Handbremse eine an alte Amphetamine Reptile-Schule erinnernde Hydraulikpresse zum besten geben.

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Ztuped – Demo

Wunderbar pervers dreckiges Zeug aus Washington, DC, das in einem Spektrum zwischen Hard-, Post, Garage- und Weirdcore ganz ungeniert eigenwillig rumkrawallt - eine ordentliche Dosis an kaputtem, KBD-mäßigem Punk und ein gelegentlicher Syntheinsatz tragen ebenfalls sehr zum Genuss bei.

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Crown Moulding – 4 EPs

Vier bereits sehr appetitlich anmutende Kurzspieler-Häppchen gibt uns hier eine mutmaßlich einköpfige Band aus Cambridge auf die Ohren. Auf die elektrische Trommel kloppender Garagepunk befindet sich im Inneren und wird besonders bei Freunden von S.B.F., Kid Chrome, Skull Cult oder Powerplant große Zufriedenheit hervorrufen.

Foster Care – El Abuso

Hui, auch schon 'ne Weile her, seit die New Yorker etwas von sich hören ließen. Ihre neue Platte auf Total Punk fährt jedenfalls genau die zu erwartende Garagepunk-Urgewalt mit deutlichem Hardcore-Einschlag und kleinen Noise-Partikeln auf. Läuft rund wie eh und je.

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Pist Idiots – Ticker

Kurzspieler Nummer drei der Band aus Sydney schließt nahtlos da an, wo ihre unerwartet starke zweite EP vor anderthalb Jahren aufgehört hat. Mit gleichermaßen großer Wucht und Eleganz vorgetragene, angepisste Hymnen, die zwischen kräftigem Garagenpunk und bittersüßem Powerpop oszillieren und Ähnlichkeiten vor allem zu weiteren australischen Kollegen der Marke Mini Skirt, Royal Headache, Bed Wettin Bad Boys, Jackson Reid Briggs & The Heaters oder Dumb Punts aufweisen. Ihren eigenen Platz innerhalb des unüberschaubaren australischen Garagenwildwuchses finden sie aber insbesondere aufgrund von ausnahmslos tadellosen, oft brillianten Songwriting-Qualitäten.

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Kansakunnan Ylpeys – Kansakunnan Ylpeys

Ein hocheffektives Gemisch aus ca. 70% altschuligem Noise Rock, aufgefüllt mit ebenso zeitlosem Postcore, kommt von dieser Band aus Oulu, Finnland. Gemessen an durchschnittlichen Genreverhältnissen sind hier Riffs und Rhythmen auf ein ungewöhnlich handliches Format zurechtgetrimmt, was ihren Songs ein verdammt windschnittiges Profil verleiht. Eine angemessen tight agierende Band dahinter weiß die ganze Angelegenheit mit großzügig dimensionierter Antriebskraft zu versorgen.

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Das Drip – Das Drip

Das Drip kommen aus Raleigh, North Carolina, haben unter anderem personelle Verstrickungen mit Whatever Brains und ISS im Spiel - im Vergleich dazu aber einen weitaus radikaleren Sound. Saumäßig Gas gebender Hard- und Postcore mit anflügen von Noise und Garage ist hier nämlich am Start, dessen Pfade kaum verschlungener und exzentrischer sein könnten; der es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht hat, jede Genrekonvention und -grenze zu brechen und/oder überschreiten. Das erste Demo der Band hatte ich seinerzeit noch verschlafen; was sie dann aber auf der (saumäßig empfehlenswerten!!!) Amarican Idylls Compilation fabrizierten machte schon mächtig Bock auf mehr davon. Und mehr davon kurbeln sie jetzt in einer Spielzeit runter, für die zwölf Zoll breites PVC schon stark überqualifiziert erscheint, ohne dass ihre Songs dabei überladen klingen. Diese Damen und Herren haben definitiv einen Plan.

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