Liiek - Deep Pore

Ein neu­er Bat­zen kno­chen­tro­cke­ne rhyth­mi­sche Post Punk-Sport­gym­nas­tik der üb­li­chen Ver­däch­ti­gen aus dem Ber­li­ner Um­feld und auch sound­mä­ßig ist da sehr viel Ber­lin auf klei­nem Raum un­ter­ge­bracht - man könn­te auch sa­gen, der Schus­ter blie­be hier doch et­was sehr bei sei­nen Leis­ten, aber so­lan­ge je­ne mit so prä­zi­ser In­ge­nieurs­kunst in die gleich­na­mi­ge Kör­per­zo­ne ge­schmet­tert wer­den, bin ich voll­auf zu­frie­den. Man den­ke hier­bei et­wa an ei­ne schlan­ke Mi­schung aus Pi­geon, Di­ät, Ne­ga­ti­ve Space, In­sti­tu­te und Nag, her­un­ter­ge­kocht auf die nack­te Es­senz. "Kla­re Vi­si­on" sagt man da­zu, glau­be ich…

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Onan Servo - Visit Funnytown

Selt­sa­mes klei­nes Zot­tel­biest, die­se Kas­set­te ei­nes Ty­pen ir­gend­wo aus den Un­tie­fen des Bun­des­staats New York, die über das La­bel Spa­red Fle­sh Re­cords aus Port­land den Weg zu uns fin­det. Über­wie­gend abs­trakt und Bruch­stück­haft ist das, aber gleich­zei­tig nie um ei­ne gu­te Me­lo­die ver­le­gen. Da ist klar ein ge­wis­ser No Wa­ve-Ein­fluss zu spü­ren, aber pri­mär se­he ich hier ei­ne un­wahr­schein­li­che Ver­quir­lung aus frü­hem bri­ti­schen Post Punk am Werk - spe­zi­fi­scher et­wa von Wire, The Fall, Swell Maps oder frü­hen Me­kons - auf Kol­li­si­ons­kurs mit aus­ge­spro­chen ame­ri­ka­ni­schen Folk- und Roots-Ele­men­ten so­wie di­ver­sen ano­ma­lien aus der 80er Kas­set­ten­kul­tur beid­sei­tig des gro­ßen Teichs. Ich den­ke, Freun­de der Aus­tra­li­er Wire­heads wer­den da si­cher auch ge­fal­len dran fin­den und der ver­ant­wort­li­che hier hat­te zu­fäl­li­ger­wei­se auch noch bei Ho­bocop sei­ne Fin­ger im Spiel, was so auch per­fek­ten Sinn er­gibt.

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Hungry Man - Permanent Crisis

Mei­ne lie­be Gü­te, ist das mal ein gött­li­cher Bat­zen aus old­schoo­li­gem Post­core von ge­nau der Mach­art, die uns Ses­sel­fur­zern mitt­le­ren Al­ters in hö­he­re Sphä­ren zu trans­por­tie­ren ver­mag - aus­ge­klü­gelt oh­ne da­bei im ei­ge­nen Arsch zu ver­sin­ken und da­bei mit ei­nem Ge­spür für Me­lo­dien, das al­te Vol­ca­no Suns, Mo­ving Tar­gets und Mis­si­on Of Bur­ma her­auf­be­schwört. Die vier­tel­stün­di­ge Suite, mit der sie das Al­bum er­öff­nen, er­in­nert mich hin­ge­gen stark an Dra­goon, den mo­nu­men­ta­len Ope­ner von Bitch Magnet's zwei­ten und letz­ten Al­bum Ben Hur. An­sons­ten re­giert hier mit das bes­te aus dem 90er Di­schord-Uni­ver­sum mit reich­lich An­klän­gen et­wa an Au­to­cla­ve, Blue­tip, Hoo­ver, Crown­ha­te Ru­in, Ke­ro­se­ne 454, frü­he Jaw­box… hier wird nicht ge­kle­ckert. Und klar, ein paar Spu­ren von Fu­ga­zi sind na­tür­lich auch ent­hal­ten - ich wür­de je­doch sa­gen, dass je­ne hier kei­nes­wegs der pri­mä­re Ein­fluss sind. Das al­les zie­hen Hungry Man mit Leich­tig­keit durch, oh­ne wie ein drö­ges Pla­gi­at zu klin­gen - son­dern viel mehr wie ei­ne Band, die zu ih­ren Ein­flüs­sen steht und den­noch ih­re ei­ge­ne Stim­me fin­det, um in die Ge­gen­wart zu spre­chen.

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Pleaser - Demo

Spek­ta­ku­lä­res ers­tes Do­ku­ment ei­ner Band aus Ko­pen­ha­gen, die hier ei­nen recht un­kon­ven­tio­nel­len Mix aus Post Punk, Hard- und Post­core spielt mit ei­nem sel­te­nen Sinn für Me­lo­die und ei­nem stark psy­che­de­li­schen, fast schon Shoe­ga­ze-mä­ßi­gen Un­ter­ton. Au­ßer­dem, mit Blick auf die Ko­pen­ha­ge­ner Sze­ne, geht es kaum an­ders als hier auch lei­se Echos der frü­hen Iceage und Lower zu re­gis­trie­ren.

Disli - Disciplina Limitar

Ga­ra­ge Punk aus Spa­ni­en, der bei mir ge­nau die rich­ti­gen Ner­ven an­zapft und ex­akt die­se ex­plo­si­ve Trieb­kraft ei­ner hung­ri­gen Band trans­por­tiert, die in letz­ter Zeit auf­grund der of­fen­sicht­li­chen Um­stän­de auch auf Ton­kon­ser­ven et­was dünn ge­sät war. Das hat mal was von Da­dar, Sau­na Youth, Ex-Cult, Con­stant Mon­grel, Jack­son Reid Briggs or Pe­digree auf der ei­nen Sei­te, zeigt öf­ter mal aber auch ei­nen star­ken Post Punk Vi­be - et­wa wie ei­ne Kreu­zung aus Ber­li­ner Bands á la Pi­geon, Di­ät, Pret­ty Hurts mit der me­lan­cho­li­schen Stim­mung von Red Dons, Te­l­ecult oder Night­wat­chers.

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Print Head - Boringboring /​ IDKWTFimdoing

Juhu! Neu­er Scheiß von der Per­son oder Band, die viel­leicht aus Hicks­vil­le, New York kommt oder auch nicht und de­ren 2020er Ga­ra­ge-/Post-/Egg­punk-bei­na­he-Meis­ter­werk Hap­pyh­ap­py mich in ge­nau den er­wähn­ten Zu­stand ver­setz­te. Da ist jetzt al­so erst mal ein neu­es, kurz­spie­len­des Hi-Fi-Er­leb­nis am Start und dar­über­hin­aus noch so ein an­de­res, et­was we­ni­ger kur­zes, mi­ni­mal we­ni­ger Hi-Fi-mä­ßi­ges Dings. Beim erst­ge­nann­ten sug­ge­riert wenn über­haupt nur der Ti­tel Lan­ge­wei­le und was das an­de­re Dings an­geht… ich glau­be ich hab ei­ne recht brauch­ba­re Idee da­von, was Print Head nicht glau­ben zu wis­sen, dass sie es (the fuck) ma­chen und sie ma­chen es ge­nau rich­tig und es ist ganz wun­der­voll und ich le­cke frei­wil­lig noch die Res­te vom Bo­den auf!

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Silicone Values - Streaming TV /​ Nothing Wrong With Me

Ei­ne wei­te­re EP von Bristol's her­aus­ra­gen­der Powerpop/​Post Punk-Ma­nu­fak­tur ver­kan­tet sich er­neut mit zwei un­wi­der­steh­lich me­lan­cho­li­schen Süß­sauer­wa­ren bö­se im Ge­hör­gang. Macht es hier noch Sinn, Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties zu na­me­drop­pen oder ist das schon ge­ra­de­zu, wie man zu sa­gen pflegt… beat­les­que?

Refedex - The Top Of Off

Die De­büt-EP von Re­fe­dex aus Bris­bane ist ei­ne wuch­ti­ge Wal­ze aus düs­te­rem Noi­se Rock, Sludge und Post Punk der häu­fig recht ge­tra­ge­nen und at­mo­sphä­ri­schen, je­doch nie­mals öden oder schwer­fäl­li­gen Mach­art. Ob­wohl der all­ge­mei­ne Vi­be für mich ab­so­lut klas­sisch klingt, fällt es mir schwer zu lo­ka­li­sie­ren, wo ich so et­was in der äl­te­ren Gen­re-Ver­gan­gen­heit schon mal ge­hört hab - das Zeug lässt sich schwer in die üb­li­chen Gen­re-Eck­punk­te ein­ord­nen. Un­ter an­de­rem hat das al­les die­sen ge­wis­sen tief­schwar­zen Ame­ri­ca­na-Vi­be wie man ihn z.B. auf al­ten 80er Sci­en­tists Plat­ten vor­fin­den mag oder in der Ge­gen­wart et­wa bei den US Post­pun­kern Bam­ba­ra, wäh­rend man im et­was klas­si­sche­ren Noi­se Rock-Spek­trum Ver­glei­che zu so un­ter­schied­li­chen Bands wie Al­pha Stra­te­gy, Lug­ga­ge, Tro­pi­cal Trash oder Heads zie­hen mag. Au­ßer­dem steckt da viel­leicht auch noch ein biss­chen Cows, U-Men oder Scratch Acid drin, al­ler­dings je­weils hal­ber Ge­schwin­dig­keit ab­ge­spielt. Egal wie man's nen­nen möch­te, es ist erst­klas­si­ger Scheiß!

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The Cowboy - Riddles From The Universe

The Cow­boy aus Cleve­land ha­ben bis­her noch mit je­der Plat­te ab­so­luit mei­nen Nerv ge­trof­fen und ih­re drit­te LP setzt die­sen Trend naht­los fort. Ihr Sound läuft in­zwi­schen so rund wie ein Uhr­werk und in­zwi­schen wür­de ich mal sa­gen, dass sie an der Schnitt­stel­le von drü­cken­dem Ga­ra­ge Punk und kan­ti­gem Noi­se Rock ih­re ganz ei­ge­ne klei­ne Mi­kro-Ni­sche mit so­for­ti­gem Wie­der­erken­nungs­wert eta­bliert ha­ben, je­doch wei­ter­hin ge­nug fri­sche Ideen ein­brin­gen um die Schei­ße span­nend zu hal­ten.

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John (timestwo) - Nocturnal Manoeuvres

Das Lon­do­ner Post­core-/Noi­se Rock-Duo über­zeugt ein wei­te­res mal mit blan­ker Durch­schlag­kraft ge­kop­pelt mit küh­ler Prä­zi­si­on, wo­bei je­de ein­zel­ne Spreng­la­dung auf ih­rem zwei­ten Al­bum ein mi­ni­ma­les Re­zept für den ma­xi­ma­len Scha­den an­zu­wen­den ver­steht. Es­sen­zi­el­les Pro­gramm für Freun­de et­wa von Tu­nic, USA Nails, Metz oder De­ath Pa­nels.

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