Pallet – Days Since Accident

Ich muss sagen, das Debütalbum dieser Band aus Sydney verwirrt mich etwas. Nicht weil da irgendwas nicht zusammen passt, sondern weil ihre Musik gerade sehr spezifisch an die Postcore- und Indierock-Ära der späten 80er/ frühen 90er erinnert, ohne dass mir auch nur ein halbwegs treffsicherer Vergleich aus der Zeit in den Sinn kommt. Irgendwie ist das dem gleichen Genpool entsprungen, hat aber seinen eigenen Vorstellungen, eigene Logik. Die deutlichste und auch langweiligste Referenz sind mal wieder Sonic Youth, aber dann auch wieder gekreuzt mit Superchunk-Melodien. In anderen Momenten klingt mir das nach einer unwahrscheinlichen, aber namenstechnisch natürlich wunderbaren Jawbox/Jawbreaker-Verquickung. Und noch weitere Bands im Spannungsfeld der bereits genannten Eckpunkte fallen mir ein wie Bitch Magnet, Stuntman, Kerosene 454, Moving Targets oder frühe Poster Children. Und gegenwärtige Acts wie Treehouse oder Tape/Off stehen dem auch nicht allzu fern. Wie dem auch sei, es bleibt am Ende eine saustarke Debütplatte übrig, die althergebrachte Stilmittel auf stets etwas unerwartete Art und Weise zu einem vage vertrauten Ganzen zusammenschweißt, das sich irgendwie alt anfühlt aber gleichzeitig ausgesprochen frisch klingt.

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Giggly Boys – Another Close Call /​ Dead Again 7″

Auf dem neuen Siebenzöller führt die New Yorker Band konsequent fort, womit sie schon in der Vergangenheit überzeugte. Grundsolider Post Punk und Indie Rock stark im Geiste des vergangenen Jahrzehnts, der sich zwar altbewährter Stilmittel bedient, aber dabei auch jederzeit durch ein sauber konstruiertes Songfundament und ein gutes Gespür für Dramaturgie auffällt.

Yups – Man On The Moon Man On The Moon

Der erste Langspieler der Yups aus Los Angeles ist eine wild gemischte Wundertüte, deren Inhalt ausnahmslos Spaß macht. Begrüßt wird man mit powerpoppigem Garage Punk, wie er den Booji Boys, Datenight oder Vaguess nicht fernsteht, außerdem einem Hauch von British Invasion, den Resonars nicht unähnlich. Im weiteren Verlauf gibt's unter anderem noch melodischen Noisepop á la No Age, Wavves, frühe Japandroids zu hören und relaxten oldschool Indie Rock, der ein bisschen klingt wie Swervedriver auf Valium. Bei all diesen Dingen lassen sie nix anbrennen.

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Display Homes – E.T.A.

Display Homes sind ein Trio aus Sydney und bringen natürlich mal wieder diese typisch australische Gelassenheit in ihrem Sound mit. Das Getue auf ihrer starken zweiten EP könnte man nun wahlweise als sehr entspannten Postpunk mit Anklängen an Pylon bezeichnen, oder aber man sieht Parallelen zum 80er College Rock oder überhaupt dem Indie Rock der Prä-Grunge Ära. Das steckt da alles irgendwie mit drin.

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Paradise – I Wanna Behave

Das gab's hier auch schon was länger nicht mehr: Klassischer Indie Rock, der den Lärm noch genau so in Ehren hält hat wie die Melodien und dabei keinerlei Skrupel zeigt, die Nachbarn aufzuwecken. Die zweite EP der Jungs aus Calgary, Kanada kann man dabei so halbwegs in der Nachbarschaft etwa von Happy Diving, frühen Milk Music, California X, Dead Soft oder Washer verordnen.

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Hard Job – Carvest

Hard Job ist ein Soloprojekt des New Yorkers Scott Townsend, der euch an dieser Stelle vielleicht vor geraumer Zeit mal als Teil der Noiserocker Law$uits und Video Daughters begegnete. Vom Noiserock ist hier aber nicht mehr viel zu spüren, stattdessen gibt's relaxt-schrammeligem Indierock in minimalistischer Homerecording-Ästhetik zu hören, der mich in den melodischeren Augenblicken vage an Milked erinnert.

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Strange Passage – Shouldn’t Be Too Long

Seit ihrem Tape vor zweieinhalb Jahren hat sich soundmäßig nicht viel geändert bei Strange Passage aus Somerville, Massachusetts. Unaufgeregter Jangle-/Powerpop also, der mit einem durchweg sauberen Song-Unterbau überzeugen kann.

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Shopvac – Demo 2019

Shopvac aus Toronto machen mit ihrem Demo schon mal einen ganz vielversprechenden ersten Eindruck mit melodischem Krach zwischen Noisepop und den etwas derberen Daseinsformen von Shoegaze, nicht ganz unähnlich zu Bands wie frühen Ovlov, Wild Moth, Solids oder Tideland.

Breakout – Say Hello

Fluffig-Powerpoppiges Zeug von einer Band aus Austin, irgendwo zwischen dem Indierock der 90er und dem College Rock der 80er. Das hat ein paar leise Spuren von Superchunk, Mega City Four, Surfa Rosa-Ära Pixies, späteren Replacements, ganz frühen Bitch Magnet, vielleicht sogar ein wenig Slickee Boys.

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Missing Pages – Long Way Down

Missing Pages sind eine aktuelle Band um Stephen Svacina, der den meisten von euch ja sicher schon mal als Teil von Jonly Bonly und Mind Spiders untergekommen ist. Nach letztgenannter Band klingt ihr kräftiger Mix aus melodischem Punkgedöns, klassischem Indie Rock und Power Pop dann auch ein bisschen, natürlich aber auch nach den anderen zwei Teilen der texanischen Garagen-/Powerpop-Dreieinigkeit, Radioactivity und Marked Men. Außerdem etwas nach Milked, Xetas und Bad Sports. Geht klar!