Sie haben dafür 'ne Weile gebraucht, aber hier kommt letztendlich doch noch das Debütalbum der Band aus Austin bei uns angespült. Und meine Güte, was übertrifft das mal alle Erwartungen, die ich für diese Platte hatte. Ihr Sound ist dabei klar von einer gewissen Subströmung der alten SST Records-Schule beeinflusst, zu der Besonders der Folk- und Americana-lastige Punkrock von Angst gehört, gleichermaßen von frühen Meat Puppets und Minutemen. Auch etwas Saccharine Trust, frühe Dinosaur Jr. und ein Fitzelchen Mission Of Burma mag man da drin wiederfinden oder auch von jüngeren Bands wie Milk Music, Chronophage, Dead Finks, Dharma Dogs oder The Molds, welche ebenfalls Teile dieser Tradition in die Gegenwart getragen haben. Oder auch… Woolen Men? Ja vielleicht, wenn man die Fantasie etwas anstrengt.
Das Langspieldebüt dieser Band aus Tokyo fühlt sich ungefähr an wie eine Rundreise durch die schrammeligsten, melodischsten Ecken des Indie Rock, Noise Pop, Post- und Emocore der späten 80er bis 90er - das beschwört klar den Geist von Bands wie Polvo, Superchunk, Unwound, Bitch Magnet, Lync, Dinosaur Jr. und noch vielen anderen herauf, mit der gelegentlichen Dosis Slint obendrein und ein paar Shoegaze-Momenten die besonders was von Swervedriver haben. Das alles, abgefüllt mit angemessen räudigen LoFi-Produktionswerten, ist in seiner unverdünnten Konsequenz eine in jüngerer Zeit ziemlich rare und deshalb auch besonders erfreuliche Angelegenheit geworden.
Scheiße Mann, da denke ich, ich hätte für diese Woche fertig gebloggt und dann kommt mir doch noch so ein unerwarteter kleiner Rohziegel von einer Band aus Budapest unter, deren Sound auf mich wirkt wie eine Fusion von potenziell eher eigentümlichem Garage Punk á la UV Race und Eddy Current Suppression Ring mit nicht weniger schrägen Bands auf der Post Punk-/Indie Rock-Achse wie etwa Treehouse, Kitchen's Floor, The Molds und City Yelps.
Das hier hätte ich fast übersehen, ist das Ding doch offenbar schon ein paar Monate draußen. Ex-Gold aus Austin, Texas hatten 2018 schon mal eine saustarke EP rausgehauen, von der jetzt einige Songs auch noch mal neu aufgenommen auf diesem Langspieler autauchen, während die neuen Stücke nahtlos das hohe Niveau des Debüts anknüpfen. Das bedeutet mehr vom schrulligen Power Pop und Garage Punk mit sowohl ein paar '77er Versatzstücken als auch einem oldschooligen Indie Rock-Vibe. Der beste Vergleich der mir dazu gerade einfällt wären die britischen Witzbolde Proto Idiot, aber auch Fürsprecher von Tommy and the Commies, Bad Sports, Radioactivity, Sweet Reaper, Corner Boys oder Steve Adamyk Band werden da sicher was für übrig haben.
Wow, diese Band aus dem französischen Dörfchen Borée jongliert mit einem ganzen Arsch voll unterschiedlicher Genres und bewerkstelligt das mit schlafwandlerischer Selbstsicherheit auf ihrem Debütalbum. Los gehts mit einer kurzen, geradlinigen Hardcoreattacke und im weiteren Verlauf touchieren sie so Styles wir etwa kräftig zupackenden Postcore, hart rockenden Garage Punk eher mittleren Tempos, groovy verwinkelten Post Punk und sogar etwas vage Pixies-mäßigen 80er oldschool Indie-/Alternative Rock mit Surf-Vibe gibt es da mal auf die Ohren. Das alles schütteln die mit bestechender Leichtigkeit aus dem Ärmel und die Platte hat eigentlich keine wirkliche Schwachstelle - durchweg ziemlich beeindruckender Scheiß!
Dummes ich war mal wieder viel zu verpeilt um rechtzeitig zur Kenntnis zu nehmen, dass per Salinas Records eine neue Platte der Pop-Magier Vacation aus Cincinnati, Ohio zu bekommen ist und wiederholt ihr Geschick im erschaffen wohlgeformter Songperlen im Spannungsfeld von oldschool lärmendem 90er Indie Rock, Noise- und Power Pop unter Beweis stellt - unverschämt catchy ohne jemals abgedroschen oder vorhersehbar zu klingen. Ist echt rar geworden, sowas. Noch seltener bekommt man es in so einer kraftvollen Darbietung auf die Ohren. Zwölf Songs = zwölf Hits, denn im Hause Vacation ist "ziemlich gut" nicht gut genug.
Diese Band aus Melbourne war schon mal früher unterwegs, und zwar war das irgendwann in den 90ern mit einem Sound, den man eher als den typischen, leicht emofizierten Postcore-Style jener Zeit beschreiben kann mit Echos von Chavez, Slint und Polvo. Ihre ersten neuen Songs in einem Vierteljahrhundert sind dagegen aber alles andere als ein nostalgischer Neuaufguss ihrer alten Tricks. Stattdessen präsentieren sie einen rundum erneuerten Postpunk-Sound, der klar in der Gegenwart zuhause ist und sich gut zwischen Bands wie Sleepies, Gotobeds oder Drahla mischt, dabei gleichzeitig aber auch recht zeitlos und gereift im besten Sinne klingt, was ab und an auch mal leichte Moving Targets oder Volcano Suns-Vibes wachruft.
Hier ist noch ein Überbleibsel von letzter Woche das ich hier eigentlich auslassen wollte, sich bei genauerem hinhören aber als stärker erwies als ich zunächst dachte. Ein melodischer Mix aus verträumt-melancholischem Noise Pop, Orgel-und-Synth Punk entfaltet sich auf diesen Tapes und versprüht außerdem eine gute Menge Psychedelia der alten Flying Nun-Schule.
Eine EP voller solide gebauter, ultraklassischer oldschool Indierock-Schönheit, die einerseits einen Zeitsprung in die späten 80er/frühen 90er darstellt - ich denke da etwa an Sebadoh, frühe Eric's Trip und ein paar Echos der C86-Generation - gleichermaßen aber auch an deutlich jüngere Bands á la Rat Columns, The Molds, Omi Palone oder Ovlov erinnert.
Mal wieder ein echter Knüller aus dem Hause Digital Hotdogs. Einer von der verschrobenen Sorte, der seine flauschige Wärme unter einer kratzigen Oberfläche verbirgt. Klingt andersweltlich und doch sehr vertraut. Fast so wie man es von Veröffentlichungen dieses Labels erwartet. Über die Band an sich gibt es praktisch keine Infos. Es sind zwei gleichnamige Bands auf Bandcamp zu finden, aber ich glaube nicht dass es sich um eine davon handelt. Was wir hier zu hören bekommen ist eine massive Fülle an saumäßig eingängigen Songs, verpackt in gleichermaßen verträumte und kraftvolle Klangwelten irgendwo zwischen Post Punk, Noise Pop, Shoegaze und 90er Indie Rock, der Erinnerungen an die frühen LoFi-Abenteuer von Bands wie Eric's Trip, Guided By Voices und Flying Saucer Attack wachruft... vielleicht auch noch ein bisschen Sebadoh. Oder aber man schlägt die Kurve zu jüngeren Bands á la The Molds, Treehouse, Pardoner, Rat Columns oder Teardrop Factory. Egal von welcher Seite du es betrachtest: Du hast ausgezeichneten Geschmack und bist wie gemacht für diese Platte.