Bench Press – Not The Past, Can’t Be The Future

Einiges hat sich soundmäßig gedreht seit dem knapp zwei Jahre alten Debütalbum von Bench Press aus Melbourne. Die Postcore- und Noise Rock-Elemente halten sich auf dem inzwischen erhältlichen Nachfolger weitgehend im Hintergrund versteckt und machen Platz für ein deutlich entspannteres Klangerlebnis zwischen kontemporärem Indierock und Post Punk. Das erinnert immer wieder an Bands wie Bike Thiefs und ältere Gotobeds. Oder es kann auch vereinzelt mal so klingen als träfen – um dann doch noch einmal die Dischord-Keule zu bemühen – Embrace oder die späte, deutlich verspieltere Phase von Fugazi auf schrammeligen Indierock á la The Wedding Present.

Album-Stream →

Pink Film – Rowers

Wie schon auf ihrer ersten EP vor zwei Jahren weiß die Band aus Washington D.C. mit weitgehend lässig und schnörkellos dahergeschrammelten Fuzzpop und Indie Rock zu gefallen, der diesmal besonders zum Ende der Platte hin auch mal gerne ein wenig in Cowpunkmäßige Regionen abdriften mag und durchweg auf robuster Songsubstanz gebaut ist.

Album-Stream →

Seablite – Grass Stains and Novocaine

Hier ist auch gleich schon die zweite Hammerveröffentlichung, die vergangenes Wochenende zeitgleich mit den Neutrals auf Emotional Response erschienen ist. Seablite kommen aus der Gentrifizierungshölle von San Francisco und begeistern auf ihrem ersten Langspieler mit melodischem Zeug irgendwo zwischen Noise Pop, oldschooligem Shoegaze, Dream- und Schrammelpop, der mit großer Sicherheit einiges aus den C86- und Sarah Records-Ären in sich aufgesogen hat. Mit einem ordentlichen Drive und tadellosem Songwriting treffen Seablite durchgehend ins Schwarze zu einem Sound, der zwar verträumt aber – anders als so viele andere Bands dieses Genrespektrums – niemals schläfrig ist.

Album-Stream →

Reality Instructors – Ritual Ignorant

Aggro Jangle ist zwar eine wirklich köstliche Genrebezeichnung und es wird in der Tat ordentlich geschrammelt hier, aber eigentlich würde ich das, was diese Band aus Melbourne auf ihrem Debütalbum fabriziert eher im melodischen Grenzbereich des Post Punk, auf der Schnittstelle zu straightem Punk- und Indie Rock einordnen. Und damit in direkter Nachbarschaft zu Bands wie The Estranged, Radar Eyes, Daylight Robbery oder Red Dons, auch wenn Reality Instructor anders als die genannten Acts gerne mal das Tempo und den Knarzfaktor etwas entspannter durchhängen lassen.

Album-Stream →

Acquaintances – 8 1/2 Lives

Das zweite Album dieser Band aus Chicago entpuppt sich als ein lupenreiner, noiserockig angehauchter Indie Rock-Flashback, der seine Wurzeln klar in den frühen bis mittleren Neunzigern geschlagen hat. Abwechselnd fühle ich mich dabei mal an Polvo, 90er Sonic Youth, Chavez oder Lync erinnert. Und im aktuellen Geschehen könnte sich das z.B. in der Nähe von Tape/Off oder Champion Lover wiederfinden.

(mehr …)

The Gotobeds – Debt Begins At 30

Mit der neuen Gotobeds hab ich mich erst mal etwas schwer getan; erst in der zweiten Hälfte haben mich ihre Vibes richtig gepackt. Das mag an dem für diese Band etwas ungewohnt getragenen, von einer tiefern Melancholie durchzogenen Tonfall der neuen Songs liegen. Oder aber daran, dass sie das stärkste Material tatsächlich eher zum Ende der Platte hin gewichtet haben. Um sicher zu gehen werde ich mir die Platte gleich noch mal antun. Wer die Vorgängeralben zu schätzen wusste, wird das hier vielleicht mit etwas mehr Vorsicht genießen. Dafür wird das aber vermehrt bei Freunden von Drahla auf offene Ohren stoßen. Außerdem wäre noch eine ziemlich lange Liste an Kollaborateuren zu erwähnen; unter anderem haben Bob Weston (Shellac, Volcano Suns), Protomartyr’s Joey Casey und Downtown Boys Vokalistin Victoria Ruiz ihre Fingerabdrücke hinterlassen. Eine unerwartet spannende Platte, die ich mir sicher noch etwas erarbeiten muss.

Album-Stream →

Vacation – Zen Quality Seed Crystal

Nachdem mir schon das letzte Album von Vacation aus Cincinnati, Ohio mit Leichtigkeit alle Türen eingerannt hat, verpassen sie ihrem Sound auf dem neuesten Tape ein saftiges downgrade, das ihnen sehr gut steht. Der borderline-LoFI Klang versprüht einen etwas verspielteren Vibe, ohne dass dabei der Lärm zu kürz käme. Da fühlt man sich unweigerlich an alte Guided By Voices, Sebadoh, ein bisschen Superchunk und außerdem an gegenwärtige Bands wie Treehouse erinnert. Wie es von den Jungs nicht anders zu erwarten war, glänzt das alles erneut durch hochwertiges Songwriting.

Album-Stream →

Resounding No – Gross Dominance

Eine glitzernde Wand aus Noise und Melodien errichtet dieses Trio aus New Brunswick, New Jersey auf ihrem Debüt-Tape, so massiv dass es einen nur mitreißen kann. Ein von Anfang bis Ende stimmiges Kraftpaket das zwischen den Eckpfeilern aus Noise Pop, vernebeltem Psych, Shoegaze und kraftvollem Indie Rock nicht nur mit bezaubernd melancholischen Melodien und verträumter Atmosphäre aufwartet, sondern dabei auch ordentlich die Wände zum wackeln bringt.

Album-Stream →

Pallet – Days Since Accident

Ich muss sagen, das Debütalbum dieser Band aus Sydney verwirrt mich etwas. Nicht weil da irgendwas nicht zusammen passt, sondern weil ihre Musik gerade sehr spezifisch an die Postcore- und Indierock-Ära der späten 80er/ frühen 90er erinnert, ohne dass mir auch nur ein halbwegs treffsicherer Vergleich aus der Zeit in den Sinn kommt. Irgendwie ist das dem gleichen Genpool entsprungen, hat aber seinen eigenen Vorstellungen, eigene Logik. Die deutlichste und auch langweiligste Referenz sind mal wieder Sonic Youth, aber dann auch wieder gekreuzt mit Superchunk-Melodien. In anderen Momenten klingt mir das nach einer unwahrscheinlichen, aber namenstechnisch natürlich wunderbaren Jawbox/Jawbreaker-Verquickung. Und noch weitere Bands im Spannungsfeld der bereits genannten Eckpunkte fallen mir ein wie Bitch Magnet, Stuntman, Kerosene 454, Moving Targets oder frühe Poster Children. Und gegenwärtige Acts wie Treehouse oder Tape/Off stehen dem auch nicht allzu fern. Wie dem auch sei, es bleibt am Ende eine saustarke Debütplatte übrig, die althergebrachte Stilmittel auf stets etwas unerwartete Art und Weise zu einem vage vertrauten Ganzen zusammenschweißt, das sich irgendwie alt anfühlt aber gleichzeitig ausgesprochen frisch klingt.

Album-Stream →

Giggly Boys – Another Close Call /​ Dead Again 7″

Auf dem neuen Siebenzöller führt die New Yorker Band konsequent fort, womit sie schon in der Vergangenheit überzeugte. Grundsolider Post Punk und Indie Rock stark im Geiste des vergangenen Jahrzehnts, der sich zwar altbewährter Stilmittel bedient, aber dabei auch jederzeit durch ein sauber konstruiertes Songfundament und ein gutes Gespür für Dramaturgie auffällt.