Slugga – Parasite 7″
Wunderbar derber und schmuddeliger Garagenpunk aus Atlanta. Danach verspürt man den sofort Drang zu duschen. Oder sich erneut im Dreck zu wälzen.
Wunderbar derber und schmuddeliger Garagenpunk aus Atlanta. Danach verspürt man den sofort Drang zu duschen. Oder sich erneut im Dreck zu wälzen.
Die deutsche Postpunkseuche greift weiter um sich, eine höchst erfreuliche Entwicklung. Nuage kommen aus Bergkamen, irgendwo im Niemandsland zwischen Münster und Hamm. Die Musik orientiert sich ganz deutlich am Sound der Stuttgarter Szene (u.a. Karies, Die Nerven, Peter Muffin), braucht sich aber keineswegs hinter den Vorbildern verstecken. Schnörkellos kraftvolles Postpunk-Geschepper mit leichtem Noise-Einschlag. Wer sich zufällig in meiner weiteren Umgebung befindet, kann die Jungs am 13.6. im Waldmeister Solingen zusammen mit Karies und Die Wirklichkeit bestaunen.
Dissonanter Postpunk aus Philadelphia. Dessen Basslinien sind tief in altem Gothzeugs verwurzelt, die Texte zutiefst politisch agitierend und die Gitarren hingegen schieben das ganze noch etwas in Richtung Noiserock.
Ein Noiserocktrio aus Chicago das rüberkommt wie die perfekte Symbiose aus den anderen großen Noise-/Mathrock-Titanen ihrer Heimatstadt (ihr wisst schon, die alten Schallplatten…) und den semi-berühmten walisischen Krachmachern McLusky. Oder vielleicht noch treffender, den robotischen Grooves der Nachfolgeband Future Of The Left. Wie auch immer, geiles Zeug ist das.
UV-TV aus Gainesville machen einen auf Jekyll und Hyde. Wie selbstverständlich alternieren sie auf ihrem Demo zwischen sonnig-fluffigem Indiepowerpop und kratzigem Garagen- und Postpunk. Beides überzeugt.
Fluffig melodisch lärmender Indierock mit leichtem Surf-Vibe aus dem vollkommen Surferunfreundlichen Glasgow. Erinnert mich sehr positiv and verschiedene Bands wie etwa Solids, Wavves, Pale Angels, frühe Surfer Blood oder Playlounge.
Eine Band aus Oakland, die hervorragend den Bogen schlägt vom Dischord-Postcore/Proto-Emocore der mittleren bis späten Achtziger über melodischen aber schummrigen Postpunk á la The Estranged hin zu aktuellen Genre-Grenzgängern wie etwa White Lung oder Criminal Code. Obendrein mit durchweg überzeugendem Songmaterial.
Eine erstaunlich effektive Mixtur aus Postcore der modernen und Postpunk der altmodischen Machart haben Black Baron auf ihrem ersten Langspieler konserviert. Das ist von einer melancholischen Grundstimmung und einer Gitarrenarbeit durchzogen, die mich manchmal eher Genre-untypisch an Wipers oder Leatherface erinnert. Innerhalb des Postpunk-Spektrums haben sie sich damit jedenfalls ihre eigene kleine Nische gefunden. Als entfernte Verwandte könnte man Parallelen zu Criminal Code, Creative Adult oder Autobahn ziehen.
Die neueste Veröffentlichung des etwas irreführend benannten Kassettenlabels Fleeting Youth Records kommt vom Soloprojekt eines gewissen Julien Maltais aus dem kanadischen Städtchen Alma. Der macht punkig-melodischen Indierock mit einem sonnigen Replacements-Vibe. Kann aber auch mal an Superchunk, Guided By Voices oder frühe Archers Of Loaf erinnern.
Band aus Chicago. Die Typen spielen eine interessante Mischung aus punkinfiziertem Indierock mit Popmelodien, Noiserock-Einflüssen und einer ordentlichen Schaufel Garagen-Dreck obendrauf.
Schöne transkontinentale Splitveröffentlichung des pariser Labels Teenage Menopause. Und zwei Bands, die perfekt miteinander harmonieren, denn sowohl Duchess Says aus Montreal als auch Le Prince Harry aus Lüttich bewegen sich hier gekonnt zwischen nacktem Garagenpunk, Garagenpunk aus der Synthwerkstatt und Synthpunk aus der Garage.
Weil die kommende Woche musikmäßig eh schon eine ziemliche Schlacht wird und außerdem weil heute Sonntag ist, fasse ich hier mal vier drei Veröffentlichungen zu einem Blogpost zusammen, die alle eines gemeinsam haben: Alle vier drei Bands spielen Hardcorepunk der derberen Sorte, alle heben ihre Musik durch eine gewisse Schieflage oder einen generellen Hang zur Exzentrik meilenweit über den Genredurchschnitt. Das mag ein gewisser Garageneinfluss sein wie bei No, ein leichter Hauch von Postpunk bei Blank Spell, oder beides wie im Falle Blazing Eye. Gerade das britische Label La Vida Es Un Mus Discos, auf dem zwei dieser Platten sowie auch die zuletzt hier geposteten Dawn Of Humans erschienen, fällt mir in letzter Zeit positiv durch einige angenehm Quergedachte Hardcore-Veröffentlichungen auf. Könnte ‘ne regelmäßige Rubrik hier werden, mal abwarten… Hier entlang zu den Streams →
Toller Postpunk von einem Quartett aus Istanbul. Düster, kraftvoll und eingängig. Wer bei Türkei immer noch zuerst an Dönerbuden-Pop denkt, der sei gleich noch mal an das Ding hier erinnert.
Das ist bereits das zweite Album der Band aus Cleveland, bei der unter anderem der Cloud Nothings-Drummer Jayson Gerycz mitmischt. Zu hören gibt’s abgehangenen Indierock, mal entspannt, mal mit Feuer unter’m Arsch, mit sonnigen Popmelodien und gelegentlich auch einem leichten Garagen-Vibe.
Noiserock aus Reno im Bundesstaat Nevada, der sowohl äußerst raubeinig als auch intelligent, ausgefeilt und sehr Abwechslungsreich daherkommt. Das erinnert manchmal das an die markante Rhythmik von Jawbox oder an melodisches Quicksand-Geriffe, aber auch die üblichen Verdächtigen aus dem 90er Amphetamine Reptile-Gehege hört man raus. Dazu noch einige Schlenker in Richtung Hard- und Postcore und auch ein bluesiger Sludgerock-Ausflug ist mit dabei. Alles auf hohem Niveau.