An der letzten EP der Postpunker aus Austin hatte ich durchaus Gefallen gefunden, auch wenn ich das kleine Presse- und Hype-Feuerwerk um sie zu dem Zeitpunkt noch nicht so ganz nachvollziehen konnte. Nun ja, das renommierte Kultlabel Sacred Bones weiß halt, wie man Zeug vermarktet. Das Album ist jedenfalls ganz ausgezeichnet geworden und ein ganzes Stück runder als die bisherigen Veröffentlichungen. Man könnte sie durchaus in der Nähe der allseits beliebten Protomartyr verorten, allerdings etwas Kantiger, mit einem ganz offensichtlichem Garageneinschlag und gelegentlich sogar einem subtilen 77er-Vibe.
Das Plattenlabel meines australischen Lieblingsblogs Sonic Masala hat mal wieder eine saustarke Veröffentlichung am Start. Eine Splitscheibe ist es diesmal geworden von zwei recht unterschiedlichen aber ebenbürtig lauten Krachduos. Danyl Jesu kommen aus Toowoomba und machen stark perkussiv geprägten Experimentalnoise von hoher Musikalität, der mit seinem abgrundtiefen Bassgewummer in die Magengrube geht und im restlichen Frequenzspektrum fleißig am Trommelfell rumsägt. Barge With An Antenna On It aus Brisbane gehen mit einer etwas traditionelleren Drums-und-Gitarre-Besetzung zu Werke und erzeugen damit sehr ausgebufften, über weite Strecken instrumentalen Math- und Noiserock mit leicht postrockiger Note und ausgeprägter Dynamik. Beide Bands spielen meines Erachtens in der ersten Liga ihres jeweiligen Subgenres.
Ich hab mal die Beiträge meines alten Blogs über Japanische Filme, samuraisundso.de, hier eingebunden, weil das Teil eh seit Jahren vor sich hingammelt und ich den Webspace auf dem es liegt bei nächster Gelegenheit kündigen will. Fall’s es noch irgendwen interessiert, einfach mal ganz runterscrollen zur Kategorieauswahl. Die alten Posts sind in der Kategorie Film zu finden. Oder hier klicken. Vielleicht werde ich auch ab und zu mal wieder was zum Thema schreiben, garantiere aber für nix.
Sonnige Indiepowerpop-Hymnen auf diesem Siebenzöller dieses New Yorker Trios. Erinnert mich sehr Positiv an Bands wie Negative Scanner, Shrag oder Cayetana.
Auf dem Tape dieser Band aus Melbourne gibt’s ungewaschenen, bluesigen Garagenpunk mit ordentlich viel Drive und dieser gewissen Scheißegal-Attitüde, die australische Bands ja irgendwie besonders gut drauf haben, veredelt durch einen lethargisch aber penetrant rumpöbelnden und -brabbelnden Frontmann. Ein bisschen so wie Eddie Current Suppression Ring, wenn die Beruhigungspillen so halbwegs wirken würden. In einigen der rockenderen Momente kanns auch mal etwas an Obits erinnern.
Eine Londoner Postcore-Band mit leichten, komplett unpeinlichen Emocore-Einflüssen und einem guten Händchen für ergreifende Melodien, die einen nicht umschmeicheln, sondern am Kragen packen. So könnte man sie eine deutlich Melancholischere Variante von Drive Like Jehu und Hot Snakes vorstellen.
Flesh World sind aus San Francisco und spielen eine angenehm exzentrische Art von Indierock, die leichte Postpunkeinflüsse mit ganz viel melancholischem C86-Schrammelpop verbindet.
Zwei Londoner Garagenbands auf einem Kurzspieler, auf Upset The Rhythm erschienen. Der Song von Sauna Youth rockt dabei gutgelaunt vor sich hin, während Monotony ihrem Namen alle Ehre machen und zu monoton repetitiven Minimalriffs miesepetrig ins Mikro nölen.
Melodischer Punk- und Indierock aus Helsingør und Kopenhagen. Molly lassen den alten Sound der mittleren und späten Phase von Hüsker Dü sowie des Solowerkes von Bob Mould neu aufleben. Das stört mich jetzt auch gar nicht, denn von dieser speziellen Schule gibt’s ja eher selten was zu hören und die Songs sind allesamt sehr gut.
Höchst eigenwilliger Noiserock aus Austin, Texas. Etwa so als hätte man die Brachialität und Dissonanz von Big Black mit der Abstraktion von Wire, sowohl deren 70er- als auch der 00er-Phase verschmolzen. Dass das Ganze sich damit auch etwas in Richtung Postpunk lehnt, versteht sich von selbst. Das wirklich schräge ist aber, wie eingängig diese Musik trotzdem noch bleibt.
Mal wieder was aus Mexiko. Mexiko-Stadt um genau zu sein. Muerte bewegen sich musikalisch zwischen oldschooligem Hardcore und dieser Art von stockdüsterem Postpunk, die derzeit ja wieder ganz en vogue zu sein scheint. Keine bahnbrechende Neuerfindung besagter Genres, dafür was vertrautes auf ganz ausgezeichnetem Niveau.
In bester Vierspur-LoFi-Technik produzierter Powerpop aus dem Kaff Morgantown in West Virginia. Der vergleich zu Guided By Voices drängt sich natürlich auf, aber auch Woolen Men kommen mir beim hören in den Sinn.
Druckvoll atmosphärischer Psych-/Spacerock aus Kopenhagen. Wie schon am Titel erkennbar, findet man auf dieser EP vier mitreißende Livemitschnitte. Die Jungs beherrschen das Austeilen genau so gut wie die Vernebelung der Sinne.
Zwei mal treibenden Postpunk gibt’s auf dem Demo dieser Band aus Calgary, Alberta. Als grobe Koordinaten biete ich mal Wymyns Prysyn, Sievehead, Criminal Code oder Ex-Cult an.