Nots – We Are Nots

Nots

Schon wieder Qualität aus dem Hause Goner Records. Sängerin und Gitarristin Natalie Hoffmann hat bis vor kurzem noch den Bass bei Ex-Cult bedient. Von deren dreckigen Postpunk hat sich auch so einiges auf ihre aktuelle Band abgefärbt, insbesondere was den dissonanten Gitarrensound angeht. Mit ihren neuen Mitstreiterinnen verbricht sie eine tendenziell etwas gradlinigere, reduziertere Variante davon, die aber genau so zu überzeugen weiß. Der sehr stimmige Orgel- und Synth-Einsatz verleiht dem ganzen dann eine angenehme Garagen-Affinität.


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Dream Police – Hypnotized

dream police

Hinter dem Projekt Dream Police steckt niemand geringeres als Mark Perro und Nick Chiericozzi, ihres Zeichens eine Hälfte von The Men. Deren Hauptband ist ja schon ziemlich berüchtigt für unvorhersehbare Stilwandlungen, von der ungestümen Krawallkapelle über unberechenbaren Indie-und-Kraut-Eklektizismus hin zum formvollendeten Retro-Rock ihres letzten Albums. Hier stopfen die beiden noch mal alles mögliche rein, was selbst im The Men-Klangkosmos wohl keinen Platz mehr gefunden hat. Ausufernder Spacerock. Monoton groovende Hard-/Krautrock-Fusionen. Verträumte Folk-Psychedelia und vor sich hin stampfende Blues Jams. Pouring Rain ist ein Astreiner Wave-/Shoegaze-Hybrid. Man braucht sich wohl keine Sorgen machen, dass den Jungs so bald die Inspiration ausgeht.


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Tyrannosaurus Dead – Flying Ant Day

tyrannosaurus dead

Das schwächste an dem Debütalbum von Tyrannosaurus Dead aus Brighton ist der etwas schläfrige Einstieg. Relaxtes Pavement-Geschrammel steht diesen Jungs und Mädels einfach nicht wirklich und die etwas dünne Produktion tut der Sache dabei auch keinen Gefallen. Der Rest der Platte hingegen ist ein fast perfektes Indie-/Noisepop-Album, das zwar gar nicht erst versucht aus den engen Grenzen des Genres auszubrechen, die beschränkten Mittel aber sehr gekonnt auszuschöpfen weiß. Am etwas gewöhnungsbedürftigen Gesang werden sich die Geister scheiden, ich find’s aber ganz charmant so. Freunde von Joanna Gruesome oder Gold Bears sollten mal zwei Ohren riskieren.


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Cellphone – Excellent Condition

Cellphone

Googelt man nach dieser Platte stößt man überwiegend auf gebrauchte Mobiltelefone, natürlich in ausgezeichnetem Zustand. Aber zumindest kann man in Erfahrung bringen dass Cellphone aus Toronto kommen und dass ihre neue Platte auf Telephone Explosion erschienen ist, dem geschmackssicheren Label das uns unter anderem die Teenanger-Alben beschert hat. Die Musik sitzt ziemlich zwischen allen Stühlen. Kraftvoller Punkrock mit deutlichen metallischen Unter- und Obertönen, wavigen Synth-Einwürfen und ein ganz klein wenig abgespaceter Psychedelia. Als wenn Destruction Unit die bunten Pillen ausgegangen wären. Das ganze dann mit Bad Brains und Devo in einen Topf geworfen, oder was auch immer. Macht euch selbst ‘nen Reim drauf. Schönes Ding.


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Tinkerbelles – Fine Asses 7″

tinkerbelles

Fuzzlastiger Noise-/Indierock von einem Bass-und-Schlagzeug-Duo aus Chicago. Das könnte man sich in etwa so vorstellen wie eine sehr eingängige minimal-Version alter McLusky-Schinken, inklusive dem zugehörigen Schalk im Nacken.


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Low Life – Dogging

low life

Düsterer Postpunk aus Sydney mit einem gewissen Goth- und Deathrock-Vibe. Und zwar welcher von der übelriechenden, kontaminierten Sorte, den man lieber nicht ohne Handschuhe anfassen möchte. Weil man sich schon beim ersten Blickkontakt dreckig fühlt. Abartig und ausgezeichnet.


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The Blind Shake – Breakfast Of Failures

the blind shake

The Blind Shake kommen aus Minneapolis und spielen die brachiale Art von Garagenpunk, die sich nicht mit subtilen Feinheiten oder anderem überflüssigem Scheiß beschäftigt. Die Platte ist eine unaufhaltsam vorwärts rollende Wucht. Viel treibender, simpler und effektiver geht’s kaum. Wenn das Qualitätssiegel von Goner Records drauf pappt, wird man selten enttäuscht. Und auch diese Platte passt in den Labelkatalog wie Arsch auf Eimer.


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Subtle Turnhips – Redhair With Some

subtle turnhips

Das australische Label Homeless Records beschert uns den neuen Langspieler der wunderbar kruden Subtle Turnhips aus dem französischen Orléans. Das ist sehr exzentrischer Post-/Garagenpunk irgendwo zwischen dem repetitiven genudel von The Fall, dem schrägen Experimentalpunk der Swell Maps und dem abgefuckten Garagen-Gedresche von Eddy Current Suppression Ring.




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Pretty Hurts – Make Graves

pretty hurts

Per email kam hier gerade das Demo dieser Berliner Band reingeflattert und das hat’s in sich. Wahnsinnig vorwärts drückender Punkrock mit Elementen aus der Noise- Post- und Emocore-Ecke. Das klingt zuerst in etwa so als hätte man frühe Iceage-Platten oder die erste Lower EP mit melodischem 90er (Emo-)Punk á la Samiam verquickt. In anderen Momenten erinnert’s mal an Noisepunker wie Vulture Shit oder Soupcans, an den dissonanten Postcore von Rites Of Spring oder aktuelle Genre-Grenzgänger wie Criminal Code. Geiles Zeug, von dem man hoffentlich in Zukunft noch mehr zu hören kriegt.


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Happy Diving – Big World

happy diving

Neuer Nachschub im derzeit nicht abreißen wollenden Strom von 90er Indierock-Revivalisten. Happy Diving aus San Francisco spielen eine offensiv eingängige Variante davon, die auch nicht vor zahlreichen Solos und einem ultrabreitbeinigen Gitarrensound zurückschreckt. Das trampelt offensichtlich in den Fusstapfen von Dinosaur Jr und frühen Weezer, aber auch eine kleine Dosis Jawbreaker mag sich da mal einschleichen. Aktuell mit Bands wie California X, Kicking Spit, Dead Soft oder Lurve vergleichbar. Macht wirklich Spaß die Platte dank des durchweg ausgezeichneten Songmaterials, dass sie in kurzweiligen 30 Minuten herunterspulen. Keine Minute zu lang.


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Girl Arm – Trading Cities

girl arm

Der Noise-/Mathrock dieses Quartetts aus Montreal erinnert mich beim ersten Track ein wenig an die alten SubPop-Helden Green Magnet School. Die beiden folgenden Songs werden dann deutlich technischer und verkopfter, dann fühlt man sich eher an Fugazi oder andere Vertreter der späten Dischord-Ära erinnert wie etwa Faraquet oder Q And Not U.

Thank you, Weird Canada!

Skategang – Freya Police

Skategang
Schnörkelloser und supereingängiger Garagenpunk/Powerpop aus Paris. Sieben unmittelbare Hits mit ganz viel 77er Melodieseligkeit und ein paar Birdman-esken Hooks im Gepäck.


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Exhaustion – Biker

exhaustion

Hier ist gleich der nächste Leckerbissen aus down under. Exhaustion aus Melbourne geben ihrem monotonen Postpunk einen ganz eigenen Spin mit auf den Weg und verschmelzen ihn mit sägenden Noise-Texturen zu einer hypnotischen Einheit.


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Ausmuteants – Order Of Operation

ausmuteants

Die Garagen-Synthpunker Ausmuteants aus Melbourne hauen schon seit einiger Zeit Lang- und Kurzspieler im gefühlten Wochentakt raus und erleben auch schon läger einen kleinen Mikro-Hype von Seiten zweier bekannter alternativer Medienimperien. Aber erst ihr aktuelles Album hat mich wirklich überzeugt. Das enthält einfach ihre stärksten Songs bisher und ist bis zum bersten vollgestopft mit mitreißenden Hooks. Dabei oszillieren sie zwischen schepperndem Postpunk und melodischem Powerpop. Jeder Song ein Volltreffer und ein Fest für Freunde von z.B. Ex-Cult, Stalins Of Sound oder Useless Eaters.



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Skeleton Farm – The Second Mouse Gets The Cheese

Skeleton Farm

Wahnsinn. Was diese Band aus Tulsa, Oklahoma hier weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf Tonkonserve gebannt hat verschlägt mir doch ein wenig die Sprache. Skeleton Farm spielen Experimentalrock, der sich jeglicher Kategorisierung entzieht und mit jedem weiteren Song auf dem Album erweitern sie das Klang- und Genre-Spektrum weiter ins Grenzenlose. Dieses Klangmonster wälzt sich etwa in doomig vor sich her walzendem Noiserock/-metal, Math-artigen Rhytmus-Spielereien, treibendem Hard-/Post-/Emocore und etwas Postrock. Sogar für längere Ausflüge in repetitive Ambient-Meditationen ist hier Platz. Eine schlaue und ausgereifte halbe Stunde vielseitigen Krachs, der seinen eigenen Ambitionen standhält und zu keinem Zeitpunkt aufgeblasen oder verkopft wirkt. Die Band hat deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Also geht hin und macht sie reich und berühmt, die Platte gibt’s bei Bandcamp zum Preis eurer Wahl.



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