Andy Falkous lässt das zweite Album seiner imaginären Band (siehe Bandcamp-Info) Christian Fitness fast genau so überraschend auf uns los wie das erste. Kompakter und homogener ist es geworden. Und macht ähnlich viel Spaß.
Indierock aus New Brunswick in Kanada, dessen Wurzeln tief in die Neunziger zurück reichen. Da nimmt man etwa leichte Spuren von Archers Of Loaf, Pavement oder frühe Modest Mouse, zwischendrin sogar ein wenig Trail Of Dead wahr. Aber auch den aktuellen Labeloutput von Exploding In Sound könnte man als Referenz heranziehen.
Am 28.-29. August findet auch dieses Jahr wieder das geniale nichtkommerzielle Brückenaward-Festival in Mannheim unter einer Eisenbahnbrücke statt. Das Programm verspricht großartig zu werden und am Samstag wird es genau wie letztes Jahr wieder eine RRRSoundZ-Aftershowparty geben, auf der ich wieder zusammen mit dem geschätzten RRRHund hinter den Decks stehen werde. Wenn ihr also in der Region seid oder Bock auf eine Reise habt, dann schaut doch unbedingt mal vorbei und sagt hallo.
Geiles Zeug von einer Band aus Perth, das ich bisher verpasst habe. Ursprünglich 2013 als Demotape erschienen, wurde diese EP letztes Jahr auf Residue Records (AUS) und 1859 Records (US) wiederveröffentlicht. Wavelastiger Postpunk mit sehr starkem, geradezu hymnischem Songmaterial.
Die früheren Platten von Wireheads aus Adelaide waren ein mürber Bastard aus Garagepunk und Art-/Protopunk, eine einzige große Sollbruchstelle. Die musikalischen Koordinaten sind auf ihrem neuesten Album in etwa die gleichen geblieben, allerdings steht das ganze jetzt auf einem etwas stabilerem Fundament ohne dass sie dabei ihre liebenswerte Knarzigkeit einbüßen.
Die Band aus Melbourne hat schon ‘n paar Jahre auf dem Buckel und ich meine mich auch zu erinnern, schon mal was von denen gehört zu haben. Ihr neuestes Album haut mich aber mal ziemlich vom Hocker. Diese Songs haben so ziemlich alles in sich aufgesogen, was in den letzten Jahrzehnten im Spannungsfeld von (Post-)Punk und Noiserock unangepassten Krawall gemacht hat. Da fühlt man sich manchmal an 80er-Sonic Youth erinnert oder den Proto-Noiserock von Flipper, manchmal kommt auch ein Hauch von Garagenrock und Psychedelia hinzu. Wegen der Wandlungsfähigkeit, die Deaf Wish hier unter Beweis stellen, wage ich es auch mal leichte Parallelen zum Punk-Eklektizismus von The Men’s Open Your Heart zu ziehen.
Ausgezeichneter Postcore aus Cardiff. Gekonnt verschmelzen sie die die präzisen Grooves von Fugazi etwa zur “Steady Diet of Nothing”-Phase mit dem ungebändigten Feuer von Hot Snakes.
Diese Typen kommen irgendwo aus Dänemark, genaueres hab ich auf die Schnelle nicht rausgefunden. Jedenfalls enthält dieses Machwerk durchgeknalltes Noise-/Experimental-/Postpunkgedöns bei dem mir ganz warm ums Herz wird.
Perfekt ist ein Wort, das ich nicht oft in den Mund nehme, aber diese Platte einer Band aus Oakland ist da verdammt nah dran. Vielseitiger Post-/Gothpunk in Vollendung, mit viel Wumms und Ohrwurmpotenzial. Erinnert manchmal etwas an Die! Die! Die! und ähnlich gelagerte Bands, genauso oft aber auch an die großartigen Protomartyr.
Sex Tourists sind ein Synthpop/-punk-Duo aus Sydney. Die drei Songs auf ihrem Demotape geben sich geradezu hymnisch, haben aber auch eine schön raue Oberfläche und bleiben vor Genre-typischer Überzuckerung verschont.
Großartiges Zeug hat Homeless Vinyl hier mal wieder ausgegraben mit dieser Platte einer Band aus Hobart, Tasmanien. Aus 1997 stammen diese Vierspuraufnahmen, die man damals für misslungen befand und deshalb nicht veröffentlichte. Die originalen Master Tapes sind verschollen, überlebt hat nur ein zweiter Versuch aus den Aufnahmen noch mal mixtechnisch etwas rauszuholen. Wäre wirklich schade, wenn dieses charmante Artefakt verschrobenen 90er DIY-Indierocks für immer in Vergessenheit geraten wäre. Die schäbige LoFi-Qualität trägt dabei nur weiter zum besonderen Charme dieser Platte bei. Der Download auf Bandcamp enthält übrigens noch zwei Bonus-Alben, die iherzeit mal als Tape erschienen sind und noch kaputter klingen. Eins davon, “The Computer Tape”, wurde komplett mit einem Amiga 500 und dem damals schon restlos veralteten Software-Synth/Sequencer Sonix zusammengezimmert.