Headcheese – Best Before 2022

Diese Band aus Kaloomps, Kanada besorgt auf ihrer aktueller EP eine durchweg vergnügliche Tour um die etwas abenteuerlicheren Tellerränder des Hard- und Postcore der frühen bis mittleren 80er, angereichert um ein paar fiese Grooves und einen leicht garagigen Vibe – um das Chaos zu verfollständigen bekommt das ganze dann noch die patentierte KBD-Sonderbehandlung. Das Resultat lässt aber durchaus auch Assoziationen zu jüngeren Bands der Sorte Mystic Inane oder Fried E/m zu.

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Die TV – Side C

Für die Seite B dieses Projekts aus Marmora, New Jersy konnte ich mich nicht so recht erwärmen aber auf der neuen Side C ist wieder alles im Lot, der Typ operiert weitgehend wieder in der goldenen Zone mit so grob 80% Trefferquote. Weniger Goth-lastig diesmal, stecken diese DIY Garage- und Post Punk-Miniaturen voller Wunder und Uberraschungen mit Echos etwa von S.B.F., Set-Top Box, Stalins Of Sound, Erik Nervous oder The Spits.

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Padkarosda – S​ö​t​é​t V​é​gek

Auf ihrer neuesten LP, die Pandemie-bedingt jetzt erst mit massiver Verspätung auftaucht, rütteln Padkarosda aus Budapest nicht allzu viel an der etablierten Formel und das ist vollkommen okay so – ist nicht kaputt, muss nicht repariert werden. Stattdessen machen die weiter die eine Sache, die sie so gut können wie kaum eine andere Band jüngerer Zeit: Das heraufbeschwören atmosphärischer Post Punk-Abgründe zusammengehalten von diesem gewissen, maximal lichtschluckenden Death Rock-Vibe.

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Dadar – Iron Cage

Goodbye Boozy releases gehen üblicherweise im Dreier- oder Viererbündel raus. Im neuesten davon sticht besonders die neue EP oder LP oder was auch immer der italienischen Garage Punk-Hausnummer Dadar hervor. Stilistisch eher geradeaus und ein bisschen risikoscheu, brillieren sie dafür aber erneut in der Konstruktion melodisch-eingängiger Garage- und Synth Punk-Detonationen in den komfortabel etablierten Strickmustern á la Ausmuteants, Mononegatives oder Useless Eaters.

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Catastrophic Dance Ensemble – Panko / Sad Machine

Nach dem ausgezeichneten Vol.1 Tape vor kurzem gibt’s hier nochmal ein vergleichsweise kleines Häppchen von Catastrophic Dance Ensemble aus Cincinnati – ungefähr zweieinhalb neue Songs in ihrer stark Richtung Eierpunk tendierenden Mischung aus Garage-, Post- und Synthpunk, zu der unter anderem Sympathisanten von Set-Top Box, R.M.F.C., Eugh, Metdog, Mononegatives oder Nuts sicher nicht nein sagen können.

Sick Thoughts – Heaven Is No Fun

Ich denke Drew Owen aka Sick Thoughts muss ich hier schon lange nicht mehr vorstellen, jetzt wo der Typ schon seit ’nem knappen Jahrzehnt eine allgegenwärtige Hausnummer in der Garagenszene ist. Seine 2018 erschienene letzte, selbstbetitelte LP darf jetzt schon als Genre-Klassiker gelten aber mit seinem neuesten Streich legt der gute noch mal deutlich einen drauf und hat damit wohl sein definitives Meisterwerk erschaffen. Die starken 77er Vibes der letzten 7″ Poor Boys / Drug Rock finden hier ihre Fortsetzung in einem über jeden Zweifel erhabenen Batzen neuer Songs, die auch seine bisher stilistisch abwechslungsreichste Machenschaften darstellen – auffälligste Neuerung dabei sind diesmal versinzelte Schlenker in Richtung von 70er Hard-, Glam- und Sleaze Rock in Songs wie Submachine Love und Rich Kid. Auf jene wies ja schon schon die Vorabsingle Mother I Love Satan deutlich hin, die jetzt auch schon als zeitloses Prachstück der geschmackvollen Teufelsanbetungsmusik ihre Fußnote in der Popgeschichte verdient hat.

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S.U.G.A.R. – II

Nach einem noch etwas durchwachsenen Erstling im letzten Jahr ist das neueste Album der Berliner mal ein massiver Sprung nach vorne in so ziemlich jeder Hinsicht – die Songsubstanz ist hier durchweg erste Wahl und spiegelt sich in einer wuchtigen, tighten Performance, festgehalten in einem Mid-Fi Sound der ihnen ebenfalls deutlich besser steht. Soundmäßig bedient man sich klar aus einer langen Abstammungslinie des Proto- und oldschooligen Garage Punk – offensichtlich natürlich Stooges, MC5 oder Death und nicht weniger prominent gucken auch Dead Moon und etwas Wipers um die Ecke. Besonders scheinen aber australische Bands wie Saints, Radio Birdman, Scientists ihre Spuren zu hinterlassen, ganz zu schweigen von dem Fuzzpunk One-Hit-Wonder God, das seinerzeit scheinbar über die Laufzeit einer einzigen göttlichen A-Seite aufflammte und ausbrannte, um dann nie mehr dessen Klasse zu erreichen. S.U.G.A.R. hingegen zeigen noch keine Abnutzungserscheinungen sondern liefern hier acht mal astreine Qualität ohne Ausfälle.

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Flash – Flash

Eine ungewohnt niedrige Schlagzahl hat die jüngste Veröffentlichung bei La Vida Es Un Mus Discos, einem Label das sonst eher mit den ungemütlichen extremen des Hard- und Postcore beschäftigt ist – das Debütalbum dieser baskischen Band kommt mit einem zeitgemäßen LoFi-Appeal daher, einer immer etwas verbogenen Ästhetik und einem Milchigen (will geradezu sagen: Warttman-esken) Klangbild in dem nicht immer ganz klar ist ob da jetzt ’ne Gitarre wie ein Synth klingt oder ein Synth wie ’ne Gitarre. Gut klingt’s auf jeden Fall. Während ihr verspielter, melodischer Style durchaus was von aktuellen Bands wie Proson Affair, Alien Nosejob’s Hardcore-7″s Beta Maximo oder Algara hat, ist gleichzeitig aber auch ein roher, authentischer 80er Hardcore-Unterton mit dabei, gewürzt mit gelegentlichen 90er Emocore-Momenten und einer unterschwelligen Dosis Oi!.

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Mo Troper – MTV

Fuck ist das ’ne starke Platte geworden, damit hatte ich so nicht gerechnet – ein klarer Anwärter für’s beste Powerpop-Album in diesem Jahr. Wie eine seltsame Eggfolk-Verwünschung der Resonars oder Bevis Frond, versprüht das aber auch eine ähnlich verträumte Melancholie á la Lost Balloons und einzelne Kleckse von frühen Guided By Voices, Soft Boys, Honey Radar oder Woolen Men vervollständigen das Bild. Dabei kann selbst die verschrobenste LoFi-Ästhetik nicht davon ablenken, dass hier grandiose Songwriting-Qualitäten das tragende Element sind.

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Bart and the Brats – Bart and the Brats

Der zweite Langspieler der Franzosen Bart And The Brats ist ein volles Fass der supergradlinigen und simplen Garage Punk-Ekstase, versetzt mit etwas ’77er Sprengstoff und gefährlichem Ohrwurmpotenzial. Da gibt’s nichts allzu schlaues oder originelles an ihrer Musik, stattdessen aber eine mitreißend primitive Energie irgendwo zwischen Buck Biloxi and the Fucks, The Spits, The Uglies und Sick Thoughts.

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