Paint Thinner - The Sea Of Pulp

Paint Thinner - The Sea Of Pulp

Wow! Was ein gesun­des Mini­mum an Pro­duk­ti­ons­auf­wand für einen Unter­schied machen kann, beweist der erste Lang­spie­ler von Paint Thin­ner aus Detroit. Die gefie­len mir bereits auf ihrem Demo vor ca. drei Jah­ren aus­ge­spro­chen gut. Aber kamen mir damals als Ver­gleich noch eher Wire so anno Chairs Mis­sing in den Sinn, klingt das hier etwas weni­ger nach Ur-Post­punk und Art­punk, dafür stär­ker nach Ur-Psy­che­de­lic- und Spa­ce­rock, nach Pink Floyd der (mal ehr­lich, ein­zig wah­ren) Syd Bar­ret-Ära und frü­hen Hawk­wind. Und das mit­un­ter auch bei den Songs, die bereits auf dem Demo ent­hal­ten waren. Ver­ein­zelt kann auch ein wenig Surf-Twang etwa an Crys­tal Stilts erin­nern. Aber zu kei­nem Zeit­punkt lässt The Sea Of Pulp zwei­fel daran auf­kom­men, dass in ihm ein Herz aus Punk schlägt. Die Platte ist ein Kil­ler und mit Fell Flat ist (erneut) einer der stärks­ten Songs an Bord, die mir in letz­ter Zeit so unter­ka­men.

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Writhing Squares - Out Of The Ether

Writhing Squares - Out Of The Ether

An zeit­ge­nös­si­schem Psy­che­de­lic- und Space-Gedöns man­gelt es die­ser Tage ja kei­nes­wegs, wohl aber an Bands die sich trauen, die allzu aus­ge­tre­te­nen Pfade zu ver­las­sen und die­sen ergrau­ten, schon längst etwas abge­stan­den rie­chen­den Gen­res ein wenig Fri­sche zu ent­lo­cken. Writ­hing Squa­res sind da eine so lobens­werte wie auch hoch­po­tente Aus­nahme. Eine Hälfte des Duos aus Phil­adel­phia ist ansons­ten noch bei den Post­pun­kern Tai­wan Housing Pro­ject anzu­tref­fen, der andere Typ hat bei den sti­lis­tisch etwas näher gela­ger­ten Pur­ling Hiss seine Fin­ger mit drin. 2016 fie­len mir die bei­den schon mal mit einem sehr appe­tit­li­chen Mini­al­bum auf, aber der Nach­fol­ger davon ist noch mal ein ganz ande­res Biest, des­sen Sound einer­seits eine deut­li­che Ent­schla­ckungs­kur durch­lau­fen hat, ande­rer­seits aber genau dadurch stark an Form gewon­nen hat und ein wenig so klingt als trä­fen sich mal Sui­cide, mal eher Big Black mit Hawk­wind (oder heute eher: Dest­ruc­tion Unit), Chrome und MC5 zu einer bekiff­ten Jam­ses­sion. Die mini­mal-Instru­men­tie­rung aus 70er Roland-Style LoFi-Beats, Bass und wahl­weise mit Saxo­fon oder kos­mi­schen Synth-Sequen­zen oben­drauf, ver­passt der Sache eine ganz eigene Klang­farbe.

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Thriller Party - Gelfling Wanderer

Thriller Party - Gelfling Wanderer

Ich seh das Cover und denk mir was zum Fick? Dahin­ter kann sich doch nichts gutes ver­ber­gen. Sicher eine die­ser aus­ge­lutsch­ten Psy­che­de­lic­Stoner­Pro­gres­si­ve­Spa­ce­Doom-Kapel­len, die seit Jahr­zehn­ten jeg­li­cher Ent­wick­lung und Krea­ti­vi­tät erfolg­reich aus dem Weg gegan­gen sind. Oder best case: Ein unin­spi­rier­ter Oh Sees-Klon.

Und wie falsch ich da lag! Bis auf den Teil mit Oh Sees. Diese Platte würde näm­lich tat­säch­lich gut auf Dwyer's Label Castle Face pas­sen, aber die Band aus Los Ange­les ist auch reich­lich inspi­riert. Die Fan­tasy- und Sci­ence Fic­tion-Ver­weise sind nicht da um ernst genom­men zu wer­den und rie­chen mehr nach Heavy Metal. Dem Film. Na ja, manch­mal auch dem Genre (siehe Ferengi Mad­ness!). Und ja, es gibt auch viel psy­che­de­li­sches bis abge­spa­ce­tes Zeug aber Thril­ler Party haben Punk im Arsch. Fuzz­punk, mit dem sie die hal­lu­zi­no­ge­ne­ren Ele­mente kom­ple­men­tie­ren und der mich an No Age, Male Bon­ding, Hüs­ker Dü oder Japan­dro­ids erin­nert. Oder wenn's eher Psy­cho­din­gens wird an Pow!, spä­tere Parts & Labor und deren Nach­fol­ge­band Upper Wilds. Und natür­lich auch mal Oh Sees. Das hat Ener­gie, das macht Krach und Spaß. Spaß, wie er ande­ren Bands tabu zu sein scheint, die mit ähn­li­chen Ver­satz­stü­cken rum­han­tie­ren.

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Faux Ferocious - Faux Ferocious

Faux Ferocious - Faux Ferocious

Der Sound die­ser Band aus Nash­ville ließ sich schon immer etwas schwer fest­na­geln und auch auf ihrer aktu­el­len EP geben zei­gen sich wei­ter­hin sehr wand­lungs­fä­hig, aber auch deut­lich gereift. Der Ope­ner Me and Johnny tobt sich auf einer Basis von psy­che­de­li­schem Post­punk aus, ange­rei­chert um Ele­mente aus Kraut, Space- und Math­rock; die gara­gige Kante haben sie sich dabei bewahrt. The Big Kahuna hat dann einen gewis­sen Vel­vet Under­ground-meets-Modern Lovers-meets-Gun Club Vibe; zum Abschluss geht es dann noch mal ordent­lich abge­spa­ced zu.

Country Florist - CF-2

Country Florist - CF-2

Das zweite Tape des Solo­künst­lers Andrew Mor­gan aus Little Rock, Arkan­sas unter dem Alias Coun­try Flo­rist. Wie gehabt wei­tere vier­zig Minu­ten wun­der­bar ver­schro­be­ner bis krau­ti­ger DIY Psych- und Spa­ce­rock mit spar­sam pop­pi­gen Momen­ten und einer char­man­ten New Order Cover­ver­sion zum Ein­stieg. Ein drit­tes, stär­ker elek­tro­las­ti­ges Tape soll noch die­sen Monat erschei­nen.

Verstärker - Aktivität

Verstärker - Aktivität

Drei offen­sicht­lich etwas ger­ma­no­phil ver­an­lagte Typen aus Ken­tu­cky las­sen den Kraut­mo­tor auf Spar­flamme rotie­ren. Gute vier­zig Minu­ten psy­che­de­li­sche Ekstase.

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Telstar Sound Drone - Jäegerklause Berlin Jan 2014

Telstar Sound Drone - Jäegerklause Berlin Jan 2014

Druck­voll atmo­sphä­ri­scher Psych-/Spa­ce­rock aus Kopen­ha­gen. Wie schon am Titel erkenn­bar, fin­det man auf die­ser EP vier mit­rei­ßende Live­mit­schnitte. Die Jungs beherr­schen das Aus­tei­len genau so gut wie die Ver­ne­be­lung der Sinne.

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Sonic Jesus - Neither Virtue Nor Anger

Sonic Jesus - Neither Virtue Nor Anger

Nach einer ers­ten EP und einer Split 7" mit Black Angels rollt jetzt auf Fuzz Club Records der erste Lang­spie­ler der Band aus dem ita­lie­ni­schen Pro­vinz­kaff Doga­nella di Ninfa an. Der lässt sich gleich 90 Minu­ten lang Zeit um sei­nen psy­che­de­lisch-krau­ti­gen Nebel aus­zu­brei­ten, der in der ers­ten Hälfte etwas ener­gi­scher daher­kommt und auch mal leicht wavig-post­pun­kige oder Shoegaze-mäßige Schlen­ker macht, um dann in der zwei­ten Halb­zeit über­wie­gend auf medi­ta­tiv-spa­cige Art ein­zu­lul­len. Musik, für die man Zeit braucht. Für mei­nen Geschmack hätte man das ganze ruhig um ein Drit­tel kür­zen kön­nen, aber weil hier die gelun­ge­nen Momente deut­lich über­wie­gen kann man das ver­schmer­zen. Außer­dem wer­den schmerz­freie Ver­fech­ter des Gen­res das ver­mut­lich auch wie­der ganz anders sehen.



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Schlager Music - Schlager Music 7"

Schlager Music - Schlager Music 7"

Zwei volks­tüm­li­che Gas­sen­hauer für die Ski­hütte mit leich­ten Spu­ren von Kraut- und Spa­ce­rock von den aus­tra­li­schen Flip­pers. Ich hoffe doch schwer dass es ihnen zügig gelingt, den Schla­ger­sumpf per tele­pa­ti­schem Euro­vi­si­ons-Satel­lit mit ihren hyp­no­ti­schen Groo­ves zu unter­wan­dern und mit ihrer war­men Herz­lie­be­ro­man­tik zu neu­tra­li­sie­ren.