War ja klar, dass der inzwischen fünfte Langspieler der Band aus Denton, Texas mal wieder astreine Qualität abliefert. So routiniert und zuverlässig einen garagig angekratzten Powerpop-Knaller nach dem anderen aus dem Ärmel schütteln, das können nicht so viele. Nach wie vor ein Muss für Freunde von Bands wie Radioactivity (zu denen hier auch personelle Überschneidungen bestehen), Diarrhea Planet oder Bed Wettin‘ Bad Boys.
Das Soloprojekt eines gewissen Matt Ojala aus Seattle hat ja bereits im Februar ein erstes Album rausgehauen, das mir schon ausgesprochen gut gefiel. Auf dem soeben erschienenen Nachfolger perfektioniert Ojala aber seinen speziellen Sound aus verträumt-vernebeltem Jangle Pop, dessen Songs und Melodien zeitweilig schwer greifbar erscheinen, doch jederzeit Sinn ergeben und einen starken emotionalen Sog erzeugen. Etwa so als hätte man Male Bonding mit den frühen Fresh & Onlys gekreuzt, einen Hauch von Angst beigemischt und das ganze dann in der schläfrigen Melancholie von Flesh World eingetaucht.
Bei diesem Trio aus Sudbury, Kanada sind unter anderem Mitglieder von Strange Attractor und Statues mit von der Partie und was sie da auf ihrem ersten Minialbum veranstalten ist feinste Zuckerwatte aus schnörkellosem 77er Punk und Power Pop, der sich definitiv einiges bei den Buzzcocks und Undertones abgeschaut hat.
Wow, das mal ein so unerwarteter wie auch auf ganzer Linie gelungener Stilbruch. Waren die bisherigen EPs der Band um Ausmuteants-Frontmann Jake Robertson noch sehr an das garagige Schaffen seiner bekannteren Band angelehnt, bemühen sie auf ihrem ersten Langspieler nur noch vereinzelt das Fuzzpedal und überraschen stattdessen auf der A-Seite mit Powerpop, dessen traurige Melodien die australische Sonne verdunkeln und etwas an das letzte Wireheads Album oder frühe Fresh & Onlys erinnern. Die Platte umgedreht, klingen sie dan erneut nach einer ganz andere Band und tischen Synthpop/-punk der nicht weniger betrüblichen Sorte auf. Ich kann’s kaum abwarten wohin die Reise als nächstes geht.
Ich hatte jetzt keine so großen Erwartungen an das neue Album der Band aus Melbourne, nachdem die letzte EP und das Split-Tape mit Wash zwar schon ganz nett waren, aber nicht annähernd die hohe Trefferquote des Debüt-Tapes erreichten. Jetzt ist also ihr erster Langspieler raus und belehrt mich eines besseren, denn darauf ist die Band wieder richtig in ihrem Element. Sie kennen zwei Betriebsmodi: Klar ist da wieder der räudige Garage Punk/ Pub Rock von ausgesprochen australischer Prägung zu finden, der auch das Debüt dominierte. Alles schon sehr gut, aber die anderen, meistens von Schlagzeugerin Seattle Gallagher gesungenen Powerpop-Nummern sind die eigentlichen Highlights und verpassen dem Album eine ganz besondere Würze.
Also das neue Album der Woolen Men aus Portland ist… nicht ganz was ich jetzt von ihnen erwartet hätte. Was keinesfalls heißen soll, dass die Überraschung eine von der negativen Sorte wäre. Auch Post liefert ohne Ende hochwertige Songkost, wie gewohnt in schnörkelloser Vierspurtechnik aufgenommen. Aber waren vergangene Veröffentlichungen der Band immer eine stilistisch breit gefächerte Angelegenheit, die irgendwo zwischen Post-/Garage Punk und zeitlosen Powerpop-Melodien abwechselte, konzentrieren Woolen Men sich hier ganz auf eben letztgenannte, verschrammelte Popmelodien. Die transportieren trotz der allgemein sehr beschwingten Vibes diese spezielle Melancholie, die ihren Output seit jeher durchzieht. Ein Sommeralbum wie für den Herbst gemacht.
Nachdem mich die erste EP der Garagenkapelle aus Sydney ganz schön kalt gelassen hat bin ich umso überraschter anlässlich des unerwartet starken Nachfolgers, der nicht nur einiges an Druck zugelegt hat sondern sich auch bezüglich des Songwritings als brilliant erweist.
Das bereits sechste Album von Vacation aus Cincinnati, Ohio macht von Anfang an einen maximal sympathischen Eindruck, kommt mit angenehm lautem, oldschooligen Indierock irgendwo zwischen Superchunk, Archers Of Loaf und Guided By Voices daher, erlaubt sich zwischendrin aber auch ein paar Abstecher zu garagigen Klängen á la Sauna Youth.
Letztes Jahr hat mich diese Band aus San Francisco ziemlich beeindruckt mit ihrer Debüt-EP und zeitlosen Powerpop-Melodien wie sie kaum flauschiger sein könnten, ohne sich dabei in wohlgefälliger Seichtigkeit zu verlieren. Ihr erster Langspieler lässt jetzt auch nichts anbrennen und liefert elf verschrammelt einlullende Songperlen auf beachtlichem Niveau hinterher. Nach wie vor erinnert mich das sehr an alte Teenage Fanclub oder Buffalo Tom.
Die Debüt-EP dieser Band irgendwo aus New Jersey zündet dreieinhalb erstklassige Songknallkörper aus melodischem Punkrock und unwiderstehlichen Powerpop-Hooks, denen Freunde von Acts á la Bad Sports, Radioactivity oder Cheap Wine ganz bestimmt nicht abgeneigt sind.