Spray Paint - Into The Country

Die stark No Wa­ve-in­spi­rier­ten Noi­sero­cker aus Aus­tin ha­ben die letz­ten Jah­re mit di­ver­sen Kol­la­bo­ra­tio­nen und dar­aus re­sul­tie­rend ei­nem Lang­spie­ler, ei­ner EP und zwei Sie­ben­zöl­lern sehr an­spre­chend kurz­wei­lig über­brückt. Jetzt gibt's seit län­ge­rem mal wie­der ein "re­gu­lä­res" Al­bum, wenn auch die Auf­nah­men be­reits aus dem Jahr 2016 stam­men. So klingt das Ma­te­ri­al auch eher nach ei­ner lo­gi­schen Fort­set­zung der in je­nem Jahr er­schie­ne­nen LP Feel The Clamps. Wie mit je­der ih­rer Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­su­chen sie kei­ne Neu­erfin­dung ih­res Sounds, son­dern er­wei­tern ihr Klang­spek­trum gra­du­ell und sorg­fäl­tig um ein paar neue Fa­cet­ten. Dies­mal fal­len vor al­lem die deut­lich ent­schlack­ten Ar­ran­ge­ments so­wie auch der groß­zü­gi­ge Ein­satz von Syn­ths und elek­tro­ni­schen Drums auf. Das Er­geb­nis läuft wie im­mer rund.

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Red Gaze - Red Gaze

Die neu­es­te EP der Gra­zer Post­punk-For­ma­ti­on fällt schon vom ers­ten Takt an durch ei­nen im Ver­gleich mit dem Vor­gän­ger noch mal deut­lich po­ten­zier­ten Wumms auf und auch die Songs ha­ben or­dent­lich an Pro­fil zu­ge­legt. Mein­te ich auf dem Vor­gän­ger noch lei­se Post­core-Ein­flüs­se zu ver­neh­men, kon­zen­triert man sich dies­mal ganz auf den kan­ti­gen Post Punk mit An­klän­gen an Cri­sis, In­sti­tu­te, Di­ät.

Nick Normal - Windows Painted Shut

Nick Nor­mal aus Port­land ist in der Ver­gan­gen­heit be­reits mit ei­ner Hand­voll eher Lo­Fi-mä­ßi­ger EPs in will­kom­mens­ter Art und Wei­se auf­fäl­lig ge­wor­den. Nicht nur hat der Bur­sche neu­er­dings zwi­schen den gan­zen an­de­ren schrä­gen Kas­pern auf Dis­con­ti­nuous In­no­va­ti­on Inc. ei­ne per­fek­te La­bel­hei­mat ge­fun­den, son­dern er hat nun auch zum ers­ten mal ei­ne EP in ei­ner Qua­li­tät auf­ge­nom­men, die das hör­ba­re Spek­trum ge­ring­fü­gig bes­ser aus­nutzt. An­sons­ten wie ge­habt ein mäch­ti­ger Spaß auf hal­bem Weg zwi­schen Post- und Ga­ra­ge­punk mit ei­nem deut­lich wa­vi­gen Schliff. Auf­grund von letz­te­rem kann man sich an An­dy Hu­man oder Erik Ner­vous er­in­nert füh­len, dar­über hin­aus auch mal an Aus­mu­te­ants oder Useless Ea­ters.

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Dumspell - Dumspell

Post Punk aus Hat­ties­burg, Mis­sis­sip­pi, den ich mal als an­ge­nehm bo­den­stän­dig be­zeich­nen möch­te. Die za­cki­ge En­er­gie der Nots kommt mir da in den Sinn, Day­light Rob­be­ry, Pri­mi­ti­ve Teeth, ein Hauch von The Est­ran­ged, ge­mä­ßig­ten Cri­mi­nal Code… manch­mal gar et­was Wire. Oben­drein ist noch ein ge­wis­ser Fuz­z­punk-Fak­tor im Spiel, wie ich ihn bei­spiels­wei­se mit den Bri­ten Fea­ture ver­bin­de.

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Ukryte Zalety Systemu - Sposób Użycia

Mit de­nen hier hat­te ich ei­gent­lich schon gar nicht mehr ge­rech­net. Aber in der Tat scheint es die Band aus Bres­lau noch zu ge­ben und ihr neu­er, zwei­ter Lang­spie­ler nimmt mit sei­nem un­ter­kühlt wa­vi­gen, me­cha­nisch groo­ven­den Post Punk die Fä­den ge­nau dort wie­der auf, wo das De­büt sie lie­gen ge­las­sen hat. Die ver­stri­che­nen Jah­re seit­dem ma­chen sich aber den­noch durch je­de Men­ge Fein­schliff im Ar­ran­ge­ment und ei­ne rou­ti­nier­te, deut­lich ge­schärf­te Dar­bie­tung be­merk­bar.

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Patti - Good Big

Mit zwei EPs vol­ler glor­rei­chem Cha­os ha­ben Pat­ti aus Oak­land schon län­ger für Auf­hor­chen ge­sorgt. Jetzt ist ihr Lang­spiel­de­büt via ETT zu be­kom­men und im­mer noch droht ih­re Mu­sik kei­nes­falls nor­mal zu wer­den. Im Ge­gen­teil, sti­lis­tisch sind ih­re Zu­ta­ten noch wil­der über die Stre­cke von 16 Songs ver­teilt als das bis­her eh schon der Fall war. Gleich­zei­tig kom­men ih­re Ar­ran­ge­ments aber noch mal auch ein gan­zes Stück aus­ge­reif­ter rü­ber, an­ge­feu­ert von ei­ner ent­schlos­se­nen Groo­ve­kom­pa­nie, tigh­ter als es je­ne Ho­sen heu­te sind, dir mir vor ge­rau­mer Zeit mal um den Arsch ge­passt ha­ben. Ver­glei­che kann man un­ter an­de­rem zie­hen zu den ro­tie­ren­den Mi­kro­groo­ves aus dem Hau­se Ura­ni­um Club. Dem ver­win­kelt-ver­spiel­ten Art­punk der Li­thics. Tanz­ba­rem Post­punk der Slumb Par­ty- oder N0­V3L-Va­rie­tät. Im­mer wie­der scheint ein fun­ki­ger Mi­nu­te­men-Vi­be durch, ver­ein­zelt auch mal ein 90er Di­schord-Ver­satz­stück zwi­schen sehr spä­ten Fu­ga­zi und dem kan­ti­gen Math Rock von Far­aquet. Oh, und ein­ge­klemmt zwi­schen all die­sem Ge­rüm­pel stre­cken auch De­vo mal vor­sich­tig die Na­se her­aus. Al­so wie ge­habt, ei­ne Schwei­ne­rei von höchs­tem Ge­nuss­fak­tor.

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Emergency Contact - EP 4

Hier ist auch schon wie­der der nächs­te Schwung an quir­li­gen Post­punk­wip­pern von der Band aus Se­at­tle, die doch tat­säch­lich so klin­gen als hät­ten die Be­tei­lig­ten Spaß an der Sa­che. Pat­ti und Ro­lex sind da im­mer noch ganz plau­si­ble Ori­en­tie­rungs­hil­fen.

Arse - Safe Word

War ja klar, dass die Band aus Syd­ney er­neut an der ers­ten The­ke auf­schlägt. Wie zu er­war­ten sind auch die vier neu­en Songs ein Feu­er­werk der ka­na­li­sier­ten Wut und des Un­be­ha­gens - un­ter ro­her Kraft­an­wen­dung auf so en­gen Raum kom­pri­miert, dass ei­ne gleich­wer­tig hef­ti­ge Ent­la­dung schon vor­pro­gram­miert ist. Der auf der De­büt-EP teil­wei­se er­ziel­te Ge­schwin­dig­keits­rausch wird hier et­was zu­rück­ge­fah­ren, was dem all­ge­mei­nen En­er­gie­le­vel aber nicht son­der­lich scha­det - sebst oder ge­ra­de wenn sie wie in Ill Na­tu­re mit an­ge­zo­ge­ner Hand­brem­se ei­ne an al­te Am­phet­ami­ne Rep­ti­le-Schu­le er­in­nern­de Hy­drau­lik­pres­se zum bes­ten ge­ben.

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Basic Human - Adult Baby

Die­se 7" auf Me­at­spin von ei­ner Band aus Syd­ney weiß den Hö­rer zu über­rum­peln mit drei kon­zen­trier­ten At­ta­cken aus ul­tra-un­ge­dusch­tem Ga­ra­ge Punk mit über­res­ten von Noi­se und Post Punk. Pam­pers kom­men mir hin und wie­der in den Sinn. Nicht die Win­deln, son­dern die Band - un­ge­ach­tet der the­ma­tisch pas­sen­den As­so­zia­ti­on. Au­ßer­dem bil­de ich mir da ein we­nig Ex-Cult ein, ei­ne leich­te Do­sis von Flip­per und frü­hen Low Life.

La Rabbia - Shock Tactics

Tol­len Lärm aus post-pun­ki­gem Grund­ma­te­ri­al und noi­si­gen Tex­tu­ren macht die­se Lon­do­ner Band auf ih­rer De­büt-EP. Die ha­ben sich de­fi­ni­tiv ei­ne gu­te Schei­be Cri­sis ab­ge­schnit­ten, aber auch von Pro­to-Noi­sero­ckern wie Flip­per, No Trend. In der Ge­gen­wart wer­den au­ßer­dem Freun­de von Soupcans, Blank Veins oder Dis­joy si­cher Ge­fal­len dran fin­den.

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