Animal Faces – Other Places

animal faces

Ganz schön zugelegt haben Animal Faces aus Toronto auf ihrem neuen Album. Die letzte EP war ja schon ziemlich guter, gradliniger Indierock mit Noise- und Emo-Anleihen, hier gehen sie jedoch um einiges Ambitionierter zur Sache, rollen ihre Songs mit unkonventionellen Strukturen auf stellenweise geradezu epische Breite aus. Erinnert mich öfter mal an eine melodieverliebtere Variante von Pile, aber auch die ausufernden Klanggemälde von älteren The Appleseed Cast könnte man in den ruhigeren Momenten als Vergleich heranziehen.



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Wares – Missed The Point / Beach Date 7″

wares

Äußerst vielversprechender Kurzspieler der Band aus Alberta, Kanada. Die A-Seite ist ein absolut erstklassiger, euphorischer Noise-/Powerpop-Ohrwurm, während einen die B-Seite mit sanften Klängen in den Schlaf wiegt.

City Yelps – The City Yelps Half Hour

city yelps

Etwas gewöhnungsbedürftiger Indierock mit postpunkigem Unterton aus Leeds. Repetitives Geschrammel mit hohem Fuzzfaktor trifft auf rudimentäre Melodien. Als hätte man dissonante Mittachtziger Sonic Youth-Gitarren mit den abstrakten Songkonstrukten von The Fall aus der gleichen Ära und etwas C86-Pop gekreuzt. Schräg und schön.



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Eureka California – Versus

eureka california

Dieses Indierockduo aus Athens, Goergia fabriziert auf seinem aktuellen Album ganz ungezwungen vorwärts polternden Noise-/Fuzzpop der punkig arschtretenden Sorte.



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Vague – In The Meantime

vague

Hui, diese Platte hat mich jetzt mal eiskalt erwischt. Schläfriges Dreampop-Geschwurbel ist sonst eher nicht so meins, nicht zuletzt weil bei der aktuellen Generation solcher Bands die nebelige Verträumtheit meistens mit extremer Seichtigkeit und trister Langeweile einher geht.
Ganz anders das Debütalbum der Wiener Vague. Diese stillen Wasser sind noch tief. Die Platte wirkt irgendwie aus der Zeit gefallen, könnte genauso den späten Achtzigerjahren entstammen. Unter der milchigen Oberfläche brodelt jede menge Substanz aus formvollendeten Songs und ausgefeilten, verschachtelten Arrangements, die in tausend Neonfarben leuchten. Mal fühle ich mich positiv an das letzte Posse Album erinnert, in anderen Momenten könnte man es als Sonic Youth auf starken Beruhigungsmitteln beschreiben. Die genretypische Ermüdung stellt sich nie ein, der Teufel sitzt im Detail und eigentlich passiert immer irgendwas schlaues, bohrt sich in den Gehirnwindungen fest.

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Tinned Fruit – Sad Party

tinned fruit

Mit einer äußerst erfreulichen Musikeinreichung im Schnabel kam mir zuletzt die Brieftaube hereingeflattert. Das Debütalbum von Tinned Fruit aus dem britischen Falmouth oszilliert irgendwo zwischen melodischem Indierock der oldschooligen Sorte und flottem Fuzzpunk mit Garagevibe. Macht Laune, das.



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Deep Heat – Still Life

deep heat

Schwer einzuordnendes Zeug, diese Platte. Deep Heat kommen jedenfalls aus Melbourne und das hört man auch. Das hat diesen garagig-bluesigen Unterton, den australische Bands so besonders gut drauf haben. In den rockenderen Momenten kann man sich durchaus an The New Christs erinnert fühlen, auch etwas Wipers-Melancholie ist nicht zu übersehen und gelegentlich könnte man Vergleiche zu den späteren, rootsrockigen The Men ziehen. Manche Songs erinnern etwas an den ernsten und doch verspielten Indierock, wie man ihn seit den späten Neunzigern öfter mal aus dem Dischord-Umfeld zu hören bekommt. In ruhigeren Momenten meine ich ein paar Fetzen trauriger Swervedriver-Melodik zu erkennen. Wie auch immer, die Platte begeistert durchgehend mit starkem Songwriting und großem Ohrwurmpotenzial.



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