Peter Muffin und die Heilsarmee - Nasenbluten gegen Deutschland

Peter Muffin

Deutsch­spra­chi­ger Post­punk ist für mich im­mer so ei­ne zwie­späl­ti­ge An­ge­le­gen­heit. Für je­de wirk­lich ei­gen­stän­di­ge und gu­te Band á la Hu­man Ab­fall oder Ban­que Al­le­man­de fin­det man je­weils ge­fühl­te hun­tert mal rou­ti­nier­te Gen­re-Stan­dard­kost, un­in­spi­rier­tes Ma­len nach Zah­len. Da­zu kom­men noch­mal so vie­le Ba­by­fon-Mit­schnit­te aus der Post­punk-Krab­bel­grup­pe, bei de­nen die Be­tei­lig­ten zwar of­fen­sicht­lich Spaß hat­ten. Die El­tern wer­den ganz stolz. Al­le nicht hor­mo­nell be­ein­träch­tig­ten Per­so­nen kli­cken je­doch schnell auf den Un­sub­scri­be-But­ten an­ge­sichts der be­vor­ste­hen­den Ba­by­fo­to-Show.
In die Rich­tung gin­gen auch die bis­he­ri­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen des Stutt­gar­ter So­lo­pro­jekts Pe­ter Muf­fin. Nun gut, der Bur­sche ist ja auch noch nicht so lan­ge voll­jäh­rig. Auf sei­nem neu­es­ten, schnell und dre­ckig pro­du­zier­ten Al­bum weiß er aber mit aus­ge­zeich­net ab­ge­fuck­ten Ga­ra­gen­post­punk zu über­zeu­gen, den man in so gut, ran­zig, ge­stört und ro­ckend hier­zu­lan­de eher sel­ten vor­fin­det. Das wird nicht zu­letzt der Tat­sa­che zu ver­dan­ken sein, dass der Bub hier ei­ne Band mit or­dent­lich Feu­er unter'm Arsch um sich ge­schaart hat. Die Heils­ar­mee ver­eint ein paar üb­li­che Ver­däch­ti­ge aus dem Stutt­gar­ter Um­feld, die un­ter an­de­rem an Ka­ri­es und Die Ner­ven ei­ne ge­wis­se Mit­schuld tra­gen.


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Snits - Pillow Talk?

snits

Kom­pro­miss­los nach vor­ne ge­hen­der Ga­ra­gen­fuz­z­punk aus Mi­chi­gan mit leicht grungi­ger Kan­te. Von so­was wie Ori­gi­na­li­tät kann man hier na­tür­lich nicht spre­chen, aber wer beim an­hö­ren die­ser EP auf sol­che Ge­dan­ken kommt soll­te eh mal zum Arzt ge­hen.

Cigüeña - Neptuno

ciguena

Me­lo­di­scher und doch räu­di­ger In­die­krach von ei­nem Duo aus Va­len­cia, Spa­ni­en. Man stel­le sich vor, die me­lo­di­sche­ren Ten­den­zen von Mis­si­on of Bur­ma und So­nic Youth wä­ren ver­se­hent­lich in den 90er Post- und Emo­core-Bot­tich ge­fal­len. Die Plat­te gibt's für lau bei Band­camp.



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Feature & Slowcoaches - Tourists (Split EP)

feature slowcoaches

Hüb­sche Split­ver­öf­fent­li­chung an­läss­lich ei­ner zu die­sem Zeit­punkt be­reits be­en­de­ten UK-Tour der bei­den Bands. Die ge­ben je­weils zwei neue Kost­pro­ben von ih­rem Fuz­zi­gen In­die-/Punk­rock zum bes­ten. Dann for­dern sie zu ei­nem ge­pfleg­ten Co­ver-Du­ell auf, bei dem sie sich je­weils an ei­nem Klas­si­ker von Wire die Zäh­ne aus­bei­ßen. Da­bei stel­len sich bei­de Bands nicht blöd an, aber ich fin­de Fea­ture ha­ben da ei­ne hal­be Na­sen­län­ge Vor­sprung. :-)


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Jonly Bonly - Put Together

jonly bonly

Das an­de­re 12XU hat mal wie­der zu­ge­schla­gen. Jon­ly Bon­ly aus Aus­tin spie­len un­wi­der­steh­li­chen Power­pop mit ei­ner Schip­pe Post­punk. Un­über­seh­bar ist da­bei der Ein­fluss von Wire (duh!) und Wi­pers. Des­wei­te­ren klin­gen sie in et­wa so als hät­te man je­ne mit Un­der­to­nes, The Jam und Mo­dern Lo­vers ver­schmol­zen. Gei­ler Scheiß!


Al­bum Stream gibt's lei­der nicht. :-|
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Broken Arm - Life Is Short

broken arm

Ein ex­plo­si­ves und un­ge­mein ro­cken­des Ge­misch aus Ga­ra­gen­ein­flüs­sen, Post­pun­k/-core und Noi­se­rock hau­en uns Bro­ken Arm aus Leeds auf ih­rem zwei­ten Al­bum sehr ge­konnt um die Oh­ren. Das star­tet mit ei­nem lu­pen­ri­nen Riff aus dem Stoo­ges-In­sol­venz­be­stand und ent­wi­ckelt sich dann wei­ter zu ei­ner Me­lan­ge aus den zu­gäng­li­che­ren Bei­trä­gen des Am­Rep-Ka­ta­lo­ges wie et­wa Tar und art­ver­wand­ten Bands aus der Noi­se- und Post­core-Ecke vom Schla­ge Jaw­box, Hot Sna­kes, Blue­tip oder gar Na­ti­on Of Ulys­ses. Da­zwi­schen fin­den sie im­mer wie­der mal Zeit für ei­nen flot­ten Punk­klop­per.

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Martyr Privates - Martyr Privates

martyr privates

End­lich er­scheint das De­büt­al­bum die­ser tol­len Band aus Bris­bane via Be­droom Suck & Fire Re­cords. Das Trio klingt stre­cken­wei­se ih­ren La­bel- und Stadt­nach­barn Blank Re­alm nicht ganz un­ähn­lich in ih­rer ei­gen­wil­li­gen Dar­bie­tung mo­der­nen Psy­chrocks, aber Mar­tyr Pri­va­tes ver­pa­cken das gan­ze dann in ei­nem deut­lich bo­den­stän­di­ge­ren Sound zwi­schen Ga­ra­gen­rock und den Psych-las­ti­ge­ren Strän­gen von Shoe­ga­ze- und Dream­pop. Re­fe­ren­zen ge­hen quer durch die Gen­re-His­to­rie von 13th Floor Ele­va­tors über Vele­vet Un­der­ground hin zu (und ganz be­son­ders) Spa­ce­men 3 und Ga­la­xie 500. Neun Songs mit un­ver­schämt ho­hem Ohr­wurm­fak­tor.



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Bronto Skylift - Date With A Ghoul

bronto skylift

Wie ges­tern ver­spro­chen hier die nächs­te fie­se Noi­se­at­ta­cke, dies­mal von ei­nem Glas­gower Duo, und wie­der geht's glei­cher­ma­ßen in die me­tal­li­sche wie auch pun­ki­ge Rich­tung. Deut­li­che Sludge-Ein­flüs­se sind mit an Bord und sie feu­ern ger­ne auch mal die ei­ne oder an­de­re Sal­ve Blast­beats ab. Da­zu ein Sänger/​Gitarrist, der des­sen Vo­cals ich we­ni­ger als Ge­sang oder Ge­schrei be­zeich­nen wür­de, son­dern als ner­vö­ses Hy­per­ven­ti­lie­ren, stets am Ran­de des Ner­ven­zu­sam­men­bruchs.


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Pord - Wild

pord

Die ver­gan­ge­nen Ta­ge wa­ren nicht ganz arm an old­schoo­li­gem Noi­se­rock, stellt euch mal auf ei­nen leicht er­höh­ten Lärm­fak­tor für die­se Wo­che ein.
Den Auf­takt macht ei­ne Band aus dem fran­zö­si­chen Lo­zè­re mit ei­ner recht me­tal­li­schen, knie­tief in den Mitt­neun­zi­gern ver­wur­zel­ten Spiel­art mit deut­li­chem Math-Fak­tor. Der kon­zen­triert hin­ter­häl­ti­ge Punch von Shel­lac trifft auf die kom­pro­miss­lo­se Bru­ta­li­tät von Je­sus Li­z­ard und Kon­sor­ten, obern­drauf noch ei­ne Kin­der­schau­fel voll Neu­ro­sis. Da­bei wird das gan­ze aber mit ei­nem sehr pun­ki­gen Vor­wärts­schub dar­ge­bo­ten, so dass die Plat­te nie in öde Prog-Ge­fil­de ab­rutscht.


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