Vangas - Facial Tissue

Vangas - Facial Tissue

Der Ver­gleichs­weise freund­lich anmu­tende, noi­se­pop­pige Ein­stieg irgendwo zwi­schen Sonic Youth und DIno­saur Jr führt den Hörer erst­mal in die Irre auf dem Debüt­al­bum der Van­gas aus Atlanta. Was dar­auf folgt ist näm­lich eine recht wilde, exzen­tri­sche Tour, auf der es eini­ges zu ver­ar­bei­ten gilt. Dis­so­nan­ten Noise Rock mit Sludge-Kante zum Bei­spiel, der die rohe Dar­bie­tung der Blank Veins in den Sinn ruft. Sprö­der Post­core, wie ich ihn seit dem letz­ten Beha­vior Album nicht mehr gehört hab. Eigen­wil­li­ger Weirdo-Noi­se­core/-punk, den man in der Nach­bar­schaft etwa von Soup­cans, Vul­ture Shit, Anxiety oder Gum­ming ver­mu­ten würde. Dabei über­schrei­ten ihre Songs regel­mä­ßig die sechs Minu­ten-Marke und erge­ben dabei auch noch Sinn, lau­fen kei­nes­wegs Gefahr, zu viel des Guten zu sein.

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Set-Top-Box - DVD_DATA​*​COLLECTOR_IM A T​.​V​.​

Set-Top-Box - DVD_DATA​*​COLLECTOR_IM A T​.​V​.​

Die letzte EP der aus­tra­li­schen Elek­tro-/Syn­th­punks war ja schon jede menge schrä­ger Spaß, ließ aber kei­nes­wegs erah­nen, zu was für einem schrul­li­gen Mons­ter ihr Sound auf der aktu­el­len digi­ta­len Sin­gle mutie­ren würde, auf der sie ihre Songs schein­bar mit'm Game­boy auf­ge­nom­men, durch 'nen Chor defek­ter Fur­bys gefil­tert, mit der Tür­sprech­an­lage gemischt und auf Mut­tis Video­re­kor­der gemas­tert haben. Oder anders aus­ge­drückt: Klingt gut!

Control Top - Covert Contracts

Control Top - Covert Contracts

Ener­gi­schen, strai­ght nach vorne gehen­den fuzzy Post Punk gibt's auf dem ers­ten Lang­spie­ler von Con­trol Top zu hören, der einer­seits mit beacht­li­cher Cat­chi­ness und häu­fi­ger Tanz­bar­keit besticht, ande­rer­seits aber durch­gän­gig von einer bedroh­lich blub­bern­den Wut durch­zo­gen ist, die sich letzt­end­lich und unver­meid­lich in gewal­ti­gen Krach-Erup­tio­nen ent­lädt. Zeit­weise erin­nert mich das an einen Mix aus Spe­cial Inte­rest und Lié.

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Endless Column - Endless Column

Endless Column - Endless Column

Hatte gar nicht erwar­tet dass es sie noch gibt, dIese Band aus Chi­cago, die sich unter ande­rem Per­so­nal mit den Red Dons und Day­light Rob­bery teilt. Aus dem Umfeld letz­te­rer Band wird hier in den kom­men­den Tagen auch noch mal etwas auf­tau­chen. End­less Column tra­gen jeden­falls unver­kenn­bar die Hand­schrift von Red Dons-Front­mann Doug Burns, kom­men ein biss­chen rüber wie eine etwas ent­spann­ter daher schram­melnde Vari­ante eben die­ser Band, gefil­tert durch die Seele eines trau­ri­gen Sur­fers. Oder nach einer power­pop­pi­gen Ver­sion von The Est­ran­ged. Und dass die Songs über jeden Zwei­fel erha­ben sind, das ver­steht sich ja wohl von selbst.

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Negative Space - Cruelty

Negative Space - Cruelty

Das Lang­spiel­de­büt der Lon­do­ner Post­punk-For­ma­tion liegt doch tat­säch­lich erst andert­halb Jahr zurück. Selt­sam… es kommt mir locker dop­pelt so lange vor. Was wohl nicht zuletzt der Tat­sa­che geschul­det ist, dass in der Zwi­schen­zeit eine ganz schöne Masse an ähn­lich gela­ger­ten Bands auf den Plan getre­ten, die Umschrei­bung Angu­lar Post Punk in wei­ten Tei­len der Musik­presse schon län­ger zum Mode­be­griff gewor­den ist. Umso über­ra­schen­der, wie gut sich der Sound von Nega­tive Space auch auf ihrer aktu­el­len EP in die­sem dicht bevöl­ker­ten Umfeld zu behaup­ten weiß, ohne dass sie sich dafür neu erfin­den müss­ten. Was ihre Musik beson­ders macht ist nicht etwa Inno­va­tion, son­dern eine glas­klare Vision sowie die eis­kalte Dis­zi­plin und Effi­zi­enz, mit der Nega­tive Space ihr Mate­rial so per­fekt auf den Punkt brin­gen, akri­bisch über jedes ver­brauchte Geräusch Buch füh­ren. Keine Note darf hier ver­schwen­det wer­den.

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Oranges - Hey Zeus

Oranges - Hey Zeus

Diese saustarke Aus­gra­bung hab ich mal wie­der dem guten RRRie­cher der Mann­heim-Con­nec­tion zu ver­dan­ken. Das schnell und dre­ckig auf­ge­nom­mene Debüt­al­bum der Oran­ges aus Dub­lin über­zeugt mit einem wun­der­bar unge­schlif­fe­nen, abs­trakt-mini­ma­lis­ti­schen Post­punk-Sound und einem fuz­zi­gen Gara­gen­fak­tor. Da kann man sich hin und wie­der an The Fall, frühe Swell Maps oder 80er Half Japa­nese erin­nert füh­len, noch mehr aber an gegen­wär­tige Ver­tre­ter wie Tyvek, Ita­lia 90, City Yelps oder ganz frühe Pro­tomar­tyr. Runde Sache.

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Isotope Soap - Monitored By Zu Tse

Isotope Soap - Monitored By Zu Tse

Keine Ahnung, warum ich Iso­tope Soap bis­her noch nicht hier drin hatte. Jetzt bie­tet sich jeden­falls wie­der eine Gele­gen­heit, denn via Emo­tio­nal Response ist neu­lich eine Com­pi­la­tion ihrer bis­he­ri­gen EPs ershie­nen. Hin­ter dem gan­zen ver­birgt sich ein Pro­jekt des schwe­di­schen Punk­ve­te­ra­nen Peter Swe­den­hammar (!!!), der vor lan­ger Zeit mal bei Raped Teen­agers (meine Fresse, wür­den die heute auf die sel­bige bekom­men mit dem Namen…) und Pus­rad aktiv war, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren aber vor allem mit sei­nem Blog Kil­led By Death Records eine Anlauf­stelle von star­kem his­to­ri­schen Wert geschaf­fen hat. Mit den namens­ge­ben­den Boot­leg-Com­pis hat der gute nach mei­nem Wis­sen aber nix zu tun, obwohl auch die ja zuerst in Schwe­den ihren Lauf nah­men.
Okay, viele Worte zu dem Typen. Die Musik von Iso­tope Soap ist hin­ge­gen sehr leicht zu umschrei­ben. Synth- und Garage Punk, der an Devo von ges­tern (die alten Leute fin­den die jetzt wie­der cool, hab ich gehört…), an Aus­mu­te­ants und Andy Human & The Rep­to­ids von heute erin­nert. So ein­fach wie gut.

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UV Race - Made In China

UV Race - Made In China

(The) UV Race haben einen beson­de­ren Platz in mei­nem Her­zen inne, waren sie doch zum Ende der von mir sub­jek­tiv als (nicht nur) musi­ka­lisch sehr ernüch­ternd emp­fun­de­nen Nuller­jahre eine mei­ner ers­ten Begeg­nun­gen mit dem gegen­wär­ti­gen Gara­gen­un­ter­grund und sind somit stark mit­ver­ant­wort­lich für das Wie­der­erwa­chen mei­ner Krach­lei­den­schaft, somit letzt­end­lich auch für das ent­ste­hen die­ses Blogs.
Satte sie­ben Jahre nach ihrem letz­ten Lang­spie­ler hat die Band aus Mont­real doch tat­säch­lich noch mal ein paar neue Songs auf­ge­nom­men und ich freue mich zu berich­ten, dass die so gut sind wie auch schon alles andere, was sie bis­lang ver­bro­chen haben.

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Conditioner Disco Group - CDGLP

Conditioner Disco Group - CDGLP

Nach einer schon durch­aus appe­tit­an­re­gen­den Teaser-EP vor gerau­mer Zeit gefällt mir das Lang­spiel­de­büt von Con­di­tio­ner Disco Group aus Port­land noch ein gan­zes Stück bes­ser als ich es eigent­lich erwar­tet hätte. Irgend­wie trifft er die rich­tige Mischung aus dre­cki­gem Charme und infek­tiö­sen Groo­ves - ihr tanz­flä­chen­ge­rech­ter Post Punk, der einer­seits rüber kommt wie eine etwas rau­bei­ni­gere Vari­ante der Dan­ce­punk-Welle um die Jahr­tau­send­wende, ebenso aber auch den Bogen schlägt zu gegen­wär­ti­gen Ver­tre­tern des Spek­trums wie etwa D.U.D.S. oder N0V3L.

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D7Y - D7Y

D7Y - D7Y

Diese Band bringt Mit­glie­der der bei­den islän­di­schen Kra­wall­erzeu­ger schlecht­hin zusam­men: Dauðy­flin und ROHT. Da ist natür­lich von Anfang an klar, wor­auf man sich ein­zu­stel­len hat. Eine kom­pro­miss­lose Wucht aus maxi­mal ange­piss­tem Hard­core mit ein­ge­bau­tem Noise-Exzess par excel­lence gilt es zu ver­ar­bei­ten.

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