People's Temple - Demo

Ein her­aus­ra­gen­der Don­ner­schlag von ei­nem De­mo lie­fert hier ei­ne New Yor­ker Band ab, die es gar nicht erst ver­sucht ei­nem Style von ul­tra-old­schoo­li­gem Hard­core­punk neue Nu­an­cen zu ent­lo­cken, der glaub­haft je­dem be­lie­bi­gen Zeit­punkt der letz­ten 4+ Jahr­zehn­te ent­sprun­gen sein könn­te. Statt­des­sen zie­hen sie ihr ur­altes Zeug mit ei­ner Über­zeu­gung, Be­harr­lich­keit und per­fek­ter Ziel­ge­nau­ig­keit durch, die das zeit­lo­se Po­ten­zi­al voll aus­schöpft.

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Liquid Lunch - Come Again

Die­se De­büt-EP ei­ner Band aus Min­nea­po­lis lie­fert vier vor­züg­li­che Knal­ler aus DIY Ga­ra­ge Punk mitt­le­rer Klang­fi­de­li­tät ab, die sich kon­sis­tent auf der eher ver­spul­ten Sei­te des Gen­res be­we­gen und sich da­mit in gu­ter Ge­sell­schaft zu Acts wie et­wa Sa­ta­nic To­gas, Ali­en No­se­job, Re­se­arch Re­ac­tor Corp., R.M.F.C. oder Erik Ner­vous be­fin­den.

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Ztuped - Are You Stupid?

Das 2019er De­mo die­ser Band aus Wa­shing­ton, D.C. hat­te ja schon sei­ne un­be­streit­ba­ren Qua­li­tä­ten, aber ih­re De­büt-7" auf 11 PM Re­cords setzt da noch deut­lich ei­nen drauf, fo­kus­sier­ter in ih­rer Vi­si­on und mit ad­äqua­ten Pro­uk­ti­ons­wer­ten ins rich­ti­ge Licht ge­rückt. Der Ope­ner Blood Runs Through ist hier das Pa­ra­de­bei­spiel da­für, was die­se Band be­son­ders macht - ei­ne mit­rei­ßen­de Catchy­ness und ein im ge­gen­wär­ti­gen Hard­core Punk sel­ten ge­hör­ter Sinn für Me­lo­die trifft dar­in auf schnör­kel­los ge­ra­de­aus don­nern­de Riffs, die eher den Sphä­ren des old­schoo­li­gen "Hea­vy" Me­tal ent­lehnt schei­nen als klas­si­schem Hard­core, ver­wo­ben zu häu­fig et­was ex­zen­tri­schen Song­struk­tu­ren, die im­mer für ei­ne Über­ra­schung oder zwei gut sind. Ei­ni­ge der bes­ten Mo­men­te kom­men für mich rü­ber wie ei­ne un­wahr­schein­li­che Ver­schmel­zung von Cü­lo mit Na­ked Ray­gun.

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Hungry Man - Permanent Crisis

Mei­ne lie­be Gü­te, ist das mal ein gött­li­cher Bat­zen aus old­schoo­li­gem Post­core von ge­nau der Mach­art, die uns Ses­sel­fur­zern mitt­le­ren Al­ters in hö­he­re Sphä­ren zu trans­por­tie­ren ver­mag - aus­ge­klü­gelt oh­ne da­bei im ei­ge­nen Arsch zu ver­sin­ken und da­bei mit ei­nem Ge­spür für Me­lo­dien, das al­te Vol­ca­no Suns, Mo­ving Tar­gets und Mis­si­on Of Bur­ma her­auf­be­schwört. Die vier­tel­stün­di­ge Suite, mit der sie das Al­bum er­öff­nen, er­in­nert mich hin­ge­gen stark an Dra­goon, den mo­nu­men­ta­len Ope­ner von Bitch Magnet's zwei­ten und letz­ten Al­bum Ben Hur. An­sons­ten re­giert hier mit das bes­te aus dem 90er Di­schord-Uni­ver­sum mit reich­lich An­klän­gen et­wa an Au­to­cla­ve, Blue­tip, Hoo­ver, Crown­ha­te Ru­in, Ke­ro­se­ne 454, frü­he Jaw­box… hier wird nicht ge­kle­ckert. Und klar, ein paar Spu­ren von Fu­ga­zi sind na­tür­lich auch ent­hal­ten - ich wür­de je­doch sa­gen, dass je­ne hier kei­nes­wegs der pri­mä­re Ein­fluss sind. Das al­les zie­hen Hungry Man mit Leich­tig­keit durch, oh­ne wie ein drö­ges Pla­gi­at zu klin­gen - son­dern viel mehr wie ei­ne Band, die zu ih­ren Ein­flüs­sen steht und den­noch ih­re ei­ge­ne Stim­me fin­det, um in die Ge­gen­wart zu spre­chen.

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Repulsion Switch - Demo 2021

Ein po­po­tre­ten­des klei­nes De­mo von ei­ner Band oder Per­son in Bue­nos Ai­res. Das steht mit ei­nem Fuß in ei­ner sich zeit­ge­mäß an­füh­len­den Pfüt­ze aus Lock­down-in­du­zier­tem DIY Ga­ra­ge Punk, die an­de­re Flos­se matscht hin­ge­gen tief in den Schich­ten von früh-80er Hard­core-Ge­döns her­um und trägt da­bei sei­ne al­te KBD-Style Dreck­schicht mit vol­ler Über­zeu­gung. Ein­fach, öko­no­misch, ef­fek­tiv.

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Finale - 225 o​.​p​.​m​.

Ei­ner von Spa­ni­ens best­ge­hü­te­ten Ga­ra­ge Punk-Ge­heim­tips ist jetzt wohl end­gül­tig in der gu­ten Ge­sell­schaft der gro­ßen Mäd­chen und Jungs ge­lan­det - Evi­denz da­für lie­fert ih­re ak­tu­el­le 7" auf dem Ga­ra­ge-Boll­werk Slo­ven­ly Re­cord­ings, die frag­los ihr bis­lang stärks­tes Song­bün­del ent­hält - selbst­be­wust und sau­mä­ßig catchy, oh­ne da­bei ih­re schrä­ge Kan­te zu ver­ra­ten. Hier fin­den Fi­na­le die per­fek­te Schnitt­men­ge aus den di­ver­sen Ver­schro­ben­hei­ten von Bands wie et­wa Erik Ner­vous, Rea­li­ty Group, R.M.F.C. oder Neo Ne­os.

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Stalled Minds - Shades

Es sind be­reits fünf Jah­re ver­gan­gen seit der De­büt-EP der Pa­ri­ser Band aber das war­ten macht sich hier be­zahlt auf ih­rem ers­ten Lang­spie­ler, ei­nem Fass oh­ne Bo­den aus wuch­tig me­lo­di­schem (Garage-)Punk so grob in der Mach­art von Bands wie Cheap Whi­ne, Short Days, Red Dons oder Te­l­ecult… man mag auch Spu­ren von Mar­ked Men, Roy­al Hea­da­che oder Ther­mals drin wie­der­erken­nen. Ver­ein­zelt hält mal das Song­wri­ting nicht Schritt und dann krat­zen sie ge­fähr­lich nah an der Gren­ze zum seich­ten Pop Punk, aber wenn sie ihr Ziel tref­fen, dann mit Wucht, Prä­zi­si­on und nicht zu­letzt mit ei­nem sub­ti­len re­tro 60er Power­pop-Vi­be.

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Pleaser - Demo

Spek­ta­ku­lä­res ers­tes Do­ku­ment ei­ner Band aus Ko­pen­ha­gen, die hier ei­nen recht un­kon­ven­tio­nel­len Mix aus Post Punk, Hard- und Post­core spielt mit ei­nem sel­te­nen Sinn für Me­lo­die und ei­nem stark psy­che­de­li­schen, fast schon Shoe­ga­ze-mä­ßi­gen Un­ter­ton. Au­ßer­dem, mit Blick auf die Ko­pen­ha­ge­ner Sze­ne, geht es kaum an­ders als hier auch lei­se Echos der frü­hen Iceage und Lower zu re­gis­trie­ren.

Metdog - Certified Lover Dog

Met­dogs vier­ter Kurz­spie­ler ist mal wie­der 'ne Wun­der­tü­te vol­ler ver­spiel­tem, re­lax­tem Ga­ra­ge Punk, lass uns da­bei nicht von Ei­ern re­den… Be­wun­de­rer von R.M.F.C., Re­se­arch Re­ac­tor Corp. oder Sa­ta­nic To­gas wer­den den Krem­pel si­cher be­für­wor­ten, so wie auch ich hier mal 'ne Aus­nah­me ma­che und den Ein­satz von Au­to-Tu­ne oder Vo­coder oder was auch im­mer das im Raus­schmei­ßer-Track sein soll voll und ganz be­für­wor­te. Kunst, schät­ze ich mal.

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Pinch Points - Reasons To Be Anxious /​ Boy

Pinch Points do­cken jetzt al­so bei Ex­plo­ding In Sound Re­cords an? Nicht un­be­dingt die na­he­lie­gends­te Wahl, wür­de ich sa­gen, aber wen interessiert's… so lan­ge ih­re Mu­sik wei­ter­hin so ra­sier­mes­ser­scharf bleibt wie auf ih­rer neu­es­ten 7", die sie er­neut ir­gend­wo zwi­schen grad­li­ni­ge­ren Rea­li­ty Group und ei­ner no-bull­shit-In­kar­na­ti­on von Ura­ni­um Club po­si­tio­niert.