Virtual Combat - Death Machine

Die Band aus Syd­ney ließ kürz­lich schon ge­spannt auf­hor­chen mit zwei star­ken EPs und die­ser neue Kurz­spie­ler zeigt sie in ih­rer bes­ten Form bis­lang. Da­bei ope­riert die Band in ei­ner gol­de­nen Zo­ne zwi­schen Ga­ra­ge-, Syn­th-, Post- und Psych Punk und spannt da­mit ei­nen Bo­gen von schrä­gen Tel­ler­rand-Acs wie Die TV und DBR, über den Ga­ra­ge-Pri­mi­ti­vis­mus et­wa von Buck Bil­o­xi, Gi­or­gio Mur­de­rer bis hin zu den ab­ge­spa­ced psy­che­de­li­schen Trips von Zo­ids, Mo­no­ne­ga­ti­ves, Ma­teo Ma­nic, Si­li­con He­art­beat, Pow!, Cthtr und so­gar ei­ner lei­sen Ah­nung von Elec­tric Prawns 2 und ih­rem mo­nu­men­ta­len '23er Al­bum Prawn Sta­tic For Porn Ad­dicts.

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Corpus Earthling - The Glove

Nach zwei schon sehr er­freu­li­chen LPs in '22/'23 trifft der drit­te Lang­spie­ler die­ser Band aus Ha­mil­ton, On­ta­rio mal so rich­tig den Na­gel auf den Kopf. Nach ei­nem iro­nisch-me­tal­li­schen In­tro ver­strömt der Ti­tel­song di­rekt mal spe­zi­el­le Vi­bes á la MX-80, Chro­me und Me­tal Ur­bain plus ei­ne win­zi­ge Do­sis Cramps. Im wei­te­ren Ver­lauf be­kom­men wir durch­weg Fuzz-/Ga­ra­ge-/Space Punk-Scheiß der ers­ten Wahl vor­ge­setzt, schräg ge­nug um uns auf Trab zu hal­ten aber glei­cher­ma­ßen auch so­li­de ge­baut und aus­ge­fuchst, mit dem nö­ti­gen Maß an zu­cker­hal­ti­gem Oh­ren­schmaus oben­drein, wie et­wa in Cor­pus Earth­ling Meets The Coun­ter Cul­tu­re, in wel­chem ei­nem be­währ­ten und gut ein­ge­latsch­ten Punk-Stan­dard­riff die ex­zes­si­ve Fuzz­punk-Be­hand­lung wi­der­fährt. In an­de­ren Mo­men­ten, be­son­ders in den ers­ten paar Tracks, geht da so ei­ne Art Hawk­wind-ma­chen-ei­nen-auf-Hair-/G­lam Me­tal-Schie­ne ab. Ge­nau­so gut kann man da drin aber auch die Fin­ger­ab­drü­cke ei­nes dif­fu­sen Clus­ters ak­tu­el­ler Bands wie­der­fin­den wie z.B. Zo­ids, Thee He­ar­ses, Mo­no­bur­ro, Mo­no­ne­ga­ti­ves, Ma­teo Ma­nic oder Si­li­con He­art­beat.

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Marcel Wave - Something Looming

Okay, was ha­ben wir denn hier am Start… al­so ei­ne Lon­do­ner Band, die sich aus Mit­glie­dern der 2010er Ga­ra­ge Punk-In­sti­tu­tio­nen Sau­na Youth und Cold Pu­mas zu­sam­men­setzt, ver­öf­fent­licht auf den zu­ver­läs­si­gen Haus­num­mern Feel It Re­cords und Up­set The Rhythm… was kann da denn noch schief ge­hen? Nicht viel, der Scheiß fluppt! Da­bei klin­gen Mar­cel Wa­ve ei­gent­lich nach kei­ner der ge­nann­ten Bands und kom­men statt­des­sen mit ei­ni­gem vom viel­leich ele­gan­tes­ten Post Punk da­her, den ihr in die­sem Jahr zu hö­ren be­kommt, mit ge­wis­sen An­klän­gen an Py­lon und Del­ta 5, ge­le­gent­lich auf­blit­zen­den Te­le­vi­si­on-Schnör­keln und auch die frü­hen Wer­ke von Soft Boys und XTC könn­ten da Spu­ren hin­ter­las­sen ha­ben. Ge­nau­so kann man aber auch Par­al­le­len zu viel jün­ge­ren Bands wie Swee­ping Pro­mi­ses, Spread Joy oder Bo­de­ga zie­hen. Durch­weg hat das ei­ne ge­wis­se New Wa­ve-Qua­li­tät aber oh­ne da­bei je­mals über­zu­ckert oder weich­ge­spült zu klin­gen - ganz im Ge­gen­teil, denn die­se Tracks ha­ben im­mer kla­re Kon­tur und durch­aus schar­fe Kan­ten, die je­doch im­mer ge­kon­tert wer­den von reich­lich Wär­me und Me­lo­die in den Songs und Ar­ran­ge­ments - letz­te­res ent­lädt sich be­son­ders ein­drucks­voll in so Qua­si-Bal­la­den wie Peg und El­sie.

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Geoduck Diodes - Must Fry All Planets!

Das ist ja mal wil­der Scheiß von ei­ner Band aus Tü­bin­gen. Hals­bre­che­ri­sches Tem­po trifft hier auf un­ver­schämt grif­fi­ge Hooks und Me­lo­dien und geht in ei­ner ra­sier­mes­ser­schar­fen Äs­the­tik auf, die sich un­ge­müt­lich ver­kan­tet zwi­schen den Klang­wel­ten von glei­cher­ma­ßen me­lo­di­schen und ex­zen­tri­schen Hard­core-Acts wie Hip­py­fu­ckers, Ever­yo­ne Is Alo­ne So­me­ti­mes, Pink Gui­tars ei­ner­seits, und stär­ker aus der Ga­ra­ge-/Egg­punk-Ecke kom­men­den Hi-Speed Pun­k­at­ta­cken von so Bands wie The Gobs, Ex­white, Spe­wed Brain, Witch Piss oder 3D & The Ho­lo­grams.

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Brandon Monkey Fingers - Brandon Monkey Fingers

Bran­don Mon­key Fin­gers aus St. John's, Ka­na­da füh­len sich heut­zu­ta­ge ir­gend­wie fehl am Platz an und ihr wisst ja, dass mich der­ar­ti­ger Scheiß ma­gisch an­zieht. Ihr De­üt­al­bum be­wegt sich in ei­nem Klang­spek­trum ir­gend­wo zwi­schen old­schoo­li­gem Fuzz Punk, '80er und '90er (Pro­to-) Grunge und In­die Rock, ge­würzt mit sub­ti­len An­klän­gen an den leicht slud­gi­gen Am­Rep-Style Noi­se Rock. Vom al­ten In­ven­tar könn­te man z.B. U-Men und frü­he Mudho­ney zu den spi­ri­tu­el­len Vor­läu­fern zäh­len oder das ro­he­re En­de des Se­ba­doh-Spek­trums. In jün­ge­rer Zeit wie­der­um wür­de ich et­wa Dog Date und Hell­co als mög­li­che Re­fe­ren­zen an­füh­ren, au­ßer­dem frü­he Pa­le An­gels oder viel­leicht auch ei­ne we­ni­ger eu­pho­ri­sche, me­lo­die­ver­lieb­te Va­ri­an­te von Ca­li­for­nia X. Darth Vader's Boner hat ei­nen Vi­be nicht ganz un­ähn­lich zu den Ga­ra­ge-/Noi­se Rock-Hy­bri­den von The Cow­boy und Flat Worms. H.M.P. klingt ein we­nig als wür­den jün­ge­re Noi­se Ro­cker wie Metz, John (timestwo), Greys oder Van­gas mit psy­che­de­li­schen Folk-Ein­flüs­sen á la Angst ver­quirlt. Nor­bit hin­ge­gen steu­ert mit so ei­ni­ger Di­no­saur Jr.- und Cloud Not­hings-mä­ßi­ger En­er­gie un­ter der Hau­be auf ei­nen me­lo­di­sches Fi­na­le á la '90er Weezer zu.

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RONi - Fast! Loud!

Jau, es ist ei­ne wei­te­re Ver­öf­fent­li­chung ei­ner mys­te­riö­sen Fi­gur, die ich von hier an ein­fach als "die­ser Typ aus In­dia­na" be­zeich­nen wer­de, weil ich euch nicht je­des mal mit den un­zä­hi­gen Pseud­ony­men lang­wei­len möch­te, un­ter de­nen er sonst noch Mu­sik ver­öf­fent­licht. Ihr wisst was man zu er­war­ten hat und der Typ lie­fert wie im­mer sei­ne mi­ni­ma­lis­ti­schen aber hoch­prä­zi­sen At­ta­cken auf ei­ner va­ria­blen Ska­la zwi­schen Hard­core- und Ga­ra­ge Punk ab. So­fern sich bei dem Kerl über­haupt et­was än­dert, wür­de ich vor al­lem sa­gen dass der Krem­pel im­mer bes­ser wird!

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Disciplina Limitar - Yo tambi​é​n yo no

Die Band aus Ali­can­te und Va­len­cia, Spa­ni­en (die zu­vor auf ih­rer De­büt-EP auch noch als Dis­li ab­ge­kürzt wur­de) hat klar ein paar Ta­cken zu­ge­legt auf ih­rer neu­es­ten EP via Fle­xi­dis­cos, auf wel­cher sich simp­le­re At­ta­cken von Hard- und Post­co­re ab­wech­seln mit auf­wän­di­ge­ren Post Punk-Kon­struk­tio­nen, bei de­nen man nie ahnt was als nächs­tes pas­siert. Songs wie die Über­hym­ne Gla­mur In­te­ri­or ba­lan­cie­ren letz­te­re Ten­denz aus mit ei­ner Fül­le von me­lo­di­schen Un­ter­tö­nen, so­gar ei­nem Hauch von Wire-mä­ßi­ger Psy­che­de­lia im Raus­schmei­ßer-Track Ca­lambre Ex­qui­si­to. Der Ope­ner Est​á​s cans­ado wie­der­um hat ei­nen leich­ten Sau­na Youth-Vi­be und ins­ge­samt mag man auch ge­wis­se Echos von Bands wie Pyrex, Was­te Man, Sie­ve­head, Tu­be Al­loys, Cor­ker, Rank/​Xerox or Cri­mi­nal Code her­aus­hö­ren.

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Indenadfin - Sin miedo al éxito

Die­se Band (oder So­lo­pro­jekt?) aus Chi­le hat da ge­ra­de mal ei­ne arsch­tre­ten­de EP raus­ge­hau­en mit sim­pel-ef­fek­ti­ven Ga­ra­ge Punk-Knal­lern die ir­gend­wie prä­de­sti­niert wir­ken für ei­nen Re­lease auf Good­bye Boo­zy (ich sa­ge nicht, dass es so pas­sie­ren wird… nur dass es pas­sie­ren soll­te!), wo das Zeug sehr kom­for­ta­bel sei­nen Platz fin­den wür­de zwi­schen so Kra­wall­bands wie 208, Zo­ids und Si­li­con He­art­beat.

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Ménage Détroit - Ménage Détroit

Pain­ters Tape hat noch nie ent­täuscht und das ist auch nach wie vor kei­ne Op­ti­on an­läss­lich des neu­es­ten Re­leases, der De­büt-Cas­sin­gle von ei­nem Duo, wel­ches dar­auf zwei der ex­plo­sivs­ten Ge­schos­se aus klas­si­schem De­troit-Style Ga­ra­ge Punk ab­feu­ert, die mir in jün­ge­rer Zeit be­geg­net sind. Nicht mehr, aber auch nicht we­ni­ger.

Five Bucks - Go Skate /​ H82W8

Die­se Band aus Va­re­se, Ita­li­en lässt auf ein sehr spa­ßi­ges De­mo vom vor­letz­ten Jahr ei­ne noch deut­lich gei­le­re 2-Track-Sin­gle fol­gen. Go Skate be­schwört ei­ne pul­sie­ren­de Elek­tro­punk-Äs­the­tik her­auf nicht un­ähn­lich et­wa zu Spy­ro­ids, Freak Ge­nes, O-D-EX oder der jüngs­ten Shrudd EP. H82W8 hat dann mehr von ei­nem fluf­fi­gen Ga­ra­ge Pop-Vi­be so grob im Fahr­was­ser von Slim­ex, Daugh­ter Bat and the Lip Stings, Ghoulies, Gee Tee und Bus­ted Head Ra­cket, ne­ben noch vie­len an­de­ren.