Tot - Untergang

Tot - Untergang

Garage Punk mit deut­schen Lyrics ist aus irgend­ei­nem Grund ja eine ziem­lich rare Ange­le­gen­heit und genau das macht diese Debüt-EP einer Band irgendwo aus Nie­der­sach­sen zu einer erfri­schen­den Ano­ma­lie. Musi­ka­lisch hält sich das am psy­che­de­lisch-spa­ce­ro­cki­gen Rand des Gen­re­spek­trums auf, erin­nert mit sei­nen mas­si­ven Reverb- und Feed­back­or­gien z.B. an Dest­ruc­tion Unit oder die an die­ser Stelle neu­lich zu bewun­dern­den Aus­tra­lier Wash, aber auch große Teile der kali­for­ni­schen Dwyer-Con­nec­tion sind als Ver­gleich nicht ganz fehl am Platz. Zudem weckt ein leicht post­pun­ki­ger Unter­ton in Ver­bin­dung mit den mini­mal aber deut­lich gehal­te­nen Tex­ten Asso­zia­tio­nen zum Stutt­gar­ter Unbe­ha­gen. Sau­ber!

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Tropical Trash - Southern Indiana Drone Footage

Tropical Trash - Southern Indiana Drone Footage

Nach­dem die Noi­se­combo aus Loui­se­ville, Ken­tu­cky vor ein paar Jah­ren mit ihrem Debüt­al­bum UFO Rot bereits einen star­ken ers­ten Ein­druck hin­ter­las­sen hat, hab ich die Band erst­mal etwas aus den Augen ver­lo­ren bis eine Split 7" mit den Ita­lie­nern Bru­tal Bir­th­day wie­der meine Auf­merk­sam­keit geweckt hat. In der Zwi­schen­zeit hat ihr Sound aus Noise Rock, Sludge Punk, Post­core und einer rauen Gara­gen­kante ganz schön an Wucht und Bestimmt­heit dazu­ge­won­nen und erin­nert mich mal an eine zugäng­li­chere Vari­ante von Nearly Dead, ver­quickt mit jeder Menge alter Hot Snakes, ein paar sub­ti­len Sonic Youth-Momen­ten, der Dis­so­nanz von Spray Paint und dem kom­pro­miss­lo­sen Druck von Metz. Bin über­zeugt.

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Hank Wood And The Hammerheads - Heads

Hank Wood And The Hammerheads - Heads

Was muss ich dazu denn noch groß erzäh­len? Eine neue Cas­sin­gle mit zwei mal neuem Kraft­fut­ter der Ham­mer­köpfe! Also dreht ordent­lich auf und schaut den eige­nen Extre­mi­tä­ten dabei zu, wie sie in ner­vö­ses Zucken aus­bre­chen.

Musavi - EP 2018

Musavi - EP 2018

Der Name die­ser Band aus San Fran­cisco hat mög­li­cher­weise aus rei­nem Zufall die glei­chen Vokale wie Fugazi, aber das würde mich wun­dern. Klingt ihr Post­core doch etwas wie ein Quer­schnitt durch den Dischord-Kata­log - vom der­ben Hard­core der Grün­dungs­zeit bis zu den kom­ple­xe­ren Sounds der dar­auf fol­gen­den zwei Jahr­zehnte. Dazu kom­men noch ein paar Trop­fen Bad Brains - wie­derum aus bei­den Pha­sen, in denen die noch gut waren - und ein biss­chen Gara­gen­knarz. Über­haupt unter­schei­det sich die EP von den meis­ten aktu­el­len Ver­öf­fent­li­chun­gen des Gen­res durch eine rohe, unge­stüme Ener­gie, wo andere Bands eher Dis­zi­plin wal­ten las­sen. Erfri­schend finde ich das.

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Digital Leather - FEEET

Digital Leather - FEEET

Eine ver­dammt not­wen­dige Com­pi­la­tion von Shawn Foree und sei­nem groß­ar­ti­gen Syn­th­punk-Pro­jekt Digi­tal Lea­ther ist seit kur­zem vom Düs­sel­dor­fer Label Sten­cil Trash Records zu bekom­men. Forees Musik sauge ich mir seit andert­halb Jahr­zehn­ten mit dem Stroh­halm rein und hab immer noch nicht genug davon. Da kommt es gele­gen, dass FEEET über­wie­gend die obsku­re­ren Ecken sei­ner umfang­rei­chen Dis­ko­gra­fie plün­dert. Die meis­ten die­ser Songs sind irgend­wann mal auf diver­sen Tapes erschie­nen und viele sind nun erst­mals Digi­tal und auf Vinyl zu bekom­men. Nur ein Teil davon war mir bis­lang geläu­fig und einige der­je­ni­gen, die ich schon kenne hätte ich gerne mal in digi­ta­ler oder phy­si­scher Form gehabt. Einen Track hier kennt nicht mal Dis­cogs.

Das ganze klingt kei­nes­wegs nach Krü­meln vom Tisch, son­dern ergibt in der Summe ein sehr star­kes und homo­ge­nes Album. Wer also einen guten Ein­stieg in die gleich­zei­tig so quir­lige wie auch zap­pen­dus­tere Welt von Digi­tal Lea­ther sucht wird hier fün­dig. Außer­dem Pflicht­pro­gramm für die­je­ni­gen, die zwar mit Forees Werk ver­traut sind, aber nicht schon seit 15 Jah­ren auf obsku­ren Labels erschie­nene Kas­set­ten aus den Staa­ten impor­tie­ren. Und auf wen kei­nes der bei­den Kri­te­rien zutrifft, der sollte hier hier den­noch zugrei­fen, weil das Teil ein­fach eine von Anfang bis Ende bril­li­ante Platte ist.

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Blooming Season - New Values

Blooming Season - New Values

Bloo­m­ing Sea­son kom­men aus Mont­real, spie­len aber im Kon­trast dazu eine Mischung aus Post­core - der eher nach Washing­ton und Chi­cago klingt - und Post Punk der ten­den­zi­ell recht zugäng­li­chen, aber kei­nes­wegs zah­men Sorte, dem ich mal eine gewisse Nähe zur aktu­el­len bri­ti­schen Szene unter­stel­len würde. Im Titel­song der EP wird dar­über hin­aus ein Drama in Cine­ma­scope aus­ge­rollt, das an Pro­tomar­tyr oder Bam­bara erin­nert. Über­haupt ist das eine abwechs­lungs­rei­che und dabei nahezu makel­lose Vier­tel­stunde, in der kein Song wie der andere Klingt.

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Laxity - Demo Tape 2018

Laxity - Demo Tape 2018

Das ist schon die dritte Platte an einem Stück heute, deren Song­texte in einer mir unver­ständ­li­chen Spra­che gesun­gen, gebrüllt oder gekotzt wer­den. Das ist rei­ner Zufall, echt jetzt. Jeden­falls kom­men Laxity aus Kra­kau und tref­fen abso­lut mei­nen Nerv mit einem Sound aus Post Punk, ganz viel Noise, No-Wavi­ger Dis­so­nanz und ver­ein­zelt etwas Hard­core. Wen Bands wie Soup­cans, Vul­ture Shit, Gum­ming oder Strange Attrac­tor nicht abschre­cken, der ist sicher auch bei die­ser Band ganz rich­tig am Platze. Aber auch wer sich für eine extra-krude Vari­ante von Spray Paint erwär­men kann, wird hier seine Momente fin­den.

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Triple Ente - Triple Demo

Triple Ente - Triple Demo

Hab ich anläss­lich des letz­ten Demos der Band aus Ali­cante, Spa­nien noch den Neo Neos-Ver­gleich bemüht, kommt das auf Demo Num­mer drei nicht mehr so recht hin. Neben etwas weni­ger schrot­ti­gen, aber immer noch ange­nehm schep­pern­den Pro­duk­ti­ons­wer­ten zei­gen drei neuen Songs eine Hin­wen­dung zu einem melo­di­sche­ren Unter­bau, der ihnen eben­falls ganz aus­ge­zeich­net steht.

Svart Katt - Allt blir nog bra

Svart Katt - Allt blir nog bra

Svart Katt aus Stock­holm und ihr leicht gara­gig ange­hauch­ter, melan­cho­li­scher Punk­rock mach­ten in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit ja schon mit einer EP und einem Album auf sich auf­merk­sam, die beide schon mehr als nur beacht­lich waren. Mit ihrem neu­es­ten Kurz­spie­ler hat die Band mei­nes Erach­tens aber ihr bis­he­ri­ges Glanz­stück geschaf­fen. Könnte man das bis­he­rige Song­ma­te­rial beson­ders auf Alb­um­länge noch als etwas ein­tö­nig und sim­pel gestrickt bezeich­nen, machen die neuen Songs einen gereif­ten, sorg­fäl­tig aus­ba­lan­cier­ten Ein­druck und bestä­ti­gen mein Bild von ihnen als eine Art schwe­di­sche Radioac­tivity, zu denen sie auch qua­li­ta­tiv zuneh­mend auf­schlie­ßen.

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R. Clown - The Big Break

R. Clown - The Big Break

Der ver­län­gerte Syn­th­punk-Arm von Ray­mond Schmidt (u.a. S.B.F., Race Car) hat seine zweite EP bei Digi­tal Regress drau­ßen und erweist sich - wie eigent­lich alles woran er sich betei­ligt - erneut als hoch­po­tente Spaß­ka­none.

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