Viceprez - Juger

Wow, die­se Band aus dem fran­zö­si­schen Dörf­chen Bo­rée jon­gliert mit ei­nem gan­zen Arsch voll un­ter­schied­li­cher Gen­res und be­werk­stel­ligt das mit schlaf­wand­le­ri­scher Selbst­si­cher­heit auf ih­rem De­büt­al­bum. Los gehts mit ei­ner kur­zen, ge­rad­li­ni­gen Hard­core­at­ta­cke und im wei­te­ren Ver­lauf tou­chie­ren sie so Styles wir et­wa kräf­tig zu­pa­cken­den Post­core, hart ro­cken­den Ga­ra­ge Punk eher mitt­le­ren Tem­pos, groo­vy ver­win­kel­ten Post Punk und so­gar et­was va­ge Pi­xies-mä­ßi­gen 80er old­school In­die-/Al­ter­na­ti­ve Rock mit Surf-Vi­be gibt es da mal auf die Oh­ren. Das al­les schüt­teln die mit be­stechen­der Leich­tig­keit aus dem Är­mel und die Plat­te hat ei­gent­lich kei­ne wirk­li­che Schwach­stel­le - durch­weg ziem­lich be­ein­dru­cken­der Scheiß!

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Air Vent Dweller - Air Vent Dweller

Ein net­tes klei­nes Pa­ket aus mo­de­rat eieri­gem Ga­ra­ge Punk und Fuzz Pop, der et­wa ge­gen­wär­ti­ge Schräg­hei­ten à la Print Head oder Freak Ge­nes mit ei­ner or­dent­li­chen Do­sis De­spe­ra­te Bicy­cles, frü­her Fly­ing Nun Re­cords-Äs­the­tik - ins­be­son­de­re The Clean und The Stones - und ei­nem ge­le­gent­li­chen Hauch von C86 ver­bin­det, wie et­wa in Cow­boys Aren't Re­al… oder man mag auch Ver­glei­che zu un­zäh­li­gen Ar­te­fak­ten der 80er Kas­set­ten­kul­tur zie­hen, die über die Jah­re viel­leicht mal auf ir­gend­ei­ner Messthetics/​Homework/​Hyped To De­ath Com­pi­la­ti­on auf­ge­taucht sind oder halt auch nicht.

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Star Party - Meadow Flower

Mit Leu­ten von Vexx, Gen Pop und Sweeping Pro­mi­ses an Bord, wer wür­de da schon et­was ge­rin­ge­res er­war­ten als kon­zen­trier­te Groß­ar­tig­keit? Ge­nau die be­kom­men wir dann auch auf der ers­ten LP der Band aus Se­at­tle. Die acht Songs dar­auf sind Noi­se­pop-Lutsch­bon­bons vom höchs­ten Ka­li­ber, die auch dem Re­zept­buch von so va­ge Surf­pop- und JMC-be­ein­fluss­ten Acts ent­lehnt sein könn­ten wie et­wa den frü­hen Pri­mi­ti­ves, Jo­an­na Gru­e­so­me, frü­hen Wav­ves, Ma­le Bon­d­ing und, am ak­tu­ells­ten, UV-TV. Da­bei ist die Song­sub­stanz stark ge­nug, um auch noch zu funk­tio­nie­ren wenn man den all­ge­gen­wär­ti­gen Fuzz-Ne­bel sub­ta­hiert, wie et­wa in dem hin­rei­ßen­den Ti­tel­track - ei­ner me­lan­cho­li­schen Dream­pop-Bal­la­de.

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Unknown Liberty - Chain Of Madness

In­ter­es­san­ter Mix aus Hard­core-, An­ar­cho- und Post Punk, den hier ei­ne Band aus King­s­ton, New York zu­sam­men­braut mit ein paar de­fi­ni­ti­ven KBD-Vi­bes à la Laun­cher, ein biss­chen UK82-mä­ßi­ger En­er­gie, je­der Men­ge ru­di­men­tä­rer Peni(sse) und dem ge­le­gent­li­chen An­flug von Crass.

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Die Verlierer - Die Verlierer

Stark re­tro­mä­ßi­ger Post Punk, kommt aus Ber­lin und klingt auch sehr da­nach. Un­über­hör­bar nölt hier der glei­che Er­satz-Rio ins Mi­kro, der das auch bei Mas­ke zu tun pflegt. Der all­ge­mei­ne Ton­fall ist hier aber et­was dre­cki­ger, ga­ra­gi­ger als bei er­wähn­ter Band, hat mal so was Wi­pers-mä­ßi­ges oder ei­nen Hauch von S.Y.P.H., auch nicht all­zu fern von neu­zeit­li­chen Er­schei­nun­gen à la Aus, Hyä­ne, Die Wär­me oder Pe­ter Muf­fin und die Heils­ar­mee. An­ders aus­ge­drückt: Hät­te so auch um '81 rum er­schei­nen kön­nen. Es sind auch 'ne Hand­voll un­ter­wäl­ti­gen­der Fül­l­er­tracks ent­hal­ten, was man ih­nen in An­be­tracht der un­be­strit­te­nen Hö­he­punk­te ver­zei­hen mag. Die sind noch neu hier. Aber den Ver­such mit dem Funk, den spa­ren wir uns beim nächs­ten mal, ja?

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C-Krit - C-Krit

Schei­ße, riecht das mal streng hier… aber auf ei­ne gu­te Art und Wei­se. Nach an­dert­halb mil­de ver­stö­ren­den Tapes auf Im­po­tent Fe­tus kommt jetzt per Te­try­on Tapes der ers­te “Lang”-Spieler der Band hin­ter­her und ver­brei­tet er­neut hel­le Freu­de. Ganz schön ei­te­ri­ger Hard- und Noi­se­core ist das, den man va­ge mit so Acts wie Soupcans, Stink­ho­le oder Vul­tu­re Shit ver­glei­chen mag, aber auch von al­ten Pio­nie­ren wie Flip­per, No Trend und Bro­ken Ta­lent hat das ein biss­chen was. Als Kind wur­de mir von mei­nem re­li­giö­sen Um­feld mal sug­ge­riert, man könn­te sich durch das hö­ren von bö­ser Rock­mu­sik ganz schnell ei­nen fie­sen Dä­mon ein­fan­gen (zum Glück hielt die Pa­nik­ma­che in mei­nem Fall nicht lan­ge vor…). Kei­ne Ah­nung was man sich beim leicht­sin­ni­gen An­hö­ren die­ser Kas­set­te ein­fängt, aber zu den Ne­ben­wir­kun­gen ge­hö­ren wil­der Sar­kas­mus, Durch­fall und ein aus­ge­präg­tes Ge­fühl von al­les scheiß­egal.

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Split System - Split System

Hier ha­ben wir es mal wie­der mit ei­nem arsch­tre­ten­den, ge­mä­ßigt old­schoo­li­gen Ga­ra­ge Punk-Ar­te­fakt aus Aus­tra­li­en zu tun, her­auf­be­schwo­ren von Leu­ten die ihr Hand­werk ver­ste­hen. Am Ge­sang ha­ben wir hier nie­mand ge­rin­ge­ren als den groß­ar­ti­gen Jack­son Reid Briggs, der hier frei von den Ver­su­chun­gen und Ab­len­kun­gen des Gi­tar­ren­spiels mal ganz schön vi­tal und be­freit klingt, ei­ne deut­lich nu­an­cier­te­re Ge­sangs­per­for­mance ab­lie­fert als wir das bis­her von ihm ge­wohnt wa­ren. Auch die rest­li­chen Be­tei­lig­ten sind bei­lei­be kei­ne Un­be­kann­ten, sind hier doch un­ter an­de­rem Leu­te von Stiff Ri­chards und Speed Week am Werk. Simp­les aber mit­rei­ßen­des Song­ma­te­ri­al trifft auf ei­nen un­auf­halt­sa­men Dri­ve. Das Zeug klingt schon auf den ers­ten Blick ver­traut, hat da­bei aber ei­ne ge­wis­se Ver­spielt­heit und Viel­sei­tig­keit, wel­che die­se Songs den­noch klar von den zu­vor ge­nann­ten Bands zu un­ter­schei­den ver­mag.

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Hippyfuckers - ????

Ein ve­ri­ta­bler Schlag in die Ma­gen­gru­be, das De­büt-Tape die­ser Band aus St Lou­is, Mis­sou­ry. Hard­core Punk mit un­kon­ven­tio­nel­len und fle­xi­blen Struk­tu­ren, in man­chen Au­gen­bli­cken durch­aus me­lo­disch und catchy, in an­de­ren dann mit ei­nem düs­te­ren Post Punk /​ De­ath Rock-Un­ter­ton und au­ßer­dem ist da noch der ge­ra­de sehr schick­li­che (ver­steht mich nicht falsch, ich find’s su­pi) Ga­ra­gen­vi­be am Start. Man mag sich mal an Hüs­ker Dü in ih­rer Hard­core-Pha­se er­in­nert füh­len oder an neue­ren Hard-/Post­core-Krem­pel wie Nopes, Pink Gui­tars, Ce­ment Shoes oder den knall­bunt-psy­che­de­li­schen Hard­core-Alb­traum von Mur­de­rer.

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Print Head - Change

Ein neu­es Tape des mys­te­riö­sen Pro­jekts das mög­li­cher­wi­se in Hicks­vil­le, New York an­säs­sig ist und das Zeug bleibt un­vor­her­seh­bar wie eh und je. Dies­mal be­kom­men wir ei­nen Bat­zen von durch­weg un­ter ei­ne Mi­nu­te lan­gen, me­lo­di­schen Ga­ra­ge-Smas­hern vor den Latz ge­knallt - ab­ge­fuz­z­ter High Speed Power­pop, der ein biss­chen so an­mu­tet wie ei­ne Ga­ra­ge Punk-In­kar­na­ti­on der frü­hen Gui­ded By Voices aus ei­nem al­ter­na­ti­ven Rea­li­täts­strang.

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Isotope Soap - In Need Of Systematic Entropy

Mit or­dent­li­cher Ver­spä­tung - wie heut­zu­ta­ge lei­der so ziem­lich al­les, das mal auf Vi­nyl er­schei­nen möch­te - be­kom­men wir das neu­es­te Opus von Schwe­dens fä­higs­ter Syn­th­punk-Ka­pel­le und mei­ne Fres­se, ist das ein ab­ge­spac­ter neu­er Le­vel an Schräg­hei­ten, auch für die­se Band. Ge­nau so wie ich’s am liebs­ten hab al­so. Zur Hälf­te bestht die LP aus ex­tra ver­spul­ten, in­stru­men­ta­len In­ter­lu­des mit so ei­nem ge­wis­sen Hauch von ei­nem bi­zar­ro John Car­pen­ter Sound­track und die rest­li­chen Songs schei­nen mehr als je zu­vor In­spi­ra­ti­on von al­ten Gen­re-Pio­nie­ren zu ge­win­nen - na­tür­lich ist da auch ein biss­chen De­vo drin, aber noch eher den­ke ich da et­wa an so Zeug wie Screa­mers, Units oder Ner­vous Gen­der, ver­mischt mit jün­ge­ren Acts à la Set-Top Box, Di­gi­tal Lea­ther und ge­le­gent­lich mei­ne ich auch ei­ne grim­mi­ge Post Punk-Ge­ruchs­no­te ähn­lich zu Bands wie Vi­deo oder VHS zu re­gis­trie­ren.

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