Italia 90 - Borderline 7"

Mal wie­der ein sau­be­rer Re­lease von den Post­pun­kern Ita­lia 90 aus Lon­don. Die A-Sei­te Bor­der­line prä­sen­tiert ih­ren Sound in sei­ner bis­lang kom­pak­tes­ten, ein­gän­gigs­ten Form mit ei­nem Hauch von Go­to­beds, Slee­pies oder B-Boys. Wenn ihr mich fragt ist hier aber die düs­te­re B-Sei­te De­cla­re die ei­gent­li­che Haupt­at­trak­ti­on, die sich ein biss­chen nach ei­ner (stark ge­reif­ten) Rück­be­sin­nung auf den kan­ti­gen Mi­ni­ma­lis­mus und die star­ken Swell Maps- und Mem­bra­nes-Vi­bes ih­rer ers­ten EP an­fühlt.

TVO - Alive!

Ei­nen schö­nen Auf­stand tritt da ei­ne Band aus Phil­adel­phia los, zu glei­chen Tei­len Ga­ra­ge Punk und Noi­se Rock und ani­miert vom Geist di­ver­ser Klas­si­ker in der Grau­zo­ne von old­school (Post-)Punk und (Proto-)Noise Rock. Die ers­ten Tö­ne mö­gen ein biss­chen an Brai­niac er­in­nern, aber vor al­lem ist es Zeug aus den 80ern wie U-Men, X (AUS), Flip­per, Feed­ti­me, No Trend… so­ger ein leich­ter Un­ter­ton von frü­hen Mi­nu­te­men kommt zwi­schen­zeit­lich vor. An ge­gen­wär­ti­gen Bands fal­len mir dann spon­tan noch Cu­tie und Pat­ti ein.

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Dummy - Weird

Japp, der Ti­tel ist pro­gramm hier bei der drit­ten Kas­set­te des in Min­nea­po­lis an­säs­si­gen Punk-Pro­jekts Skull Cult ali­as Se­an Al­berts, be­kannt auch durch sei­ne an­de­ren Groß­ta­ten mit Skull Cult, QQQL und Bel­ly Jel­ly. Ton­nen­wei­se ein­falls­rei­che und schrul­li­ge Schräg­hei­ten mit Ga­ra­ge-, Syn­th- und Ei­er­be­zug rol­len hier un­auf­halt­sam vom lau­fen­den Band.

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Peacemaker - See You Dead /​ Greed

Hier ist noch ein wei­te­res glei­cher­ma­ßen kur­zes und spa­ßi­ges Tape, das ei­nen die­ser le­cke­ren old­school Hard­core/KBD-Sty­le/­Ga­ra­ge Punk-hy­bri­den trans­por­tiert, so schlicht und ele­gant und ma­kel­los in der Aus­füh­rung. Die­ser Scheiß wird nie alt.

Nasty Party - Celebration

Die­ses Duo aus Syd­ney und Lon­don trifft be­reits auf An­hieb al­le Nä­gel auf den Kopf mit so ehr­li­chen wie ein­dring­li­chen Ly­rics und ei­nem Sound nicht ganz un­ähn­lich zu jün­ge­ren bri­ti­schen DIY-Er­schei­nun­gen wie Si­li­co­ne Va­lues und Sub­ur­ban Ho­mes, wo­bei Nas­ty Par­ty ih­re deut­li­chen Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties-Vi­bes aber mit ei­ner gu­ten La­dung Buz­zcocks-Dri­ve aus­ba­lan­cie­ren. Au­ßer­dem kom­men mir da­bei noch Pro­to Idi­ot und Freak Ge­nes in den Sinn.

Last Quokka & False Cobra - The West Ghost Split

Ich weiß nur gu­tes zu sa­gen über die­se Split 7" zwei­er aus­tra­li­scher Bands. Last Quokka's Sei­te war­tet mit zwei ih­rer bis­lang bes­ten Songs auf und dem be­reits ver­trau­ten Sound aus Post­core mit Ga­ra­ge-Boost so­wie Mo­men­ten von Hot Sna­kes und frü­hen Jaw­box, eben­so auch von ge­gen­wär­ti­gen Bands wie Vi­deo, Bad Bree­ding und As­cot Stab­ber.

Von Fal­se Co­bra hö­re ich hier zum ers­ten mal. Man­cher der ge­nann­ten Ver­glei­che mag auch auf ih­re zwei Songs zu­tref­fen, aber ins­ge­samt liegt bei ih­nen das Ge­wicht deut­li­cher auf Sei­te von Ga­ra­ge und klas­si­schem Punk­zeugs - ein Fit­zel­chen von The Ruts oder X (L.A.) ist da an Bord, aber auch mit The Li­ving Eyes, Mi­ni Skirt oder frü­hen Teen­an­ger gibt es Ge­mein­sam­kei­ten.

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Motor Corp - Demo

De­lu­xe Bi­as trifft zum wie­der­hol­ten mal gut in die Schei­ße mit ei­nem wei­te­ren Tape von der Sor­te, des­sen kur­ze Lauf­zeit schon an Sa­ti­re grenzt und auf dem mir ein Hard­core­punk ent­ge­gen kommt, der kaum ur­sprüng­li­cher und pri­mi­ti­ver sein könn­te, die Hö­rer mit rei­ner Wil­lens­kraft über­rum­pelt be­vor je­ne über­haupt ver­ar­bei­ten kön­nen, was sie sich da ei­gent­lich ge­ra­de an­ge­hört ha­ben.

TJ Cabot & Sonic Hz - Out Of Touch

Für mei­nen Ge­schmack wa­ren bis­he­ri­ge Ver­öf­fent­li­chun­gen des ka­na­di­schen Ga­ra­ge-Weir­dos TJ Ca­bot im­mer von et­was wech­sel­haf­ter Gü­te. Mit sei­ner neu­es­ten 7" - ei­ne Kol­la­bo­ra­ti­on mit dem Syn­th Wa­ve-Mu­si­ker So­nic Hz - be­wegt er sich aber klar in der gol­de­nen Zo­ne, in wel­cher die bes­ten Zu­ta­ten aus bei­den Wel­ten zu­sam­men­kom­men und ich mich ein we­nig an die Schwe­den Iso­to­pe Soap er­in­nert füh­le.

Waste Man - One Day It'll All Be You

Mit ih­rem zwei­ten Lang­spie­ler ha­ben sich Was­te Man aus New Or­leans fast kom­plett von dem Hard­core-Fak­tor ge­löst, der auf ih­rem saustar­ken 2018er Tape A New Ty­pe Of Worry noch al­les zu­sam­men hielt. Was nicht hei­ßen soll, dass ih­re neu­es­te LP we­ni­ger span­nend wä­re, ganz im Ge­gen­teil: Das hier ist ihr bis­lang ehr­gei­zigs­ter und glei­cher­ma­ßen reifs­ter Out­put ge­wor­den. Ei­ne un­vor­her­seh­ba­re Ab­fahrt, die auf dem Weg mal bei so Schlau­mei­er-Ga­ra­ge Punk á la Vin­ta­ge Crop, Dumb und Ura­ni­um Club an­eckt, von dort ei­nen Bo­gen über Art Punk der Sor­te Li­thics oder Pat­ti, hin zu mo­der­nem Post Punk der Pu­blic Eye-, Go­to­beds- und Bam­ba­ra-Schu­le auf­spannt. Gleich­zei­tig strahlt das gan­ze aber auch noch ein paar old­schoo­li­ge­re Vi­bes ab - leich­te Echos von Wire und Sac­cha­ri­ne Trust sind da­bei am deut­lichs­ten aus­zu­ma­chen.

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Weenog - Weenog's Tower

Okay… es scheint ganz so als ob die um sich grei­fen­de Dun­ge­on-Wel­le, wel­che vor ge­rau­mer Zeit im Ge­biet der Syn­th-ba­sier­ten Klang­ex­pe­ri­men­te ih­ren Lauf nahm und seit­dem un­ter an­de­rem an den Tel­ler­rän­dern des Ga­ra­ge Punk an Ein­fluss ge­wann jetzt ganz zag­haft aber un­ver­meid­lich in den feuch­ten Kel­lern des Hard­core Punk Ein­zug hält. Die­ses spa­ßi­ge Tape mit neu­en, mit­tel­al­ter­li­chen Über­le­bens­kampf-Hym­nen über schwe­re, stump­fe Ob­jek­te und an­de­rer Leu­te Schä­del klingt ein biss­chen so, als ver­ein­ten et­wa Lum­py & The Dum­pers, Cü­lo und Stran­ge At­trac­tor ih­re Kom­pe­ten­zen um ei­nen al­ter­na­ti­ven Jab­ber­wo­cky-Sound­track auf­zu­neh­men.

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