Erik Nervous - Halfass

Ein neu­er Re­lease der Ga­ra­ge Punk-Licht­ge­stalt Erik Ner­vous aus Ka­lama­zoo, Mi­chi­gan ist je­des mal ein ros­ti­ger Ei­mer voll pu­rer Glück­se­lig­keit. Dies­mal über­wie­gend mit ei­ner fast schon Hard­core zu nen­nen­den En­er­gie­vor­ge­tra­gen (in die­ser Ho­se steckt - an­ders als der Ti­tel sug­ge­riert - min­des­tens ein gan­zer Arsch), ge­hört das frag­los zu sei­nen bis­her di­rek­tes­ten, kom­pak­tes­ten und ef­fi­zi­en­tes­ten Bat­zen an su­per­tigh­ten Ga­ra­gens­mas­hern. Oh, und was wä­re ei­ne Erik Ner­vous EP oh­ne die Ver­trös­tung auf ei­nen noch auf­zu­neh­men­den Va­por­wa­re-Song, der dann viel­leicht ir­gend­wann mal bei Band­camp auf­taucht… oder halt auch nicht.

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Society - All Flies Go To Hell

Vier­ein­halb spa­ßi­ge Schram­mel­or­gi­en der stark Pro­to Punk-in­spi­rier­ten Mach­art von einem­Ty­pen, der zu­fäl­lig auch bei Toe Ring mit am Werk ist. Das Zeug klingt ein biss­chen nach 'ner Mi­schung aus Peace De Re­sis­tance, Woo­len Men und Ho­ney Ra­dar plus ei­nem Hauch von Mo­dern Lo­vers.

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Rogue - Rogue

Qua­li­tät aus dem Hau­se Phan­tom Re­cords mal wie­der und bei den Tä­tern han­delt es sich schon wie­der um ei­ne die­ser Ber­li­ner Bands für die ich lang­sam mal Men­gen­ra­batt ver­han­deln soll­te. Post Punk, ja wer hät­te es denn ge­dacht? Sol­cher, der sei­ne Her­kunft mit Wür­de trägt, da­bei aber je­des mal ei­nen ei­ge­nen krea­ti­ven Spin mit­bringt. Fun­ky und doch mit or­dent­lich knir­schen­dem Dreck im Ge­trie­be. Be­son­ders pro­mi­nent ist hier ein ge­wis­ser Surf­rock-Vi­be, den sie mut­wil­lig wie ein Brech­ei­sen zwi­schen die Spei­chen wer­fen, was ein paar spa­ßi­ge Stunts und Ma­nö­ver zur Fol­ge hat. Auch et­was durch ei­nen Gun Club-meets-The Fall-Fleisch­wolf ge­zo­ge­ner Rocka­bil­ly ist da mit von der Par­tie. Mein per­sön­li­cher Fa­ve hier ist ei­ne fei­nes Ge­schoss na­mens An­ger­man, wel­ches das Spiel von Zu­cker­brot und Peit­sche, aus dis­so­nan­tem Noi­se und Me­lo­die, ganz per­fi­de auf die Spit­ze treibt.

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Reckless Randy - Reckless Randy

Ir­gend­wie ist mir die­ser Typ aus Oce­an Ci­ty, New York bis­her durch die Lap­pen ge­gan­gen. Sein Lang­spiel-De­büt trifft da­für aber gleich mal voll mei­nen Nerv mit ei­ner Auf­fas­sung von simp­lem bis dum­men Ga­ra­ge-, Elec­tro- und, ge­le­gent­lich, Syn­th Punk, der häu­fig noch mal ei­nen deut­li­chen Schlag in Rich­tung '77 auf­weist und an al­te Pio­nie­re wie Screa­mers, MX-80, Me­tal Urbain/​Dr. Mix & The Re­mix oder auch ein klei­nes biss­chen an Chro­me er­in­nert. In Coun­try Girls gibt es dann pas­send zum Ti­tel noch ei­nen leich­ten An­flug von Gun Club-mä­ßi­gem Cow­punk, wäh­rend man in der Ge­gen­wart viel­leicht Ver­glei­che zu so Acts wie S.B.F., Kid Chro­me, Zo­ids oder Ma­teo Ma­nic zie­hen möch­te.

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Neutrals - Bus Stop Nights 7"

Na­tür­lich mal wie­der oh­ne Aus­nah­me bril­li­ant, der jüngs­te Out­put die­ser selt­sam bri­tisch klin­gen­den Band aus Oak­land, Ka­li­for­ni­en. Das hier mag da­bei ih­re am we­nigs­ten Post Punk-las­ti­ge, am stärks­ten power­pop­pi­ge Plat­te bis­her sein, die er­neut aus al­len Näh­ten platzt an­ge­sichts der schie­ren Men­ge an meis­ter­haft aus­ge­roll­ter, bo­den­los char­man­ter Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties-An­be­tung plus ei­nem ge­wis­sen Un­ter­ton der frü­hen Me­kons oder De­spe­ra­te Bicy­cles.

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Canadian Rifle - I'm Just Like You 7"

Huch, die­se Leu­te schei­nen ja schon ganz schön lan­ge ihr Ding zu dre­hen und doch stol­pe­re ich hier zum ers­ten mal über ih­re Mu­sik. Die neu­es­te EP der Band aus Chi­ca­go ist dann gleich auch mal ein lu­pen­rei­ner Le­cker­bis­sen be­stehend aus me­lo­di­schem Punk­rock mit die­ser ge­wis­sen ro­hen 80er Kan­te á la SST Re­cords, die für kur­ze Zeit in den 2010er Jah­ren ja er­neut mal ein klei­nes Ding war, sich seit­dem aber auch schon wie­der ziem­lich rar ge­macht hat. Stellt euch mal so 'ne Mi­schung aus Bands vor wie frü­hen Milk Mu­sic, Needles/​/​Pins, Ca­li­for­nia X, Com­man­der Keen oder Hap­py Di­ving vor.

Weak Signal - War and War

Hui, ich hat­te jetzt aber mal nicht mit ei­nem der­ar­tig hoch­wer­ti­gen Ge­nuss ge­rech­net in Form des jüngs­ten Al­bums die­ser New Yor­ker, die bis­lang kom­plett un­ter mei­nem Ra­dar ge­flo­gen sind. Auf die Oh­ren gibt es ei­ne stark von Vel­vet Un­der­ground und Je­sus and Ma­ry Chain in­spi­rier­te Me­lan­ge aus Fuzz-/Power-/Noi­se-/Dream Pop, die schon al­lei­ne durch die Stär­ke des Song­ma­te­ri­als über­zeugt und als har­ten Kon­trast da­zu dann sound­mä­ßig eher mal so auf klei­ner Flam­me vor sich hin gart. Es braucht al­so ein biss­chen Ge­duld, aber das zart auf der Zun­ge zer­ge­hen­de Re­sul­tat ist dann ei­ne ein­zi­ge Gau­men­freu­de, wäh­rend ich je­des Hook und je­des Fit­zel­chen an sub­ti­ler Tex­tur in ih­ren Klang­land­schaf­ten ab­feie­re.

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Feed - Western Fun /​/​ Djinn - Relapse /​/​ Zhoop - Top Shelf

Ich glaub die­sem Vo­gel aus Ham­mond, In­dia­na hab ich hier noch nie so wirk­lich das Spot­light ge­wid­met, das er ei­gent­lich ver­dient hät­te - ihr wer­det sei­ner Mu­sik da­für aber si­cher schon auf ir­gend­ei­ner der Ver­span­nungs­kas­set­ten be­geg­net sein, auf de­nen sei­ne di­ver­sen Al­ter Egos in jün­ge­rer Zeit ziem­lich re­gel­mä­ßig auf­ge­taucht sind. Hier sind jetzt drei sei­ner neu­es­ten Bat­zen des mi­ni­ma­lis­ti­schen Hard­core Punk, der bei al­len drei Pro­jek­ten ei­gent­lich ziem­lich ähn­lich klingt, sieht man mal von leich­ten Va­ria­tio­nen in Sa­chen Tem­po und In­ten­si­tät ab so­wie von et­was elek­tro­ni­scher Bil­lig­hei­mer-Un­ter­stüt­zung im Fal­le von Feed, wo­mit sich der Kerl wohl oben­drein noch den Ti­tel bes­ter (ein­zi­ger?) Hard­core-Sty­lo­pho­nist red­lich ver­dient hät­te.

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The Neuros - The Neuros 7"

Die Band aus Mel­bourne lie­fert hier auf ih­rer De­büt-EP ei­ne un­be­irrt sau­mä­ßig ge­ra­de­aus ro­cken­de La­dung des schnör­kel­lo­sen (Garage-)Punk mit ei­nem ge­ra­de­zu al­ter­tüm­lich an­mu­ten­den Vi­be der '77er Schu­le ab, et­wa so wie ei­ne ganz schön fuck­ing viel tra­di­tio­nel­le­re In­kar­na­ti­on von Amyl and the Snif­fers. Dass sie so­was von der Lei­ne las­sen kön­nen oh­ne da­bei auch nur an­nä­hernd ab­ge­nutzt zu klin­gen, spricht so­wohl für ih­re Fä­hig­kei­ten als an­ge­mes­sen tight agie­ren­de Com­bo als auch für die Qua­li­tät des zu­grun­de­lie­gen­den Song­ma­te­ri­als.

Rude Television - Distractions

Nach­dem wir schon ei­nen ex­zel­len­ten ers­ten Ein­druck auf ei­ner Split­kas­set­te mit dem tol­len AJ Cor­tez ge­win­nen konn­ten, setzt der Typ aus West Palm Be­ach, Flo­ri­da auch auf der Nach­fol­ge-EP das ho­he Ni­veau fort mit sei­nem Ga­ra­ge- und Syn­th Punk, der et­wa die schrul­li­ge En­er­gie von Bands wie Sa­ta­nic To­gas, Erik Ner­vous, Pr­i­son Af­fair, Mo­no­ne­ga­ti­ves, RMFC ver­sprüht… da­bei aber auch ei­ne sub­til power­pop­pi­ge '77er No­te à la Tom­my And The Com­mies mit­bringt und mit fort­schrei­ten­der Lauf­zeit schält sich auch zu­neh­mend ein ge­wis­ser Ali­en No­se­job- /​ Aus­mu­te­ants-Vi­be her­aus.

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