CB Radio Gorgeous - CB Radio Gorgeous 7"

Ir­gend­wie muss ich die ers­te EP die­ses Quar­tetts aus Chi­ca­go vor zwei Jah­ren über­se­hen ha­ben… des­sen Be­gut­ach­tung ich jetzt mal drin­gend nach­ho­len muss, denn ih­re neue 7" ge­winnt so­fort mei­ne Sym­pa­thie mit ei­ner ge­konn­ten Mix­tur aus ge­ring­fü­gig ga­ra­gen- und hard­core-in­fi­zier­tem Punk­rock der eher schnör­kel­lo­sen Mach­art, nicht un­ähn­lich zu Ne­ga­ti­ve Scan­ner (de­ren Gi­tar­ren­be­nut­zer Matt Re­vers sich hier un­ter den Tä­tern be­fin­det), Vexx und ab­ge­run­det durch ein klein we­nig 77er Rif­fing á la Amyl & The Snif­fers.

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Das Drip - _​

Scha­de zu er­fah­ren, dass die­se EP - nicht all­zu lan­ge nach ih­rem Gen­re-trot­zen­den/-fi­cken­den/-de­kon­stru­ie­ren­den/-spren­gen­den Al­bum im letz­ten Jahr - schon der Schwa­nen­ge­sang der hei­ßes­ten Hard­core-Haus­num­mer in North Ca­ro­li­na sein soll. Al­so nehmt die Chan­ce wahr noch mal über Das Drip's am­bi­tio­nier­ten Hardcore/​Postcore/​Artcore/​Weirdcore - de­fi­ni­tiv nie­mals Bo­ring­core - zu stau­nen.

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Donors - Donors

Das hier ist ein selt­sa­mes Biest. Do­nors aus Nash­ville zo­gen schon vor zwei Jah­ren mit ih­rer ers­ten EP und ei­nem noch nicht ganz so aus­ge­fre­ak­ten Cock­tail aus Ga­ra­ge- und Post Punk mei­ne Auf­merk­sam­keit auf sich, aber das hier ist ein ganz an­de­rer Le­vel an Schräg­heit, wenn sie ih­ren Sound in zu­neh­men­dem Ma­ße mit dis­so­nan­tem No Wa­ve ver­wüs­ten so­wie mit al­tem pro­to-Noi­se­rock á la Flip­per oder No Trend an­rei­chern. Wo­mit könn­te ich die­ses Zeug ver­glei­chen… Ty­vek oder Con­stant Mon­grel als No Wa­ve Band re­inkar­niert? Spray Paint auf'm Ga­ra­gen­trip? Auch wenn ich nicht so si­cher bin was die Band sich hier mal vor­ge­nom­men hat, be­steht doch kein Zwei­fel dass ihr Un­ter­fan­gen ein durch­schla­gen­der Er­folg ist. Und ge­ra­de glaubt man al­les ver­ar­bei­tet zu ha­ben, da über­ra­schen sie ei­nen noch mal im Raus­schmei­ßer Fi­ne Print mit ei­ner an Haun­ted Hor­ses er­in­nern­den In­dus­tri­al-Kan­te.

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Nuts - Demo

Sieht so aus als ob die köl­ner Sze­ne zu­neh­mend in Schwung kommt. Neu­es­tes In­diz ist die­ses durch­weg spa­ßi­ge De­mo vol­ler ver­schro­be­nem ein-Mann-DIY Ga­ra­ge Punk nicht un­ähn­lich zu Acts wie Pr­i­son Af­fair, Set-Top Box, T.L.B.M., Dot.Com, Dee Bee Rich… so­gar ein biss­chen was von frü­hem Erik Ner­vous hat's. Fei­ner Shit!

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Freaks - Freaks

Ein un­nach­gie­bi­ges Ge­wit­ter aus KBD-trifft-Stoner-Punk tre­ten die Freaks aus Phil­adel­phia los, an­ge­trie­ben von reich­lich Hard­core-En­er­gie. Fängt ein biss­chen so an wie ei­ne Ver­schmel­zung von frü­hen Milk Mu­sic oder Di­no­saur Jr mit den Hüs­ker Dü der Ever­ything Falls Apart-Ära, schwingt sich da­nach aber eher auf ei­nen Mo­dus ein, der nach ei­ner Mi­schung aus Tarantüla/​Cülo, Fried Egg, ei­nem Hauch von Laun­cher riecht, an­ge­rei­chert um ein paar Sludge- und De­ath Rock-Vi­bes, wo­bei mich letz­te­re et­was an Be­ta Boys er­in­nern.

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Stuck - Change Is Bad

Das De­büt­al­bum der Band aus Chi­ca­go er­weist sich als so stark wie man es sich nur er­hof­fen konn­te, ein mas­si­ver Qua­li­täts­sprung in Rei­fe und Fi­nes­se ver­gli­chen mit ih­rer be­reits mehr als so­li­den EP aus dem vor­letz­ten Jahr. Ge­nau wie da­mals ha­ben Stuck kei­ne Am­bi­tio­nen das Gen­re auf links zu dre­hen, be­wei­sen aber statt­des­sen ein um­fas­sen­des Ver­ständ­nis der Mit­tel und Mög­lich­kei­ten ih­res Gen­res, ei­ne dif­fe­ren­zier­te An­wen­dung von des­sen Vo­ka­bu­lar und Gram­ma­tik zu ei­nem mit­rei­ßen­den Er­geb­nis. Klar lässt sich ein ge­wis­ser Ein­fluss ver­gan­ge­ner Haus­num­mern aus ih­rer Hei­mat­stadt nicht ver­leug­nen und auch die ob­li­ga­to­ri­schen Spu­ren von 90er Wa­shing­ton sind durch­aus vor­han­den - aber noch stär­ker er­in­nert mich ihr Sound an ak­tu­el­le Acts vom Schla­ge USA Nails und ganz be­son­ders an die der­zei­ti­ge Wel­le aus­tra­li­scher Bands wie Bat­piss, Bench Press und Noughts.

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Neutrals - Rent /​ Your House EP

Nach zwei star­ken De­mo­tapes und dem un­glaub­li­chen Knal­ler von ei­nem De­büt­al­bum, das letz­tes Jahr via Emo­tio­nal Re­spon­se auf uns lo­ge­las­sen wur­de, ist nun auch schon wie­der ei­ne neue EP am Start, die naht­los an des­sen Qua­li­tä­ten an­knüpft. Der­zeit trifft kei­ne an­de­re Band so über­zeu­gend den Na­gel auf den Kopf in die­sem spe­zi­el­len Sub­gen­re aus end­los char­man­tem und ver­schro­be­nem, da­bei aber grund­ehr­li­chem DIY Post-/Art Punk, bei dem un­ter an­de­rem si­cher die Te­le­vi­si­on Per­so­na­li­ties, frü­he Me­kons oder De­spe­ra­te Bicy­cles Pa­te ge­stan­den ha­ben - wäh­rend ih­re Mu­sik gleich­zei­tig nach al­lem an­de­ren als ei­ner Re­tro-Show klingt, son­dern klar un­se­rer Zeit ent­stammt und mit bei­den Fü­ßen auf dem ge­gen­wär­ti­gen Bo­den der Tat­sa­chen steht.

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Xetas - The Cypher

Ih­re drit­te LP - er­neut auf dem ge­schmack­voll be­nann­ten La­bel 12XU Re­cords er­schie­nen (ich bin da nicht in­vol­viert, Eh­ren­wort) - prä­sen­tiert die Xe­tas aus Aus­tin und ih­ren Sound in sei­ner ih­rer bis­lang reifs­ten In­kar­na­ti­on, was sich vor al­lem in ei­nem selbst­be­wuss­te­ren, ab­wechs­lungs­rei­chen und im­mer grund­so­li­den Song­wri­ting be­merk­bar macht. Im­mer noch ist das auf der Schwel­le zwi­schen strai­gh­tem Punk­rock und en­er­gi­schem Post Pun­k/-core zu ver­or­ten, wenn auch der Kom­pass dies­mal ver­stärkt in letzt­ge­nann­te Rich­tung aus­schlägt. Kann man et­wa als ei­ne Mi­schung aus Red Dons, Vi­deo, Me­at Wa­ve und Day­light Rob­be­ry be­zeich­nen. Oder an­ders aus­ge­drückt: Qua­li­täts­lärm!

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Shrinkwrap Killers - Stolen Electronics To Shove Up Your Ass 7"

Net­te 7" mal wie­der via Iron Lung Re­cords von den Sh­rink­wrap Kil­lers aus Oak­land. Die sprengt ein ganz re­spek­ta­bles Loch in eu­re Laut­spre­cher mit zwei ta­del­lo­sen KO-Schlä­gen aus fuz­zlas­ti­gem, me­lo­di­schem Ga­ra­ge Punk mit ge­wis­sen Ähn­lich­kei­ten zu den Sta­lins Of Sound, S.B.F. oder Kid Chro­me.

The Cowboy - WiFi on the Prairie

Nach­dem der letz­te Sie­ben­zöl­ler des Tri­os aus Cleve­land ein ge­wis­ses Maß an Ent­span­nung in ih­rem Sound sug­ge­rier­te, hat es jetzt nicht lan­ge ge­dau­ert bis sie auf ih­rem zwei­ten Al­bum wie­der in die rau­bei­ni­gen al­ten Ge­wohn­hei­ten zu­rück­fal­len - ja so­gar noch ei­nen drauf­le­gen im Ver­gleich zum schon reich­lich wuch­ti­gen De­büt. Das Er­geb­nis ist er­neut ei­ne un­auf­halt­sa­me Fuz­zka­no­ne aus Punk, Ga­ra­ge und Noi­se, wo­bei mich das dies­mal be­son­ders stark an die kom­pro­miss­lo­se In­ten­si­tät frü­her The Men in der Green­berg-Ära er­in­nert.

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