U-Nix – 8 Songs

U-Nix - 8 Songs

Wun­der­ba­rer Krach kommt da mal wie­der aus dem Hause Drop Medium. Bei U-Nix aus Port­land sind unter ande­rem Ex-Mit­glie­der von NASA Space Uni­verse am Werk und auf die­sem Tape ver­sam­meln sich Songs, die zuvor auf einer 7″ und einer Com­pi­la­tion erschie­nen sind. Der ultra-old­schoo­lige, abso­lut kom­pro­miss­lose Hard­core­punk dar­auf gehört in sei­ner unauf­halt­sa­men Wucht zwei­fel­los zu den rohes­ten, aber auch über­zeu­gends­ten Lär­m­at­ta­cken, die ich die­ses Jahr zu hören bekom­men hab.



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Ecstasy – Ecstasy

Ecstasy - Ecstasy

Der erste Kurz­spie­ler die­ser Band aus San Fran­cisco macht schon mal einen aus­ge­zeich­ne­ten ers­ten Ein­druck in der Gestalt von fünf aus­ge­spro­chen kurz ange­bun­de­nen Aus­brü­chen aus Hard­core, Post- und Garage Punk.


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Lumpy & The Dumpers – Those Pickled Fuckers

Lumpy & The Dumpers - Those Pickled Fuckers

Äh… Wei­ter­ent­wick­lung? In einem Atem­zug mit die­ser Band? Jeden­falls haben Lumpy & The Dum­pers aus Saint Louis mal wie­der ein neues Häuf­chen Dung fal­len las­sen. Nach wie vor ist das im Umfeld von Noise, Punk und Garage zu ver­or­ten, aber was sie auf ihrer neu­es­ten EP fabri­zie­ren könnte man teil­weise schon als semi-kom­pe­tent bezeich­nen. Neu dazu kommt außer­dem ein zag­haf­ter Ein­satz elek­tro­ni­scher Lär­mer­zeu­gung und in Someone’s in the House hat sich über­ra­schend ein No-Wavi­ges Saxo­fon ver­irrt. Aber zu kei­nem Zeit­punkt droht das ganze auch nur annä­hernd nor­mal zu klin­gen. L&TD bewah­ren ihren rohen, abge­fuck­ten Charme.



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Luggage – Three

Luggage - Three

Mal wie­der eine Band aus Chi­cago die einen spe­zi­el­len Klang­kos­mos beackert, der an die­sem Ort irgend­wie schon seit Jahr­zehn­ten beson­ders gut zu gedei­hen scheint. Pas­sen­der­weise wurde das Zeug auch deut­lich hör­bar bei Elec­tri­cal Audio auf­ge­nom­men, wenn auch ohne direkte Betei­li­gung eines gewis­sen Mr. Albini. Kann man sich also schon den­ken, mit was für Musik wir es hier zu tun haben: Ein Sound, der sich deut­lich im Umfeld von Noise- und Math­rock, Post- und Slow­core bewegt und vom ers­ten Moment an Asso­zia­tio­nen zu den Klas­si­kern von Slint, Tar, Code­ine und spä­te­ren Unwound her­vor­ruft. Die unver­meid­li­chen Shel­lac kann man natür­lich eben­falls raus­hö­ren und etwas Sonic Youth-Dis­so­nanz macht sich auch immer wie­der breit.

Alt­be­kann­tes Zeug also, aber auch abso­lut hoch­wer­tig und stil­si­cher. Sel­ten bekommt man heute einen der­ar­ti­gen Sound auf so hohem Niveau, in solch einer hoch­kon­zen­trier­ten und dis­zi­pli­nier­ten Dar­bie­tung zu hören. Eigent­lich ist das viel zu gut für die Ver­öf­fent­li­chungs­form als Tape. Mir als voll­di­gi­tale Per­son könnte das ja eigent­lich ziem­lich schnulle sein, aber für Leute mit ande­ren audio­tech­ni­schen Vor­lie­ben und gene­rell auch als Zei­chen der Wert­schät­zung für die­ses tolle Album wäre es doch zu wün­schen, dass irgend­wer das Ton­ma­te­rial noch auf schwar­zen Boden­be­lag trans­fe­riert.



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Bike Thiefs – Lean Into It

Bike Thiefs - Lean Into It

Bike Thiefs sind ein Trio aus Toronto und hier­bei han­delt es sich um ihre dritte EP. Die macht ziem­lich Laune mit einem schön druck­voll vor­wärts wal­zen­den Klang­kos­tüm, das zwi­schen post­pun­ki­gem Indie­rock und wuch­ti­gem Post­core oszil­liert, bei­des ist mit einer herz­haf­ten Noise-Kante ver­se­hen. In der erst­ge­nann­ten Eigen­schaft erin­nert mich das ein wenig an die Goto­beds, in der letz­te­ren an aktu­elle Bands wie Tunic, Greys oder Bat­piss. Das fluppt ganz her­vor­ra­gend.


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Sob Stories – Sob Stories

Sob Stories - Sob Stories

Emo­tio­nal Response hat mal wie­der zuge­schla­gen und sich mit die­sem Quar­tett aus Oak­land eine wei­tere Perle raus­ge­pickt. Die Debüt-EP von Sob Sto­ries über­zeugt auf gan­zer Linie mit ihrem aus der Zeit gefal­le­nen Power- und Jangle Pop. Der Klingt als wäre die Zeit so ca. 1980 ste­hen­ge­blie­ben und wer so was wie eine Seele besitzt, wird sich der Fülle and mit­rei­ßen­den Hooks und Melo­dien kaum ent­zie­hen kön­nen.


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Yes I’m Leaving – Pure Joy

Yes I'm Leaving - Pure Joy

Auch schon wie­der drei Jahre her seit dem letz­ten Album der Noi­sero­cker aus Syd­ney. Und die Zeit haben sie hör­bar dafür genutzt ihren Sound zu ver­fei­nern, denn so kom­pakt haben sie noch nie geklun­gen. Ein­gän­gi­ger als zuvor, mit einer neu gewon­nen Melo­diö­si­tät. Ist natür­lich nur in Rela­tion zu den alten Plat­ten ver­ste­hen, das Zeug wummst immer noch ganz gewal­tig. Der Bra­chiale Noise alter Hel­den á la Green Magnet School oder Fudge Tun­nel, kom­bi­niert mit der rela­ti­ven Zugäng­lich­keit jün­ge­rer Bands wie frühe Greys, So Stres­sed oder USA Nails. Den gewis­sen Grunge-Fak­tor der ver­gan­ge­nen Alben haben sie sich aber auch bewahrt.



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Haram – بس ربحت, خسرت (When You Have Won, You Have Lost)

Haram - بس ربحت, خسرت (When You Have Won, You Have Lost)

Die New Yor­ker Band fällt ja schon alleine durch den Sel­ten­heits-Fak­tor einer US-Band mit ara­bi­schen Tex­ten auf und auch die wie­der­hol­ten, uner­freu­li­chen Begeg­nun­gen des Sän­gers Nader Haram mit diver­sen in der Ter­ror­ab­wehr invol­vier­ten Orga­ni­sa­tio­nen haben ver­ein­zelt für Schlag­zei­len gesorgt. Nee, klar. Wer auf ara­bisch singt kann ja nur ein ganz fie­ser Ter­ro­rist sein.

Jetzt ist nach eini­gen EPs der erste Lang­spie­ler der Band erschie­nen und es stellt sich her­aus, dass man ihnen auch alleine auf­grund ihrer Musik seine Auf­merk­sam­keit wid­men sollte. Die weiß mich näm­lich pro­blem­los zu über­zeu­gen. Kräf­ti­ger aber roher Hard­core­punk, der zeit­ge­mäß und old­schoo­lig zugleich klingt, der nicht nur end­los die tau­send­mal gehör­ten, aus­ge­lutsch­ten drei­ein­halb Riffs auf­wärmt und sich auch nicht an der all­ge­mei­nen Break­down-Epi­de­mie betei­li­gen will. Die Beto­nung liegt hier auf „Punk“ und in den Songs ver­birgt sich tat­säch­lich ein gewis­ses Maß an dre­cki­gem Rock’n’Roll. Ich fühle mich etwas an diverse Ver­tre­ter des unmit­tel­ba­ren prä-Revo­lu­tion Sum­mer Dischord-Sounds der mitt­le­ren Acht­zi­ger erin­nert. Aber ich bin jetzt auch nicht so der große Experte im Hard­corebe­reich, Genre-Ken­ner wer­den da sicher noch ganz andere Ein­flüsse raus­hö­ren.



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Acrylics – Structure/​Gluttony 7″

Acrylics - Structure/Gluttony 7"

Auch auf ihrer ver­mut­lich fünf­ten EP setzt die Band aus dem kali­for­ni­schen Santa Rosa noch­mal einen drauf. Das sind zwei durch­weg runde, unnach­gie­bige Noi­se­core-Atta­cken auf höchs­tem Niveau.

Wireheads – Lightning Ears

Wireheads - Lightning Ears

Seit eini­gen Jah­ren ste­hen die Wireheads aus Bris­bane jetzt schon für einen aus­ge­spro­chen kru­den Sound, der klingt als würde er jeden Moment in sich zusam­men fal­len und der auf seine ganz unver­wech­sel­bare Art Ele­mente aus Garage Rock, Proto-, Post- und Art Punk ver­mengt. Es tref­fen Ver­satz­stü­cke von Modern Lovers und Vel­vet Under­ground auf den Mini­ma­lis­mus und die quasi zur Reli­gion erho­bene Repe­ti­tion von The Fall. Aber mit einem Front­mann, der eher sui­zid­ge­fähr­det als streit­lus­tig klingt. Dabei gibt er eine eigen­wil­lige Lyrik von sich, die sich mehr auf einer emo­tio­na­len als auf einer logi­schen Ebene erschließt. Als wie­der­keh­ren­des Motiv lässt sich dies­mal eine selt­same Zah­len­mys­tik erken­nen. Kann was bedeu­ten, muss aber nicht.

Zugäng­li­cher klin­gen sie auf ihrem neuen Album und defi­ni­tiv ein­fa­cher an einem Stück zu hören als auf dem sehr guten, aber auch recht frag­men­ta­risch und sediert wir­ken­den Vor­gän­ger Arrive Alive aus dem letz­ten Jahr. Das meine ich kei­nes­wegs abwer­tend. Der schlep­pende, resi­gnierte Vibe der letz­ten Platte war kein Unfall, son­dern genau der sprin­gende Punkt, das zen­trale emo­tio­nale State­ment die­ses Albums. Auf Light­ning Ears sind hin­ge­gen nicht nur die rocken­den Num­mern zahl­rei­cher und haben deut­lich mehr Biss, auch viele der ruhi­ge­ren Momente gehö­ren zu ihrem bes­ten Song­ma­te­rial. Die Psy­che­de­lia von Is Fran­ces Faye God? und das folk­ige The Over­view Effect gehö­ren zu den defi­ni­ti­ven High­lights hier.



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