Cool Jerks - England

Mann, ist Eng­land ge­ra­de eins von so ei­ni­gen Län­dern, in de­nen ich der­zeit nicht woh­nen möch­te. Nun ja, Cool Je­rks le­ben je­den­falls dort und ihr La­ge­be­richt in Form des ers­ten Lang­spie­lers zeich­net ein an­ge­mes­sen grim­mi­ges Bild, wäh­rend sie sich klang­lich weit­ge­hend ih­rer frü­he­ren Ga­ra­gen­ele­men­te ent­le­di­gen zu­guns­ten ei­nes recht simp­len, mo­der­nen Post­core-Sounds mit Noi­se-las­ti­gen Ober­tö­nen, durch­aus ver­gleich­bar mit ei­ner ge­rad­li­ni­ge­ren Va­ri­an­te von Bad Bree­ding, au­ßer­dem mit As­cot Stab­ber oder Acry­lics.

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Public Eye - Music For Leisure

Pu­blic Eye aus Port­land wa­ren von An­fang an ei­ner der in­ter­es­san­te­ren Post Punk Acts un­se­rer Zeit und ich hat­te schon ge­ahnt, dass ihr bes­tes Ma­te­ri­al noch be­vor­steht. Aus­nahms­wei­se hat­te ich mal recht… Auf Mu­sic For Leisu­re ent­wi­ckelt sich ihr Sound zu ei­nem ganz ei­ge­nen Ding. Stell dir vor, ei­ni­ge der her­aus­ra­gen­den Bands des Gen­res wie et­wa Di­ät, Marbled Eye, The Est­ran­ged, In­sti­tu­te, Rank Xe­rox, Crea­ti­ve Adult und Brui­sed ver­schmel­zen zu ei­ner Ein­heit. Dann den­ke dir noch ei­ne gu­te La­dung Ga­ra­ge Punk der Teen­an­ger, Sau­na Youth, Flat Worms-Mach­art hin­zu - au­ßer­dem ein klein we­nig Wire und ein paar schram­me­li­ge Folk-Ein­flüs­se á la Vol­ca­no Suns. Das al­les bün­deln Marbled Eye zu­sam­men, schrau­ben das Tem­po zu ei­ner re­lax­ten Spa­zier­ge­schwin­dig­keit her­un­ter und ver­ar­bei­ten die Ge­schich­te aus ei­ner aus­ge­spro­chen song­ori­en­tier­ten Her­an­ge­hens­wei­se. Das Er­geb­nis ist nicht we­ni­ger als ei­ne der aus­ge­reif­tes­ten Post­punk-Plat­ten, die mir seit län­ge­rem un­ter­ge­kom­men ist.

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Cutters - Cutters

Die­se De­büt-7" ei­ner Band aus Mel­bourne ist ei­ne ein­zi­ge Wucht aus hoch­ent­zünd­li­chem Ga­ra­ge­core mit Ele­men­ten von Noi­se und Post­core als zu­sätz­li­che Brand­be­schleu­ni­ger. Das Zeug ver­bin­det den Punch von ADVLTS oder Bad Bree­ding mit ei­nem Ga­ra­gen- und old­schoo­li­gem Hard­corerum­mel, dem man Ge­mein­sam­kei­ten et­wa zu Fried E/​M, Electric Chair oder Mo­dern Needs zu­schrei­ben kann.

Vaguess - Directions For Use

Das Ga­ra­ge­punk-Über­we­sen Vin­ny Va­guess aus Los An­ge­les bleibt auch auf sei­ner neu­es­ten EP 'ne span­nen­de Sa­che. Wa­ren die vor­he­ri­gen zwei Lang­spie­ler ei­ne ge­ring­fü­gig ent­spann­te­re, Power­pop-las­ti­ge An­ge­le­gen­heit, über­rascht er hier er­neut mit quir­li­gen Post Punk-Ver­satz­stü­cken - häu­fig un­ter Zu­hil­fe­nah­me von leicht De­vo-mä­ßi­gen Syn­ths. Und wo wir schon vom Teu­fel re­den… mit Les­ser of Two ist hier so­gar ei­ne aus­ge­wach­se­ne Syn­th­pop-Hym­ne mit im Ge­päck, nicht un­ähn­lich zu man­chem was Ali­en No­se­job in jün­ge­rer Zeit ver­bro­chen ha­ben. Wei­te­re Ori­en­tie­rungs­punk­te wä­ren viel­leicht Nick Nir­mal, An­dy Hu­man and the Rep­to­ids, Teen­an­ger, ge­le­gent­li­che Spu­ren von Aus­mu­te­ants. Al­les da­von zün­det ganz vor­treff­lich, was un­ter an­de­rem mal wie­der sei­nem er­war­tungs­ge­mäß ex­zel­len­ten Song­hand­werk ge­schul­det ist.

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Boogie Board - Station

Die ak­tu­el­le EP von so 'nem Ty­pen aus Chi­ca­go lie­fert uns vier­ein­halb kur­ze aber wir­kungs­vol­le Far­ben­spie­le aus un­ver­schämt über die Dis­tor­ti­on-Klip­pe ge­schubs­ter krau­tig-spa­ce­ro­cken­der Psy­che­de­lic-Ga­ra­ge-Fuzz-Ek­sta­se. So et­wa De­st­ruc­tion Unit tref­fen auf Chro­me, Draggs kol­li­die­ren mit Dr. Mix & The Re­mix.

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Cherry Cheeks - Motivator /​ No Ticket /​ Neighborhood WATCH!

Ich hab al­les ver­sucht, den Out­put die­ses Pro­jekts aus Or­lan­do, Flo­ri­da als ein wei­te­res mit­tel­mä­ßi­ges Syn­th­punk-Ar­te­fakt un­se­rer Zei­ten ab­zu­tun… na ja, bei der ers­ten EP zu­min­dest. Die zwei­te führ­te dann schon zu ei­nem ge­wis­sen Miss­trau­en ge­gen­über mei­nem ei­ge­nen Ur­teils­ver­mö­gen. Mit EP Num­mer drei kam dann end­lich die Er­leuch­tung dar­über, was für ei­nen ge­ball­ten Hau­fen Na­tur­dün­ger sich mein an­ge­schla­ge­ner Klum­pen aus grau­er Mas­se manch­mal zu­sam­men­denkt. Ich könn­te mal ein Anus­im­plan­tat für mei­nen Kopf ge­brau­chen. Evo­lu­ti­on, du bist so ei­ne Ent­täu­schung… Die­se zwölf Songs sind unter'm Strich nicht we­ni­ger als ein aus­ge­spro­chen spa­ßi­ger Syn­th­punk-Trip. Ei­ner von der eher po­pori­en­tier­ten Mach­art, der so­weit mit je­der neu­en EP et­was an Klas­se da­zu­ge­won­nen hat. Al­so an­bei­ßen, wenn du et­wa Zeug wie Trash­dog, Warm Exit, Dot.com, Set Top Box, Power Plant, T.L.B.M. oder Spy­ro­ids gut aus­ste­hen kannst.

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Tommy And The Commies - Hurtin' 4 Certain

Neu­er Krem­pel von Tom­my and the Com­mies aus Sud­bu­ry, Ka­na­da. In­zwi­schen soll­te sich ja rum­ge­spro­chen ha­ben, was man zu er­war­ten hat: Ein wun­der­ba­res Spek­ta­kel aus erst­klas­si­gem Power­pop, leich­tem Ga­ra­gen­fak­tor und ei­ner Ex­tra­ladung von Buz­zcocks-mä­ßi­gem, me­lo­di­schem Punk­rock. Ei­ne schwung­vol­le Per­for­mance und über je­den Zwei­fel er­ha­be­ne Song­wri­ting-Skills he­ben das gan­ze noch mal auf ein hö­he­res Le­vel.

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Pork Belly - Jinx & Chew

Viel­ver­spre­chend und macht Spaß, die­se ers­te di­gi­ta­le Sin­gle ei­ner Band aus San Fran­cis­co. Post- und Art Punk von die­ser et­was schrä­gen und ver­spiel­ten Mach­art, die et­wa bei Freun­den von Pat­ti, Ro­lex, Rea­li­ty Group oder Emer­gen­cy Con­ta­ct si­cher auf Zu­stim­mung sto­ßen wird.

Mini Skirt - Casino

Be­reits mit ei­ner Hand­voll star­ker EPs auf­ge­fal­len, ha­ben Mi­ni Skirt aus By­ron Bay, Aus­tra­li­en jetzt ihr Lang­spiel­de­büt ab­ge­lie­fert. Na­tür­lich ha­ben sie auch hier wie­der ein paar Hüh­ner zu rup­fen, was sich in ei­ni­gen ih­rer an­ge­piss­tes­ten Ly­rics Bahn bricht, wäh­rend auf mu­si­ka­li­scher Sei­te wie­der al­les am Start ist, was man auf den EPs lieb­ge­won­nen hat, viel­leicht so­gar ein bi­schen mehr als das… Ga­ra­ge Punk und Pub Rock mit ge­wis­sen Ahn­lich­kei­ten zu Dumb Punts, Pist Idi­ots oder WOD, der sein ver­gleichs­wei­se re­lax­tes Tem­po mit ei­ner ein­dringl­chem Per­for­mance aus­gleicht, da­bei die­ses mal so­gar zö­ger­lich sei­ne sti­lis­ti­sche Pa­let­te um ver­ein­zel­te Mo­men­te von me­lo­di­schem Spät­acht­zi­ger/­F­rüh­neun­zi­ger-In­die Rock er­gänzt.

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Moth - Machine Nation

Mo­th aus Mel­bourne hat­ten vor ge­rau­mer Zeit be­reits ein ganz or­dent­li­ches De­mo raus, aber ih­re ers­te EP ist da mal um ei­ni­ges bes­ser. Mal ganz un­ro­man­tisch aus­ge­drückt ist das recht ty­pi­sches Ga­ra­ge- und Syn­th­punk-Ge­döns wie man es in der Ge­gen­wart ge­wohnt ist… aber an­de­rer­seits auch durch­weg kom­pe­tent, mit reich­lich viel Punch und ei­nem leich­ten psy­che­de­li­schen Touch. An­sons­ten ge­hen sie weit­ge­hend nach eta­blier­tem Useless Ea­ters-, Pow!-, Ex-Cult-, oder Flat Worms-Re­zept vor. Da kann man ja auch nicht viel falsch ma­chen.

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