Kaum vergehen ein paar Wochen, da hat Beef Jerk-Frontmann Stefan Christensen schon wieder ein neues Tape am Start. Wer die bisherigen Veröffentlichungen verfolgt hat, weiß schon, was ihn erwartet: Schön verschrobene, schrammelig-dissonante Indierock/Postpunk-Fragmente.
Wieder mal eine kleine Perle auf La Vida Es Un Mus Discos. Die londoner Good Throb verschmelzen etwas Hardcorpunk mit reichlich widerspenstigem und abgehacktem Post- und Garagepunk.
Eine sehr hübsche Splitveröffentlichung ist mal wieder auf dem kölner Label Contraszt! Records erschienen. Infinite Void kommen aus Melbourne, Arctic Flowers aus Portland und beide Bands stehen für schummrigen aber druckvollen Postpunk.
Die Neuseeländer schlugen ja schon mit ihrem Debütalbum ein paar kleine Wellen, ihr aktueller Langspieler gefällt mir aber um längen besser. Kraftvoller Postpunk trifft hier auf psychedelische Klangflächen, melancholischen Jangle Pop und Indierock, getragen durch gekonntes Spiel mit Melodie und Dissonanz.
Eine hübsche, in Eigenregie veröffentlichte Splitscheibe der beiden französischen Bands. Taulard aus Grenoble sind ja sicher schon einigen Lesern dieses Blogs bekannt, ihre drei neuen Songs sind eine nahtlose Fortsetzung des sympathischen Orgelpostpunks, der schon auf dem letzten Album bezauberte. Ultrademon aus Tolouse setzen einen netten Kontrast dazu mit atmosphärisch dichtem Noiserock.
Passend zu den – wie man es auch drehen mag – beunruhigenden Nachrichten aus der Türkei der letzten Tage, poste ich hier mal eine Band von dort. Ugly Shadows aus Istanbul haben zuletzt ihren ersten Langspieler rausgehauen, darauf gibt’s wütenden und düsteren Postpunk zu hören.
Normal poste ich hier ja keine Einzeltracks, aber das hier ist einfach zu gutes Zeug um’s liegen zu lassen. Ich dreh’s mir mal so zurecht: Beide Songs sind gleichzeitig bei Bandcamp aufgetaucht und kommen aus der gleichen Session, also sagen wir mal, beide zusammen ergeben ’ne schicke digitale Single. Hyäne kommen jedenfalls aus Berlin und spielen kraftvoll zubeißenden Postpunk-Krawall mit deutschsprachigen Lyrics und ganz viel Wut im Bauch. Passt problemlos in die Gegenwart, hätte so aber auch zu jedem beliebigen Zeitpunkt in den letzten 35 Jahren passieren können.
Okay, die Sleepies aus New York gibt es also auch noch. Schon ’ne Weile her, das letzte Album ist bereits älter als dieses Blog. Ich sach mal die neue Platte haut rein. Das hat was von frühen The Men; sowohl die brachialen Noise- und Punkattacken von Leave Home als auch die vielseitige Verspieltheit von Open Your Heart kommen mir in Erinnerung, die Postpunkig groovende Seite von Useless Eaters und sogar die angepisste Melancholie von Protomartyrs zweiten Album Under Color Of Official Right bietet sich stellenweise als Vergleich an. Das alles eingebettet in einen auf den ersten Blick halbweg relaxten, unter der Oberfläche aber ordentlich blubbernden Indierock-Sound. Ein absolut willkommenes Comeback.