The Living Eyes – Living Large

living eyes

Wenn eine Band den Namen eines Radio Birdman-Albums trägt, stehen die Chancen gut, dass mir das gefallen wird. Living Eyes aus dem australischen Geelong erinnern tatsächlich ein bisschen an besagte alte Punkhelden und noch ein bisschen mehr an ihre kleinen Brüder The Saints. Allerdings ist das Tempo hier etwas entspannter und der Sound mehr in den Fuzz-Eskapaden des 60er Psych- und Garagenrocks verwurzelt. Das geht teils auch in die Richtung aktueller Bands wie The People’s Temple oder Frowning Clouds. Recht traditionelles Zeug also, aber die ausgezeichneten Songs und der auf typisch australische Art abgehangene und verspielte Sound klingen alles andere als angestaubt.


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Hank Wood & The Hammerheads – Stay Home

hank wood & the hammerheads

Eine ziemliche Granate haben diese New Yorker mit ihrem zweiten Album abgeworfen. Energischer Garagenpunk, der selten den Fuß vom Gas nimmt und dabei mit Leichtigkeit den Bogen von so Klassikern wie Saints, Wipers, Gun Club oder New Christs zu aktuellen Geschichten á la Eddy Current Suppression Ring oder Parquet Courts spannt. Als Sahnehäubchen obendrauf kommen dann noch der prägnante aber unaufdringliche Orgeleinsatz und ein manisch ins Mikro bellender Sänger, der bröckchenweise eine abgehackte Silbe nach der anderen ausspuckt.



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Matthew Melton – Outside Of Paradise

matthew melton

Die Songs auf dem zweiten Soloalbum des Warm Soda- und Ex-Bare Wires-Frontmannes sind Überbleibsel aus den vergangenen Acht Jahren, das klingt auf den ersten Blick schon etwas nach Resteverwertung. Aber ehrlich gesagt finde ich diese Songs um einiges Stärker als die im letzten Jahr sehr abgefeierte Warm Soda Platte. Geblieben ist der dünne LoFi-Sound (die Drums offensichtlich mit Zahnstochern gespielt) und ein starkes Händchen für unwiderstehliche Pophooks. Aber hier kommt der eingängige Garagen-Powerpop dann doch etwas vielseitiger und weniger überzuckert daher, mit einer tendenziell eher melancholischen Grundstimmung.

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Outrageous Cherry – The Digital Age

outrageous cherry

Outrageous Cherry machen schon ziemlich lange die Konzertkeller von Detroit unsicher. Seit 1992 gibt’s die Band schon und das hier ist bereits ihr zwölftes Album. Nicht dass ich davon irgendwas mitbekommen hätte…
Auf der Platte fabriziert das Quartett jedenfalls leicht LoFi-mäßig produzierten Retro-Powerpop mit einem gewissen British Invasion- und R’n’B-Einschlag. Wenn man Bands wie Resonars, Guided By Voices, Kinks und Apache Dropout zusammen verrührt, könnte so ein ähnlicher Sound bei rauskommen. Sowas steht und fällt natürlich mit der Qualität der Songs. Die ist hier durchgehend sehr hoch.


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Porno Mags – Porno Mags

porno mags

Am letzten Tag des vergangenen Jahres hatte ich hier bereits die erste 7″ der Porno Mags aus Chicago im Programm und lautstark einen Langspieler gefordert. Woraufhin die Jungs sich per Kommentarfunktion zu Wort meldeten und einen baldigen Release zusicherten. Und Überraschung: Das versprochene Debütalbum ist bereits im April erschienen und ich hab’s trotz allem volle Kanne verpasst. Mit ’nem halben Jahr Verspätung macht die Platte zum Glück aber immer noch genauso viel Spaß, wie der erste Kurzspieler schon andeutete. Beide Songs davon sind hier enthalten, plus sechs ebenso ausgezeichnete Ausgeburten ihres relexten Garagenrocks, der eine gewisse Affinität zu alten Protopunk-Geschichten á la Modern Lovers, aber insbesondere zu Australischen vertretern wie Saints und Radio Birdman erahnen lässt.



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Meatbodies – Meatbodies

meatbodies

Garagenrock der etwas populäreren Machart, aber in richtig gut. Meatbodies aus Los Angeles sind eine weitere Band von Chad Ubovich, der ja bereits bei Fuzz mit am Werk ist und auch in den Bands von Ty Segall und Mikal Cronin mitmischt. So in etwa klingt das dann auch. Die schweren midtempo-Grooves von Fuzz treffen auf die flotten Garagenpunkbrecher aus Ty Segalls Slaughterhouse-/Twins-Phase, abgerundet durch etwas an Thee Oh Sees erinnernde Psychedelia.


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Paul Jacobs – Do It Again

paul jacobs

Die explosivste ein-Mann-DIY-Band aus dem kanadischen Windsor hat jetzt neues Personal bekommen. Vermutlich. Der gute Mann schweigt sich nämlich darüber aus, wer außer ihm selbst noch an der Platte beteiligt war. Jedenfalls sind hier viele seiner stärksten Cuts von den bisherigen Alben zum ersten mal in voller Bandbesetzung zu bestaunen. Das wirkt natürlich alles geringfühlig polierter, hat nicht ganz so den dreckigen Charme des alten Krempels. Dafür erstrahlen seine minimalistischen, schnörkellosen Garagenhymnen in einem ganz neuen Glanz, mit mit zusätzlichem Feuer unter den Klöten. Pflichtprogramm für Freunde des gepflegten Garagenkrachs.



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Vats – Today

vats

Kaputter, Noisiger Garage-Drone-Psychpunk von dieser Band aus Minneapolis, der sich jedoch unter seiner rauen LoFi-Oberfläche als gar nicht so kühl und unmenschlich herausstellt, wie er sich auf den ersten Blick gibt. Hat was von ’ner im Dreck gewälzten Garagenvariante ganz früher A Place To Bury Strangers

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Woolen Men – Fear (Man Revisited); Tour Tape 4

woolen men

Die großartigen Woolen Men aus Portland schmeißen mal wieder eine EP raus, die sie komplett an einem Nachmittag aufgenommen und gemischt haben. Dabei setzen sie die Marschrichtung der im Frühling erschienenen Quick Trips EP fort. Also keine psychedelisch angehauchten Garagenjams mehr wie sie einen Großteil des (nach wie vor sehr empfehlenswerten) ersten Albums ausmachen. Stattdessen konzentrieren sie sich voll und ganz auf die melodisch-euphorischen Punk-/Powerpophymnen mit immer noch vorhandenem Garagenfaktor. Und schütteln dabei einige ihrer bisher stärksten Songs aus dem Ärmel.


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Peoples Temple – Weekends Time

the people's temple

Weekends Time ist nach dem im Frühjahr erschienenen Musical Garden bereits das zweite Album, das Peoples Temple aus Lansing, Michigan dieses Jahr raushauen. Dabei haben sie scheinbar auch noch ein „The“ und ein Apostroph im Bandnamen hinter sich gelassen. Das neue Teil mag mich aber ein ganzes Stück mehr begeistern als sein Vorgänger, der sich etwas zu sehr auf bewährte Psych-Grooves verließ. Hier haben sie deutlich an einem vielseitigeren Songwriting gefeilt und in der Darbietung hat’s mehr punkiges Feuer unter’m Arsch. Sauber.

Stream: Human Cancer

Stream: Heart’s Ease
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