Tarantüla – Tarantüla

Tarantüla kommen aus Chicago und es spielen ehemalige Mitglieder von Cülo mit; die aktuelle EP der Band ist hierzulande mal wieder bei ETT zu bekommen. Darauf geht’s ohne überflüssige Schnörkel sofort zur Sache mit ordentlich drückendem, straightem Punkrock und einem kleinen Hardcore-Anteil, dem man eine gewisse Nähe zu alten Naked Raygun nicht absprechen kann; in manchen Momenten lassen sich aber auch Parallelen zu neueren Bands wie Criminal Code, Advlts, Flowers Of Evil oder Xetas ziehen.



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Faux Ferocious – Faux Ferocious

Der Sound dieser Band aus Nashville ließ sich schon immer etwas schwer festnageln und auch auf ihrer aktuellen EP geben zeigen sich weiterhin sehr wandlungsfähig, aber auch deutlich gereift. Der Opener Me and Johnny tobt sich auf einer Basis von psychedelischem Postpunk aus, angereichert um Elemente aus Kraut, Space- und Mathrock; die garagige Kante haben sie sich dabei bewahrt. The Big Kahuna hat dann einen gewissen Velvet Underground-meets-Modern Lovers-meets-Gun Club Vibe; zum Abschluss geht es dann noch mal ordentlich abgespaced zu.

Gene – I’m Gene, And I’ve Gone INSANE​!​!​!

Mal wieder was neues von dem Garagenprojekt aus Kansas City. Dahinter verbirgt sich Bennett Weaver, der auch bei The Drippies und Narc Parade die Gitarre bedient. Auf seinem neuesten Tape hat sein LoFi-Garagepunk diesmal eine ordentliche Hardcore-Infusion verpasst bekommen und erinnert damit besonders an letztgenannte Band.

ISIS – Material World

Dreckiger und primitiver LoFi-Synthpunk aus New Orleans mit starken Ähnlichkeiten und möglicherweise auch personellen Überschneidungen (es gibt fast keine Infos zur Band, ist also reine Spekulation…) zu den ebenfalls dort beheimateten Garagepunk-Wundern Giorgio Murderer und Buck Biloxi and the Fucks.

Gumming – Gumming

Ultrakaputtes Zeug aus Richmond, Virginia. Irgendwo im Spektrum von Post Punk, Noise und Garage zu verorten und mit einem gelegentlichen Hardcore-Nachbrenner ausgestattet, gehört das zum abgefucktesten Lärm, den besagte Genres derzeit zu bieten haben. Entsprechend weckt das Assoziationen zu den einigen der schäbigsten Bands unserer Zeit. Lumpy & The Dumpers, Soupcans und Strange Attractor wären da unter anderem zu nennen.



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Plax – Clean Feeling

Plax kommen aus Austin, Texas und bestehen unter anderem aus Mitgliedern von OBN III’s und Spray Paint. Besonders die Erwähnung letzterer Band lässt mich natürlich sofort aufhorchen, aber mit so einem verdammt perfekten, unbändigen Biest von einer Platte hatte ich dann doch nicht gerechnet. Das ist ein erstklassig Ärsche tretendes Gemisch aus Punk, Noise und Fuzz, das mal an den energischen Garage Punk von Ex Cult, Uranium Club oder frühen Tyvek erinnert, an den räudigen Postpunk von Institute oder den gnadenlosen Vorwärtsdrang der Hot Snakes. Die ganze Platte ist ein einziges Energiebündel.



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Big Huge – Cruel World

Und gleich noch mal ausgezeichneter Power Pop, diesmal aus dem guten Hause des seit jeher absolut geschmackssicheren Mannheimer Labels Erste Theke Tonträger, das den ersten Langspieler der New Yorker Band hierzulande unter die Leute bringt (am anderen Ende der Welt zeichnet sich Don Giovanni verantwortlich).

Um vorweg mal den Elefanten im Zimmer beim Namen zu nennen: Das klingt ziemlich nach Sheer Mag. Wenn auch nach einer etwas garagenlastigeren Variante davon. Sogar die Vocals von Daniel Regelski weisen starke Ähnlichkeiten zur Sheer Mag-Vokalistin Tina Halladay auf. Das ist aber auch alles kein Problem. Es ist ja nicht gerade so, dass die Welt jetzt von Hard- und Southern Rock-beeinflussten Punkbands überwschwemmt wird. Und aufgrund des durchweg starken Songmaterials vermag die Platte auch problemlos auf eigenen Füßen zu stehen.

In einer überwiegend von musikalischer Stagnation und Retrowellen geprägten Zeit begrüße ich doch jede unerwartete Erweiterung des Punk-Vokabulars. Vielleicht kommen in naher Zukunft ja ein paar gelangweilte Kids mit einer ganz anderen, neuen Form von angepisstem Lärm daher, über den wir alte Leute dann die Nase rümpfen können. Bislang lässt die Revolution jedoch auf sich warten und für den Moment empfinde ich auch die Erschließung einer bislang als vollkommen Punk-inkompatibel angesehenen Vergangenheit als eine willkommene Bereicherung.



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Neo Neos – The Hammer of Civilization 7″ / Sailer Suit And Machine Gun


Das augefuckteste und liebgewonnenste aller ungewaschenen DIY-Garagenprojekte aus Minneapolis hat nach einer unerträglichen Pause (meine Fresse, es sind sicher schon Wochen vergangen…) zwei neue Kurzspieler anzubieten, einer davon ist als 7″ auf It’s Trash Records erschienen. Hört unbedingt mal in die gleichnamige Radioshow von Jesse rein! Beide EPs verwöhnen mal wieder mit dem erwartungsgemäß kruden Garage Punk, dem offensichtlich alles am Arsch vorbei geht.



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Spodee Boy – Red State

Das Soloprojekt eines gewissen Connor Cummins aus Nashville beschert auf diesem Tape abgefuckten Garage Punk in bester Lo-Fi Homerecording-Ästhetik. Das klingt mal nach einer ultra-dreckigen Variante von The UV Race, in anderen Momenten reicht das Zeug sehr nah an den WTF-Gehalt einer durchschnittlichen Neo Neos-Veröffentlichung heran.


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The Cowboy – The Cowboy Album

The Cowboy kommen aus Cleveland und bestehen aus Mitgliedern von Homostupids und Pleasure Leftists. Das verspricht ja schon von vorneherein gut zu werden und das Ergebnis löst das Versprechen auch ganz problemlos ein. Das ist schön druckvoller aber auch ordentlich verschrobener Garagepunk mit subtilen, dissonanten Noise-Texturen, der hin und wieder an Bands wie Uranium Club, Beast Fiend, Ex Cult oder Advlts erinnert.



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