Schutzbrillen aufsetzen, es walzt hier eine komplett ungewaschene Ladung des gepflegten oldschool Hardcore, solcher, der sich auch in der Garage sehr zuhause fühlt, auf 'ner EP einer Band aus Kansas City, welche scheinbar auch aus den gleichen Leuten besteht, die sonst als Dye ihr Unwesen treiben. Fans von so Krempel wie Fried E/m und Modern Needs werden das sicher befürworten und auch Freunde von etwas stärker zum Garage Punk tendierendem Lärm á la Launcher, Liquid Assets und Mystic Inane wollen da bestimmt ein halbes Pfund von mitnehmen.
Leckere neue EP der Punks aus Montreal, liefert drei hochinfektiöse neue Knaller ab. Zum Einstieg tritt energischer Garage Punk auf etwas Hardcore-Energie, etwa wie beschleunigte Useless Eaters oder Mononegatives, gefolgt von einem saumäßig effektiven Midtempo Post Punk-Stampfer mit leichtem Wire-Unterton. Der Rausschmeißer hat dann noch so einen leichten Screamers- und Devo-Vibe, auch nicht ganz unähnlich zu gegenwärtigen Isotope Soap.
Okay, also Egg Metal ist jetzt ohne Scheiß ein echtes Ding? Macht ja irgendwie auch Sinn - als die etwas niedlichere Kehrseite zur derzeit kräftig rollenden Welle des Dungeon Punk. Das klingt ein bisschen so als hätte eine besonders lo-fi mäßige Inkarnation von Sheer Mag bei ihrer jüngsten Verirrung in Richtung Hair Metal ein gesundes Minimum an Selbstironie an den Tag gelegt.
Dante Freakee Everything's Gonna Be Alright Society Loser Vision 3D St Nic Reckless Randy Gone Stealin Cluttered Grotto Pest Real People Cracking Codes Rude Television Distractions Ädwud The Thom Yorke Remembrance Parade The Anomalys Steppin' Out Snooper Powerball
Air Vent Dweller Fork and Spoon Lassie Temporary Cemetery Cromosoma Fuera Plutón Moplo La leí (Tu mente) Viceprez Rice Fuera De Sektor En La Oscuridad Beta Maximo Hellraiser II 1-800 Mikey Pumpkin Funny Faces Hell Canadian Rifle Over The Brink
The Neuros Orchids On A Budget TV Cult Hong Kong Song Erik Nervous Leather Liquid Joker Circus Comes to Town Stereo Joy Catharsis Big Bopper Missed Connections Feed Bully Me The Waterheads Fracking Zhoop Cataclysmic Meltdown Desborde Frakase Science Man The Want
Liquids 2 Djinn Relapse Lasso Amuo Ceramics False Prophet No Future Death Glowing Orb Orb Beat Weak Pulse Prisoners of Urges Klonns Ghoul The Assault MKU Bloody Keep Max Schreck's Dead Steröid Let's Rock, Loud Rock
Keine Ahnung woher die jetzt kommen - die Bandcamp-Seite von La Vida Es Un Mus Discos erwähnt Bands aus Uruguay, die hier als Inspiration gedient haben sollen, also liegt da vielleicht auch dieser leckere Knochen verbuddelt? Das Facebook-Profil der Band könnte Aufschluss geben, aber heutzutage bleibe ich lieber für immer im Dunkeln als mich noch mal in diesen stinkenden Haufen Scheiße einzuloggen (echt jetzt mal Ficker, was macht ihr alle immer noch da? Bewegt eure Punkärsche endlich ins offene, kommerzfreie Fediversum und bringt eure Freunde mit!). Nu ja, wie dem auch immer sei, ich fühle mich sofort nicht nur wegen der Sprache an Algara aus Barcelona erinnert, wenn auch mit einem melodischen Street Punk-Vibe und einem bisschen The Estranged obendrauf.
Ein ordentlich sensationelles Ding hat diese Band aus dem belgischen Tournai meines Erachtens mit ihrem zweiten Langspieler gedreht. Vom ersten Moment an fühle ich mich an so viel guten, sowohl alten als auch neuen Scheiß an den Schnittstellen von Art-, Post- und Garage Punk erinnert, komplettiert von einer würzig-dissonanten No Wave und Noise Rock-Kante. Manchmal klingt das etwas nach Angst, die mit dem simplistischen Beat von Man Sized Action und etwas früher The Fall-Schrammelseligkeit verschmelzen. An anderen Stellen bilde ich mir ein, Echos von Membranes, Gordons oder Swell Maps wahrzunehmen aber genau so gut kann man auch Verbindungen zu gegenwärtigen Acts à la Honey Radar, Toe Ring, Lithics, Germ House, Shark Toys und Subtle Turnhips irgndwo da drin wiederfinden.
Was für eine Art von schwarzem Tod soll denn das hier bitte schon wieder sein? Das auf Bandcamp zunehmend florierende Dungeon Punk (Mikro-)Genre überrascht und überwältigt doch immer wieder wenn seine unbeschwerte Albernheit abermals auf eine astreine Qualität in der Darbietung trifft. Was hier in etwa so vom Zaun bricht wie ein mit oldschool Black Metal infizierter Bastard aus Chubby and the Gang und frühen Sheer Mag bekommt im weiteren Verlauf dann auch noch eine gute Spritze (neo-?)Folk Punk-RNA verpasst und darf sich zu gewagten und flexiblen Songstrukturen ausbreiten, ohne dabei jemals seine Popqualitäten zu vernachlässigen. Das verbreitet Freude und Schrecken zugleich - passende Untermalung also für eine im Untergang begriffene Menschheit auf dem Weg ins postapokalyptische neue Mittelalter.
Ein neuer Release der Garage Punk-Lichtgestalt Erik Nervous aus Kalamazoo, Michigan ist jedes mal ein rostiger Eimer voll purer Glückseligkeit. Diesmal überwiegend mit einer fast schon Hardcore zu nennenden Energievorgetragen (in dieser Hose steckt - anders als der Titel suggeriert - mindestens ein ganzer Arsch), gehört das fraglos zu seinen bisher direktesten, kompaktesten und effizientesten Batzen an supertighten Garagensmashern. Oh, und was wäre eine Erik Nervous EP ohne die Vertröstung auf einen noch aufzunehmenden Vaporware-Song, der dann vielleicht irgendwann mal bei Bandcamp auftaucht... oder halt auch nicht.
Viereinhalb spaßige Schrammelorgien der stark Proto Punk-inspirierten Machart von einemTypen, der zufällig auch bei Toe Ring mit am Werk ist. Das Zeug klingt ein bisschen nach 'ner Mischung aus Peace De Resistance, Woolen Men und Honey Radar plus einem Hauch von Modern Lovers.
Qualität aus dem Hause Phantom Records mal wieder und bei den Tätern handelt es sich schon wieder um eine dieser Berliner Bands für die ich langsam mal Mengenrabatt verhandeln sollte. Post Punk, ja wer hätte es denn gedacht? Solcher, der seine Herkunft mit Würde trägt, dabei aber jedes mal einen eigenen kreativen Spin mitbringt. Funky und doch mit ordentlich knirschendem Dreck im Getriebe. Besonders prominent ist hier ein gewisser Surfrock-Vibe, den sie mutwillig wie ein Brecheisen zwischen die Speichen werfen, was ein paar spaßige Stunts und Manöver zur Folge hat. Auch etwas durch einen Gun Club-meets-The Fall-Fleischwolf gezogener Rockabilly ist da mit von der Partie. Mein persönlicher Fave hier ist eine feines Geschoss namens Angerman, welches das Spiel von Zuckerbrot und Peitsche, aus dissonantem Noise und Melodie, ganz perfide auf die Spitze treibt.