Ein kleines Statusupdate

Ein kleines Statusupdate

Aus der Tat­sa­che, dass ich die­sen Post ver­fasse könnt ihr ja schon erah­nen, dass ich mich jetzt nicht wie geplant im Kran­ken­haus befinde. Daher erst­mal die gute Nach­richt, dass es hier in ein paar Tagen wie­der wei­ter geht.

Die schlech­tere Nach­richt ist, dass die OP nur ver­scho­ben ist. Und dass sie vor­aus­sicht­lich ein ganz schö­nes Mas­sa­ker wird, so dass ich anschlie­ßend erst­mal 1-2 Tage auf der Inten­siv­sta­tion ver­wei­len werde. Geht also mal davon aus, dass es im spä­ten Februar zu einer etwas län­ge­ren Aus­zeit kom­men wird.

Das alte Scheißjahr

Ja, ich weiß. Das kommt jetzt mal ordent­lich spät. Und eigent­lich wollte ich schon län­ger mal ein aus­führ­li­ches Update zum Stand der Dinge in Sachen 12XU vom Sta­pel las­sen, aber ehr­lich gesagt fehlt mir der­zeit sowohl die Zeit als auch die Geduld dazu. Des­halb werde ich hier ein­fach mal im Schnell­durch­lauf ein paar Ein­drü­cke, Infos, Bits and Pie­ces los.

First things first:

Das Musikjahr 2017.

Ich musste mir zum Jah­res­ende viel Geheule anhö­ren über ein sehr schwa­ches Jahr 2017. In der Tat hat letz­tes Jahr nie­mand eine musi­ka­li­sche Revo­lu­tion im Rock'n'Roll aus­ge­löst, aber mal ehr­lich: Wann ist das denn zum letz­ten mal pas­siert? Punk und Noise und Wha­te­ver-Core bewe­gen sich im gemäch­li­chen Tempo wei­ter, aber sie bewe­gen sich. Über­all auf der Welt sind ten­den­zi­ell eher kleine, aber intakte Musik­sze­nen am Start und ich kann mich nicht über man­gelnde Qua­li­tät beschwe­ren. Über­haupt ist mir - zumin­dest was die Musik angeht - noch kein schlech­tes Jahr begeg­net. Man muss nur die Augen auf­hal­ten und selbst nach dem guten Zeug wüh­len.

Und genau da liegt glaube ich der Hund begra­ben. Die eta­blier­ten Maga­zine inter­es­sie­ren sich halt nicht mehr für Lärm, Punkt. Viele der 12XU-rele­van­ten Blogs haben mit der Zeit dicht gemacht und es ist schon etwas erschre­ckend, wie schnell einst­mals aben­teu­er­lus­tige Maga­zine á la Pitch­fork und Impose den Bach run­ter­ge­gan­gen sind und ihrer ursprüng­li­chen Leser­schaft den Rücken zuge­wandt haben. Klar kann man da den Ein­druck bekom­men, dass in den Kel­lern und Pro­be­räu­men nicht mehr viel geht. Neue Musik zu ent­de­cken fühlt sich auch für mich immer mehr nach Arbeit an, weil nie­mand mehr dabei hilft, die Ver­öf­fent­li­chungs­flut vor­zu­fil­tern. Und jetzt kommt mir nicht mit Fake­book, Shit­ter und ande­ren Kon­zer­nen, die das ganze Web zu ver­schlu­cken dro­hen. Ich hab ehr­lich die Schnauze voll davon und über­lege ernst­haft, im Laufe des Jah­res alle Accounts zu löschen. Das ist zwar irgend­wie auch scheiße, weil mir da ein sehr zen­tra­ler Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal ver­lo­ren geht. Aber irgend­wer muss ja mal den Anfang machen. Ich hab prin­zi­pi­ell ja nix gegen Soziale Netz­werke. Wie wär's, wenn alle ein­fach mal auf Dia­spora umsat­teln? Da muss man sich nicht von ätzen­den Kon­zer­nen ins Bier pis­sen las­sen.

Aber ich komme vom Thema ab: Die Musik.
Ich mach hier jetzt keine Bes­ten­liste, das halte ich eh für Murks. Musik zu ran­ken ist immer wie Äpfel mit Mikro­chips zu ver­glei­chen. Statt­des­sen hab ich ein­fach mal ohne den Anspruch auf Voll­stän­dig­keit ein paar Ver­öf­fent­li­chun­gen raus­ge­pickt, die bei mir einen blei­ben­den Ein­druck hin­ter­las­sen haben. Kann durch­aus sein, dass irgendwo noch etwas vom Vor­jahr dabei ist. Ich check das jetzt nicht ein­zeln ab, ok? Auch die Kate­go­ri­sie­rung ist grund­sätz­lich ja immer Bull­shit und liegt außer­dem im Auge des Betrach­ters. Viel will ich dazu auch nicht schrei­ben, ihr müsst schon selbst auf die Links kli­cken.

Okay, here goes…

In einer eige­nen Liga spie­len der­zeit die zuneh­mend gott­glei­chen Pro­tomar­tyr, die ein­fach jedes biss­chen Auf­merk­sam­keit ver­dient haben, das ihnen inzwi­schen auch ent­ge­gen gebracht wird. Nuff said.

Post Punk
Wirk­lich aus den Socken gehauen - und das auf ziem­lich unter­schied­li­che Weise - haben mich letz­tes Jahr die Plat­ten von Nega­tive Space, Ita­lia 90 und Beha­vior. Beson­ders letz­tere möchte ich euch noch mal ganz beson­ders ans Herz legen, denn es ist echt kri­mi­nell, wie wenig diese - zuge­ge­ben, recht sper­rige - Platte bis­her beach­tet wurde. Außer­dem gab es unter ande­rem noch unver­schämt starke Alben von Insti­tute, Shit Giver, Sie­ve­head, Death Stuff und Dasher.

Power Pop, Melo­di­scher Indie­rock & Noise Pop
Abso­lute Nach­hol­pflicht besteht für alle, die die neuen Plat­ten von Bed Wet­tin‘ Bad Boys, Michael Beach oder Lost Bal­lons noch nicht begut­ach­tet haben. Außer­dem gab's da noch exzel­len­tes Zeug u.a. von Mons­ter Trea­sure, Land­li­nes, Molly, Mil­ked, Par­do­ner.

Garage Punk
Wirk­lich gut in die Scheiße haben 2017 Jack­son Reid Briggs und seine Hea­ters mit gleich zwei ver­dammt gei­len Alben gehauen (#1, #2). Müsste ich mich für ein Gara­gen-Lieb­lings­al­bum ent­schei­den, dann wür­den wohl die wun­der­bar schrä­gen Wire­heads und ihr bis­lang stärks­tes Album den gol­de­nen Arsch­tritt mit Exo­ten­bo­nus bekom­men. Der uner­müd­li­che Con­nie Vol­taire (Neo Neos, etc.) hat mich auch mal wie­der mit einer gan­zen Reihe von Kurz­spie­lern des­ori­en­tiert. Und dann waren da zum Bei­spiel noch: David Nance, The Cow­boy, Vaguess, Wild Rose, Plax.

Hard­core Punk
Hard­core ist ja gene­rell nicht so meine Kern­kom­pe­tenz, aber Arse und ROHT haben mir ganz ordent­lich in die Klö­ten getre­ten. Außer­dem brach­ten Anxiety und Acry­lics mit Nach­druck meine Zehen­spit­zen zum wip­pen.

Noise Rock /​ Post­core
Star­kes Zeug gab's - neben vie­len ande­ren Bands - von Idles, Meat Wave, Lardo, Pile, Piles, Tunic.

So, und das kratzt noch nicht mal an der Ober­flä­che. 2017 war genau so gut wie jedes andere Jahr. Außer dass halt alles scheiße war, aber das wisst ihr ja selbst.

Das Blog

Hmm, joa. War ein schwie­ri­ges Jahr, in dem sowohl mein Zeit- als auch mein Finanz­bud­get emp­find­lich zusam­men­ge­schrumpft ist und ich mich zwi­schen­zeit­lich schon fra­gen musste, ob ich die Kos­ten für das Betrei­ben eines Blogs mit ange­schlos­se­nem Radio (90% des Gel­des geht dabei für digi­tale Musik­käufe drauf) über­haupt noch wup­pen kann. Es wird sehr eng, aber es geht gerade eben noch. Außer­dem wird die Situa­tion mit­tel­fris­tig wohl auch nicht viel schlech­ter wer­den.

Zwei mal hab ich dem Blog ein neues Aus­se­hen ver­passt, dabei zwei The­mes ver­schlis­sen, nach dem zwei­ten Anlauf war ich zufrie­den. Von Blogs erwar­tet man heut­zu­tage ja schein­bar, dass sie alle knall­bunt und über­la­den aus­se­hen und gene­rell fast unbe­nutz­bar sind. Da wird es inzwi­schen schon schwie­rig, ein tech­nisch zeit­ge­mä­ßes, mini­ma­lis­tisch aus­se­hen­des und den­noch anpas­sungs­fä­hi­ges Theme im klas­si­schen Blog­lay­out zu fin­den. Am Ende hab ich mal etwas Geld für das eigent­lich viel zu kom­plexe Divi Theme aus­ge­ge­ben und sozu­sa­gen die Fliege mit 'nem Amboss erschla­gen. Die Fliege ist jetzt tot. Trotz­dem wird es Zeit, dass ich mir mal ein paar grund­le­gende PHP-Kennt­nisse zulege.

Die Leser­zah­len sta­gnie­ren. Was will man auch erwar­ten in Zei­ten, in denen vom Blogster­ben schon gar nicht mehr gere­det wird, weil Musik­blogs inzwi­schen weit­läu­fig als totes Medium gese­hen wer­den. Ich glaube es sind jetzt ein­fach ein paar Jahre, durch die man sich halt durch­bei­ßen muss und in denen eigent­lich alle Medien von gewal­ti­gen Umbrü­chen geschüt­telt und bedroht sind. Ich mach ein­fach wei­ter. 12XU ist das kleine biss­chen DIY das ich drauf habe und ich hatte eh nie vor, die gro­ßen Mas­sen zu errei­chen.

By the way…
Heute rufe ich den Start Your Own Fuck­ing Music Blog Day aus. Also los, macht. Ich will eure Blogs lesen!

Und das bringt mich zum Thema…

Die Blogs der anderen

Wie gesagt, ziem­li­cher Kahl­schlag. Ich freue mich aber sehr, dass Manie­ren­ver­sa­gen wie­der am Start ist. Ack! Ack! Ack! hat mich regel­mä­ßig zum lachen, nach­den­ken, mit den Augen rol­len und gute Musik hören gebracht. Und die RRR­SoundZ-Crew ist nach wie vor ein hoch­ge­schätz­ter sub­kul­tu­rel­ler Gegen­pol zu mei­ner doch sehr gitar­ren­las­ti­gen Aus­rich­tung.
Inter­na­tio­nal hat sich auch nicht so viel getan, aber immer noch finde ich regel­mä­ßig gutes Zeug z.B. bei Gimme Tin­ni­tus, iamt­he­least­ma­chia­vel­lian, The Mad Macke­rel, Heart­brea­king Bra­very, Dusted & Social.

12XU Radio

Das alte Scheißjahr

Viel­leicht haben es nicht so viele mit­ge­kriegt, aber den 12xu Radio­stream habe ich neu­lich mal ordent­lich gene­ral­über­holt. Vor­aus­ge­setzt es ist gerade kein Strom- oder Inter­net-Aus­fall, wird das Zeug jetzt nicht mehr vom Laut.fm-Server aus­ge­spielt son­dern kommt aus mei­nen eige­nen vier Wän­den. Der ganze Krem­pel läuft auf einem Odroid XU4 (sozu­sa­gen ein Raspberry Pi mit mehr Wumms), die Musik liegt auf einer exter­nen Fest­platte und mög­lich macht's die Skript-basierte, freie Strea­m­au­to­ma­ti­ons-Soft­ware Liquid­soap.

Nicht nur ist das Musik­pro­gramm - der­zeit grob ein­ge­teilt in Neu­hei­ten, Clas­sics und alles andere aus dem 12XU-Archiv - jetzt anders gewich­tet; es gibt auch end­lich ver­nünf­tige Über­gänge. Hat lan­ges Schrau­ben an den Skrip­ten gebraucht bis das nach mei­nen Vor­stel­lun­gen funk­tio­nierte, aber ich finde jetzt kann sich das echt hören las­sen. Es klingt end­lich mehr nach einem Radio als nach einer Play­list. Geblie­ben sind lei­der die ätzen­den Wer­be­blö­cke und da ich mir auch in abseh­ba­rer Zeit keine eigene Gema/GVL-Lizenz leis­ten kann, muss das wohl auch so blei­ben. Sorry.
Des wei­te­ren bin ich gerade dabei, das bis­her etwas küm­mer­li­che Klas­si­ker-Archiv ordent­lich auf­zu­boh­ren und es wird in Zukunft mehr, viel­sei­ti­ge­ren und durch­aus auch obsku­re­ren old shit zu hören geben. Also hört ruhig mal rein!

Die monat­li­che Radio­show zu pro­du­zie­ren macht mir immer noch rich­tig Spaß, ist aber auch jedes mal ein ganz schö­ner Kraft­akt, nach dem ich erst mal einen Tag Ruhe brau­che.

Das Syn­di­ca­tion-Gedöns läuft auch lang­sam aber sicher an. Der­zeit läuft die Show auf vier ande­ren Sta­tio­nen. Zuerst dachte ich den Scheiß will kei­ner haben. Aber nach und nach kom­men die Buchun­gen rein, ver­mut­lich hat die junge Syn­di­ca­tion-Platt­form Radiosendungen.com auch noch nicht so den Bekannt­heits­grad. Das wird aber noch. Die 12XU-Show ist da ja auch ein ziem­li­cher Exot.
Falls noch wer Bock hat den Krem­pel aus­zu­strah­len, möge er sich ein­fach bei mir mel­den.

…und 2018?

Wird vorraus­sicht­lich genau so ein depri­mie­ren­des Drecks­jahr wie das alte. Ziem­lich bald wird mir mal der Hals auf­ge­macht und min­des­tens 34 mei­ner Schild­drüse raus­ge­puhlt. Also nicht wun­dern, wenn hier zwi­schen­zeit­lich mal wie­der etwas Funk­stille ein­kehrt. Mit etwas Glück bin ich danach wie­der etwas bes­ser zu gebrau­chen und krieg auch das Blog leich­ter gewuppt. Irgend­wie krie­gen wir 2018 schon rum.

An alle Radiowichser! Bock auf Syndication?

Die 12XU Radio­show auf dei­nem Sen­der? Kein Pro­blem, das krie­gen wir hin! Und nein, ich ver­lange kein Geld dafür. Es gibt zwei Mög­lich­kei­ten:

Über das Por­tal Radiosendungen.com kann die vor­pro­du­zierte Sen­dung für einen belie­bi­gen Sen­de­ter­min gebucht wer­den. Es wer­den so ziem­lich alle Codecs und Bitra­ten unter­stützt. Der Ser­ver von Radiosendungen.com ver­bin­det sich zum gewähl­ten Zeit­punkt mit dei­nem Strea­ming­ser­ver (also genau so wie bei einer Live­sen­dung) und dudelt den Krem­pel ab. Das funk­tio­niert sowohl für eigen­stän­dig betrie­bene Radios als auch für Laut.fm-Stationen! Ab der vier­zigs­ten Sen­de­stunde (also im Falle von 12XU, nach zehn Sen­dun­gen) nimmt Radiosendungen.com einen Unkos­ten­bei­trag von 5 Cent pro Sen­de­stunde, um die Ser­ver­kos­ten zu decken. Nie­mand berei­chert sich da dran, ver­spro­chen!

Wenn die­ser Weg für dich nicht in Frage kommt, dann melde dich doch ein­fach bei mir (Kon­takt­for­mu­lar/​Face­book). Wir fin­den bestimmt auch eine andere Lösung, die für dich passt!

Bildungsfernsehen!

Gerade wird mal wie­der ein ganz schö­ner Mar­ke­ting­wir­bel um hoch­auf­lö­sen­des Audio gemacht. Der ganze unwis­sen­schaft­li­che Bull­shit, der da regel­mä­ßig ver­brei­tet wird, bringt mich jedes­mal zum kot­zen. Wie zum Bei­spiel aus dem Hause Pitch­fork, die gerade nicht zum ers­ten mal einen vor­treff­lich unfun­dier­ten Arti­kel zum Thema gebracht haben, der eine aus­ge­wo­gene Bericht­erstat­tung vor­täuscht, aber dann doch kräf­tig die Wer­be­trom­mel zückt. "Du brauchst nur das super teure Equip­ment, dann hörst du den Unter­schied". Von der Bedeu­tung des Bestä­ti­gungs­feh­lers haben die natür­lich nie gehört. Ganz zu schwei­gen davon, warum ein ABX-Test nötig ist, um so etwas fest­zu­stel­len.

Down­load­shops, Strea­ming­dienste und Hard­ware­her­stel­ler möch­ten natür­lich gerne extra für Hi-Res Audio bezahlt wer­den, obwohl die zusätz­li­chen Ver­triebs­kos­ten (ein wenig Band­breite und Spei­cher­platz) mini­mal sind. Und das Sah­ne­häub­chen auf dem gan­zen Scheiß­hau­fen setzt dann die Firma Meri­dian, die ver­sucht ihr (im Gegen­satz zum freien FLAC) pro­prie­tä­res For­mat MQA als Quasi-Stan­dard zu eta­blie­ren. Das funk­tio­niert dann natür­lich nur mit extra lizen­zier­ter Hard- oder Soft­ware. Was, ihr dach­tet mit ein­mal drauf­zah­len kommt ihr davon?

Ich halte es des­halb gerade mal wie­der für not­wen­dig, die­ses kleine Stück Audio-Grund­bil­dung zu pos­ten. Diese zwan­zig Minu­ten kön­nen euch viel­leicht mal eine Menge Geld spa­ren. Denn wer die Grund­la­gen ver­steht, lässt sich nicht so leicht über den Tisch zie­hen.

Erst Hype Machine. Jetzt The Quietus. Morgen 12XU?

Nee, keine Angst. So schnell geht eure least trusted voice in music nicht unter. Aber um mich herum sehe ich die halb­wegs rele­van­ten Blogs und Maga­zine in beun­ru­hi­gend hoher Fre­quenz weg­pur­zeln. Vor­bei sind die Zei­ten, in denen es ein flie­ßen­des Spek­trum gab. Von klei­nen, wer­be­freien Lieb­ha­ber­blogs wie die­sem hier, in die eine gewisse Menge Geld rein­ge­steckt wird ohne dass das Pro­jekt jemals einen Pfen­nig abwirft. (Nein, ich beschwere mich nicht. Das hab ich selbst so gewählt.) Über mit­tel­große Publi­ka­tio­nen, die zumin­dest ihre Kos­ten decken und evtl einen Neben­ver­dienst dar­stel­len - bis hin zu den gro­ßen (weni­ger als) 1%, die min­des­tens eine Per­son ernäh­ren, manch­mal auch meh­rere in Voll- oder Teil­zeit ange­stellte Autoren bezah­len kön­nen.

Alle drei Gat­tun­gen sehe ich der­zeit als gefähr­det an. Vor allem fällt mir auf, dass die Luft bei den mit­tel­gro­ßen Pro­jek­ten echt dünn wird.

Das Pro­blem dahin­ter ist so alt wie das Web. Wir sind es schon lange nicht mehr gewohnt, für gute Dinge im Web Geld zu bezah­len. Man kann es sich ja nicht mal aus­su­chen. Ob Face­book, Google, You­tube oder Sound­cloud (Band­camp ist da mal eine lobens­werte Aus­nahme…): Alle diese Pro­jekte konn­ten ihre Markt­do­mi­nanz nur errei­chen, weil sie unent­gelt­lich (kei­nes­wegs kos­ten­los) zu benut­zen sind. Einen bezahl­ten Dienst anzu­bie­ten ist gar keine Option. Man wird immer gegen den Kon­kur­ren­ten ver­lie­ren, der sich durch Wer­bung oder durch Samm­lung und Ver­kauf von Nut­zer­da­ten finan­ziert.

Von Anfang an waren also alle grö­ße­ren Web-Pro­jekte auf die Finan­zie­rung durch Wer­bung ange­wie­sen. Ich könnte end­los dar­über kot­zen, aber das ist die trau­rige Wahr­heit. Und zumin­dest für ein paar wenige Player hat das Modell funk­tio­niert. Der Haken ist näm­lich: von einem klei­nen Gold­rausch um die erste Dot­com-Blase abge­se­hen, wirft Wer­bung gar nicht so viel Pro­fit ab. Man musste als Blog oder Zine auch frü­her schon eine wuch­tige Masse an Lesern errei­chen, um davon ernst­haft Gehäl­ter zah­len zu kön­nen. Pitch­fork kann das. Die digi­ta­len Über­bleib­sel der alten Musik­presse auch - mit einem bru­tal geschrumpf­ten Gesamt­bud­get. Hype Machine und The Quie­tus dürf­ten da ein ziem­li­cher Grenz­fall sein, aber auch die konn­ten sich lange Zeit über Was­ser hal­ten.

Und jetzt hat's geknallt. Der digi­tale Anzei­gen­markt kon­zen­triert sich mehr als je zuvor auf die bei­den Web-Gigan­ten Face­book und Google. Die bei­den Unter­neh­men haben ein­fach die effek­tivs­ten Tricks und Metho­den, ihre User zum Klick auf eine Anzeige zu mani­pu­lie­ren. Des­halb kön­nen sie auch noch ver­gleichs­weise stolze Geld­be­träge für ihre Dienst­leis­tun­gen ver­lan­gen. Der Rest des Mark­tes ist prak­tisch weg­ge­bro­chen. Bis zu 90% der Wer­be­ein­nah­men sind vie­len mit­tel­gro­ßen Publi­ka­tio­nen ver­lo­ren gegan­gen. Und die gro­ßen? Ver­mut­lich sind die auch betrof­fen. Der Ver­kauf von Pitch­fork an Conde Nast ist in die­sem Licht viel­leicht ver­ständ­li­cher. Die Ver­ant­wort­li­chen haben womög­lich schon geahnt, dass ihre Bude lang­fris­tig unter­geht. Also bes­ser den Krem­pel ver­kau­fen, so lange er noch etwas wert ist. Für das Mit­tel­feld stellt sich jetzt die Frage: Auf volle Kanne Aus­ver­kauf set­zen? Den Laden dicht machen? Oder die Ope­ra­tion auf ein wirt­schaft­li­ches Mini­mum her­un­ter­fah­ren und auf Finan­zie­rung durch Spen­den hof­fen? Das per­verse an der Situa­tion: Gerade Face­book hat sei­nen Erfolg über­wie­gend auf dem Con­tent (argh! Jetzt hab ich das Wort gesagt…) von Fremd­pu­bli­ka­tio­nen gebaut.

Für einige eta­blierte Läden ist die Marsch­rich­tung ein­deu­tig. Pitch­fork und Impose z.B kann man Inhalt­lich kaum wie­der erken­nen. Von einer eigen­wil­li­gen, gerne auch mal bewusst kon­tro­ver­sen Publi­ka­tion für Fans eines halb­wegs weit gefass­ten, aber den­noch klar defi­nier­ten Gen­re­spek­trums, hat sich vor allem Pitch­fork inner­halb weni­ger Jahre zu einer hyper­ak­ti­ven Schleu­der von Promi-Gos­sip und Click­bait-Head­lines gewan­delt. Statt sich der Erschlie­ßung von Musik­sze­nen außer­halb eines "siche­ren" und vor­her­seh­ba­ren Cor­po­rate Indie-Sump­fes zu wid­men, wird die Auf­merk­sam­keit auf ein­schlä­gig bekannte Gesich­ter gerich­tet, die eigent­lich schon genug davon bekom­men. Zieht halt mehr Leute.

Am ande­ren Ende der Skala hat die Adver­ti­sing-Apo­ka­lypse zuletzt zwei Bas­tio­nen der unab­hän­gi­gen Musik­be­richt­erstat­tung erwischt. Hype Machine hat dabei noch die Kurve gekriegt. Der wich­tige Blog-Aggre­ga­tor kann auf den finan­zi­el­len Sup­port von der­zeit ca. 3500 Unter­stüt­zern bauen. Damit sind die Kos­ten und Gehäl­ter gedeckt. Jetzt hängt The Quie­tus in den Sei­len. Wenn keine aus­rei­chen­den Spen­den zusam­men kom­men, muss das Maga­zin mit dem grau­si­gen Lay­out und hoch­wer­ti­gem Inhalt noch die­ses Jahr dicht machen. Das ist beson­ders trau­rig. Denn auch wenn die musi­ka­li­sche Aus­rich­tung nicht immer mei­nen Nerv trifft, ist The Quie­tus doch eine der weni­gen grö­ße­ren Publi­ka­tio­nen, die sich bis­lang nicht dem wirt­schaft­li­chen Druck gebeugt und ihre Inhalte auf Mas­sen­wir­kung opti­miert haben. Und ich halte es immer noch für unglaub­lich wert­voll, dass gute Autoren sich ganz der Doku­men­ta­tion und Ana­lyse des aktu­el­len Musik­ge­sche­hens wid­men, dass sie außer­dem ver­nünf­tig davon leben kön­nen. Weil sie das ein­fach bes­ser kön­nen als ich. 12XU ist schon cool, aber ich bin kein Musik­jour­na­list. In mei­nen Augen schreibe ich des­halb auch keine "Arti­kel" oder "Reviews". Ich kann und will nur auf ein paar gute Bands auf­merk­sam machen. Blogs wie die­ses kön­nen kei­nen pro­fes­sio­nel­len Jour­na­lis­mus erset­zen.

Also werft in der Zwi­schen­zeit ruhig mal etwas Klein­geld in Rich­tung der Maga­zine, die ihr lest. Lang­fris­tig müs­sen wir über­le­gen, ob das nicht bes­ser die Nor­ma­li­tät wer­den sollte. Dass Sze­nen und Com­mu­nities ihre Medien wie­der selbst finan­zie­ren. Damit sie unab­hän­gig blei­ben. Außer­dem ist Wer­bung eh scheiße und eigent­lich gar nicht mit dem Geist der Musik ver­ein­bar, für die unser Herz schlägt…

Warum Online-Bildoptimierer für'n Arsch sind… (und wie man's selbst besser hinkriegt) [Update]

Warum Online-Bildoptimierer für'n Arsch sind... (und wie man's selbst besser hinkriegt) [Update]

Das Kunst­werk heißt "Shit Flag".

Sorry Leute, heute wird es tech­nisch. Also igno­riert das hier ein­fach, wenn's nicht euer Ding ist.

Die Geschichte geht so: Vor einer Weile hab ich dem Blog ja äußer­lich eine neue Gestalt und unter der Haube ein tech­nisch etwas zeit­ge­mä­ße­res Theme spen­diert. Davor war es ganz ein­fach mit den Bil­dern: In vol­ler Auf­lö­sung hoch­ge­la­den, hat Imsa­nity das Zeug dann von selbst auf die dama­lige Breite von 604 Pixeln ska­liert. Mit der Word­Press-Vor­ein­stel­lung für die JPEG-Kom­pres­sion (am Anfang "-qua­lity 90", dann in neue­ren Ver­sio­nen auf "-qua­lity 82" redu­ziert), sah das übli­cher­weise auch halb­wegs ansehn­lich aus, die Datei­grö­ßen hiel­ten sich mit durch­schnitt­lich weni­ger als 100 kB im Rah­men.

Mit dem moder­ne­ren Theme hiel­ten dann nicht nur etwas groß­zü­gi­gere Abmes­sun­gen son­dern natür­lich auch ein gewis­ses Maß an Respon­si­veness Ein­zug. Den Bil­dern ledig­lich ein paar zusätz­li­che Pixel spen­die­ren und "One size fits all" für jedes Dis­play reicht da nicht mehr. Also lie­ber mal die neuen Bil­der mit aktu­ell 960 Pixeln etwas groß­zü­gi­ger dimen­sio­nie­ren als nötig, viel­leicht zahlt sich das ja bei der nächs­ten gro­ßen Umstel­lung noch mal aus; außer­dem sieht's dann mit etwas Glück auch auf hoch­auf­lö­sen­den Dis­plays etwas weni­ger Scheiße aus (wobei man­che Retina-Dis­plays wohl­be­merkt ein viel­fa­ches davon ver­tra­gen könn­ten).

Jetzt muss ich also mit ziem­lich genau zwei­ein­halb mal so vie­len Pixeln pro Bild han­tie­ren. Das macht sich selbst­ver­ständ­lich in der Datei­größe bemerk­bar und so kommt der Wunsch auf, das Bytes/Pi­xel-Ver­hält­nis etwas zu opti­mie­ren. Schließ­lich will ich wenn's geht noch ein paar Jahre so wei­ter­blog­gen, ohne mei­nem (noch) ver­gleichs­weise güns­ti­gen Hos­ter mehr Geld abdrü­cken oder eine neue Hei­mat suchen zu müs­sen. (Auch wenn mich die Limi­tie­run­gen eines 0815 sha­red Webspace lang­sam ner­ven und ich zumin­dest mit 'nem ordent­li­chen VSer­ver lieb­äugle, bin ich doch gerade nicht wirk­lich in der Stim­mung für einen Ser­ver­um­zug.)
Außer­dem mag Google flott ladende Sei­ten und effi­zi­ent kom­pri­mierte Bil­der sind da ein gro­ßer Fak­tor (und denke ich dann an SEO und die ganze damit ein­her­ge­hende Bau­ern­fän­ge­rei, kommt mir gleich das Kot­zen… aber das ist noch­mal ein ganz ande­res Thema). Zu guter letzt muss ich dann noch ordent­lich Spei­cher­platz frei­hal­ten, etwa zum zwi­schen­spei­chern von Back­ups, die dann auto­ma­tisch per FTP auf einen Raspberry Pi bei mir Zuhause gescho­ben wer­den. Alles gute Gründe, ein wenig spar­sam mit dem Daten­auf­kom­men zu sein.

Meine Ziel­set­zung: Akzeb­ta­bles Bild­ma­te­rial mit einer durch­schnitt­li­chen Datei­größe von grob 100 kB pro Bild.
Wei­ter­le­sen →

Affen Marken Dosen Bier

Wegen Jan Böh­mer­mann hab ich jetzt zum ers­ten mal von Max Gie­sin­ger gehört.
Ich zweifle eben­falls an sei­ner Real­ness, aber ich hab ja auch keine Ahnung von Musik.

Ein kleines Statusupdate

Ok, hier war im ver­gan­ge­nen Monat ja mal gar nix los. Sorry dafür.
Das lag unter ande­rem dran, dass ich mit eini­gen Din­gen in die­sem ner­vi­gen Leben außer­halb des Inter­nets zu dea­len und außer­dem einen mas­si­ven finan­zi­el­len Eng­pass zu über­brü­cken hatte, der ein­fach nix mehr für Musik übrig ließ.
Beide Dinge sind noch nicht über­wun­den, aber zumin­dest soweit abge­mil­dert, dass es hier bald wie­der wei­ter­ge­hen kann.
Auch die Radio­show star­tet bald wie­der durch, mög­li­cher­weise in etwas län­ge­ren oder unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den.

In den nächs­ten Wochen werde ich außer­dem mal einen klei­nen Patreon-Test­bal­lon star­ten. Wenn eini­gen von euch die­ses Blog also viel­leicht genug am Her­zen liegt, meine Arbeit daran mit regel­mä­ßi­gen klei­nen Geld­be­trä­gen zu unter­stüt­zen, habt ihr bald die Mög­lich­keit dazu.

Für den Moment: Habt noch ein wenig Geduld, ich brauch noch ein wenig Vor­lauf­zeit. Aber spä­tes­tens in einer Woche geht's hier wie­der wie gewohnt wei­ter.

Intermission

Ich muss hier etwas per­sön­li­chen Scheiß auf die Reihe krie­gen, des­halb legt 12XU jetzt mal eine kurze Pause ein. In spä­tes­tens 1-2 Wochen geht's hier wie­der wei­ter.
In der Zwi­schen­zeit könnt ihr ja mal 'n paar andere gute Blogs aus­che­cken.