Der erste Langspieler der Band aus Sydney, welcher jetzt auf Erste Theke Tonträger erschienen ist, wird trauriger Weise überschattet vom Tod des Gitarristen der Band Darrell. Musikalisch zeugt das Ding von einem massiven Qualitätssprung für Display Homes nach der schon reichlich Spaß bereitenden letzten EP. Hier präsentiert sich die Band als eine ausgesprochen tighte Einheit, die ihren einfachen aber effektiven, immer eingängigen und tanzbaren Post Punk selbstbewust und mit amtlicher Präzision abliefert. Wie schon zuvor kann man da einiges von Pylon heraushören aber auch verschiedene aktuelle Bands bieten sich als mögliche Referenzen an wie etwa Lithics, Pinch Points, Rank/Xerox, Slumb Party oder Nots, vereinzelt auch mal erweitert um subtil Pixies-mäßige, Surf-ige Gitarrenleads.
Ein ganzer Arsch voller digitaler Singles in den letzten Wochen ließ ja schon den Verdacht aufkommen, dass eine neue LP der Band aus London, Ontario, Kanada ins Haus steht. Und tatsächlich, es gibt jetzt ist das Ding in seinem vollen Glanz zu bestaunen. Das transportiert erstklassigen Nachschub von ihrem unverwechselbaren, immer etwas verschrobenen bis wunderlichen Mix aus Garage-, Post- und Synth Punk mit Zusätzen von Space- und Psychedelic Rock. Klar kann man das auch zu so Bands wie etwa Pow! oder späten Useless Eaters vergleichen und nicht zuletzt der kürzlich veröffentlichten Kollaboration namens Telegenic Pleasure, wo teilweise die gleichen Leute am Werk sind. Inzwischen sind wir aber so weit, dass solche Vergleiche nicht mehr nötig sein sollten – Mononegatives haben sich schon längst ihre eigene kleine Nische von höchstem Wiedererkennungswert ausgehoben.
Hat ’ne Weile gebraucht, dass sich die Debüt-LP dieser Band endlich materialisiert hat nachdem das Label Chunklet Industries die Platte schon 2021 anlässlich der Birds of Juneau 7″ angekündigt hatte. Vermutlich ist die Schuld mal wieder bei der anhaltend brutalen Presswerk-Warteschleife zu suchen. Es ist aber eine wie erwartet eine sehr starke Platte dabei rausgekommen, auf der die Band um Mitglieder u.a. von Spray Paint, Wilful Boys, Brandy, Pampers and Pyrex die Spannung durchweg aufrecht erhält. HoloLens klingt ein bisschen so als würden Swell Maps ganz einen auf Synthwave machen. In Mallman regiert dann ein Dub-Vibe, der was von frühen Exek in doppelter Geschwindigkeit hat. Aber den Elefant im Zimmer muss ich doch ansprechen, dass das Zeug nach wie vor den größten Teil seiner musikalischen DNA von Spray Paint, besonders deren später Phase, geerbt hat (aber beim Schlagwort DNA fällt mir auch auf… auch ein klarer Funken von No Wave ist hier ebenfalls immer irgendwie am Start…). Darüber hinaus hab ich aber mal auch so eine Vorahnung, dass sich starke Echos dieser Platte auch auf der angekündigten Pyrex LP auf Total Punk wiederfinden werden!
Das hier scheint die gleiche New Yorker Band zu sein, zu der ich vor hundert Internet-Jahren schon mal was gebellt hab, aber es scheint so als wäre ihre 2016er EP komplett in der Zwischenzeit komplett vom Erdboden verschluckt worden. Eine Schande, denn das war schon ausgesprochen guter Kremplel, wenn auch die fünf neuen Songs hier noch mal ein ganz anderes Level erklimmen. Melodische Punk- und Garagen-Vibes regeln hier die Scheiße, mit mehr als nur einem kleinen Hauch von Dickies und überhaupt einer klaren ’77er Punk und Powerpop-Kante. Das wäre ja für sich genommen schon für eine ausgesprochen solide EP gut, aber was hier alle Skalen sprengt und die Platte von sehr gut zu absolut spektakulär anhebt sind die durchweg fortgeschrittenen Songwriting-Skills, die hier zur Schau getragen werden und ohne Mühe 99% aller gegenwärtig rumschrammelnden Powerpopper mal so was von in die Tasche stecken!