Bermuda Squares - Outsider

Noch ein stol­zer Fang hat hier mal wie­der das hy­per­sen­si­ble Früh­warn­sys­tem des Ga­ra­ge Punk-Über­la­bels Feel It Re­cords aus Cin­cin­na­ti, Ohio aus­ge­löst. Die Band aus Min­nea­po­lis teilt sich un­ter an­de­rem Mit­glie­der mit Green/​Blue, Ci­tric Dum­mies und noch ei­nen gan­zen Hau­fen an­de­rer mehr oder we­ni­ger ein­schlä­gi­ger Bands und ver­sprüht auf ih­rer De­büt-LP ei­nen ul­tra­ein­gän­gi­gen '77er Vi­be, der naht­los die Wel­ten der frü­hen US- und UK-Sze­ne ver­eint, et­wa wie ei­ne Ver­schmel­zung von Di­ckies, Dead Boys und Ad­verts, aber auch jün­ge­re Bands bie­ten sich als Re­fe­ren­zen an wie et­wa Shop Talk, The Ce­le­bri­ties, Tom­my and the Com­mies, Sick Thoughts, Bad Sports und Tro­pi­ca­na.

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No Brains - Cheap Shot /​/​ The Celebrities - Redd Karpet

Zwei neue Ver­öf­fent­li­chun­gen sind hier die­se Wo­che rein­ge­rollt, die mit ganz un­ver­blümt old­schoo­li­ger Äs­the­rik han­tie­ren und bei­de über­zeu­gen auf et­was un­ter­schied­li­che Art und Wei­se. No Brains aus dem nie­der­län­di­schen Ut­recht prä­sen­tie­ren ei­ne kom­pro­miss­los ge­ra­de­aus ge­hen­de Mi­schung aus zeit­lo­sem Ga­ra­ge Punk und va­ge KBD- und Hard­core-ver­wand­ten Ge­räusch­ku­lis­sen der frü­hen '80er Jah­re. Das be­wer­te ich mit 0/​10 Stern­chen für Ori­gi­na­li­tät und 20/​10 Stern­chen für un­nach­gie­bi­gen Druck und En­er­gie. Er­gibt ge­mit­telt 10/​10 Punk­te. Du siehst das an­ders? Pfft, die Ma­the­ma­tik gibt mir Recht. Komm drauf klar.
Eben­falls reich­lich Ga­ra­ge-Ac­tion hat die brand­neue EP der Ka­li­for­ni­er The Ce­le­bri­ties aus dem US-Ga­ra­gen­boll­werk To­tal Punk Re­cords im Ge­päck, wenn auch mit ei­nem stär­ke­ren Power­pop- und '77-Vi­be. Et­was re­lax­ter im Tem­po, ist das nichts des­to trotz ein Bün­del ein­wand­frei spa­ßi­ger Tu­nes mit ei­ner star­ken Dead Boys-meet-Di­ckies-En­er­gie un­ter der Hau­be, ein ex­qui­si­ter Zu­cker­rausch der sich, zu­ge­ge­ben, manch­mal ganz schön kä­sig zu wer­den traut aber dan­kens­wer­ter­weis wird das je­der­zeit mit meis­ter­lich ge­ar­bei­te­ten Wän­den aus Fuzz ge­kon­tert. Ich geb dem 11/​10 Punk­te für den Gla­mour und die Star­power. Tja, Ma­the halt. Kanns­te nix ma­chen.

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Jean Mignon - Dirty Mean Fast

Der Nach­fol­ger zum sen­sa­tio­nel­len letzt­jäh­ri­gen De­büt-Tape AN/​AL des New Yor­ker Ga­ra­ge Punk-Zau­be­rers Jean Mi­gnon hat et­was we­ni­ger sti­lis­ti­sche Viel­falt an Bord als je­nes, gleicht das aber voll­kom­men aus durch ei­nen durch­weg emp­find­lich er­höh­ten En­er­gie­le­vel sei­ner schnör­kel­lo­sen Ga­ra­ge Punk-Klop­per hier, un­auf­halt­sam vor­an­ge­trie­ben, hoch­ent­flamm­bar und mit mehr als nur ei­nem Hauch von Pro­to Punk im All­ge­mei­nen und der New Yor­ker Sze­ne ca. '74-'77 im Spe­zi­el­len.

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Shop Talk - The Offering

Das hier scheint die glei­che New Yor­ker Band zu sein, zu der ich vor hun­dert In­ter­net-Jah­ren schon mal was ge­bellt hab, aber es scheint so als wä­re ih­re 2016er EP kom­plett in der Zwi­schen­zeit kom­plett vom Erd­bo­den ver­schluckt wor­den. Ei­ne Schan­de, denn das war schon aus­ge­spro­chen gu­ter Kremp­lel, wenn auch die fünf neu­en Songs hier noch mal ein ganz an­de­res Le­vel er­klim­men. Me­lo­di­sche Punk- und Ga­ra­gen-Vi­bes re­geln hier die Schei­ße, mit mehr als nur ei­nem klei­nen Hauch von Di­ckies und über­haupt ei­ner kla­ren '77er Punk und Power­pop-Kan­te. Das wä­re ja für sich ge­nom­men schon für ei­ne aus­ge­spro­chen so­li­de EP gut, aber was hier al­le Ska­len sprengt und die Plat­te von sehr gut zu ab­so­lut spek­ta­ku­lär an­hebt sind die durch­weg fort­ge­schrit­te­nen Song­wri­ting-Skills, die hier zur Schau ge­tra­gen wer­den und oh­ne Mü­he 99% al­ler ge­gen­wär­tig rum­schram­meln­den Power­pop­per mal so was von in die Ta­sche ste­cken!

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Jean Mignon - AN/​AL

Ga­ra­ge Punk mit ei­ner selt­sa­men the­ma­ti­schen Fi­xie­rung auf Mo­peds und Arsch­lö­cher von ei­nem New Yor­ker Ty­pen, der hier auch stark nach sei­ner Hei­mat­stadt so ca. '73-'77 klingt, ir­gend­wo im gro­ben Um­feld der Dolls, Mo­dern Lo­vers und Dead Boys mit zu­sätz­li­chen Echos der wei­te­ren frü­hen US-Sze­ne á la Pa­gans, Black Ran­dy and the Me­tro­s­quad in den re­lax­te­ren Mo­men­ten und ei­ner kla­ren Kan­te der aus­tra­li­schen Sze­ne, von The Saints und Ra­dio Bird­man, in den wil­de­ren Songs.

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Tommy And The Commies - Hurtin' 4 Certain

Neu­er Krem­pel von Tom­my and the Com­mies aus Sud­bu­ry, Ka­na­da. In­zwi­schen soll­te sich ja rum­ge­spro­chen ha­ben, was man zu er­war­ten hat: Ein wun­der­ba­res Spek­ta­kel aus erst­klas­si­gem Power­pop, leich­tem Ga­ra­gen­fak­tor und ei­ner Ex­tra­ladung von Buzzcocks-mä­ßi­gem, me­lo­di­schem Punk­rock. Ei­ne schwung­vol­le Per­for­mance und über je­den Zwei­fel er­ha­be­ne Song­wri­ting-Skills he­ben das gan­ze noch mal auf ein hö­he­res Le­vel.

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Amyl and the Sniffers - Amyl and the Sniffers

Nach­dem der Mi­cro-Hype um die Punk­ka­pel­le aus Mel­bourne reich­lich Zeit ge­habt hat um Fahrt auf­zu­neh­men, ist jetzt auch mal der ers­te Lang­spie­ler der Band auf­ge­taucht. Auch wenn die­se eher kon­ser­va­tiv riff­ende Art des '77er Flash­backs nicht un­be­dingt zu mei­nen be­vor­zug­ten Sub­gen­res ge­hört - ge­ra­de wenn die Riffs ab und an ge­fähr­lich nah am an­ge­staub­ten Hard­rock-Kli­schee vor­bei schram­men - muss ich ih­nen doch zu­ge­ste­hen, dass so et­was kaum bes­ser wer­den kann als Amyl and the Snif­fers es ze­le­brie­ren. Ih­re Songs ha­ben die nö­ti­ge Zug­kraft um das Spkta­kel glaub­haft zu ver­kau­fen und die un­be­irr­te Kon­se­quenz mit der sie die­ses Ding durch­zie­hen muss man ein­fach an­er­ken­nen. Kann ich durch­aus Spaß mit ha­ben. Soll­ten jetzt aber wei­te­re Bands auf die­sen Zug auf­sprin­gen, wä­re mein In­ter­es­se dar­an auch schnell wie­der auf­ge­braucht.

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Andy Human & The Reptoids - Psychic Sidekick

Al­bum Num­mer zwei der Ga­ra­ge-/Post­punk-Ka­pel­le aus Oak­land ver­zich­tet mal wie­der auf gro­ße Über­ra­schun­gen, ist da­für aber auch frei von Ent­täu­schun­gen und ar­bei­tet ein­fach wei­ter an der Kul­ti­vie­rung ih­res quir­li­gen, un­ver­kenn­bar ei­ge­nen Sounds mit Rück­stän­den von bri­ti­scher 77er Schu­le so­wie kla­ren Spu­ren von De­vo und ein biss­chen Wire. Trotz die­ser kla­ren Be­zugs­punk­te sind AH&TR ei­ne der we­ni­gen Ga­ra­gen­bands die­ser Ta­ge, de­ren Ver­wechs­lungs­po­ten­zi­al ge­gen Null ten­diert.

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