

Eine sensationelle neue Split-LP liefert uns endlich neues Material von zwei Bands aus Los Angeles, die sich von Anfang an jeweils den gängigen Regeln und Konventionen des Hardcore Punk verweigert haben. Von beiden hat man, abgesehen von jeweils einem halbgebackenen Promo-Tape in 2022, auch schon länger nichts „offizielles“ mehr gehört, was diese Platte natürlich umso erfreulicher macht.
Rolex agieren hier mit der gewohnten Wucht in ihren unvorhersehbaren und unglaublich erfinderischen Postcore-Attacken, die einerseits Echos jüngerer Bands beinhalten wie z.B. Mystic Inane, Big Bopper, Brandy, Launcher und frühe Patti, andererseits aber auch klar in der Schuld stehen von alten Größen wie etwa Minutemen, Dicks and frühe Saccharine Trust (deren erstes Album Surviving You, Always verdammt noch mal endlich wiederveröffentlicht gehört… ein kriminell vernachlässigter Klassiker des frühen Postcore, seiner Zeit um Jahre voraus wenn ihr mich fragt). Dazu kommen noch vereinzelte Spuren von Cowpunk und ein konstanter Lumpy and the Dumpers-mäßiger Chaos-Faktor, der hier in einer total entgleisten Vocal-Performance gechannelt wird. Das Resultat ist pure Glückseligkeit und lässt keinen Zweifel daran, dass Rolex nach wie vor eine unverzichtbare Institution ihres speziellen Subgenres sind.
Die Seite von Grimly Forming bläst dann zu einer ungleich roheren, aber keineswegs weniger schlauen und unkonventionellen Attacke auf die Sinne, die unnachgiebige Wucht mit reichlich ausgeklügelten Konstruktionen ausbalanciert und einer großzügigen Dosis von garagigen Untertönen, die jederzeit für ordentlich Spaß und Antrieb sorgen.