Der Garage Punk-Scherzbold Robbie Thunder aus Newcastle, Australien ist und bleibt eine durchweg charmante Angelegenheit auf seiner siebten LP in gerade mal etwas über zwei Jahren und mein lieber Herr Gesangsverein, hat er darauf einen neuen Level erreicht mit seinen ausgesprochen simpel gestrickten, minimalistischen und geringfüfig Ramones-ifizierten Punksmashern der Fuzz-intensiven Machart in einem konstanten Feuerwerk aus Hits. Wo frühere Veröffentlichungen sich streckenweise noch etwas eintönig und ermüdend anfühlen konnten, treffen diese zehn Songs eine perfekte Balance aus einem vertrauten Sound, ausreichend viel Abwechslung und bestechender Küze – die Laufzeit von knapp 15 Minuten erscheint mir als die perfekte Dauer für so einen knusprigen kleinen Kartoffelchip von einer Platte wie dieser.
Es ist gerade ein ungewöhnlich lahmes Wochenende was neue Releases angeht und da ist mal einfach nicht viel passiert was mich in den Fingern juckt, darüber zu schreiben. Also halte ich einfach mal die Fresse und mach ’ne verdammte Pause, okay? Das nächste Wochenende verspricht wieder spannender zu werden.
Als würdigen Ersatz kann ich euch empfehlen, mal bei Evan Minsker’s brillianten und noch releativ jungen Blog/Newsletter SeeSaw vorbei zu schauen – einer raren und exzellenten neuen Stimme in der stark dezimierten Punk-Blogosphäre – und evtl. auch finanziellen Support zu leisten oder (ganz ernst gemeint) mit Evan zu feilschen. Vielleicht kennt ihr den Kerl noch aus älteren Pitchfork-Zeiten und von seiner damaligen Garage Punk-Kolumne Shake Appeal, deren Geist er jetzt bei SeeSaw wiederbelebt.
Bis dahin und falls wer nach mir fragt, sagt ich bin weg zum angeln.
Bei den geschätzten Mannheimer Kollegen von RRRSoundZ ist gerade ein sehr lesenswerter Artikel & Interview über die Postpunk-/Noiserock-Formation The Lumes aus Rotterdam aufgepoppt. Insbesondere wird ausführlich auf den Stand der Dinge in der – wie derzeit wohl überall auf der Welt – empfindlich zusammengeschrumpften DIY-Szene in den Niederlanden eingegangen.