Suralin – Every Day Slices Me

Every Day Slices Me erscheint am 11. September auf It's Eleven Records.

Louse – Best Laid Plans

Buyer's Remorse erscheint am 14. August auf Riot Season Records.

Alien Nosejob – How A Mosquito Operates

Okay, da hätten wir jetzt also mal wieder eine neue Alien Nosejob-Platte die Jake Robertson und seine Komplizen im Hardcore-Modus präsentiert nicht unähnlich zu dem, was wir zuvor am deutlichsten schon auf ihren zwei HC45 7"s aus dem Hause Iron Lung Records gehört haben, aber dann wiederum wäre es auch keine richtige Alien Nosejob-Veröffentlichung, wenn da nicht auch eine Fülle von netten Überraschungen und flotten ideen am Start wäre. Keineswegs ist das hier ein schlichter Neuaufguss der besagten Siebenzöller, die sich obendrein stärker an derberen '80er-Einflüssen orientierten wie sie sich ja auch durch große Teile des weiteren Iron Lung Records-Kataloges ziehen. Hier ist liegt der Fokus dann doch stärker auf den früheren Inkarnationen der US-Westküstenszene, die üblichen Verdächtigen der Sorte Germs, Circle Jerks und Adoloscents werfen klar ihre Schatten über diese Songs und so sehr selbst jene Kurzspieler als die rohesten Artefakte in ihrer Diskografie - wie eigentlich alles von dieser Band - auch schon aus allen nähten platzten vor catchy melodischen Hooks, umso weniger lässt sich das Ohrwurmpotenzial dieser neuen Songs eindämmen und es wäre einfach falsch, die (oder irgendeine Alien Nosejob-Platte) Platte nur als eine weitere verschrobene Genre-Fingerübung zu verstehen, steckt die Band doch selbst am räudigeren Ende ihres eklektischen und verschrobenen Klangspektrums die gleiche rohe Menge an überlegener Handwerkskunst und Songwriting-Raffinesse in ihren Lärm wie wie eigentlich auf jeder Veröffentlichung bisher. Nein, diese Platten sind keine isolierten Quirks in ihrem Schaffen sondern tragende Säulen in ihrer beeindruckenden Diskografie, die im gleichen Maße die unverkennbare Handschrift der unverzichtbaren Garage Punk-Auteure aufweisen.

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Smirk – Speculative Fiction

Smirk fielen schon immer positiv aus der Reihe in der zweiten Welle von Eggpunk-Bands insoweit, das sich schon in ihrem frühen Schaffen immer eine Spannung zeigte zwischen typischeren, quirligen Egg-Vibes und einem ungleich dunkleren Post Punk-Unterbau in vielen ihrer Songs, eine Tendenz die zum ersten mal ganz in den Mittelpunkt rückte auf der brillianten Domestic Dog 7" im letzten Jahr, wie gerufen in einem Moment in dem das bisherige Werk der Band - wie auch viel von ihrem weiteren Eggpunk-Umfeld im allgemeinen - sich zunehmend gegen die Konsequenzen eines kreativ überstrapazierten Bodens und eines drohenden Genre-Burnouts behaupten muss. Diese zwei Songs lokalisierten die Band dann mehr in der Nachbarschaft von so einschlägigen Post Punk-Hausnummern wie Institute, Marbled Eye oder The Estranged und der Scheiß beeindruckte dabei mit gereifter, schlauer Songkunst die sich hinter solchen Vergleichen nicht verstecken muss. Eine Qualität, die erneut bestätigt wird auf ihrer neuen LP, ihrem nüchternsten und nachdrücklichsten Bündel von Songs bislang, das alle Anzeichen trägt von einer weiteren Eierpunk-Band, die letztendlich aus der limitierenden Eierschale ausbricht und die Metamorphose zu durchaus prachtvollen Hühnerpunks vollzieht auf eine Art, die einen gewissen Ex-Lumpy sicher glücklich machen wird, auch wenn ich immer noch glaube dass er das Henne-Ei-Problem komplett falsch betrachtet, wo in dieser Nische doch so eindeutig das Ei zuerst kam und daher existieren und ausgebrütet werden darf und muss, damit so eine Pracht wie dieses Album überhaupt heranwachsen und sich entfalten kann. Verdammt, kling ich dumm und prätentiös mit diesem Satz, ich hör daher besser mal auf an dieser Stelle, zufällige Wörter ins Internet zu tippen.

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Wax Minds – Funatic Asylum

Yay, hier ist endlich die Debüt-LP dieser Band aus Bremen, eine Platte der ich durchaus entgegenfieberte, wenngleich ich auch begründete Zweifel nicht ganz verdrängen konnte, wie gut sich diese Masche im Jahr 2026 noch ausspielen wird angesichts dessen, wie rapide sich in den kurzen 18 Monaten seit ihrer Debüt-EP die Flut vage Snooper- und Prison Affair-informierter, eieriger Garage Punk-Acts multipliziert hat bis zu einem Punkt, an dem gewisse Übersättigungsphänomene einfach unvermeidbar werden, aber darüber hab ich mich zuletzt ja schon mehrfach ausgelassen. Leider kann ich dann auch nicht verbergen, dass meine Rezeption einer neuen Wax Minds LP davon tatsächlich ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wird und irgendwie fühle mich wie ein Arschloch wenn ich das so sage, denn die Band selbst kann da eigentlich herzlich wenig für. Der erste Eindruck wird obendrein davon getrübt, dass das Album nicht unbedingt mit dem stärksten Material beginnt (insbesondere Tracks nummer zwei und drei Lead-Limbed Losers' Anthem und Growing Old, Staying Gold wollen bei mir nicht so wirklich zünden) und erst mit dem darauf folgenden Titeltrack so richtig ins Rollen kommt und letztendlich dann doch die goldene Zone aus catchy-ass Hooks, scharfkantiger Gitarrenarbeit und präziser rhythmischer Antriebskraft betritt, die wir uns davon erhofft haben. Hab ich außerdem schon erwähnt dass die Band live absolut killt? Tut sie euch unbedingt rein, wenn ihr Chance habt! Überhaupt sind meine Nörgeleien vielleicht einfach nur ein temporäres Ich-Problem das davon herrührt, wenn man über viele Jahre mit zu viel Egg-mäßigen Lärm auf einmal konfrontiert wird und so sehr sich diese Platte auch tatsächlich gegen eine zunehmende Masse aus ähnlich gelagerten Bands behaupten muss, so wacker hält sie sich dabei auch, zumindest nach dem etwas wackeligen Einstieg.

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Surf – Hiding In Plain Sight

Eine mysteriöse Band von irgendwo trifft uns komplett unvorbereitet mit dieser Killer-EP, die sich in einer dieser Tage etwas rar gewordenen Garage Punk-Subnische einordnen lässt die eigentlich mal sowas von überfällig für ein Comeback ist und mich an so Bands der mittleren Nuller- und 2010er Jahre erinnert, die nicht zuletzt auch für die Enstehung und frühen Jahre dieses Blogs stark prägend waren - Krempel á la Sauna Youth, Ex-Cult, Shark Toys und frühe Teenanger etwa... vielleicht auch ein paar Elemente von UV Race, Total Control oder Eddy Current Suppression Ring und sogar einen Hauch von frühen Useless Eaters hat das in dem Meisterstück dieser Platte namens I Find Your Tattoos & Piercings Boring. Also ja, guter Scheiß hier, könnte ich wieder mehr von gebrauchen!

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Hard Looks – Hard Looks

Hard Looks aus Springfield, Illinois haben hier eine unverschämt ansprechende, süchtig machende Debüt-EP hervorgezaubert die, ungeachtet eines subtil Rudimentary Peni-mäßigen Death Rock-Vibes im Opener The Stain, es sich doch schnell gemütlich macht in einer oldschooligen Nische klar beeinflusst von den melodischeren Randbereichen der Punklandschaft in den mittleren bis späten '80er Jahren, mit einer guten Dosis von prä-'90er Pop Punk-Handwerk etwa der Fastbacks-Schule, noch unbelastet von der faden Gleichförmigkeit einer späteren Ära und stattdessen geerdet in geschmackvollen Tugenden von ultraklassischer Pop-Songkunst. Als ein ungleich jüngerer Vergleich würden sich aber auch ganz gut die noch relativ frischen EPs von Psychic Armour aus Montreal anbieten, zumindest wenn man sich bei denen die altertümlichen Heavy Metal-Versatzstücke wegdenkt.

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Wine Lips – Projector

TV Dinner erscheint am 28. August auf Stomp Records.

Drift – Rough Rider

Violence For Your Furs erscheint am 16. September auf God Unknown Records.

Society – Casualties Of War

Reign Of Flies erscheint am 31. Juli auf Under The Gun Records.

Spucke – Uniform

Zustand erscheint am 30. Juli 30th via La Pochette Surprise Records

Cherry Cheeks – D.O. & The Bytes

2026 ist das Jahr in dem ich langsam darauf klarkommen muss, dass Egg Punk seinen kreativen Höhepunkt definitiv überschritten hat irgendwann in den letzten Jahren. Das Genre erscheint mir zunehmend gentrifiziert und überspannt und immer mehr warte ich darauf, dass die nächste kreative Explosion aus irgendeiner anderen Subnische aufpoppt. Nur um das klar zu stellen, es ist nicht so dass ich das Genre plötzlich nicht mehr mag oder das Interesse daran verloren hätte - das wird hier keine Neuauflage eines berüchtigt dummen "Eggpunk saugt"-Manifests, haha. Das wundervolle Chaos, dem wir irgendwann rückwirkend das Eggpunk-Etikett aufgedrückt haben war und ist eine Quelle der Freude und Kreativität, die einen großen Anteil daran hatte, Garage Punk frisch und spannend zu halten für ein gutes Jahrzehnt und es sieht auch keineswegs so aus, als ob das alles in absehbarer Zeit wegkommen wird. Und überhaupt, wer alt genug ist um zu beobachten wie einige (Sub-)Genres kommen und gehen, der weiß auch dass kein Genre jemals wirklich stirbt - alles findet irgendwann in einer unterschiedlich stark mutierten Form wieder den Weg zurück ins Zeitgeschehen. Was sich für mich verändert hat ist lediglich ein zunehmendes Gefühl von Übersättigung und die Tatsache, dass viel vom Genre sich zu einer Reihe von einfach quantifizier- und reproduzierbaren Strickmustern konsolidiert hat, die mit der Zeit einfach viel von ihrem anfänglichen Reiz verloren haben - eine bedauernswerte klangliche Entsprechung zu einer oberflächlichen Instagram-"Ästhetik" . Wenn aktuell es ein Punk-Subgenre gibt, das in plausibler Gefahr einer feindlichen AI Slop-Übernahme steht... Eggpunk wäre vermutlich der beste Kandidat dafür mit seiner zunehmend generischen Bibliothek an Tropes und Versatzstücken. Wie auch immer, was ich eigentlich sagen will ist, dass ich langsam an Gedult und Toleranz einbüße für die weniger inspirierten 08/15-Artefakte des Genres und wer mit einer Eggpunk-Veröffentlichung meine Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen will, muss zukünftig ein bisschen mehr kreative Anstrengung zeigen als nur den tausendsten Neuaufguss einer reichlich etablierten Genre-Grundformel.

Vor diesem rückläufigen Genre-Hintergrund kommt uns hier ein neuer Langspieler von Cherry Cheeks entgegen und ich muss sagen, dass ich doch mehr als beeindruckt bin wie gut sich die Musik dieser Band über die Jahre gehalten hat (und überhaupt gilt das eigentlich für die meisten Veteranen, Vorläufer und primären Einflüsse des Genres), obwohl es sich dann wiederum auch irgendwie genau um einen Strang von Egg Punk handelt, der rückwirkend immer Gefahr läuft sich etwas zu nah an dem zu bewegen, was sich mit der Zeit als sowas wie eine Standardformel herausgeschält hat, immer bedroht in einer lauwarmen Masse ähnlich gelagerter aber weniger inspirierter Bands unterzugehen. Der Fluch, seiner Zeit voraus zu sein würde ich dazu sagen... Was die Band aber immer über Wasser gehalten hat sind ihre überdurchschnittlichen Songwriting-Kapazitäten und mehr als je zuvor kommt diese Stärke auf ihrer neuesten LP zur Geltung in ihrem bislang potentesten all-killer Set von unverschämt eingängigen, süchtig machenden Noise- und Power Pop-Tunes, die genau zum richtigen Zeitpunkt auch an der Produktionsfront die Sache vorsichtig aufmischen mit einem geringfügig erdigeren, kräftigeren Drive, der ihren Sound mit einer halbvollen Schippe Dreck erfolgreich in die Gegenwart transportiert, wenngleich auch nichts davon im Jahr 2026 sonderlich neu oder innovativ rüberkommt. Am Ende kommt es auf die Songs an Dummerchen, und die sind hier mal sowas von am Start!

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Window Phase – Rock and Roll Revolution

Die letztjährige Epoxy River and Super Pool LP dieser mutmaßlichen Ein-Mann-Band aus Evesham, New Jersey war bereits ein massiver Qualitätssprung und erneut markiert auch dieser neue Langspieler eine stetige Verfeinerung, auf welchem Window Phase sich wieder etwas von den spät-2000er Fuzz Punk- und Noise Pop-Versatzstücken entfernen, die noch die letzte LP dominierten, und sich stattdessen umso mehr in eine oldschoolige von '80er und '90er College- und Indie Rock informierte Ästhetik reinlehnen mit Sounds die von klassischen Dinosaur Jr. und Sebadoh, Bitch Magnet und frühen Seam reichen hin zu '90er Standardinventar á la Superchunk und Polvo, mit einer ganz subtilen Note von 2nd wave Emo obendrein und nicht zuletzt auch einem zunehmenden Einfluss von Hardcore-basierten '80er Proto-Noise Rockern der Sorte Flipper, Big Black, Drunks With Guns und No Trend, insbesondere im Endspurt dieser Platte. Diesen Songs wohnt eine unberechenbare Qualität inne und eine aus allen Nähten platzende explosive Energie, eine unverblümte Freude daran, eine so euphorische wie auch kantige, überlebensgroße wie anachronistische Sorte von Lärm in den Äther zu pumpen, der heutzutage wundervoll aus der Zeit gefallen wirkt und auf ganz entzückende Weise noch weiter aus der Balance geworfen wird von den markerschütternden Schreien eines Typen der sich hier nicht mit halben Sachen zufrieden gibt, so viel ist klar.

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Finale – Yo-yo

Verdammt, ist es tatsächlich fast fünf Jahre her seit wir zuletzt von diesen spanischen Egg-/Garage Punk-Veteranen gehört haben? Wie dem auch sei, die neueste EP zeigt die Band erneut in Topform vom ersten Moment an, wenn Almos Perdidas eine Detailarbeit und Eleganz transportiert die man eher von, sagen wir mal, späten Fugazi erwarten würde als aus dem aktuellen Eggpunk-Umfeld und die mal definitiv die unscheinbaren Anfänge der Band transzendiert, wenngleich die Band hier auch keineswegs versucht ihre musikalischen Wurzeln zu verschleiern. Die spannenden polyrhythmischen Spielereien in Pues pues pues pues sind ein weiteres beeindruckendes Beispiel dieser Fusion aus Egg-mäßiger Launen und Eigentümlichkeiten mit einer gesunden Dosis von ausgefuchstem Postcore, bevor Yo Yo dann die Platte zu einem unverschämt ansprechenden Abschluss führt in der Form einer ausgesprochen energischen, vergleichsweise geradeaus konzipierten aber keinesfalls simplistischen Punkgranate. Das darf alles mal locker durchgehen als sowohl eines der ambitioniertesten und reifsten wie auch durchschlagendsten Dinge, die Finale bisher abgeliefert haben.

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