Melkbelly – Nothing Valley

Da hat sich die New Yorker Band ja einige Jahre Zeit gelassen mit ihrem ersten Langspieler. Und während die bisherigen EPs in ihrer starken Fragmentiertheit noch den Eindruck einer Band auf der Suche nach der eigenen Vision machten, stellt sich spätestens jetzt heraus: Genau das ist ihre Vision. Das Chaos in den Songstrukturen ist kein Ausdruck musikalischer Unentschlossenheit, sondern ihr selbst gewählter, bevorzugter Modus Operandi. Unter den Fetzen und Fragmenten finden sich dann aber auch absolut klassische Bestandteile aus dem Indierock der Breeders und frühen Pixies wieder, die mit einen Sonic Youth-mäßigen Schredderfaktor und gerne auch mal aus Noise Rock und Doom entlehnten Riffs kollidieren.



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Blank Veins – From One Head

Sehr derber und primitiver Noiserock aus Thessaloniki, Griechanland. Vier bis zum Anschlag dissonante, abgehackte Lärm-Eruptionen, die sich nicht allzu sehr um Feinheiten scheren. Nicht zuletzt aufgrund des Tief im Mix vergraben daherplärrenden Saxofons erinnert mich das etwas an die Kanadier Nearly Dead.


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Room 101 One Man Band – Room 101 One Man Band

Room 101 One Man Band ist das Projekt eines gewissen Robert (Roburt?) Reynolds aus New Orleans, der hiermit nach einigen EPs seinen ersten (mehr-oder-weniger-)Langspieler abliefert. Darauf gibt’s ganz wunderbar abgefuckten Krawall zu hören, der auf ausgesprochen schräge Art und Weise zwischen Garage, Math- & Noise Rock, Post Punk und Hardcore rumspackt. Das klingt öfter mal nach Big Black in einer verdrehten Garage-Parallelwelt, nach dem irren Noisecore von Soupcans oder Vulture Shit. Aus diversen Dokus und mehr oder weniger bekannten Filmen zusammengeklaute Visuals werden gleich mitgeliefert.



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Super Luxury – Smackers

Auf ihrer Abschieds-EP versammelt die Band aus Leeds noch einmal vier ungewaschene, im absolut positiven Sinn stumpfe Songs, die sich irgendwo im Umfeld von Fuzz-/Sludgepunk und Noise Rock bewegen.


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Baxter Stockman – Haul

Baxter Stockman aus Helsinki, Finnland präsentieren auf ihrem schon nicht mehr ganz neuen zweiten Album ausgezeichneten Noiserock der überwiegend eher klassischen Prägung, der sich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnt, dafür aber mit einem konstanten Strom von wuchtig vorwärts rollenden Grooves überzeugen kann.



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Idylls – The Barn

Das bereits dritte Album der Idylls aus Brisbane entwickelt einen ziemlich derben Soundbrocken, der gleichermaßen im Noise Rock und Metal zuhause ist. Von der Noiserock-Seite her greift ihre Musik unter anderem klassische AmRep-Traditionen auf, trifft dabei aber auf deutlich metallischere Versatzstücke, denen man eine gewisse Nähe zu anderen zeitgenössischen, ihre Genres transzendierenden Bands wie Converge oder Couch Slut nicht absprechen kann.



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Sodium Beast – Night Club Tonite

Ein starkes zweites Tape hat die New Yorker Band da vorgelegt, ein massiver Qualitätssprung im Vergleich zum eher mauen Vorgänger. Noise Rock mit exquisitem Vorschub und einem sehr postpunkigen Unterbau gibt es zu hören, der sich gut ins Umfeld aktueller Bands wie Tunic, Dasher, USA Nails oder Batpiss einfügt.


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Phantom Works – Ohms EP

Phantom Works kommen aus Chicago, klingen auch nach Chicago. Absolut klassischer, intelligenter Lärm, der irgendwo im Noiserock/Mathrock/Postcore-Genrekomplex zuhause ist und deutliche Assoziationen zu den goldenen Touch&Go-Zeiten weckt.


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Metz – Strange Peace

Album Nummer drei der Noiserocker aus Toronto, die es derzeit wohl als einzige Band dieses Genres schaffen, ein gewisses Maß an Medien-Buzz zu generieren. Mir fielen so einige Bands ein, die das auch verdient hätten. Aber in der gegenwärtigen Aufmerksamkeits-Ökonomie der Musikmedien scheint kein Platz für mehr als eine derartige Band zu sein. Metz waren halt früh genug dabei, bevor alles den Bach runter ging (darüber habe ich mich hier ja schon mal ausgelassen…).

Große Veränderungen braucht man bei dieser Band ja nicht zu erwarten, dennoch kann man ein paar Neuerungen feststellen. So findet man auf dem neuen Album eine untypische, zaghaft eingesetzte Melodiösität und vereinzelte psychedelische Einflüsse, wie sie am deutlichsten in Sink zum tragen kommen. Ich bin diesbezüglich etwas gespalten. Einerseits überzeugt die Band immer noch am meisten, wenn sie in klassischer Manier losbollert. Andererseits wird es aber auch Zeit für musikalische Weiterentwicklung. Es ist nämlich fraglich, ob die Welt nochmal einen Neuaufguss der ersten zwei Alben braucht.



Upper Wilds – Guitar Module 2017

Das lauteste Popalbum dieses Jahres kommt von einem New Yorker Projekt. Dahinter steckt niemand weniger als Dan Friel, einstmals Sänger, Gitarrist und Elektroschrauber bei den Psychdelic-Synth-Noisepoppern Parts & Labor. Guitar Module 2017 hat er noch im Alleingang eingespielt, aber inzwischen sind Upper Wilds eine richtige Band. Hier mach Friel so ziemlich alles, wofür man P&L in der Vergangenheit liebgewonnen hatte, nur viel mehr davon. Der Lärm der frühen Alben trifft auf die euphorischen Melodien und den Psychedelischen Unterton der letzten zwei Langspieler. Zu den überlebensgroßen, fast schon ins absurde überhöhten Gitarrenwänden gesellen sich hier ebenso derbe verzerrte Drum-Samples und überhaupt sind Upper Wilds noch viel, viel lauter als Parts & Labor es jemals waren. Menschen die weder Lärm noch Melodien mögen, rate ich nachdrücklich vom Genuss dieser Platte ab.



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