Brandy – Laugh Track

Ultraprimitives, erbarmungslos walzendes und einfach verdammt geiles Zeug irgendwo im Spektrum von Noise und Garage, aus repetitiven Minimal-Riffs und knackigen Grooves gibt’s auf diesem Tape einer New Yorker Band zu hören. Etwa so als hätten sich Big Black und frühe The Fall zusammen in ein schäbiges Garage-Wunderland verirrt.



Album-Stream →

Arse – Primitive Species

Was für ein verdammt geiler Scheiß ist das denn bitte? Das Debüt-Tape dieser Band aus Sydney ist eine unverschämte Wucht. Irgendwo zwischen kompromisslos vorwärts rollendem Hardcorepunk, noiserockiger Gitarrenarbeit und ungezähmtem Postpunk entwickelt das eine Energie, die mich mehr als nur ein bisschen an das erste Bad Breeding Album erinnert, aber auch Freunde von Bands wie Acrylics, Leisure World oder Anxiety sollten hier unbedingt mal ein Ohr riskieren!



Album-Stream →

No Sister – The Second Floor

Das zweite Album von No Sister aus Melbourne ist erwartungsgemäß mal wieder ein sehr starkes Teil. Am Sound des schon saumäßig hörenswerten Debüts gab’s ja eh nicht viel zu reparieren und entsprechend liegen die Neuerungen hier eher im Detail. Nach wie vor klingt das als träfen frühe Sonic Youth mit ihren damals noch deutlich hörbaren Connections zu Glenn Branca und der New Yorker Experimental- und No Wave-Szene auf den wuchtigen Postcore, Noise- und Mathrock der 90er Touch&Go-, Dischord- und AmRep-Schule. Das alles gießen sie dann in so abwechslungsreiche wie auch ausgefeilte Arrangements und in häufig unkonventionelle, schwer vorhersehbare Songstrukturen. Ein weiterer Volltreffer!



Album-Stream →

Blacklisters – Dart 7″

Die aktuelle EP der Noiserocker aus Leeds wurde im Rahmen des Too Pure Singles Club von der Leine gelassen und fraglos handelt es sich dabei um das kompakteste, rundeste Stück Lärm, das die Band bisher abgeliefert hat.

Exhalants – Democore

Ein durchaus vielversprechendes Demo kommt von einer Band aus Austin, Texas. Noiserock mit einem gewissen Postcore-Einschlag, tendenziell von der eher ungemütlichen Sorte, der die Geduld öfter mal in ausgiebigen in Mathrock-Manövern strapaziert. Manches kommt noch etwas halbgar und klobig rüber, zeigt aber auch schon jede menge Potenzial. Weiter im Auge behalten.


Album-Stream →

Luggage – Three

Mal wieder eine Band aus Chicago die einen speziellen Klangkosmos beackert, der an diesem Ort irgendwie schon seit Jahrzehnten besonders gut zu gedeihen scheint. Passenderweise wurde das Zeug auch deutlich hörbar bei Electrical Audio aufgenommen, wenn auch ohne direkte Beteiligung eines gewissen Mr. Albini. Kann man sich also schon denken, mit was für Musik wir es hier zu tun haben: Ein Sound, der sich deutlich im Umfeld von Noise- und Mathrock, Post- und Slowcore bewegt und vom ersten Moment an Assoziationen zu den Klassikern von Slint, Tar, Codeine und späteren Unwound hervorruft. Die unvermeidlichen Shellac kann man natürlich ebenfalls raushören und etwas Sonic Youth-Dissonanz macht sich auch immer wieder breit.

Altbekanntes Zeug also, aber auch absolut hochwertig und stilsicher. Selten bekommt man heute einen derartigen Sound auf so hohem Niveau, in solch einer hochkonzentrierten und disziplinierten Darbietung zu hören. Eigentlich ist das viel zu gut für die Veröffentlichungsform als Tape. Mir als volldigitale Person könnte das ja eigentlich ziemlich schnulle sein, aber für Leute mit anderen audiotechnischen Vorlieben und generell auch als Zeichen der Wertschätzung für dieses tolle Album wäre es doch zu wünschen, dass irgendwer das Tonmaterial noch auf schwarzen Bodenbelag transferiert.



Album-Stream →

Bike Thiefs – Lean Into It

Bike Thiefs sind ein Trio aus Toronto und hierbei handelt es sich um ihre dritte EP. Die macht ziemlich Laune mit einem schön druckvoll vorwärts walzenden Klangkostüm, das zwischen postpunkigem Indierock und wuchtigem Postcore oszilliert, beides ist mit einer herzhaften Noise-Kante versehen. In der erstgenannten Eigenschaft erinnert mich das ein wenig an die Gotobeds, in der letzteren an aktuelle Bands wie Tunic, Greys oder Batpiss. Das fluppt ganz hervorragend.


Album-Stream →

Yes I’m Leaving – Pure Joy

Auch schon wieder drei Jahre her seit dem letzten Album der Noiserocker aus Sydney. Und die Zeit haben sie hörbar dafür genutzt ihren Sound zu verfeinern, denn so kompakt haben sie noch nie geklungen. Eingängiger als zuvor, mit einer neu gewonnen Melodiösität. Ist natürlich nur in Relation zu den alten Platten verstehen, das Zeug wummst immer noch ganz gewaltig. Der Brachiale Noise alter Helden á la Green Magnet School oder Fudge Tunnel, kombiniert mit der relativen Zugänglichkeit jüngerer Bands wie frühe Greys, So Stressed oder USA Nails. Den gewissen Grunge-Faktor der vergangenen Alben haben sie sich aber auch bewahrt.



Album-Stream →

Big Heet – On A Wire

Der dieses Jahr aus der Taufe gehobene Tape Club des New Yorker Labels Exploding In Sound hat mich vor kurzem ja schon mit dem großartigen Tape von Milked sehr beeindruckt. Auch die neueste Kassettenveröffentlichung der Bude weiß mir durchaus zu gefallen. Die kommt von von Big Heet aus Tallahassee, Florida und zu hören gibt’s recht verschwurbelten und vielseitigen Postcore, der neben vielen anderen Einflüssen öfter mal an so Bands wie Unwound, Jawbox oder Drive Like Jehu erinnert. Den Songstrukturen würde hier und da noch etwas Feinschliff und Entwirrung gut tun, aber es gibt auch haufenweise positive Überraschungen. Etwa wenn der Opener On A Wire mit sehr markanten Mission Of Burma-Harmonien aufwartet. Wenn in Mirror aus an 80er Sonic Youth erinnernden Dissonanzen plötzlich ein kurzes Gitarrensolo aufpoppt, das man so eher auf einem frühen Television-Demo erwartet hätte. Oder wenn sie, wie in Incomplete, in einen absolut tadellosen, melodischen Punkklopper ausbrechen, der bei aktuellen Genre-Größen wie Red Dons oder Radioactivity nicht fehl am Platz wäre. Die weitere Entwicklung der Band wird sicher spannend.



Album-Stream →

Dayshifters – 5-Song Demonstration

Dayshifters sind ein Trio aus Austin. Die schnell und dreckig produzierten Songs ihres Demos machen als erstes Lebenszeichen schon einen absolut vielversprechenden Eindruck, ich werde mit großer Spannung verfolgen, wohin sich das ganze noch entwickeln wird. Soundmäßig haben wir es hier mit Noise-infiziertem Postcore zu tun, der sich wohl die eine oder andere Scheibe bei Jawbox und Hot Snakes abgeschnitten hat, aber auch an Embrace kann man sich in einigen Momenten erinnert fühlen.


Album-Stream →