Mit Leuten von Vexx, Gen Pop und Sweeping Promises an Bord, wer würde da schon etwas geringeres erwarten als konzentrierte Großartigkeit? Genau die bekommen wir dann auch auf der ersten LP der Band aus Seattle. Die acht Songs darauf sind Noisepop-Lutschbonbons vom höchsten Kaliber, die auch dem Rezeptbuch von so vage Surfpop- und JMC-beeinflussten Acts entlehnt sein könnten wie etwa den frühen Primitives, Joanna Gruesome, frühen Wavves, Male Bonding und, am aktuellsten, UV-TV. Dabei ist die Songsubstanz stark genug, um auch noch zu funktionieren wenn man den allgegenwärtigen Fuzz-Nebel subtahiert, wie etwa in dem hinreißenden Titeltrack - einer melancholischen Dreampop-Ballade.
Dummes ich war mal wieder viel zu verpeilt um rechtzeitig zur Kenntnis zu nehmen, dass per Salinas Records eine neue Platte der Pop-Magier Vacation aus Cincinnati, Ohio zu bekommen ist und wiederholt ihr Geschick im erschaffen wohlgeformter Songperlen im Spannungsfeld von oldschool lärmendem 90er Indie Rock, Noise- und Power Pop unter Beweis stellt - unverschämt catchy ohne jemals abgedroschen oder vorhersehbar zu klingen. Ist echt rar geworden, sowas. Noch seltener bekommt man es in so einer kraftvollen Darbietung auf die Ohren. Zwölf Songs = zwölf Hits, denn im Hause Vacation ist "ziemlich gut" nicht gut genug.
Das Demo dieser Band aus Cardiff lockt den Hörer zuerst mit etwas derbem Hardcoregeklöppel auf die falsche Fährte, dann wird aber schnell klar, dass dieser Sprengsatz aus konzentrierter LoFi-Energie deutlich mehr Substanz unter der Haube hat. Einmal den dichten Nebel aus Fuzz und Distortion durchdrungen, offenbart sich ein melodisches Farbenspiel und ein Klangkostüm mit Zutaten aus Post Punk und Noise Pop, das insgesamt etwas wie ein zotteliger Mischling aus Sievehead und Piles anmutet.
Eine raubeinige aber auch ziemlich melodische Wall Of Sound errichtet das Debütalbum dieser Band aus Aarhus, ein Klangbild zwischen den Welten von Noise Pop, Art- und Post Punk, gleichermaßen an Teksti TV 666 und The Men der Open Your Heart-Ära erinnernd, an 80er SonicYouth-ismen und nicht ohne eine gewisse MX-80-Kante. Als ob das alles noch nicht verlockend genug wäre, macht obendrein noch eine ruhelose Bläsersektion jeglichen Widerstand zwecklos.
Na das ist mal ein Leckerbissen! Eine Band aus Ciudad López Mateos, Mexiko liefert hier eine Containerladung purer Glückseligkeit ab, die sich in drei unmittelbar vorwärts gehenden Songkanonen manifestiert. Die Synth-Glasur obendrauf perfektioniert einen dringend benötigten Zuckerflash, der sofort ins Blut übergeht.
Hier ist noch ein Überbleibsel von letzter Woche das ich hier eigentlich auslassen wollte, sich bei genauerem hinhören aber als stärker erwies als ich zunächst dachte. Ein melodischer Mix aus verträumt-melancholischem Noise Pop, Orgel-und-Synth Punk entfaltet sich auf diesen Tapes und versprüht außerdem eine gute Menge Psychedelia der alten Flying Nun-Schule.
Die Diskografie des Garagenprojekts Shimmer Bed aus Los Angeles ist ehrlich gesagt etwas zu umfangreich als dass ich gerade tiefer drin rumwühlen möchte, aber genau deshalb ist diese tolle Compilationkassette des spanischen Labels Discos Peroquébien so ein willkommenes Geschenk, das mich jetzt erstmals mit dem Typen bekannt macht. In der Spanne von wuchtigen 22 Songs werden wir Zeugen eines bemerkenswert breiten Spektrums an Klängen von oft recht schrägem Bedroom Garage Punk, der mal an die Melodiösität von Vaguess erinnert, an den Noise Pop von Jah Hell oder die verspielten Entwürfe von Dee Bee Rich, Nuts oder Prison Affair - bis hin zu Psychedelic Pop á la Rat Colums oder diversen 80er Flying Nun Acts. Und zwischendrin ist dann auch noch Zeit für ein paar Noise-lastige Post Punk-Skizzen.
Ein frischer Stapel an verrauschten, kratzigen, melodischen und einfach entzückenden kleinen Garage Punk, Fuzz- & Noise Pop Knallkörpern des Ein-Mann-Projekts aus Ely, UK.
Spaßiger wie auch geschmackvoller, melodischer Fuzz Punk ohne redundantes Beiwerk irgendwo aus UK. Zwei dieser Songs, On The House und Pedigree Chums… die hab ich doch beide schon mal von einer Band namens Crown Moulding gehört und vermute daher mal eine Verbindung - genialer Popmusik-Sherlock, der ich nun mal bin.
Damit hatte ich nicht gerechnet... Satte sieben Jahre nach seiner letzten EP reaktiviert Jason Hendardy aka Permanent Collection aus Oakland sein altes Musikprojekt und liefert ein tadelloses neues Album ab, das - trotz des etwas fatalistisch anmutenden Titels - eine gewisse Abkehr von der klanglichen Trübsal seiner Vorgänger darstellt. Der düstere Post Punk tritt deutlich in den Hintergrund und die melodischen Tendenzen zwischen Noise Pop und Shoegaze geraten ins Spotlight - eine durchweg spaßige Fahrt mit hohem Energielevel. Wenn du dir jemals gewünscht hast, Bands wie A Place To Bury Strangers oder Ceremony (VA) würden weniger Zeit mit abspacen verbringen und stattdessen direkt zur Sache kommen, dann ist das hier die Platte für dich.