Viel hat sich nicht geändert seit der 2015er EP der kopenhagener Band. Ihr melodisch-melancholischer Indierock klingt immer noch sehr nach einer geringfügig emofizierten Version alter Hüsker Dü mit gelegentlichen Sprengseln von Dinosaur Jr. Glücklicherweise bringt das Songmaterial aber auch genug eigene Sprengkraft mit, dass man ihnen das so abnimmt. Was nicht kaputt ist, muss man auch nicht reparieren.
Auf seinem ersten Solo-Kurzspieler setzt uns Tracy Bryant, der einigen vielleicht als Frontmann von Corners ein Begriff ist, ausgesprochen launigen, melodischen Indierock zum Fraß vor.
Diese Compilation versammelt drei im Laufe der letzten vier Jahre erschienene EPs der Band aus Helsinki. Und was ich da höre tritt gewaltig Popo. Wem Cloud Nothings, Terry Malts, Wavves oder Japandroids in letzter Zeit zu lasch geworden sind, wem auch ein Ersatz mit eingebauter Sprachbarriere in den Kakao passt, wer sich außerdem mit krautigen bis psychedelischen Tendenzen und Einflüssen á la The Men in der Leave Home und Open Your Heart-Phase anfreunden mag, der wird an dieser Platte reichlich Spaß haben. Hammer!
Hier ist noch die letzte der drei vergangenen Freitag erschienenen Cassingles von Bands aus Atlanta auf Chunklet Industries. Die wird von DiCaprio bestritten, die ja vor geraumer Zeit mit ihrem hervorragenden ersten Album aufhorchen ließen. Auf der A-Seite geben sie schön dissonanten Postpunk zum besten, aber mir hat’s besonders die B-Seite Hair angetan. Ein träges, schleppendes Biest, das ein wenig an Slint, Shellac und andere Bands der goldenen Touch&Go-Ära erinnert.
Hui, das ist auch schon ‘ne Weile her, seit es von diesem Duo aus Vancouver (Sänger/Gitarrist Eric Axen spielt sonst mit Sightlines melodisches Punkgedöns) was zu hören gab. Der neue Langspieler glänzt mal wieder mit solidem bis ausgezeichneten Songwriting und aus der Zeit gefallenem, melodischem Indierock, der an unschuldigere Zeiten für das Genre erinnert und dank der sonst eher selten zu hörenden Baritongitarre eine recht eigene Klangfarbe verpasst bekommt.
Auf diesem netten Siebenzöller einer Band aus Washington gibt’s zwei mal recht zurückgelehnten Indierock zu hören. Die A-Seite kommt dabei mit einem geringfüfig postpunkigen Vibe daher, während die B-Seite etwas nach Shoegaze der alten Schule klänge, hätte man den alten Bands einen Großteil ihrer Effektpedale weggenommen.
Ausgezeichnetes Demo des Bostoner Quartetts. Darauf fabrizieren die Typen kraftvoll zupackenden Lärm, der recht geschickt auf Standbeinen aus klassischem Indierock, Postpunk und Noiserock balanciert.
Postpunkigen Indie- und Alternative Rock der tendenziell eher populären, eingängigen Machart (aber in gut!) gibt’s auf diesem Kurzspieler der Band aus Hull, England zu hören.
Nach der ausgezeichneten Fictional Decision 7″ kommt hier der neue Siebenzöller der Indierocker aus Leeds angerollt. Die psysische Variante davon ist im Rahmen des Too Pure Singles Club erschienen. Klang der Erstling noch etwas nach einer jungen Band, die etwas zögerlich ihre Möglichkeiten austastet, kommen die beiden neuen Songs erstaunlich souverän rüber. Ein ausgesprochen melancholischer Vibe durchweht darauf ihren Postpunk-beeinflussten Indierock, die Arrangements sind ausgeklügelt und vielschichtig. Runde Sache.