Diese Compilation versammelt drei im Laufe der letzten vier Jahre erschienene EPs der Band aus Helsinki. Und was ich da höre tritt gewaltig Popo. Wem Cloud Nothings, Terry Malts, Wavves oder Japandroids in letzter Zeit zu lasch geworden sind, wem auch ein Ersatz mit eingebauter Sprachbarriere in den Kakao passt, wer sich außerdem mit krautigen bis psychedelischen Tendenzen und Einflüssen á la The Men in der Leave Home und Open Your Heart-Phase anfreunden mag, der wird an dieser Platte reichlich Spaß haben. Hammer!
Hier ist noch die letzte der drei vergangenen Freitag erschienenen Cassingles von Bands aus Atlanta auf Chunklet Industries. Die wird von DiCaprio bestritten, die ja vor geraumer Zeit mit ihrem hervorragenden ersten Album aufhorchen ließen. Auf der A-Seite geben sie schön dissonanten Postpunk zum besten, aber mir hat’s besonders die B-Seite Hair angetan. Ein träges, schleppendes Biest, das ein wenig an Slint, Shellac und andere Bands der goldenen Touch&Go-Ära erinnert.
Hui, das ist auch schon ‘ne Weile her, seit es von diesem Duo aus Vancouver (Sänger/Gitarrist Eric Axen spielt sonst mit Sightlines melodisches Punkgedöns) was zu hören gab. Der neue Langspieler glänzt mal wieder mit solidem bis ausgezeichneten Songwriting und aus der Zeit gefallenem, melodischem Indierock, der an unschuldigere Zeiten für das Genre erinnert und dank der sonst eher selten zu hörenden Baritongitarre eine recht eigene Klangfarbe verpasst bekommt.
Auf diesem netten Siebenzöller einer Band aus Washington gibt’s zwei mal recht zurückgelehnten Indierock zu hören. Die A-Seite kommt dabei mit einem geringfüfig postpunkigen Vibe daher, während die B-Seite etwas nach Shoegaze der alten Schule klänge, hätte man den alten Bands einen Großteil ihrer Effektpedale weggenommen.
Ausgezeichnetes Demo des Bostoner Quartetts. Darauf fabrizieren die Typen kraftvoll zupackenden Lärm, der recht geschickt auf Standbeinen aus klassischem Indierock, Postpunk und Noiserock balanciert.
Postpunkigen Indie- und Alternative Rock der tendenziell eher populären, eingängigen Machart (aber in gut!) gibt’s auf diesem Kurzspieler der Band aus Hull, England zu hören.
Nach der ausgezeichneten Fictional Decision 7″ kommt hier der neue Siebenzöller der Indierocker aus Leeds angerollt. Die psysische Variante davon ist im Rahmen des Too Pure Singles Club erschienen. Klang der Erstling noch etwas nach einer jungen Band, die etwas zögerlich ihre Möglichkeiten austastet, kommen die beiden neuen Songs erstaunlich souverän rüber. Ein ausgesprochen melancholischer Vibe durchweht darauf ihren Postpunk-beeinflussten Indierock, die Arrangements sind ausgeklügelt und vielschichtig. Runde Sache.
Auf diese Band aus dem tasmanischen Hobart hab ich schon länger ein Auge gerichtet. Der einzige Grund, dass die Typen hier bisher noch nicht vorkamen ist die Entscheidung des Labels, den letzten beiden Alben und EPs keine digitale Veröffentlichung zu geben. Das neue Minialbum der Band ist nun erstmals bei den einschlägigen Downloadtanken zu bekommen und darauf kommt ihr relaxter, irgendwie aus der Zeit gefallener Indierock äußerst reif rüber. Ihr wohltemperiertes Spiel mit Melodie und Dissonanz erstrahlt hier in vollem Glanz und die neuen Songs zeugen von ausgezeichnetem Songwriting-Handwerk.
Die Debüt-EP dieser Band aus Philadelphia überzeugt mit ultra-melodischem, retrolastigem Indierock und Postpunk, den man musikalisch irgendwo zwischen den Bands der britischen New Wave- und C86-Generationen einordnen kann.
Juhu, ein Anlass zum Klugscheißen! Pink Film (Pinku Eiga) ist erstens ein japanisches Filmgenre, das seine Anfänge in den 60er Jahren hatte und eine für unser westliches Verständnis etwas unwahrscheinliche Verschmelzung von Arthouse-Kino und Softcore-Erotikfilm darstellt. Viele Filme der frühen Phase dieses Genres gelten heute als kleinere Klassiker, ganz besonders einige Streifen vom Genre-Pionier Kōji Wakamatsu. Der Erfolg dieser unabhängig produzierten Filme hinterließ ab den 70ern auch seine Spuren in den Produktionen der großen Studios, insbesondere wäre da das Pinky Violence Subgenre der Toei-Studios zu nennen, außerdem produzierten die Nikkatsu Studios ab 1971 bis tief in die 80er hinein ausschließlich sogenannte Roman Porno Filme. In den letzten Jahrzehnten hat das Genre sehr an Bedeutung verloren, hält sich aber wacker mit immer geringer werdenden Produktionsbudgets über Wasser.
Zweitens ist Pink die Farbe, die alle vor ca. 1983 auf Kodak Eastmancolor und ähnlichem Filmmaterial (Fujicolor, Agfacolor, etc.) ausbelichteten Filmpositive inzwischen angenommen haben. Nicht nur verblasst alter Eastmancolor sehr schnell, sondern die Blau- und Grün-Anteile der Filmemulsion verbleichen außerdem schneller als das restliche Farbspektrum. Das Resultat ist die rötliche bis pinke Färbung alter Filmkopien. Negative sind ebenso betroffen, bekommen eine stark bläuliche Tönung. Das Phänomen ist einer der Hauptgründe (der andere ist vor allem die chemische Instabilität der Nitratfilme, die vor den 1950ern zum Einsatz kamen), warum Filmrestauration in den vergangenen Jahren so ein großes Thema ist. 1983 führte Kodak den LPP (Low Fade Positive Print) Film ein, daher sind jüngere Filmkopien weniger stark betroffen.
Drittens ist Pink Film der Name einer Band aus Washington. Die haben gerade ihre Debüt-EP raus und gefallen darauf mit verschrobenem, noisy-schrammeligem Indierock und Fuzzpop/-punk, dem man einen ausgeprägten Ohrwurmfaktor bescheinigen muss.