Treehouse – Centre of Their World

Auf diese Band aus dem tasmanischen Hobart hab ich schon länger ein Auge gerichtet. Der einzige Grund, dass die Typen hier bisher noch nicht vorkamen ist die Entscheidung des Labels, den letzten beiden Alben und EPs keine digitale Veröffentlichung zu geben. Das neue Minialbum der Band ist nun erstmals bei den einschlägigen Downloadtanken zu bekommen und darauf kommt ihr relaxter, irgendwie aus der Zeit gefallener Indierock äußerst reif rüber. Ihr wohltemperiertes Spiel mit Melodie und Dissonanz erstrahlt hier in vollem Glanz und die neuen Songs zeugen von ausgezeichnetem Songwriting-Handwerk.



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The Junto – The Junto

Die Debüt-EP dieser Band aus Philadelphia überzeugt mit ultra-melodischem, retrolastigem Indierock und Postpunk, den man musikalisch irgendwo zwischen den Bands der britischen New Wave- und C86-Generationen einordnen kann.


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Pink Film – Pink Film

Juhu, ein Anlass zum Klugscheißen!
Pink Film (Pinku Eiga) ist erstens ein japanisches Filmgenre, das seine Anfänge in den 60er Jahren hatte und eine für unser westliches Verständnis etwas unwahrscheinliche Verschmelzung von Arthouse-Kino und Softcore-Erotikfilm darstellt. Viele Filme der frühen Phase dieses Genres gelten heute als kleinere Klassiker, ganz besonders einige Streifen vom Genre-Pionier Kōji Wakamatsu. Der Erfolg dieser unabhängig produzierten Filme hinterließ ab den 70ern auch seine Spuren in den Produktionen der großen Studios, insbesondere wäre da das Pinky Violence Subgenre der Toei-Studios zu nennen, außerdem produzierten die Nikkatsu Studios ab 1971 bis tief in die 80er hinein ausschließlich sogenannte Roman Porno Filme. In den letzten Jahrzehnten hat das Genre sehr an Bedeutung verloren, hält sich aber wacker mit immer geringer werdenden Produktionsbudgets über Wasser.

Zweitens ist Pink die Farbe, die alle vor ca. 1983 auf Kodak Eastmancolor und ähnlichem Filmmaterial (Fujicolor, Agfacolor, etc.) ausbelichteten Filmpositive inzwischen angenommen haben. Nicht nur verblasst alter Eastmancolor sehr schnell, sondern die Blau- und Grün-Anteile der Filmemulsion verbleichen außerdem schneller als das restliche Farbspektrum. Das Resultat ist die rötliche bis pinke Färbung alter Filmkopien. Negative sind ebenso betroffen, bekommen eine stark bläuliche Tönung. Das Phänomen ist einer der Hauptgründe (der andere ist vor allem die chemische Instabilität der Nitratfilme, die vor den 1950ern zum Einsatz kamen), warum Filmrestauration in den vergangenen Jahren so ein großes Thema ist. 1983 führte Kodak den LPP (Low Fade Positive Print) Film ein, daher sind jüngere Filmkopien weniger stark betroffen.

Drittens ist Pink Film der Name einer Band aus Washington. Die haben gerade ihre Debüt-EP raus und gefallen darauf mit verschrobenem, noisy-schrammeligem Indierock und Fuzzpop/-punk, dem man einen ausgeprägten Ohrwurmfaktor bescheinigen muss.



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Christian Fitness – Slap Bass Hunks

Album Nummer vier der imaginären Band um Future Of The Left- und Ex-McLusky-Frontmann Andy Falkous überrascht mit einer von diesem Projekt bisher ungehörten Konsistenz. Auf lyrischer Ebene agiert Herr Falkous natürlich Scharfzüngig wie eh und je, das Br****- und das Tr***-Wort haben diesmal deutliche Spuren hinterlassen. Und zur Musik… Was sich auf der letzten Platte schon andeutete wird hier wahr gemacht: Das ist eine geradezu funky Angelegenheit geworden. Aber dieser Funk hat ordentlich Sand im Getriebe, knarzt und knirscht ganz gefährlich. Und bevor diese vom Rost zusammen gehaltene Maschinerie endgültig ihrer eigenen Unwucht nachgeben könnte, löst sich das Teil in einen Hollywood-tauglichen Feuerball auf. Jepp, auf den Mann ist einfach Verlass.



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Housing Crash – Noncasual/Creeper

Housing Crash sind ein Quartett aus Istanbul. Auf dieser digitalen Single gibt es zwei mal ausgezeichneten melancholisch-melodischen Indierock zu hören, den man so eher aus Großbritannien erwartet hätte. Besonders vom zweiten Song Creeper und seiner etwas unkonventionellen Struktur bin ich sehr angetan.

TV Haze – Scrap Museum

Nach einem sehr vielversprechenden Debütalbum im letzten Jahr liegt jetzt der zweite Langspieler von TV Haze aus Melbourne vor. Der erfüllt alle Erwartungen. Das Songwriting ist deutlich gereift; hatte das Debüt noch seine Längen, ist das Material hier durchweg hochwertig. Solche Musik ist selten geworden. Das ist sehr oldschooliger Indie- und Alternative Rock, bei dem man sich durchaus an Buffalo Tom, Dinosaur Jr., Guided By Voices, späte Hüsker Dü oder das Solomaterial von Bob Mould erinnert fühlen darf.



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Klaut – New Kite

Klaut sind ein expelimenterres Noise- und Klautlock-Korrektiv (sorry, aber das ging jetzt ja mal echt nicht anders) aus dem britischen Warrington und diese EP zieht mich sofort in ihren Bann mit drei zum großen Teil improvisierten Jams, die sich auf einem schön kantig-oldschooligen Indierock-Fundament austoben und dabei eine erstaunlich beschwingte Energie versprühen. Psychedelisches Gedöns für unbeschwerte Momente.

H. Grimace – Self Architect

Auf H. Grimace aus London wurde ich zum ersten mal 2013 aufmerksam, als sie sich ein Split-Tape mit Joey Fourr teilten. Es folgten ein paar Kurzspieler, die mich nicht so recht zu überzeugen wussten. Das klang alles noch sehr nach einer Band auf der Suche nach einer eigenen Stimme. Die haben sie mit ihrem neuen Album definitiv gefunden. Die Platte überzeugt durchweg mit einer stimmungsvollen Mischung aus atmosphärischem, auf Sparflamme vor sich hin köchelndem Postpunk und altmodischem Indierock mit einer stellenweise leicht Sonic Youth-mäßigen Gratwanderung zwischen Harmonie und Dissonanz.



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Pile – A Hairshirt Of Purpose

Pile bekommen langsam endlich die Beachtung, die sie eigentlich schon lange verdient hätten. Kaum eine andere Band der vergangenen Jahre aus dem musikalischen Spektrum, das wir in früheren Zeiten mal als “Indie Rock” bezeichnet hätten, hat sich mit der Zeit eine derart eigene Vision erarbeitet wie das Quartett aus Boston.
Mit ihrem bereits sechsten Album (dem vierten als richtige Band, nachdem Pile ursprünglich als Soloprojekt von Sänger/Gitarrist Rick Maguire ins Leben gerufen wurde) wird es auch zunehmend schwierig, sie in irgendein bestehendes Genre-Konstrukt einzuordnen. Konnte man bisherige Alben bei Bedarf noch behelfsmäßig auf einem wackeligen Gerüst aus Begriffen wie Postcore, Noise- und Mathrock balancieren, zerfallen diese Krücken hier schon in den ersten Sekunden.
Dabei erfinden sich Pile keineswegs neu, vielmehr konzentrieren und perfektionieren sie all die exzentrischen Stilelemente und Absonderlichkeiten, die sie schon in der Vergangenheit zu einer Ausnahmeband gemacht haben.
Unerwartet ruhig ist die Platte über weite Strecken ausgefallen. Dafür glänzen die nach wie vor unvorhersehbaren Songkonstrukte mit einer ausgefeilten Dramaturgie und musikalischen Finesse, die in letzter Zeit zu einem raren Gut geworden sind.
A Hairshirt Of Purpose ist nicht weniger als ein Triumph einer Band, die sich niemandem anbiedert und in keinerlei Weise mit dem gegenwärtigen Zeitgeist konform geht. Das macht sie umso liebenswerter und wichtiger, lässt sie auffallen wie eine charmante Beule in der angepassten kulturellen Landschaft dieser Tage.



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Codist – Porcelain Boy

Das aktuelle Tape dieser Band aus Glasgow enthält sehr oldschooligen und stellenweise geringfüfig emofizierten Indierock, der sich irgendwann in den mittleren Neunzigern sicher zuhause gefühlt hätte.


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