Die nicht nur von mir hochgeschätzten Royal Headache sind schon länger nicht mehr, aber ihr Sänger Shogun meldet sich nun mit neuer Band im Rücken und einer 7″ zurück, deren A-Seite abgesehen von einem vergleichsweise polierten Sound vieles zurückbringt, wofür man Royal Headache liebgewonnen hatte. Etwas weniger Garage, dafür mit einem leichten Radio Birdman-Vibe. Deutlich schwerer macht es mir die B-Seite. Der liegt zwar auch ein starker Song zugrunde, dessen Darbietung riecht mir dann aber doch etwas zu sehr nach fader Alternative-Brühe und kann nur durch Shoguns bemerkenswerte Gesangsperformance noch rausgerissen werden. Mal auf einen Langspieler warten…
Bei diesem Trio aus Sudbury, Kanada sind unter anderem Mitglieder von Strange Attractor und Statues mit von der Partie und was sie da auf ihrem ersten Minialbum veranstalten ist feinste Zuckerwatte aus schnörkellosem 77er Punk und Power Pop, der sich definitiv einiges bei den Buzzcocks und Undertones abgeschaut hat.
Nicht dass mir zur Musik von Connie Voltaire die Worte ausgehen würden – die haben mir nämlich schon beim Erstkontakt mit der seltsamen und bezaubernden Welt der Neo Neos gefehlt. Daher beschränke ich mich diesmal auf die wesentlichen Fakten: Der gute Herr hat im Oktober gleich zwei neue Langspieler draußen. Das „Split“-Album von Training Ground und Cells führt dabei die derbere Marschrichtung der vor einigen Wochen veröffentlichten Hardcore-„Compilation“ fort. Über Neck Chop Records ist außerdem eine neue LP seines bekanntesten Projekts Neo Neos raus, dessen Tonmaterial jetzt wohl schon etwas länger im Keller rumgammelte. Einige der Songs sind bereits von diversen Tapes und EPs bekannt, hier aber in tendenziell noch stärker geschädigten Darbietungen vertreten. Ich freue mich einfach über die halbe Stunde neuen und alten Lärms; den Überblick hab ich eh schon längst verloren.
Wenn ich mir jede Woche meinen Weg durch das Dickicht an Musikeinreichungen schlage, fühlt sich das meistens mehr nach unbezahlter Arbeit an als nach Spaß. Am Ende lohnt es sich aber doch, wenn mir ab und an eine solche Perle unterkommt wie der zweite Langspieler von Commander Keen aus dem Städtchen Cookeville, Tennessee. Unterschätze nie die Kleinstadtpunks! Nicht nur sind die Typen nach einem Helden meiner Kindheit benannt, auch in musikalischer Hinsicht liegen wir absolut auf einer Wellenlänge. So viel liebgewonnenes aus der jüngeren wie auch uralten Vergangenheit spült meine Assoziationsmaschine da an die Oberfläche. Beginnend mit dem energischen Postcore von Drive Like Jehu, dem Fuzz Punk von California X oder Happy Diving, Noisepop á la No Age, Playlounge oder den unvermeidlichen Japandroids. Ihre Songs pendeln außerdem zwischen der hymnischen Euphorie etwa von Beach Slang oder Needles//Pins und der Melancholie von Milk Music. Haben die Qualitäten des arschtretend-melodischen Postpunks von Piles oder Die! Die! Die! und gelegentlich scheint sogar eine leise Ahnung von Quicksand oder Leatherface durch. Das alles wurde hochkompakt in zehn über jeden Zweifel erhabenen Songs verkapselt, deren Gehalt an hartnäckigen Hooks und Melodien weit oberhalb der empfohlenen Tagesdosis liegt. Davon wird mir aber keineswegs schlecht, ich bekomme nur noch mehr Hunger auf einen zweiten Nachtisch. So. Verdammt. Gut.
Hochwertiger Nachschub von der Band aus Nantes, Frankreich und ihrem düsteren Post Punk mit viel Wumms und starkem Songfundament, irgendwo zwischen Criminal Code, The Estranged sowie auch einem leichten Hauch von Telecult oder Red Dons.
Was führte mein Lieblingsspacko aus Minneapolis diesen Monat so im Schilde? Bringt einfach mal so eine „Compilation“ raus mit Tracks von diversen „Hardcore“ „Bands“ mit denen er in den letzten Jahren zugange war. Eigentlich ist es ja auch egal was der Typ gerade spielt, klingt eh immer gleich und ich finde das schön so also fickt euch.
Bryony Beynon kennen manche vielleicht noch als die Sängerin der londoner Punks Good Thob. Inzwischen hat die gute Frau ihren Wohnsitz nach Sydney verschoben und dort ihre neue Band BB and The Blips an den Start gebracht. Auf deren Debütalbum setzt es quirligen Krach zwischen 77er Attitüde und Garagenenergie, einem gelegentlichen Anflug von Hardcore. Als mögliche Orientierungspunkte fallen mir dabei die beiden doch recht unterschiedlichen Bands Negative Scanner und Amyl And The Sniffers ein.
Debütalbum der Band aus Vancouver, deren ultrastraighter Garagepunk beim besten Willen nichts neues unter der Sonne bietet, sein altbekanntes Ding aber überzeugend und mit ordentlichem Druck durchzieht.
Straight nach vorne gehendes (Post-)Punkgedöns auf dem zweiten Langspieler der Band aus San Sebastián, Spanien. Das erinnert mal an eine trübseligere Variante der Red Dons, Short Days oder Telecult, im Tempo gedrosselte Nervosas, an The Estranged oder einen Hauch von Criminal Code.