Jean Mignon – Jean Mignon

Wie schon die zwei Vorgänger ist auch die neueste EP des New Yorkers Jean Mignon die pure Verzückung aus so eingängiger wie auch schmutziger Garage-/Proto Punk-Qualität, in welcher eine ordentliche Dosis primitiver '77er Energie zu einem zeitlosen Sound des explosiven Garage Punk-Wahnsinns verstückwerkt wird, was - insbesondere im Überhit Won't Put Him Down - sicher auch auf bei Bewunderern von, sagen wir mal, Kid Chrome oder der noch recht frischen Elvis 2 LP auf Zustimmung stoßen wird.

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Useles Eaters – Ego Shell / Rub

Fast zehn Jahre nach ihrer letzten Tonkonserve rauft sich das in den 2010ern omnipräsente Garage Punk-Bollwerk aus San Francisco mal wieder zusammen und klingt dabei noch entschlossener und explosiver als je zuvor - eine einzige Abrissbirne von deren Durchschlagkraft man sich bereits bei ihrem fast schon irreal intensiven Köln-Gig im Frühling überzeugen konnte. Wie also schon zu erwarten war machen auch auf ihrer ersten neuen Veröffentlichung - jetzt schon digital zu haben, später auch als 7" auf Goodbye Boozy erwartet - keine halben Sachen. Mehr oder weniger werden hier die abgespaceten, krautigen, post-punkig psychedelischen Tendenzen ihrer letzten paar LPs und EPs fortgeführt, unaufhaltsam vorwärts gepeitscht von einer irrsinnig tighten, dichten und unnachgiebigen Performance, in der einfach jedes Detail sich mit scheinbar schlafwandlerischer Leichtigkeit perfekt an seinen Platz fügt. Jau, ich hab die Kerle vermisst. Toll, sie wieder am Start zu haben!

Jumbo XL – Who To Hurt

Diese Band aus Sydney liefert hier fünf vorzügliche Häppchen ab aus Spits-ass catchy Garage Punk mit einer zusätzlichen Note von Lost Sounds oder vielleicht auch manchen Inkarnationen von Sick Thoughts. Nicht mehr, aber auch nicht weniger und was soll ich sagen... die Scheiße regelt immer noch als wäre es zweitausend-und-zerquetschte.

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Big&Heavy – BIG$BIG$HEAVY

Exquisit auf die Scheiße hauender Electro Punk aus Portland, Oregon, der eine perfekte Balance zwischen grober Oberfläche und eingängigen Hooks erzielt. Unmittelbar erinnert mich das ein bisschen an eine weniger abgehackte Veriante der Snarewaves aus Lansing, Michigan, insbesondere in Bezug auf ihre allgemeine Amiga 500 Tracker-mäßige Lo-Fi Sample Punk-Ästhetik, aber fast genau so gut würde auch Synth Punk-Vikinger Klint als Vergleich herhalten oder schon etwas ältere Phänomene wie ISS aus North Carolina oder die Berliner Heavy Metal.

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Rosary – Summer ’25 Demo

Hier ist noch so ein wunderbar verstörter Ausbruch des Lo-Fi Hardcore-Lärms. Der kommt von einer Band aus Orlando, Florida, die bereits ein ordentliches Demo auf Bellicose Records raus hatte, aber diese neue EP auf Drunken Butterfly Records ist da noch mal deutlich mehr meine Tasse Tee mit ihrer komplett zersprengten, unberechenbaren Version der zeitgenössischen Hardcore-Besorgnis die, under einer rohen, versifften Oberfläche auch einiges von einer nicht weniger zwielichtigen oldschool Garage-, Proto- und KBD Punk-Schattenwelt preisgibt.

Piss Wizard – Odds and Ends

Diese neue Sammlung von vermeintlichem B-Material ist schon wieder ein solider Beweis dafür, dass diese Agenten des gepflegt Noise-versifften Garage-/Hardcore Punk-Chaos' aus Melbourne einfach nichts falsch machen können, denn auch bei dieser EP kann ich weitgehend nicht nachvollziehen, warum diese Songs es nicht auf eine "reguläre" Veröffentlichung geschafft haben sollen. Nu ja, des einen Müll ist eines anderen Gold sagt man ja und ich hab jedenfalls reichlich Spaß dabei, mich durch diese ganz hochkarätige Mülltonne zu wühlen.

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Nul – Nul

Nun, diese Band kommt zwar aus Spanien aber ihr Sound erinnert mich viel mehr an einen ganzen Haufen französischer Bands - ihr Sound zwischen den Eckpunkten von Post Punk/-core, melodischem Garage Punk und Oi! ruft so Bands á la Youth Avoiders, Telecult, Nightwatchers, Bleakness ins Gedächtnis, oder aus etwas Jüngerer Zeit: Distance oder die französischsprachige Leipziger Band Laxisme. Es wäre jetzt also ziemlich einfach diese EP als nur ein weiteres Artefakt aus einem in letzter Zeit doch übermäßig präsenten Genre abzutun, aber das würde ignorieren, was für ein massives Feuerwerk von kraftvollen Hooks diese doch weit über'm Durchschnitt operierende Platte hier abfeuert.

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Puffer – Street Hassle

Die zwei bisherigen EPs dieser Band aus Montreal waren für sich schon jeweils ein fettes Fass randvoll mit wunderbar schmieriger Rock'n'Roll-Glückseligkeit und mit ihrem ersten Langspieler werden alle ihrer (un-)Tugenden nochmal auf ein ganz neues Niveau gehievt. Darauf erweitern sie fundamental ihr stilistisches Farbspektrum und lassen die catchy Hooks durch die Decke gehen in ihrer zuvor schon brandgefährlichen Rezeptur aus Garage Punk, Hard- und Postcore-Elementen, einer leisen Spur von Oi! und einer ganz unverfrohrenen Affinität zu verschwitzten '70er Hard-and-Heavy/Dad Rock-Versatzstücken, wobei da vereinzelt auch mal eine Portion von Roots-igem Folk- und Cowpunk mit von der Partie ist in Songs wie Never Enough. Vom ersten Moment an wirkt das auf mich ein bisschen wie eine etwas primitivere Version der jüngsten Punter-LP und erinnert darüber hinaus an einen knallbunten Strauß von weiteren Sleazecore-Acts wie Cement Shoes, Golden Pelicans, Flea Collar, Cülo, Cutters, Polute und Chain Whip.

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Metdog – One For The Kids

Metdog aus Melbourne haben ihren Status als einer der wesentlichen Mitspieler der aktuellen Garage-/Synth-/Eggpunk-Szene zementiert mir ihrer ganz schön hirnverbrannten letztjährigen LP Questions and Answers Regarding Computers and Screens. Auf ihrem neuesten Langspieler nehmen sie sich mit den Schrägheiten allerdings ein kleines bisschen zurück im Vergleich und ich würde sagen dass das auch keine allzu schlechte Idee ist, denn ein zweiter Aufguss von jenem '90er-Jahre- IT und das frühe Web thematisierenden Irrsinn und der dazu passenden, arg nach General MIDI müffelnden Klangästhetik würde sicher nicht noch einmal so gut landen. Stattdessen bekommen wir also einen etwas geradlinigeren und windschnittigeren Haufen von alamierend eingängigen Garage-Tunes präsentiert, die trotz allem noch immer einen ordentlichen Dachschaden aufweisen, nur damit ihr nicht denkt es würde hier auch nur ansatzweise ernst zugehen. Wie auch immer, das ist ganz klar ihre substantiellste Veröffentlichung bisher, aufgewertet von einem angemessenen Wachstum in den Songwriting-Qualitäten ohne dabei allzu viel von seiner allgemeinen Verspieltheit und Unberechenbarkeit auf der Strecke zu lassen.

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Gerinc – Reklamáció

Da passiert mehr unter der Haube als es auf den ersten Blick erscheint auf der Debütkassette dieser Band aus Budapest. Deren acht Songs channeln einerseits - insbesondere in der ersten Hälfte - ein paar vage KBD-mäßige Garage Punk-Vibes mit abwechselnden Geschmäckern von Gun Club und Wipers, gekontert von aktueller klingenden Sounds, auf welche so Bands der gegenwärtigen Anarcho-/Postcore-Achse á la Straw Man Army und Fantasma sicher einen nicht vernachlässigbaren Einfluss hatten, während in anderen Momenten auch etwas von einer gewissen Brut der Art Punk-Melancholie durchscheint nicht ganz unähnlich zu so Zeug wie Kitchen's Floor und Uniform (Atlanta, nicht New York).

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