DWP - DWP

DWP ist das ak­tu­el­le So­lo­pro­jekt von Sloa­ne Flash­man, der sich in der Ver­gan­gen­heit auch bei der Post­punk-For­ma­ti­on Nail Po­lish an der Gi­tar­re zu schaf­fen mach­te. Wer be­reits mit de­ren ex­pe­ri­men­tel­lem, No-Wa­ve in­spi­rier­tem Krach ver­traut ist, ahnt si­cher schon, dass es auch auf die­ser EP wie­der et­was aben­teu­er­li­cher zu­geht. In­ner­halb von acht abs­trak­ten, mo­no­to­nen Skiz­zen ent­fal­tet sich hier ei­ne ex­pe­ri­men­tel­le Art Punk-Klang­land­schaft, die - ne­ben vie­len an­de­ren Din­gen - schein­bar zu glei­chen Tei­len Ein­flüs­se von Sui­ci­de, Wire und Glenn Bran­ca in sich auf­ge­so­gen hat.

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Dark Web - Decoy

Ih­re 2018 er­schie­ne­ne Clo­ne Age LP fand ich ja schon ganz nett, aber das zwei­te Al­bum der Band aus Phil­adel­phia ist ein­fach spek­ta­ku­lär - die Songs so viel aus­ge­reif­ter, der Sound so viel grif­fi­ger und der un­be­irr­ba­re rhyth­mi­sche Vor­schub trägt ei­nen Vi­be vor sich her, der an The Spits oder Mind Spi­ders er­in­nert. Das hier ist nicht we­ni­ger als mit­rei­ßend old­schoo­li­ge Ga­ra­ge Punk-Per­fek­ti­on.

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Germ House - World's A Chore

Wie­der mal ei­ne tol­le EP von Germ House, ei­nem So­lo­pro­jekt von Jus­tin Hub­bard aus Rho­de Is­land, der zu­fäl­lig auch bei Far Cor­ners sei­ne Fin­ger im Spiel hat. Die drei neu­en Songs strah­len er­neut den ver­trau­ten Lo-Fi Charme aus und de­cken ei­ne Band­brei­te ab, die von kan­ti­gem Post Punk - wel­cher si­cher ein paar Ein­flüs­se bei The Fall oder De­spe­ra­te Bicy­cles auf­ge­so­gen hat - hin zu klas­si­schem Ga­ra­ge Rock und ge­gen­wär­ti­gem Ga­ra­ge Punk reicht. Gleich­zei­tig of­fen­bart das gan­ze aber auch ein pa­ra­do­xes Ohr­wurm­po­ten­zi­al und ei­nen ver­spiel­ten Vi­be, der mich an The Woo­len Men den­ken lässt.

Pringue - The Age Of Cringe

Ei­ne fri­sche La­dung ab­ge­fuck­ter Lo-Fi Ga­ra­ge Punk-Ju­we­len von ei­ner Com­bo aus Bar­ce­lo­na, die mich an so viel er­in­nert was ge­ra­de gut ist im Gen­re. Wie ein ka­put­ter Bas­tard aus R.M.F.C., Neo Ne­os, Erik Ner­vous, Ali­en No­se­job im Hard­core­mo­dus… au­ßer­dem kann man Ähn­lich­kei­ten zu ih­ren Stadt­nach­barn Pr­i­son Af­fair at­tes­tie­ren. Mo­ment, sind das et­wa die glei­chen Leu­te?

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S:Bahn - Queen of Diamonds

Die­se Band aus Mel­bourne war schon mal frü­her un­ter­wegs, und zwar war das ir­gend­wann in den 90ern mit ei­nem Sound, den man eher als den ty­pi­schen, leicht emo­fi­zier­ten Post­core-Style je­ner Zeit be­schrei­ben kann mit Echos von Cha­vez, Slint und Pol­vo. Ih­re ers­ten neu­en Songs in ei­nem Vier­tel­jahr­hun­dert sind da­ge­gen aber al­les an­de­re als ein nost­al­gi­scher Neu­auf­guss ih­rer al­ten Tricks. Statt­des­sen prä­sen­tie­ren sie ei­nen rund­um er­neu­er­ten Post­punk-Sound, der klar in der Ge­gen­wart zu­hau­se ist und sich gut zwi­schen Bands wie Slee­pies, Go­to­beds oder Drah­la mischt, da­bei gleich­zei­tig aber auch recht zeit­los und ge­reift im bes­ten Sin­ne klingt, was ab und an auch mal leich­te Mo­ving Tar­gets oder Vol­ca­no Suns-Vi­bes wach­ruft.

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Sarcasm - Creeping Life

Ist schon ein paar Jah­re her, seit ich zu­letzt von den Lon­do­nern ge­hört hab. Auf ih­rer neu­es­ten und - so scheint es - letz­ten EP klingt ihr mi­ni­ma­lis­ti­scher Post Punk mit Spu­ren von Crass und neue­ren Bands wie Marbled Eye, Rank/​Xerox oder La­bor fast als wä­re seit­dem kei­ne Mi­nu­te ver­stri­chen. Geht für mich voll in Ord­nung so. Gut mög­lich so­gar, dass die Auf­nah­men noch aus der glei­chen Zeit stam­men wie die 2017 er­schie­ne­ne Ma­la­ri­al Bog EP.

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Warm Exit - Warm Exit 7"

Neue EP der Brüs­se­ler Band und wie er­war­tet re­gelt das or­dent­lich die Schei­ße. Vier neue hoch­span­nungs-Ga­ra­ge/­Syn­th Punk-Ge­schos­se, die be­quem in die Nach­bar­schaft et­wa von Power­plant und Aus­mu­te­ants pas­sen oder was auch im­mer das Wart­t­man-Im­pe­ri­um ge­ra­de ver­an­stal­tet.

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Big Jar of Mayo - Big Jar of Mayo

Wie­der mal Qua­li­täts­wa­re aus dem Hau­se De­lu­xe Bi­as. Die­se Cas­sin­gle von ab­surd kur­zer Lauf­zeit zwi­schen KBD-ge­tränk­tem Weird­core, Ga­ra­ge- und Post Punk wird klar für er­freu­li­che Zu­stän­de bei den­je­ni­gen sor­gen, die be­reits ei­ne ge­sun­de Erek­ti­on für Bands wie Mys­tic Ina­ne, Ro­lex oder Fried E/​M auf­ge­baut ha­ben.

Trigger Cut - Rogo

Auf dem zwei­ten Lang­spie­ler schraubt das Noi­se Rock-/Post­core-Trio den En­er­gie­le­vel noch mal be­trächt­lich hö­her, oh­ne da­bei an der Prä­zi­si­ons­ar­beit, den aus­ge­feil­ten Struk­tu­ren und Ar­ran­ge­ments zu ver­lie­ren, die be­reits ihr De­büt­al­bum aus­zeich­ne­ten. Be­son­ders in der ers­ten Hälf­te ist da­bei ein deut­li­cher Jaw­box- und Bas­tro-Vi­be am Werk. Frü­her hät­te ich ge­sagt, dass Ralph Schaar­schmidt mit sei­nen al­ten und neu­en Bands zum bes­ten aus der hie­si­gen Noi­se­rock-Sze­ne ge­hö­ren, aber in­zwi­schen bin ich der Mei­nung dass auch welt­weit nur we­ni­ge Bands auf ih­rem Le­vel un­ter­wegs sind.

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Ope - Tapes 1-3

Hier ist noch ein Über­bleib­sel von letz­ter Wo­che das ich hier ei­gent­lich aus­las­sen woll­te, sich bei ge­naue­rem hin­hö­ren aber als stär­ker er­wies als ich zu­nächst dach­te. Ein me­lo­di­scher Mix aus ver­träumt-me­lan­cho­li­schem Noi­se Pop, Or­gel-und-Syn­th Punk ent­fal­tet sich auf die­sen Tapes und ver­sprüht au­ßer­dem ei­ne gu­te Men­ge Psy­che­de­lia der al­ten Fly­ing Nun-Schu­le.