Lamictal - Doctor's Orders

Wo wir ge­ra­de schon dran sind mit Ei­ern zu wer­fen… hier ist noch ei­ne hand­voll kur­zer spa­ßi­ger Smas­her im Dunst­kreis des ge­le­gent­lich auch mal leicht Hard­core-ver­un­rei­nig­ten Ga­ra­ge- und Post Punk, wel­cher an der ei­nen oder an­de­ren Stel­le z.B. mal an Big Bop­per, Feed/​Zhoop/​Djinn, S.B.F., Pat­ti oder Lan­dow­ner er­in­nern mag.

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Prison Affair - Demo III

Ein neu­es Tape von Barcelona's bes­ter Haus­num­mer für ge­ra­de­zu ver­stö­rend gut­lau­ni­gen Ga­ra­ge Punk lie­fert wie­der ul­tra­kom­pak­ten Brenn­stoff, der sich ir­gend­wo zwi­schen nied­ri­ger Fi­de­li­tät und ho­hem Ei­er­kopf-Fak­tor or­dent­lich ver­kan­tet. Das sitzt dann so fest, dass kein Band­rau­schen der Welt die­se hoch­in­fek­tiö­sen Po­phooks aus ih­rer Ver­an­ke­rung zu spü­len ver­mag. Ich un­ter­stel­le dem gan­zen wie ge­habt ei­ne ge­wis­se Ähn­lich­keit zu Bands wie R.M.F.C., Nuts, Set-Top Box, Dee Bee Rich und Erik Ner­vous.

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The Blinds - Endless Fascination

Die 2017er De­büt-EP die­ser Band aus Mel­bourne hat sich in mei­ne Syn­ap­sen ein­ge­brannt als ei­nes der be­ein­dru­ckends­ten Ar­te­fak­te aus den Ga­ra­ge-/Post-/Art Punk-Sphä­ren ih­rer Zeit. Schlap­pe fünf Jah­re spä­ter gibt es jetzt ei­nen Nach­fol­ger zu be­gut­ach­ten und es fin­det sich dar­auf er­war­tungs­ge­mäß ein et­was ge­ord­ne­te­res Klang­bild, aber im­mer noch vol­ler Am­bi­ti­on und Über­ra­schun­gen. Wie ge­habt scheint das reich­lich In­spi­ra­ti­on von Wire's Chairs Mis­sing und Pink Floyd der frü­hen Syd Bar­ret-Ära zu schöp­fen, ver­la­gert dies­mal aber das Ge­wicht deut­lich in Rich­tung Post Punk, was manch­mal auch et­was von ei­ner nerdi­ge­ren Va­ri­an­te der B-Boys oder Go­to­beds hat. Els­whe­re, der ge­rad­li­nigs­te und ein­la­dends­te Mo­ment der EP, ist hin­ge­gen ei­ne me­lo­disch lär­men­de old­school In­die­rock-Hym­ne wie sie ei­nem heu­te viel zu sel­ten be­geg­net.

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Crisis Man - Asleep In America

Er­neut ein re­spek­ta­bler Tritt in die Weich­tei­le von je­ner ka­li­for­ni­schen Su­per­group, die un­ter an­de­rem Mit­glie­der von Acry­lics, Pu­blic Eye, Vio­lent Chan­ge und Ce­re­mo­ny an Bord hat. Hier lie­fern die mal lo­cker ih­ren bis­lang wuch­tigs­ten, prä­zi­ses­ten Sta­pel neu­er Songs ab; die For­mel aus glei­chen Tei­len Hard­core- und Ga­ra­ge Punk in­zwi­schen per­fekt für den ma­xi­ma­len Ein­schlag op­ti­miert. Das un­nach­gie­bi­ge Mo­ment et­wa von Acry­lics und Bad Bree­ding wird ge­kon­tert von den räu­di­gen Ga­ra­ge-Qua­li­tä­ten frü­her Teen­an­ger oder Vi­deo.

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Klint - Dance

Der Typ aus Schles­wig fiel be­reits sehr po­si­tiv an­läss­lich sei­ner De­büt-7" auf Good­bye Boo­zy Re­cords auf. Auch wenn das Art­work je­ner so­wie auch sei­ner neu­es­ten EP ei­ne Nä­he zum Dun­ge­on Syn­th/-Punk na­he­legt, ist hier je­doch höchs­tens un­ter­schwel­lig was von den im letzt­ge­nann­ten Gen­re-Clus­ter ty­pi­schen Black- und/​oder old­school "Hea­vy" Me­tal-Ein­flüs­sen zu be­mer­ken, wes­halb ich da sound­mä­ßig eher mal jün­ge­re Ent­wick­lun­gen im Ga­ra­ge-/Syn­th-/Elek­tro­punk-Be­reich als Ver­glei­che an­bie­ten wür­de - un­ter an­de­rem von Mo­no­ne­ga­ti­ves, Pow!, Li­quid Face, Ghoulies oder Slimex.

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The Vortex - Executive Dysfunction

Die­se Band aus San­ta Ana, Ka­li­for­ni­en er­zeugt kur­ze, in dre­cki­gen KBD-Vi­bes ge­wälz­te Lärm­fet­zen, zu glei­chen tei­len im old­schoo­li­gen Ga­ra­ge- und Hard­core­ge­döns be­hei­ma­tet mit ei­nem ge­le­gent­li­chen Hauch von Gun Club. Das ist auch nicht ganz un­ähn­lich zu Neo Ne­os oder Ma­es­tro Voltaire's di­ver­sen Hard­core-Pro­jek­ten, frü­hem Erik Ner­vous und viel­leicht ei­nem leich­ten Touch von Laun­cher… ge­mein­sam ver­hack­stückt mit ir­gend­ei­nem pracht­vol­len Un­fall von je­ner Art, die ge­nau so gut auf ir­gend­ei­ner De­lu­xe Bi­as oder Im­po­tent Fe­tus-Ver­öf­fent­li­chung pas­siert sein könn­te.

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Pressure Pin - Superficial Feature

Die ru­he­lo­se Sze­ne von Mont­re­al hat mal wie­der et­was ver­stö­ren­des auf La­ger für den an­spruchs­vol­len Ge­nie­ßer von ka­put­tem Ga­ra­ge-/Post-/Egg-/ADHS-Punk und mei­ne lie­be Fres­se, ist das mal wie­der ei­ne wun­der­vol­le, wild in al­le Rich­tun­gen aus­fran­sen­de Schwei­ne­rei, zu­sam­men­ge­plün­dert von all den rich­ti­gen Aus­wüch­sen jün­ge­rer Punk-Ku­rio­si­tä­ten im gro­ben Um­feld et­wa von Print Head, Rea­li­ty Group, Pat­ty, Slimex, Big Bop­per oder Skull Cult.

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Peace De Résistance - Bits and Pieces

Als die ver­zau­bern­de 2020er De­büt-EP die­ses New Yor­ker Ty­pen ge­lan­det war, hat­te ich noch kei­nen blas­sen Schim­mer, wer hin­ter die­sen ent­rück­ten Klän­gen ste­cken könn­te. Stellt sich her­aus: Es ist nie­mand ge­rin­ge­res als Mo­ses Brown, an­der­wei­tig be­kannt als die Front­sau von In­sti­tu­te. Macht ir­gend­wie Sinn, rück­bli­ckend… kei­ne Ah­nung war­um ich da nicht selbst drauf ge­kom­men bin. Auf dem ers­ten Lang­spie­ler ent­fal­tet sich jetzt ein et­was voll­kör­ni­ger, aber nach wie vor ziem­lich mi­ni­ma­lis­ti­scher Sound in vol­ler Band­be­set­zung, der ein­fach wun­der­bar fehl am Platz wirkt - ei­ne ne­bu­lö­se Zeit­kap­sel fal­scher Er­in­ne­run­gen, die frü­he Strän­ge des Pro­to-, Art- und Post Punk zu ei­nem plau­si­bel wir­ken­den Man­de­la-Ef­fekt ver­webt.

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Straw Man Army - SOS

Der zwei­te Lang­spie­ler (ab­ge­se­hen vom letz­tes Jahr er­schie­ne­nen Her Majesty's Ship OST) die­ses New Yor­ker Du­os mit Ver­bin­dun­gen zu der gu­ten Hard­core-Haus­num­mer Ka­lei­do­scope schlägt sound­mä­ßig ei­ne et­was dunk­le­re, sper­ri­ge­re Rich­tung ein, die vom Hö­rer ein biss­chen Ge­duld ein­for­dert, aber auch or­dent­lich be­lohnt. In der ak­tu­el­len Land­schaft gibt es ein­fach kei­ne an­de­re Band wie Straw Man Ar­my und die bei­den sind wei­ter­hin ei­ne der we­ni­gen Bands, die den Postcore/​Art Punk/​Post Punk-Kom­plex et­was wei­ter­den­ken, ba­sie­rend auch auf ei­nem um­fas­sen­den Ver­ständ­nis sei­ner Ver­gan­gen­heit. Let­ze­res be­schert dann un­ter an­de­rem auch das mei­nes Er­ach­tens de­fi­ni­ti­ve High­light des Al­bums - ei­nen lang­sa­men Schwel­brand na­mens Be­wa­re, der in et­wa so klingt als hät­te man di­ver­se Gen­re-Eck­stei­ne vom Ka­li­ber Chairs Mis­sing und The Ar­gu­ment auf ih­re ab­so­lu­te Es­senz her­un­ter­ge­kocht.

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Red Gaze - Healing Games

Wie­der ein ex­zel­len­tes Klang­ar­te­fakt von die­ser Band aus Graz, die aber ir­gend­wie mehr nach Ber­lin klingt und in der auch Leu­te von ir­gend­wel­chen an­de­ren Bands mit­spie­len von de­nen du schon ge­hört hast… ich er­in­ne­re mich ge­ra­de nicht mehr wel­che und au­ßer­dem ist Fei­er­tag und ich ge­ra­de zu Faul um nach­zu­schau­en. Al­so Post Punk mit dies­mal eher un­ter­schwel­li­gen Spu­ren von De­ath Rock. Ja, Ber­lin­sound, er­wähn­te ich be­reits… denkt da­bei et­wa an Di­ät, Pi­geon und Clock Of Time, aber auch ein biss­chen an US-Haus­num­mern á la Rank Xe­rox oder In­sti­tu­te. Kommt un­ge­fähr hin, glau­be ich.

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