Humanities & Low Sun – Human Sun

Humanities & Low Sun - Human Sun

Eine tol­les Split-Tape zweier Bands aus Toronto, die hier zwei recht unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen von olschoo­li­gem Indie-​/​Alternative Rock prä­sen­tie­ren. Huma­nities fie­len mir schon mal vor einer Weile mit einer viel­ver­spre­chen­den ers­ten EP auf und ihr lang­sam aber kräf­tig daher­kom­men­der Sound bedient sich unter ande­rem bei Ein­flüs­sen aus Noise Rock, Sludge und dem Post­core der Jahr­tau­send­wende.
Low Sun hin­ge­gen lie­fern mit ihren zwei Songs ihr Debüt ab und zie­hen mich eben­falls sofort auf ihre Seite mit psy­che­de­lisch-folk­i­gen Har­mo­nien und einem Vibe, dem eine aus­ge­prägte Seat­tle-Geruchs­note anhaf­tet.


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Milked – Death On Mars

Milked - Death On Mars

Mil­ked ist neben den an die­ser Stelle schon mehr­fach erwähn­ten Hung Toys ein wei­te­res Solo­pro­jekt von Kelly John­son, sei­nes Zei­chens ehe­ma­li­ger Front­mann der Noi­sero­cker Geronimo!. Unter dem Alias hat er im Laufe der letz­ten bei­den Jahre bereits ein Album und eine EP mit schram­me­li­gem Psy­che­de­lic-Pop auf­ge­nom­men, aber mit sei­nem neu­es­ten Lang­spie­ler meint er es ganz offen­sicht­lich ernst.

Die char­mante Lo-Fi Home­re­cord­ing-Ästhe­tik ist einem wuch­ti­gen Klang­kos­tüm gewi­chen, das die neuen Songs eher an die bei­den Hung Toys-Plat­ten oder an seine alte Band erin­nern lässt; ein heut­zu­tage sel­ten gewor­de­ner Sound aus kräf­tig rocken­dem Indie-​/​Alternative Rock, ver­mischt mit der Melo­diö­si­tät kon­tem­po­rä­rer Krach­bands á la Wav­ves, Cali­for­nia X oder Happy Diving und ver­edelt durch gele­gent­li­che Anklänge an den psy­che­de­li­schen Power­pop der Soft Boys.

Aber die größte Stärke die­ser neun Songs liegt in den sou­ve­rä­nen, abso­lut tadel­lo­sen Song­wri­ting-Qua­li­tä­ten von Kelly John­son begrün­det und einem durch­weg exzel­len­ten Gespür für mit­rei­ßende Melo­dien. Eigent­lich ist hier jeder Song ein Voll­tref­fer. Eine wahn­sin­nig starke Platte und mög­li­cher­weise die beste Ver­öf­fent­li­chung aus die­sem spe­zi­el­len Genre-Spek­trum, die mir die­ses Jahr unter­ge­kom­men ist.



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Shady Nasty – Shady Nasty

Shady Nasty - Shady Nasty

Auf ihrer Debüt-EP erzeugt die­ses Trio ziem­lich inter­es­san­ten und unkon­ven­tio­nel­len Alter­na­tive Rock mit einer unge­wohnt Post­pun­ki­gen Düs­ter­nis und einem gewis­sen Post­rock-Ein­fluss. Das braucht hier und da noch etwas Fein­schliff, zeigt aber schon ordent­lich Poten­zial.


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TV Haze – Scrap Museum

TV Haze - Scrap Museum

Nach einem sehr viel­ver­spre­chen­den Debüt­al­bum im letz­ten Jahr liegt jetzt der zweite Lang­spie­ler von TV Haze aus Mel­bourne vor. Der erfüllt alle Erwar­tun­gen. Das Song­wri­ting ist deut­lich gereift; hatte das Debüt noch seine Län­gen, ist das Mate­rial hier durch­weg hoch­wer­tig. Sol­che Musik ist sel­ten gewor­den. Das ist sehr old­schoo­li­ger Indie- und Alter­na­tive Rock, bei dem man sich durch­aus an Buf­falo Tom, Dino­saur Jr., Gui­ded By Voices, späte Hüs­ker Dü oder das Solo­ma­te­rial von Bob Mould erin­nert füh­len darf.



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This Is Wreckage – Q.Y.C.

This Is Wreckage - Q.Y.C.

Auf dem Debüt­al­bum die­ser Band aus Car­diff setzt es Noi­se­rock der eher klas­si­schen Art. Irgend­wann in den Neun­zi­gern hät­ten Gen­re­fans das ver­mut­lich als eine eher kom­mer­zi­elle Vari­ante abge­tan, die auf das brei­tere Alter­na­tive-Publi­kum schielt. Über zwan­zig Jahre spä­ter wird mir hin­ge­gen ganz warm ums Herz, wenn mir auf einer aktu­el­len Platte so was char­mant alt­mo­di­sches begeg­net.



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Robocobra Quartet – Music For All Occasions

Robocobra Quartet - Music For All Occasions

Roboco­bra Quar­tet, ein Kol­lek­tiv wech­seln­der Musi­ker aus Bel­fast, ver­bin­det Ein­flüsse aus Post­punk, Jazz, Spo­ken Word und einem Hauch von spä­tem Dischord-Zeugs zu einem auf Spar­flamme groo­ven­den, expe­ri­men­tel­len Gesamt-Irgend­was.



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Basement Revolver – Basement Revolver

Basement Revolver - Basement Revolver

Sim­pel gestrick­ter aber effek­ti­ver Alternative-​/​Indierock aus Hamil­ton, Onta­rio mit gro­ßem Hang zur Hymne.

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Diarrhea Planet – Turn To Gold

Diarrhea Planet - Turn To Gold

Das neue Album der Band aus Nash­ville mit dem kon­stan­ten Schalk im Nacken ist mal wie­der ein aus­ge­spro­chen power­pop­pi­ger Spaß gewor­den. Die im Ver­gleich zu ver­gan­ge­nen Taten sehr geschlif­fene Pro­duk­tion steht ihnen ganz aus­ge­zeich­net und die augen­zwin­kernd aufs Sta­dion schie­len­den Songs fres­sen sich sofort im Gehör­gang fest. Eine vor lau­ter Fett trie­fende Kalo­ri­en­bombe, wie man sie ab und zu mal braucht.


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Chicago Typewriter – Chicago Typewriter

Chicago Typewriter - Chicago Typewriter

Eine schöne Band­ein­rei­chung kam hier zuletzt an von die­sem Quar­tett aus Köln und Umge­bung. Ganz ehr­lich, unsere Region kommt mir meis­tens ziem­lich tot und abge­früh­stückt vor was inter­es­sante Krach­bands angeht und ich freue mich dann jedes mal um so mehr, wenn ich auf gute Sachen gesto­ßen werde, die nicht gerade aus Ber­lin oder Ham­burg (oder neu­er­dings auch: Stutt­gart) kom­men. Hier haben wir’s mit ein­gän­gi­gem Noise-​/​Alternative Rock zu tun, der schein­bar irgend­wann in den spä­ten Neun­zi­gern die Zeit­ma­schine betre­ten und die fal­sche Abfahrt genom­men hat. Mit deut­li­chen Grunge­ein­flüs­sen und einem Hauch alter BluNoise-Schule. Nice.


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