Stuck – Freak Frequency

Irgendwie hatte ich ja meine leichten Zweifel an dieser Platte (keine Ahnung, vielleicht war es die etwas polierte Produktion? Bäh, verständliche Lyrics!) aber jetzt nach Begutachtung des ganzen Albums muss ich zugeben dass es sich wiederholt um ausgesprochen geilen Scheiß handelt, was die Band aus Chicago hier von der Leine lässt und inkrementell sogar noch die hohen Standards vorheriger Veröffentlichungen übertrifft mit ihrem durchweg schlauen und ausgefuchsten Postcore, der in manchen Augenblicken etwa an Bands wie Batpiss, Meat Wave, Bench Press, Bloody Gears erinnern mag oder an etwas älteres Zeug von Tunic, Pile oder USA Nails, an verkanteten Postpunk á la Lithics, Pill und Marbled Eye und nicht zuletzt kommt dabei auch immer wieder ein Hauch von Jawbox, Smart Went Crazy, Q and not U oder mitt-'90er Fugazi auf.

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Glaas – Cruel Heart, Cold Summer

Die Berliner Band um Mitglieder u.a. von Useless Eaters, Idiota Civlizzatto, Exit Group und Clock Of Time liefert hier mal wieder reichlich Klasse ab in Form von raffiniert konstruierten, leicht Deathrock-infizierten Post Punk-Grooves, wobei Clock Of Time hier am ehesten als Referenz taugen für ihren Sound den ich gar nicht anders als "klassische Berlin-Schule" der vergangenen 10+ Jahre einordnen kann, was hier in eine ähnliche Kerbe schlägt wie schon etwa Pigeon, Liiek, Diät, Pretty Hurts… Ich sehe das aber auch absolut positiv, denn der etablierte "Berlin-Sound" wäre ja auch erst gar kein Begriff geworden, würde er nicht für ein so konsistent hohes Niveau stehen.

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Nag & Astio – Split

Eine saubere Splitveröffentlichung vom Berliner Label order05records. Der Auftakt der Post Punk-Institution Nag aus Atlanta überrascht mit Synth-unterstützten Psychedelic-Vibes, die z.B. an Mononegatives oder spätere Useless Eaters erinnern. Der andere Song ist dann eine weitere Sprengung in dem vertraut rohen Klangkostüm der Band. Die Seite von Astio aus Trient, Italien kommt hingegen mit einer etwas konventionelleren aber nicht weniger Klasse versprühenden, moderat melodischen Post Punk-Energie rüber, wie man sie unter anderem von Criminal Code, Sievehead oder etwas aktueller von Pyrex, Body Maintenance oder Schedule 1 gehört hat.

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Bad//Dreems – Hoo Ha!

Diese Band aus Adelaide gibt es jetzt schon über ein Jahrzehnt und es macht den Eindruck als hätten sie erst jetzt mit ihrer vierten LP ihren eigenen Groove gefunden… oder zumindest muss ich, nach oberflächlicher Betrachtung des bisherigen Materials, der neuen Platte bescheinigen in einer ganz anderen Liga zu spielen - Songwriting, Arrangements und Produktion kommen hier nahtlos zu einer weitaus reiferen Vision zusammen und gleichzeitig bleibt das ganze ausgesprochen abwechslungsreich und spannend. Ich fühle mich an eine ganze Reihe australischer Hausnummern erinnert wie etwa Pub-/Garage Rock Bands á la Mini Skirt, Hideous Sun Demon oder Pist Idiots, Post Punk/-core Bands wie Batpiss, Bench Press, Rip Room oder auch eine Spur alter Klassiker von (80er) Scientists und The New Christs.

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Smirk – Smirk

Nach seiner bislang ambitioniertesten LP Material im letzten Jahr, auf welcher Smirk aka Nick Vicario (auch bekannt von Bands wie Public Eye, Crisis Man und Cemento) seine Klangpalette stark in Richtung von leicht Desperate Bycicles-mäßigem Art Punk ausstreckte und gleichzeitig noch einige der infektiösesten Perlen des melancholischen Powerpop-Songwritings ablieferte, kommt seine neueste 7" wieder etwas geradliniger und einfacher gestrickt daher, trifft aber nach wie vor immer ins Schwarze mit seinen stark Sample-gestützten Songs und Arrangements.

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Exwhite – This Is Future

Die letztjährige Dampfwalze von einer Mini-LP namens Estray ist sicher schwer zu toppen aber die vermutlich von Leipzig und Berlin aus agierende Band macht auch auf dem Nachfolger eine durchweg gute Figur und erweitert ihren Garage Punk-Sound um so eine gewisse Noiserock-Kante, die mich ein wenig die Noise-/Garage Punk Hybride der New Yorker Brandy erinnert oder auch an ältere Science Man. Nach wie vor gibt es aber auch keinen Mangel and melodischen Pop-Smashern á la Wouldn't You, Fomo und Get Clean, so dass auch Fans des leicht Booji Boys-angehauchten Noise- und Powerpop der letzten LP hier nicht zu kurz kommen.

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Scooter Jay – Jaywalking

Eine entzückende Ladung relaxter, jederzeit etwas schief liegender Psychedelic- und Garage Punk-Jams von einer Band aus Toronto. Das hat durchaus einen gewissen US Protopunk-Vibe und darüber hinaus einen unübersehbaren Space-/Acid Rock-Einschlag, was ein bisschen rüberkommt wie 'ne Mischung aus den noch recht frischen LPs von Jean Mignon, Peace de Résistance oder auch geringfügig älterem Scheiß von Faux Ferocious oder frühen White Fence. Geht ja mal sowas von klar, das!

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Fantasma – Demo

Mit einer schlauen, filigran konstruierten Mischung aus Post Punk, Noise Rock und Postcore begeistert mich dieses Demo einer New Yorker Band. Um den Elefanten im Zimmer kommen wir hier nicht rum: Das hat wohl einiges von den Stadtnachbarn Straw Man Army absorbiert, besonders von ihrer ersten LP, aber es gibt ja wohl schlimmeres als mit den Besten verglichen zu werden, oder? Auch Freunde von Bloody Gears, Faraquet, Meat Wave und ähnlichem wird das sicher einen netten Tritt verpassen.

Brick Head – Bricks For Brains

Wenn ich das richtig sehe ist Brick Head ein Soloprojekt von Sarah Hardiman, die unter anderem auch bei Deaf Wish und Moon Rituals mit am Werk ist. Nach einem noch etwas wackeligen Debütalbum vor drei Jahren kommt auf der neuen LP ihre Vision schärfer in den Fokus - hier greifen jetzt alle Teile richtig ineinander während vertraute Elemente und Stilmittel zu einem Ganzen verwoben werden, dass dann doch wieder sehr eigenständig klingt. Als erstes kommt mir da eine Reihe australischer Bands in den Sinn wie z.B. diverse Inkarnationen von Alien Nosejob, der quirlige Garage Punk von Eddy Current Suppression Ring, der Minimalismus von The UV Race, wobei im Laufe des Albums zunehmend ein melancholisch-vernebelter Sinn für Melodie in den Vordergrund rückt, der mich Stark an Kitchen's Floor erinnert.

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Pyrex – Pyrex

Exzellenter Scheiß wie üblich aus dem Hause Total Punk. Die Band aus NYC schlägt zwar ganz gewiss kein neues Kapitel auf für den tiefschwarzen Post Punk, weiß aber trotzdem durchweg zu begeistern und zwar nicht unbedingt mit Raffinesse sondern durch unnachgiebige Intensität. Ein Sound nicht unähnlich zu Criminal Code, Sievehead oder Rank/Xerox wird mit einer rohen Energie aufgeladen, wie man sie etwa von Atlanta's Spezialisten Nag und Predator erwarten würde und außerdem hat das auch einigen psychedelischem Nebel á la Public Interest, Waste Man oder Public Eye an Bord.

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