Checkpoint - D R I F T

Noch so ein irr­sin­nig hoch­ka­rä­ti­ger Re­lease auf Ers­te The­ke Ton­trä­ger von ei­ner Band aus Mel­bourne, die sich un­ter an­de­rem Mit­glie­der mit Pinch Points, Dr. Sure's Unu­su­al Prac­ti­ce, Gon­zo und Drag­net teilt. Der Ope­ner legt gleich los mit ei­nem aben­teu­er­li­chen Ge­misch zwi­schen Ga­ra­ge-, Syn­th- und Art Punk, der mich an so Bands wie Ghoulies, Set-Top Box, Iso­to­pe Soap und auch ein biss­chen an Erik Ner­vous den­ken lässt. Fri­ends geht zu­nächst in ei­ne ähn­li­che Rich­tung, nimmt dann aber ei­ne schar­fe Kur­ve in die Sphä­ren von psy­che­de­li­schem Post Punk so á la Marb­led Eye, Yam­me­rer, Was­te Man oder Pu­blic Eye. Break über­rascht mit ei­nem un­ver­schämt re­lax­ten und psy­che­de­li­schen Ga­ra­ge-/Fuzz Pop-Groo­ve, ge­folgt von dem kom­pakt-öko­no­mi­schen Ga­ra­gen­ro­cker Ice Sum­mit mit Echos von Par­quet Courts, Ty­vek und Shark Toys. Wirk­lich ab­ge­fah­ren wird's dann bei Drift, ei­nem epi­schen Ma­nö­ver im dem Ga­ra­ge und Egg­punk-Ver­satz­stü­cke auf un­ver­blüm­te Pro­gres­si­ve Rock-An­lei­hen tref­fen - da­bei scheut man sich auch kei­nes­weg da­vor, im Mit­tel­teil so rich­tig kä­sig zu wer­den. Sei­te B gibt sich dann et­was we­ni­ger am­bi­tio­niert und ho­mo­ge­ner, aber kei­nes­wegs we­ni­ger ent­zü­ckend in ei­nem ge­ra­de­aus ro­cken­den Far­ben­rausch, der un­ter an­de­rem so Zeug der Mar­ke Cher­ry Cheeks, Smirk, Met­dog, Power­plant and Freak Ge­nes re­flek­tiert.

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Onyon - Last Days On Earth

Auch auf ih­rem zwei­ten Al­bum über­zeu­gen mich die Leip­zi­ger er­neut we­ni­ger mit Ori­gi­na­li­tät als mit so­li­dem Hand­werk und ho­her Wand­lungs­fä­hig­keit, mit der sie auch hier ei­ne Rei­he be­währ­ter For­meln prä­zi­se und spe­zi­fi­ka­ti­ons­ge­treu wie­der­ge­ben. Post Punk oh­ne Bull­shit, könn­te man auch sa­gen. Die­ses mal lässt sich neu­er­dings aber auch ein Hauch von Egg­punk-Äs­the­tik dar­in fest­stel­len. Songs wie Dog­man be­kom­men da­ge­gen ei­ne eher ga­ra­gi­ge Kan­te ver­passt. Egg Ma­chi­ne hat ei­ne Spur von Wire mit an Bord, In­vi­si­ble Spook ge­fällt mit old­schoo­li­gen Goth-/De­ath­rock-Vi­bes und durch­weg weht ir­gend­wie auch der Geist von Gun Club durch die­se Songs. Selbst­re­dend bie­ten sich auch wei­te­re Leip­zi­ger Acts wie Am­bu­lanz, Las­sie und Laff Box als mehr oder we­ni­ger ro­bus­te Ver­glei­che an.

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Collate - Generative Systems

Col­la­te aus Port­land wa­ren nie­mals ei­ne Band die ih­rem Gen­re son­der­lich viel neu­es ab­ge­win­nen kann, aber das soll kei­nes­wegs hei­ßen, dass er nicht trotz­dem or­dent­lich Spaß macht, ihr re­la­tiv simp­ler Mix ir­gend­wo zwi­schen dem eher fun­ky tanz­ba­ren En­de der No Wa­ve-Ska­la und Gang Of Four-mä­ßi­gen Dance-/Post Punk Groo­ves. Es ist au­ßer­dem ei­ne Plat­te, die sich hin­ter­lis­tig an­schleicht be­vor sie sich kräf­tig im Ge­hör­gang ver­kan­tet, weil das stärks­te Ma­te­ri­al un­auf­fäl­lig in der zwei­ten Hälf­te un­ter­ge­bracht wur­de.

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The Bozo Big Shit Garbage Band - It's My Move

Ein neu­er Tra­ding Wrecka­ge Re­lease - das ver­spricht im­mer will­kom­me­nen Nach­schub an va­ge No Wa­ve-in­spi­rier­ten Un­säg­lich­kei­ten. Das hier ist aber noch mal ein ganz an­de­res Ka­li­ber… In die­ser ak­tu­el­len In­kar­na­ti­on ist The Bo­zo Big Shit Gar­ba­ge Band wohl ei­ne rei­ne So­lo­an­ge­le­gen­heit von To­ny Shit aka Ree­se McLean und ver­mut­lich noch ein Arsch voll an­de­rer Pseud­ony­me, wel­cher auch in­te­gra­ler Be­stand­teil von Bands wie Gay Cum Dad­dies, Eat Avery's Bo­nes, Buk­ka­ke Moms, Fle­sh Narc und noch ei­ni­gen wei­te­ren war oder ist. Ein Fun­da­ment aus No Wa­ve-Ex­pe­ri­men­ten ist auch hier noch durch­aus greif­bar, aber we­ni­ger mensch­li­ches Cha­os bei den Re­cor­dings hat sich hier of­fen­sicht­lich auch in ei­nem ent­spre­chend we­ni­ger wir­ren Klang­bild nie­der­ge­schla­gen. Das ist im­mer noch so krea­tiv und un­vor­her­seh­bar wie man es von bis­he­ri­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen des Ty­pen ge­wohnt ist, wird da­bei aber in so struk­tu­rier­te, ein­gän­gi­ge und kraft­voll vor­an­ge­trie­be­ne Bah­nen ge­lei­tet wie man es bis­her noch nicht von ihm ge­hört hat. Mal hat das et­was von Bands an der Schnit­stel­le von Ga­ra­ge-, Post- und Art Punk wie et­wa The UV Race, Soft Should­er, Shark Toys oder Par­quet Courts, in an­de­ren Au­gen­bli­cken klingt das als kol­li­dier­te der 90er Noi­se rock aus der Am­Rep- oder Touch&Go-Ecke auf Mitt­acht­zi­ger The Fall.

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Mother's Milk - Render Void At Gate

Ge­wohnt über­wäl­ti­gen­der Scheiß, wie zu er­war­ten von ei­ner wei­te­ren Band um Josh Fei­gert, sei­nes Zei­chens mit­ver­ant­wort­lich für so Bands wie Wy­myns Pry­syn, Uni­form und zu­letzt auch Glit­te­ring In­sects. Klar ist das mal wie­der durch­zo­gen von die­ser ganz un­ver­kenn­ba­ren Me­lan­cho­lie im epi­schen Ci­ne­ma­scope. Ein durch­weg ver­trau­ter Vi­be oh­ne Fra­ge, aber den­noch ist hier et­was Raum für ei­ni­ge Über­ra­schun­gen und Stil­blü­ten, die man so von den ge­nann­ten Bands eher nicht kann­te wie et­wa die me­lo­di­schen Licht­bli­cke in so Songs wie Skyl­ess Bells und Earth­to­ne.

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Hevrat Ha'Hashmal - 2+1

Fünf Mi­nu­ten der be­tö­ren­den Ge­räu­sche und des struk­tu­rier­ten Cha­os', zu su­per­dich­ten, kurz an­ge­bun­de­nen Song-Kon­struk­ten ver­kan­tet von ei­ner is­rae­li­schen Band. Glei­cher­ma­ßen wuch­tig, ek­lek­tisch und ver­spult, be­wegt sich das ir­gend­wo im Sweet Spot zwi­schen Post Punk, Noi­se Rock und Ga­ra­ge Punk - ein frei­dre­hen­der Sound aus al­les-ist-er­laubt, der mich an so Bands wie zum Bei­spiel Big Bop­per, Bran­dy, Pat­ti, Rea­li­ty Group oder Cu­tie den­ken lässt.

Pablo X - Pablo X

Zeit­lo­ser und mi­ni­ma­lis­tisch-hyp­no­ti­scher Psy­che­de­lic-Kren­pel in ei­ner be­son­ders stu­ren und re­pe­ti­ti­ven Mach­art von dem Fran­zo­sen Re­my Pa­blo der, wenn ich das rich­tig se­he, auch in so Bands wie The An­oma­lys und Weird Omen sei­ne Fin­ger drin hat. Man kann kla­re Echos der al­ten Schu­le von Bands wie MX-80, Chro­me, frü­hen Te­lesco­pes and Me­tal Ur­bain er­ken­nen, aber glei­cher­ma­ßen auch von jün­ge­ren Ver­tre­tern á la Peace de Ré­sis­tance, A Place To Bu­ry Stran­gers, Jean Mi­gnon and Wri­thing Squa­res.

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Beef - Beef

Beef aus Cin­cin­na­ti set­zen auf ih­rer zwei­ten EP ein hoch­flamm­ba­res Cock­tail in Brand mit Grund­zu­ta­ten aus den Grau­be­rei­chen von Noi­se Rock, Post-, Ga­ra­ge- und Syn­th Punk… ein biss­chen wie ein che­misch in­sta­bi­ler Mix aus Bus­ted Head Ra­cket, Bran­dy, R.Clown, ISS, Spy­ro­ids und Know­so, her­un­ter­kon­den­siert zu fast schon '70er/'80er The Fall-mä­ßi­ger Re­pe­ti­ti­on und Sim­pli­zi­tät.

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Tricks - Body, Doctrine, Enjoyment

Ga­ra­ge Punk trifft auf Math Rock trifft auf Psy­che­de­lia trifft auf Post­co­re auf die­sem atem­lo­sen neu­en Tape ei­ner Band aus Min­nea­po­lis. Über des­sen Lauf­zeit kann man sich un­ter an­de­rem an so un­ter­schied­li­che Bands wie Rea­li­ty Group, Ura­ni­um Club, Yam­me­rer, Big Bop­per, Pat­ti, Ex-Cult, Ro­lex, Shark Toys oder Sau­na Youth er­in­nert füh­len und so­gar ei­nen un­ter­schwel­li­gen 90er Di­sch­ord Vi­be á la Jaw­box, Fa­raquet und Me­di­ca­ti­ons bil­de ich mir da ein wahr­zu­neh­men.

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Famous Mammals - Instant Pop Expressionism Now!

Ich muss schon sa­gen, nach ei­nem viel­ver­spre­chen­den aber noch et­was halb­ga­ren, in­kon­sis­ten­ten ers­ten Tape vor zwei Jah­ren, dass mich der hyp­no­ti­sche Sog des zwei­ten Al­bums die­ser Band aus Oak­land (?) spon­tan mal ziem­lich weg­bläst - ei­ner Band, die zu ih­rer Be­set­zung Mit­glie­der von ei­ner gan­zen Rei­he ein­schlä­gi­ger Haus­num­mern zählt. The World, An­dy Hu­man and the Rep­to­ids, Rays und Vio­lent Ch­an­ge sind da­von wohl die ver­trau­tes­ten Re­fe­ren­zen für auf­merk­sa­me Be­ob­ach­ter des 12­XU-re­le­van­ten Or­bits, aber auch nur die Spit­ze des Eis­bergs hier. Von al­len ge­nann­ten Bands kann man hier et­was drin wie­der­fin­den, aber noch viel mehr er­in­nert mich das Zeug an aus­tra­li­sche Bands wie UV Race und Wire­heads, er­gänzt um et­was bri­ti­sche Psy­che­de­lia (Vi­tal Id­les fal­len mir da­zu als mo­der­ner Ver­gleich ein), so­gar ei­ne Spur von Wire und Pink Floyd der Syd Bar­rett-Ära et­wa in Let The Light In. Ge­nau so gut mag aber auch bri­ti­sche DIY-Kul­tur der '70er und frü­hen '80er á la Mem­bra­nes, Swell Maps, Me­kons oder De­spe­ra­te Bicy­cles als star­ke In­spi­ra­ti­on ge­dient ha­ben.

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