Eine zweite saustarke EP dieser verdächtig nach Berlin klingenden aber in Augsburg ansässigen Band liefert vier perfekt ausbalancierte, elegante Schübe von Post Punk, der die Genre-typische Formel aus Tod und Verderben zu würzen versteht mit einer guten Dosis von Estranged-mäßiger Melodieverliebtheit, der außerdem durchweg sehr elegant die gängigen Tropes, Konventionen und Möglichkeiten des Genres ausreizt und sich gleichzeitig hartnäckig gegen die Grenzen und Limitierungen von selbigem stemmt. Wie schon bei der ersten EP führt hier kein Weg vorbei an Vergleichen zu einem Strauß von vorwiegend Berliner Bands wie etwa Pigeon, Glaas, frühe Diät und Pretty Hurts, sowie deutssprachige Acts im Fahrwasser von Die Wärme, Hyäne, Maske, Die Verlierer und L'appel Du Vide und nicht zuletzt auch internationalen Schwergewichten wie Rank/Xerox, Criminal Code, Sievehead und den bereits erwähnten The Estranged.
Ein unglaublich starkes Debüt kommt hier von einer New Yorker Band angerollt, die darauf irgendwo zwischen den groben Parametern von Hardcore, Fuzz-, Art- und Post Punk pendelt. Nicht zuletzt wegen dem ausgesprochen psychedelischen Synth-Einsatz hier fühle ich mich besonders an noch so eine New Yorker Gruppe erinnert, nämlich an die Halluzinogenen Cowpunk-Albträume von Murderer. In einigen der freundlicheren Momente hingegen hat das unbestreitbar eine ähnliche Qualität zu gewissen Fuzz Punk-Acts des vergangenen Jahrzehntes á la Feature und Slowcoaches.
Nachdem bereits ihre vielversprechende Debüt-EP im letzten Jahr ein paar Wellen geschlagen hat, kommt die Band aus Madrid jetzt mit einem noch mal deutlich stärkeren Nachfolger um die Ecke. Los geht's mit zwei simplen und unverdünnten Punkattacken in einer Art Hardcore-meets-Post Punk-Modus, gefolgt vom ultramelodischem Fuzz Punk in Quiero Ser Olvidado und zu guter Letzt dem krönenden Rausschmißer La Luz, einem perfekten Beispiel für antriebsstarken Post Punk, der grob in den oldschooligen Sphären von Criminal Code und Sievehead operiert. Mehr davon, bitte!
Noch eine nette kleine Kassette des vage Eggpunk-verwandten Wahnsinns kommt zu uns von einer Band aus Madrid, die irgendwo in einer ungewissen Zone zwischen Garage Punk und abgespacetem, melodischem Fuzz Punk herumfuhrwerkt, erweitert um eine gute Dosis von Surf Rock-Twang und eingehüllt in einen dichten psychedelischen Nebel. Alles in allem würde ich mal sagen, verschmilzt der Krempel einige der besten Tendenzen von so Bands wie Beta Máximo, Beer, Pringue und Prison Affair mit durchschlagendem Erfolg zu einer kohärenten Einheit.
"'... 'ne verdammte Pause" hab ich gesagt? Nee doch noch nicht ganz, denn ich hatte noch dieses Ding hier in der Pipeline. Welche Pipeline? Die im Popo. Jetzt ist das Wunderwerk draußen, sieht deutlich weniger schlimm aus als es riecht und klingt sogar noch geringfügig besser (YMMV) als es aussieht. Schnüffeln auf eigene Gefahr!
Adhesive Big City Knight Cool Guy Club DTM Möney Emacipation SPRGRS Ando con los brazos rectos General Baxter Dumb Luck Cool Sorcery Bring It On!!! (Feat. Tombeau) Jacket Burner Terminal Depression Toy Brigade Nimbi Hipsters Pirouette Glam Piss Wizard Urination Station Displeasure Fuck Your Ute White Collar Anxious States
Rolex It's Personal Manic Splits Erratic Patterns Draft Dodger Red Hands Beer Piss Dryer Gen Gap First Gen Animated Violence Nonsense FaFa Fanny Pack House Arrest Too Close Bedsores Agency Lasso Fresta Na Terra Grimly Forming Eyes Out Unsheather Avalon
Praise Good Grief Pinot Gringo Bus, PD La Llama La luz Clamm Change Enough Dion Lunadon Zenith Forever Seagate 9 Circles
Exo Butterfly Love Fiend C.K.I.L. Dirty Fences Get Out Smooth Brain Pissed Off Forever Smokers Cutting Class Reduced Get Me Out Alive
Es ist gerade ein ungewöhnlich lahmes Wochenende was neue Releases angeht und da ist mal einfach nicht viel passiert was mich in den Fingern juckt, darüber zu schreiben. Also halte ich einfach mal die Fresse und mach 'ne verdammte Pause, okay? Das nächste Wochenende verspricht wieder spannender zu werden.
Als würdigen Ersatz kann ich euch empfehlen, mal bei Evan Minsker's brillianten und noch releativ jungen Blog/Newsletter SeeSaw vorbei zu schauen - einer raren und exzellenten neuen Stimme in der stark dezimierten Punk-Blogosphäre - und evtl. auch finanziellen Support zu leisten oder (ganz ernst gemeint) mit Evan zu feilschen. Vielleicht kennt ihr den Kerl noch aus älteren Pitchfork-Zeiten und von seiner damaligen Garage Punk-Kolumne Shake Appeal, deren Geist er jetzt bei SeeSaw wiederbelebt.
Bis dahin und falls wer nach mir fragt, sagt ich bin weg zum angeln.